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Anschlag im Jahr 1974: Top-Terrorist «Carlos» erneut zu lebenslanger Haft verurteilt

Publiziert: 28.03.17, 14:33 Aktualisiert: 28.03.17, 14:59

Bild: Michel Lipchitz/AP/KEYSTONE

Der international bekannte Terrorist Carlos ist in Frankreich wegen eines Anschlags vor mehr als 40 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Damals starben in Paris zwei Menschen.

Ein Pariser Gericht sprach den 67-jährigen Venezolaner am Dienstag schuldig, 1974 eine Handgranate in einem Nobelkaufhaus der französischen Hauptstadt gezündet zu haben. Dabei waren zwei Menschen getötet und 34 weitere verletzt worden.

Mit der lebenslangen Haftstrafe folgte das Gericht am Dienstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Allerdings hat die Verurteilung eher symbolischen Charakter: Ilich Ramírez Sánchez alias «Carlos der Schakal» wurde in der Vergangenheit in Frankreich wegen mehrerer Morde und Anschläge schon zweimal zu lebenslangen Gefängnisstrafen verurteilt.

Der Venezolaner, einer der weltweit bekanntesten Terroristen der 70er und 80er Jahre, war 1994 im Sudan aufgespürt und nach Frankreich gebracht worden. Seitdem sitzt er dort im Gefängnis.

«Ich bin kein Unschuldiger», sagte der als Carlos bekannte Venezolaner Ilich Ramírez Sánchez in seinem Schlusswort. Aber dieses Verfahren sei in jeder Hinsicht eine Absurdität. «Da ist nichts.»

Einer der meistgesuchten Männer

Sánchez war in den 1970er und 1980er Jahren einer der meistgesuchten Männer der Welt. Er war für die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) aktiv und etwa an der Geiselnahme von Opec-Ministern in Wien beteiligt. 1994 wurde er im Sudan gefasst und nach Frankreich gebracht – seine Anwälte sprechen bis heute von einer Entführung und einem politischen Prozess. Seitdem sitzt der Venezolaner im Gefängnis.

Sánchez hatte sich dem Gericht erneut als «Berufsrevolutionär» präsentiert. Sein Schlusswort hielt der Angeklagte diesmal überraschend kurz – bei einem anderen Verfahren vor einigen Jahren hatte er noch fünf Stunden geredet. (sda/dpa)

Die 100 bedeutendsten Menschen aller Zeiten (DIE EINZIG WAHRE)

Hitler oder Martin Luther? Justin Bieber oder Sokrates? Wie soll man bemessen, welche Menschen am bedeutsamsten waren? Eine Studie der University of Cambridge hat sich dieses schwierigen Unterfangens angenommen und ihre Ergebnisse in der Studie «Who's bigger?» (2013) herausgegeben. Die Autoren versuchten darin, eine Rangliste mit den 100 bedeutendsten Persönlichkeiten der Geschichte zu erstellen. Durch die rechnerische Analyse von Wikipedia- und Zeitungsartikeln sowie einer Unzahl von eingescannten Büchern wurde die historische Bedeutung von Personen gemessen. Die festgesetzten Parameter dabei waren der Bekanntheitsgrad (Wie viele Beiträge sind über die Person erschienen? Wie lange sind die Beiträge? Wie umfangreich ist die Leserschaft der Beiträge? etc.), die Leistung (Nutzen/Wirkung für die Menschheit) und die Zeit (Wann lebte die Person? Wie lange ist sie schon tot? etc.). Da es sich hierbei um eine englische Studie handelt, liegt der Fokus klar auf Figuren der westlichen, vorzugsweise englisch-sprechenden Welt. Doch auch viele Franzosen, Österreicher, Deutsche und sogar ein Schweizer finden sich in der Liste.
100. Platz: Auf dem letzten Platz haben wir einen Vordenker der Aufklärung: den englischen Philosophen John Locke (1632-1704). Er gilt als Vater des Liberalismus. Seine Ideen finden sich in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, in der amerikanischen Verfassung und jener des revolutionären Frankreichs wieder. Er gehörte wie Isaac Newton zu den englischen Empiristen, die der Auffassung waren, nur durch die Wahrnehmung könne man zu Wissen gelangen. Damit war er der Gegendenker Decartes, der mit seinem Rationalismus alle Gegenstände zu abstrakten, mathematischen Figuren formte. Er war der Überzeugung, dass alles vom einzelnen Menschen seinen Ausgang nimmt und befreite damit das calvinistische Individuum von seinem Vorherbestimmungsglauben. Er säkularisierte sozusagen die Seele und verlegte das Schicksal in die Hände des Subjekts. Locke-Zitat: «Die Notwendigkeit, nach wahrem Glück zu streben, ist die Grundlage der Freiheit.» bild: wikimedia
99. Platz: Der in Genf wirkende Reformator Johannes Calvin (1509-1564) begründete den Calvinismus, den strengsten, erbarmungslosesten und schmucklosesten Arm der Reformation. Am 27. Oktober 1553 frass sich das extra schwache Feuer langsam hinauf zum spanischen Humanisten Michael Servetus. Seine Schreie hallten drei volle Stunden lang durch die Stadt Genf, doch drangen sie nicht zu dem Mann, der sie sich gewünscht hatte: Johannes Calvin. Denn Servetus hatte bestritten, dass die Dreifaltigkeit Gottes in der Bibel niedergeschrieben sei. Auch die Protestanten verstanden es, Ketzer und Hexer zu verbrennen. Und Calvins Theologie war konsequent, ein in sich geschlossenes System, das er mit seinem scharfen Verstand erdacht hatte. Er kam schon früh mit den reformatorischen Schriften aus Wittenberg und Zürich in Kontakt. Zum praktischen Reformator wurde Calvin aber erst, nachdem am 21. Mai 1536 die Genfer Volksversammlung die Einführung der Reformation beschlossen hatte. Clavins Kirchenzucht war drakonisch. Für die Zeit zwischen 1542 und 1546 sind 38 Fälle von angeblicher Zauberei belegt. Wie gross Calvins persönlicher Anteil an den Verfolgungen war, ist bis heute Gegenstand heftigster Diskussionen. Calvin-Zitat: «Ohne Selbsterkenntnis keine Gotteserkenntnis. – Ohne Gotteserkenntnis keine Selbsterkenntnis.» bild: wikimedia
98. Platz: Grover Cleveland (1837-1908) war der der 22. und 24. Präsident der Vereinigten Staaten. Damit ist der Demokrat das einzige amerikanische Staatsoberhaupt, dessen Amtszeiten nicht unmittelbar aufeinander folgten. Er war es, der am 28. Oktober 1886 Freiheitsstatue einweihte – ein Geschenk des französischen Volkes an die Vereinigten Staaten. Als er noch Sheriff in Erie County, New York, war, hatte er gleichzeitig das Amt des Scharfrichters inne, in dessen Funktion er zwei Mörder hängte. Als Präsident nahm er persönlich das Telefon des Weissen Hauses ab und legte sein Veto gegen insgesamt 228 Gesetzesvorschläge zur Regelung der Altersvorsorge von Veteranen des Amerikanischen Bürgerkriegs ein, weil er Kostensteigerungen fürchtete. Während seiner zweiten Amtszeit kam es bei den Kongresswahlen von 1894 zu einer der grössten Machtverschiebungen überhaupt; die Republikaner gewannen im Repräsentantenhaus mehr als 100 Mandate hinzu. AP Library of Congress / STR
97. Platz: Der deutsche Staatsmann Otto von Bismarck (1815-1898) wird 1862 vom preussischen König Wilhelm I. zum Ministerpräsidenten ernannt. Er bekämpft das liberal dominierte Parlament, das dem König die Gefolgschaft verweigert, er bricht die Verfassung und regiert fast wie ein Diktator, um sein wichtigstes Zeil voranzutreiben: die Einigung Deutschlands unter preussischer Herrschaft. Man hasste ihn – bis er in der Schlacht bei Königgrätz den Sieg über Österreich errang. Bismarcks Popularität fand nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg 1871 seinen Höhepunkt. Endlich war gelungen, was zwanzig Jahre der Inhalt alles Wünschens und Strebens gewesen war: Das deutsche Reich wird gegründet und König Wilhelm I. zu seinem Kaiser gekrönt. Danach gab es für Bismarck keine Aufgaben mehr. Irgendwie lag er wie ein Urgestein im Weg des jungen Kaiser Wilhelms II. Am 18. März 1890 wurde Bismarck entlassen. Bismarck-Zitat: «Es gibt Zeiten, wo man liberal regieren muss, und Zeiten, wo man diktatorisch regieren muss, es wechselt alles, hier gibt es keine Ewigkeit.» bild: wikimedia Bundesarchiv, Bild 183-R68588 / P. Loescher & Petsch / CC-BY-SA 3.0
96. Platz: Dante Alighieri (1265-1321) überwand mit seiner Göttlichen Komödie das bis dahin dominierende Latein und machte das Italienische zur Literatursprache. Goethe und Schiller konnten leider gar nichts damit anfangen. Das Paradies sei total langweilig, so der Schluss der beiden deutschen Dichter. Dante verstand es wie kein anderer Dichter vor ihm, die eigene Person als Liebender und Leidender, als Irrender und Lernender in den Mittelpunkt seiner Werke zu stellen. In dieser Autofiktion tritt der Florentiner als Richter auf, der dem Leser, der politischen Gesellschaft und selbst der Kirche seiner Zeit einen Spiegel vorhält. Dante-Zitat: «Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Sterne, Blumen und Kinder.» bild: wikimedia
95. Platz: Jeanne d'Arc (1412-1431) ist die Lichtgestalt der Franzosen im Hundertjährigen Krieg und wird bis heute als Nationalheldin, Heilige und Jungfrau verehrt. Als das Mädchen sechzehn Jahre alt war, bekam es von inneren Stimmen einen Auftrag: Sie sollte die Belagerung von Orléans aufheben und den Dauphin Karl VII. in Reims zum König krönen. Johanna war ein einfaches Bauernmädchen, diese Mission überstieg alles, was sie bisher an Erfahrungen gesammelt hatte. Frankreich stand kurz vor dem Zusammenbruch. Da war kein anerkannter König, da war nur dieser schwächliche Kronprinz. Der Krieg ging bereits ins neunzigste Jahr und die Engländer besetzten grosse Teile des gebeutelten Landes. Nur Orléans hielt sich noch. Johanna ritt ihren Männern voran und feuerte sie unermüdlich an – sie schlugen die Engländer in die Flucht. Der Dauphin wurde zum König von Frankreich gekrönt, und kurz darauf geriet Johanna in Gefangenschaft der Burgunder. Die Engländer überboten die Lösegeldsumme der Franzosen, und ihr wurde ein Inquisitionsprozess gemacht. Sie wurde der Hexerei überführt: Weil sie Männerkleider trug und sich anmasste, ohne die Vermittlung der Kirche mit Gott zu kommunizieren. Auf dem Marktplatz von Rouen wurde ein Scheiterhaufen errichtet. Und als das Feuer sich emporzufressen begann, klammerte sich die 19-jährige Johanna an einem hölzernen Kreuz fest, das ihr ein Soldat gereicht hatte. bild: wikimedia
94. Platz: Harry S. Truman war von 1945 bis 1953 der 33. Präsident der Vereinigten Staaten. 1944 brauchte Franklin D. Roosevelt, der charismatische Landesvater, einen neuen Vize. Ihm wurde Truman vorgeschlagen, doch der bäuerliche Senator aus Missouri wollte erst nicht. Machtambitionen hatte er keine. Und doch bekam er das Amt, und nach nur drei Monaten starb Roosevelt – und Harry S. Truman war Präsident. Am 12. April 1945 wurde er vereidigt. Plötzlich sah er sich in Potsdam zwischen Churchill und Stalin sitzen, wo er auch die Nachricht von der Fertigstellung der Atombombe erhielt. Ihren Einsatz gegen die Japaner wurde am Tisch «einmütig» und «automatisch» beschlossen, wie Churchill später schrieb. In seiner beinahe achtjährigen Amtszeit verfolgte Truman eine Politik, die dem Vordringen der Sowjetunion den Riegel vorschob, aber dennoch den drohenden Ausbruch eines dritten Weltkriegs zu vermeiden vermochte. Mit dem Marshallplan legte Truman den Grundstein zum europäischen Wirtschaftswachstum und Wohlstand der 50er-Jahre. Truman-Zitat, als er vom Tod Roosevelts erfuhr: «Boys, wenn ihr je betet, betet für mich. Ich weiss nicht, ob jemals eine Ladung Heu auf euch gefallen ist, aber als man mir gestern sagte, was geschehen ist, fühlte ich, als ob der Mond, die Sterne und alle Planeten auf mich gefallen seien.» KEYSTONE / STR
93. Platz: Der serbische Erfinder Nikola Tesla (1865-1943) liebte es, New Yorks High Society mit seinen elektrischen Licht-Inszenierungen zu verzaubern und den Presseleuten sein gefahrloses Wechselstrom-System vorzuführen. Für seinen Gegenspieler, den Amerikaner Thomas Edison, ist er nichts weiter als ein «Wissenschaftspoet», dessen Ideen «zwar grossartig, aber ausgesprochen unbrauchbar» sind. Edison ist ein knallharter Geschäftsmann, seine Erfindungen müssen Geld in sein Unternehmen spülen. Tesla ist anders, selbstlos. Mit 17 beginnt er zu tüfteln, doch ohne Modelle, ohne Zeichnungen, ohne Experimente. Sein ganzer Schaffensprozess spielt sich nur in seinem hellen Kopf ab. Ein Neurotiker, der sich vor den Haaren fremder Menschen fürchtet und schwitzt, wenn er einen Pfirsich sieht. Edison will von dem bahnbrechenden Wechselstrom des jungen Serben nichts wissen. Der Glühbirnen-Magnat sagt:« Die Leute mögen den Gleichstrom, und er ist alles, womit ich mich je abgeben werde.» Tesla, nicht Edison, hätte reich werden sollen. Doch er starb verarmt, betrogen um Milliarden, während weltweit fast alle Städte bereits mit seinen Wechselstromanlagen elektrifiziert wurden. Tesla-Zitat: «Die Ideen kamen in einem ununterbrochenen Strom, und die einzige Schwierigkeit, die ich hatte, war die, sie festzuhalten.» bild: wikimedia
92. Platz: René Descartes (1596-1650) gilt als der Begründer des frühneuzeitlichen Rationalismus, von ihm stammt der berühmte Ausspruch: «Cogito, ergo sum.» (Ich denke, also bin ich.) Er ist der erste Grundsatz des Philosophen, der zweifelsfrei feststeht. Auf ihm baut er seine Erkenntnistheorie auf: Wissenschaftliche Erkenntnis gelte es zu prüfen, denn die sinnliche Wahrnehmung könne täuschen, und das Denken könne zu falschen Schlüssen führen. Am Anfang steht nach Descartes immer die Skepsis. Danach gelte es, ein Problem so zu zerlegen, dass seine einzelnen Elemente als wahr erkannt werden können. Sein ganzes Denken ist geprägt von seiner Praxis als Mathematiker. 1663 landeten seine Schriften auf dem Index des Heiligen Stuhles. Descartes-Zitat: «Ich will von der Philosophie nichts weiter sagen, als dass ich sah, sie sei von den vorzüglichsten Geistern einer Reihe von Jahrhunderten gepflegt worden, und dennoch gebe es in ihr nicht eine Sache, die nicht strittig und mithin zweifelhaft ist; und dass ich demnach nicht eingebildet genug war, um zu hoffen, es werde mir damit besser gehen als den anderen.» bild: wikimedia
91. Platz: der Pole Johannes Paul II. war von 1978 bis zu seinem Tod ganze 26 Jahre und 5 Monate lang Papst der römisch-katholischen Kirche. Er war der erste Slawe auf dem Papstthron. 2014 wurde er vom amtierenden Papst Franziskus heiliggesprochen. 1981 durchbohrten zwei Schüsse aus der Pistole Mehmet Ali Ağcas die Schulter und den Unterleib des Papstes, als er in seinem offenen Papamobil durch die Menge auf dem Petersplatz fuhr. 2006 kam ein Untersuchungsausschuss des italienischen Parlaments zu dem Schluss, dass das Attentat vom militärischen Nachrichtendienst der Sowjetunion GRU in Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Geheimdienst verübt worden sei. Dem Papst wird ein grosser Einfluss auf die Demokratisierung seines Heimatlandes Polen zugeschrieben; er nahm offen Partei für die antikommunistische Gewerkschaft Solidarność, die an der politischen Wende 1989 entscheidend mitwirkte. AP/AP / Pliino Lepri
90. Platz: Der wichtigste Theologe und Philosoph des Hochmittelalters war Thomas von Aquin (1225-1274). Während sich Augustinus vor allem auf Platons Schriften stützte, interpretierte Thomas von Aquin das Werk Aristoteles'. Augustinus sah die Abkehr von der sinnlichen Welt als Voraussetzung für Erkenntnisgewinn. Thomas von Aquin hingegen ging den genau umgekehrten Weg: Wenn die Welt von Gott geschaffen ist, dann muss sie für sich Wert besitzen und die Vernunft des Menschen von der Schöpfung zu Gott gelangen können. Aquin-Zitat: «Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen wäre.» bild: wikimedia
89. Platz: Alī ibn Abī Tālib war der Vetter und Schwiegersohn des Propheten Mohammed (600-661), der nach dessen Tod die Nachfolge antrat. Mohammend selbst hatte dafür keine Vorkehrungen getroffen. Die Frage, ob er der legitime Kalif war, spaltete die Muslime in Schiiten und Sunniten. Für Erstere war Alī der rechtmässige Nachfolger Mohammeds, die Sunniten dagegen meinen, dass Mohammeds Schwiegervater Abū Bakr, der auch tatsächlich die Nachfolge antrat, grösseren Anspruch darauf hatte. bild: wikipedia
88. Platz: Mit Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) schafft es auch das Aushängeschild der deutschen Dichtung in die Liste der bedeutendsten Menschen. Er schrieb nicht nur Romane wie «Die Leiden des jungen Werthers», sondern befasste sich auch mit der Metamorphose der Pflanzen und verfasste eine Farbenlehre. Zusammen mit Schiller, Herder und Wieland verkörperte er die Weimarer Klassik. Die prägendste Beziehung unterhielt Goethe zur verheirateten Hofdame Charlotte von Stein, an die er Unmengen von Briefen richtete. Sie verweigerte ihm jedoch eine sexuelle Beziehung. Goethe heiratete Christiane Vulpius, was die Sinnlichkeit negierende von Stein ihm niemals verzieh und ihre Briefe von Goethe zurückforderte. Am 22. März 1832 starb Goethe, vermutlich an einem Herzinfarkt. Seine letzten, allerdings nicht gesicherten Worte lauteten: «Mehr Licht!» bild: wikimedia
87. Platz: König Philipp II. von Spanien (1527-1598) hatte mit 28 Jahren die Ehre, das riesige Habsburgerreich seines Vaters Karl V. zu erben. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits zwei Mal verwitwet. Am Anfang sah es günstig für ihn aus. Nachdem der portugiesische König ohne Nachkommen im Kampf gegen die Araber gefallen war, heimste Philipp auch noch diesen Thron ein, dem Brasilien und die Küsten des Indischen Ozeans unterstanden. Doch danach begann sein morsches Riesenreich allmählich auseinanderzukrachen. Gicht zwang ihn in den Rollstuhl, von wo aus er den Aufstieg Englands, Frankreichs und der nun unabhängigenn Niederlande beobachten konnte. Philipp starb 1598 qualvoll, von Geschwülsten übersät, zwischen Eiter und Kot. bild: wikimedia
86. Platz: Der italienische Maler, Bildhauer und Architekt Michelangelo (1475-1564) gilt als einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance. Im Jahr 1501 erhält er den Auftrag, eine kolossale Statue von David zu erschaffen. Er meisselte ihn aus einem riesigen Marmorblock, an dem sein Vorgänger erfolglos herumzuhämmern begonnen hatte. Wie eine Freiheitsstatue steht David auf dem Platz vor dem Rathaus in Florenz. Als Wahrzeichen der freien Bürger wacht er über die Stadt, bereit zum Schlag gegen die gigantische Macht der Medici, die mit Hilfe von Kaiser und Papst die Republik stürzen und die Diktatur einrichten wollen. Michelangelo verdient viel Geld, er ist ein reicher Mann, doch leben tut er stets wie ein Armer. Von Papst Clemens erhielt er den Auftrag, die Decke der Sixtinischen Kapelle zu bemalen. Im «Jüngsten Gericht» verewigte sich der Künstler angeblich selbst in der Haut des Märtyrers Bartholomäus. In der faltig verzogenen Fratze erkennen jedenfalls Kunsthistoriker das Gesicht Michelangelos. bild: wikimedia
85. Platz: König Artus beweist, dass auch Sagengegestalten eine enorme Wirkung entfalten können. Die Geschichte beginnt mit Merlin, dem Druiden, der das wunderschöne Schwert Excalibur schmiedet und es mithilfe seiner Zauberkräfte in einem riesigen Stein versenkt. Wer es vermag, das Schwert aus dem Stein zu ziehen, wird rechtmässiger König Britanniens werden. Artus gelingt es, ohne dass er von der Aufgabe weiss – und wird zum König gekrönt. Die Geschichten um den sagenhaften und gerechten König beginnen nun alle in seiner Burg Camelot, wo er die Ritter seiner Tafelrunde versammelt. Sie werden ausgeschickt, um ihre Heldenhaftigkeit unter Beweis zu stellen und die Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Die berühmten unter ihnen (Lanzelot, Gawan, Parzival, Iwain, Erec, etc.) fanden auch in der höfischen Dichtung des 12. Jahrhunderts ihre Ausschmückung. bild: wikimedia
84. Platz: Der Habsburger Karl V. (1500-1558) wurde im Jahre 1520 zum römisch-deutschen König gekrönt und nannte sich fortan «erwählter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches». Er war der mächtigste Herrscher seiner Zeit, doch die Ausbreitung der Reformation unter Martin Luther vermochte er nicht zu stoppen. Ehrgeizige Reichsfürsten und seine Kämpfte gegen Franz I. von Frankreich vereitelten die Pläne des Kaisers. Am Ende zog er sich resigniert zurück, enttäuscht und erschöpft übergab er die Verantwortung an seinen kompromissbereiten Bruder. Nur durch seinen Rückzug konnte Karl V. die Vormachtstellung der Habsburger im Reich für Jahrhunderte sichern. Karl-Zitat: «In meinem Reich geht die Sonne niemals unter.» bild: wikimedia
83. Platz: Ludwig XVI. Frankreich (1754-1793) war der letzte König des Ancien Régime. Frankreich stand am Rande des finanziellen Ruins, und im Rahmen der absolutistischen Monarchie konnte der König die Krise nicht bewältigen. Die Französische Revolution rollte über das Land und der König, der wenig auf die höfische Etikette gab und lieber Uhren baute, wurde abgesetzt. Am 17. Januar 1793 erfuhr er von seinem Todesurteil, das er mit Gelassenheit hinnahm. Am Tag seiner Hinrichtung betonte in einer letzten kurzen Ansprache nochmals seine Unschuld. Am 16. Oktober folgte ihm seine Frau Marie Antoinette auf die Place de la Révolution, wo auch sie unter der Guillotine ihren Kopf verlor. bild: wikimedia
82. Platz: Richard Nixon war von 1969 bis 1974 der 37. Präsident der Vereinigten Staaten und das bisher einzige amerikanische Staatsoberhaupt, das von seinem Amt zurücktrat. Grund dafür war die Watergate-Affäre: Alles begann mit einem Einbruch in das Hauptquartier der Demokratischen Partei im Watergate Hotel in Washington, um Abhörwanzen zu installieren und Dokumente zu fotografieren. Damit tat sich ein Abgrund von Spionage und Beeinflussung in politischen Kreisen auf. Die Verwicklung Nixons in die Sache wurde schnell klar. Umfangreiche Ermittlungen des FBI offenbarten, dass die Auftraggeber des Watergate-Einbruchs unter engen Mitarbeitern des Präsidenten zu suchen waren. Diese Erkenntnis führte nach Nixons Wiederwahl zur Aufdeckung weiterer Verbrechen und Vergehen, die in den Jahren zuvor teils auf direkte Anweisung des Weissen Hauses hin begangen worden waren. In einer Reihe von Enthüllungen erfuhr die amerikanische Öffentlichkeit vom Ausmass der Amtsmissbräuche zulasten der politischen Gegner Nixons. AP
81. Platz: Der englische Philosoph, Staatsmann und Wissenschaflter Francis Bacon (1561-1626) ging als Wegbereiter der Empirie in die Geschichte ein. Sein Ziel war eine moderne Wissenschaft. Er forderte Experimente und Beweise statt rein theoretische Betrachtungen. In seinem Werk «Neu-Atlantis» skizziert er seine Vision von frei arbeitenden Wissenschaftlern, die ungestört auf einer Insel forschen. Da gibt es Gesundheitslabors, Versuchsgärten, Zoologische Gärten, Wetterforschungsanstalten, mathematische Institute und mechanische Werkstätten. Bacons «Neu-Atlantis» führte ziemlich direkt zur Gründung der Royal Society, einer der ersten naturwissenschaftlichen Akademien. Bacon-Zitat: «Die Wissenschaft ist nichts als das Abbild der Wahrheit.» bild: wikimedia
80. Platz: Und da ist unser heiss ersehnter Schweizer! Der Genfer Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), der Wegbereiter der Französischen Revolution, der Urvater der Antiautoritären Bewegung und der Erschaffer der selbstentblössenden Autobiographie, die auch Peinlichkeiten wie die Sichelform seines Penisses nicht aussparte. Rousseau kritisierte die Vergesellschaftung des Menschen, die ihm von seinem wahren, von Natur aus guten Wesen entfremde und schlecht machen würde. Damit wurde Rousseau von christlicher Seite (der Mensch ist mit der Erbsünde belastet) wie auch von Vertretern der Aufklärung (Vernunft- und Gesellschaftsfähigkeit der Menschen als Voraussetzung für deren Fortschritt) abgelehnt. Rousseau-Zitat: «Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen Dies gehört mir und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wie viel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört.» bild: wikimedia
79. Platz: Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.) war der berühmteste Redner, den das alte Rom hervorbrachte. Seine Werke galten bereits in der Antike als stilistisch vollendete Kunstwerke. Politisch versuchte er während der Zeit der Bürgerkriege und der Diktatur Cäsars immer wieder, zur alten Herrschaftsform der Republik zurückzukehren. An der Verschwörung gegen Cäsar war Cicero zwar nicht beteiligt, doch er begrüsste «den Tod des Tyrannen». Doch bald zeigte sich, dass Antonius, Cäsars Mitkonsul, die Alleinherrschaft anstrebte, und so befeuerte Cicero nun diesen mit seinen 14 philippischen Reden im Senat. Er versuchte, Octavian, den späteren Kaiser Augustus, zum Krieg gegen Antonius zu bewegen. Doch als dieser sich mit Antonius zusammenschloss, landete Cicero auf der Proskriptionsliste. Seine Leiche wurde durch die Strassen Roms geschleift, sein Kopf und seine Hände am Forum Romanum ausgestellt. Cicero-Zitat: «Die Welt ist ein Irrenhaus.» bild: wikimedia
78. Platz: Karl II. (1630-1685) bestieg den englischen, schottischen und irischen Thron im Jahre 1660, nachdem die englische Republik mit dem Tode ihres Erschaffers Oliver Cromwell zusammengefallen war. Karl erreichte die Nachricht von der Enthauptung seines Vaters durch die Parlamentarier im Exil auf der Kanalinsel Jersey. Dort wurde er auch sofort als neuer König ausgerufen, doch war er ohne Königreich und lebte von den Zahlungen seiner Mutter. Mit 30 Jahren durfte er endlich in einer umjubelten Prozession nach London zurückkehren und die Monarchie restaurieren. Karl II. gilt als letzter englischer König, der eine absolute Monarchie ins Leben rief und charismatisch über sein Land herrschte. Zitat der Mutter Henrietta Maria nach der Geburt ihres Sohnes Karl: «Er ist so hässlich, dass ich mich schäme.» bild: wikimedia
77. Platz: Der Ire Oscar Wilde (1854-1900) war der grösste Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters. Mit seinen messerscharfen Beobachtungen und seinem bissigen Humor legte er die unbequemen Wahrheiten der Gesellschaft offen. Oft tat er so, als ob sein Dandytum ihm wichtiger sei als seine Werke – sie seien fast alle das Ergebnis einer Wette, sagte er einmal zu André Gide – doch in Wahrheit war er ein Perfektionist, der seine Stücke immer wieder überarbeitete. Wegen homosexueller «Unzucht», die damals unter Strafe stand, wurde er zu zwei Jahren Zuchthaus mit harter Zwangsarbeit verurteilt. Nach seiner Entlassung starb er verarmt in Paris, und nur zehn oder elf Leute waren es, die an diesem trübkalten Wintertag die Leiche Oscar Wildes auf den Friedhof von Bagneux begleiteten. Wilde-Zitat: «Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.» bild: wikimedia
76. Platz: Robert Edward Lee (1807-1870) war der erfolgreichste General des konföderierten Heeres im Amerikanischen Bürgerkrieg. 1865 wurde er deshalb zu dessen Oberbefehlshaber ernannt. Ironischerweise war Lee politisch gesehen ein Whig, ein Befürworter sowohl der Union als auch der amerikanischen Verfassung. Und Lee hatte keine Sympathien für die Sklaverei. Im Auftrag des Präsidenten Abraham Lincoln wurde ihm das Kommando über das Unionsheer angeboten, das er jedoch wegen seiner Verbundenheit mit seinem Heimatstaat Virginia ablehnte, der inzwischen aus der Union ausgetreten war. Sein Herz entschied sich für die Südstaaten, und nur kurze Zeit später übernahm er den Oberbefehl über das virginische Heer. Lee-Zitat: «Die Sklaverei als Institution ist in jedem Land ein moralisches und politisches Übel.» bild: wikimedia
75. Platz: Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), der Vater der russischen Revolution, Vorsitzender der Bolschewiken und Begründer der Sowjetunion, verpasste beinahe seine eigene Revolution, weil er in der Spiegelgasse in Zürich sein Exil verbrachte, wo sich seine Frau über den grässlichen Gestank im Innenhof beklagte, der von einer Wurstfabrik in ihre Fenster waberte. Als 1917 in Russland die Februarrevolution ausbrach, kehrte er zurück in seine Heimat. Zar Nikolaus II. musste abdanken und wurde auf Lenins Befehl von Männern der Tscheka mit seiner ganzen Familie erschossen. In der Folge rissen die Bolschewiki gewaltsam die Macht an sich und errichteten die Diktatur des Proletariats. Lenin-Zitat: «Die Lehre von Karl Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist. Sie ist in sich geschlossen und harmonisch, sie gibt den Menschen eine einheitliche Weltanschauung, die sich mit keinerlei Aberglauben, keinerlei Reaktion, keinerlei Verteidigung bürgerlicher Knechtung vereinbaren lässt.» KEYSTONE / STR
74. Platz: Der polnische Pfarrer und Astronom Nikolaus Kopernikus (1473-1543) wagte es, der Theorie des grossen Aristoteles öffentlich zu widersprechen und statt der Erde die Sonne in den Mittelpunkt des Alls zu stellen, während sich die Erde um die eigene Achse dreht und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt. Das geozentrische Weltbild hatte ausgedient. Doch die Kirche empfand das heliozentrische Weltbild als Hirngespinst (allerdings nicht als Ketzerei!). Würde sich die Erde tatsächlich bewegen, müsste man doch einen Fahrtwind verspüren. Galileo Galileis Beobachtungen lieferten von 1610 an überzeugende Argumente für die physikalische Realität des heliozentrischen Systems. Kopernikus-Zitat: «Das Auge hält sich nämlich überall für den Mittelpunkt der Sphäre alles ringsum Sichtbaren.» bild: wikimedia
73. Platz: Der niederländische Maler Vincent van Gogh (1853-1890) begründete mit seinen fast 900 Gemälden und über 1000 Zeichnungen die moderne Malerei. Der Sohn eines Pfarrers und einer Buchbinderin entscheidet sich erst mit 27 Jahren, Maler zu werden. Mit Geld kann er aber nicht umgehen und lebt darum in ständiger Armut. Unter dem damals aktuellen Stil des Impressionismus beginnt er, mit Farben und verschiedenen Techniken zu experimentieren. Doch bald bricht seine Krankheit aus, Wahnvorstellungen und Albträume suchen ihn heim – und nach einem Streit mit seinem Künstlerfreund Paul Gauguin schneidet er sich das linke Ohr (oder einen Teil davon) ab. Während seines Aufenthalts in der Nervenklinik erschafft er diverse Selbstporträts und die später sehr berühmte «Sternennacht». Van-Gogh-Zitat: «Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.» bild: wikimedia
72. Platz: Augustinus von Hippo (354-430) war einer der vier Kirchenväter der Spätantike, der das Denken des Abendlandes mit seinen theologischen Schriften wesentlich prägte. Der Glaube galt ihm als Grundlage der Erkenntnis («glaube, damit du erkennst»). Er war Lehrer für Rhetorik, gab aber seinen Beruf auf, nachdem er weinend unter einem Feigenbaum zusammenbrach und eine Stimme vernahm, die ihm befahl, auf Gelüste und irdische Freuden zu verzichten. Augustinus-Zitat: «Glaube ist, an das zu glauben, was man bis dahin nicht sehen kann. Die Belohnung dafür ist, das zu sehen, was man glaubt.» bild: heiligenlexikon
71. Platz: John F. Kennedy war von 1961 bis 1963 der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In seiner Inaugurationsrede fielen die legendären Worte: «Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt.» Später empfing der noch junge Präsident Staatsmänner und beriet mit seinem Sicherheitsstab über die Invasion der Schweinebucht, die anschliessende Kubakrise und die Konflikte um die Rassentrennung in den USA. JFK wurden wurden zahlreiche aussereheliche Affären nachgesagt, unter anderem mit Marilyn Monroe. Sein junges Leben beendete mutmasslich der Attentäter Lee Harvey Oswald. Zwei Tage nach dem Attentat wurde dieser in Polizeigewahrsam von dem Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschossen. Zu einer Anklage oder einem Gerichtsprozess kam es daher nie. Kennedy-Zitat (an der Berliner Mauer 1963): «Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner.» EPA / NASA MARSHALL SPACE FLIGHT CENTER / HANDOUT
70. Platz: Wilhelm der Eroberer (1027-1087) war normannischer Herzog und ging als «The Conqueror» und König von England in die Geschichte ein. Ende April 1066 erschien über dem englischen Himmel der Halleysche Komet, der nach mittelalterlichem Glauben den Tod eines Königs oder die Vernichtung eines Reiches anzeigte. Für den englischen König Harald II. sollte es beides bedeuten, denn Wilhelm schlug seine Truppen in der Schlacht von Hastings. Der König selbst bekam einen Pfeil ins Auge, stürzte und wurde von vier Rittern getötet. Nach acht Stunden hat Wilhelm, nun der «Eroberer», einen vollständigen Sieg erfochten. Sein Begräbins war allerdings weniger königlich. Sein von einer tödlichen Verletzung aufgeblähter Eiterbauch platzte, als man ihn in seinen steinernen Sarkophag pressen wollte. bild: hoocher
69. Platz: Elvis Presleys (1935-1977) Hüftschwung liess Mädchen reihenweise in Ohnmacht fallen. Sein aufgestellter Kragen wurde zur neuen Teenager-Mode. Schon früh war nicht nur sein musikalisches Talent bemerkt worden, sondern auch seine aussergewöhnliche Ausstrahlung. Mit dieser Kombination sollte er zum Weltstar der Musikgeschichte aufsteigen. Zeitungen und Prediger warnten vor den Gefahren, die von einem Elvis-Konzert ausgingen, doch Elvis war nicht zu bremsen. In Hollywood drehte er Filme und schlief mit fast allen seinen Filmpartnerinnen. Das berühmte Treffen zwischen Elvis und dem damaligen Präsidenten Richard Nixon betitelten Plakate später mit «The President and the King». Am 16. August 1977 wurde Elvis regungslos in seinem Badezimmer gefunden. Eine Überdosis. Elvis-Zitat: «Ein Image und ein Mensch, das sind zweierlei Dinge. Es ist verdammt hart, einem Image gerecht zu werden.» AP / Uncredited
68. Platz: Der Athener Sokrates (469 v. Chr.-399 v. Chr.) gilt als der Begründer der Philosophie. Eine Schönheit scheint er nicht gewesen zu sein und vielen Adligen galt er als Streuner, der die Jugend mit seinen Ideen verführe und die Götter missachte. Eigentlich wollte er bloss allen Dingen auf den Grund gehen und sprach so mit allen Leuten, die ihm auf dem Marktplatz Gehör schenkten. Der philosophische Dialog galt ihm als das Instrument zum Erkenntnisgewinn. Seine Gegner sahen ihn als Gefahr und verurteilten ihn in einem Gerichtsprozess zum Tode durch den Schierlingsbecher. In der Haft soll er ihn in vollkommenen Gleichmut leer getrunken haben, nicht eingehend auf die Bitten seiner Schüler, doch lieber zu flüchten. Unrecht tun, also sich der Strafe zu entziehen, sei schlimmer als Unrecht erleiden, also die Strafe auf sich nehmen. bild: wikimedia
67. Platz: Konstantin der Grosse (ca. 288-337) ging als der erste christliche Kaiser in die Geschichte ein. Im Jahr 309 hatte das römische Imperium vier Kaiser. Diese sogenannte Tetarchie führte Kaiser Diokletian ein, doch sie wurde beim Tod von Konstantins Vater, dem Kaiser Constantinus I., bereits untergraben, weil seine Truppen seinen Sohn und nicht den eigentlichen Nachfolger Severus zum Kaiser ausriefen. Im nachfolgenden Bürgerkrieg gelang es Konstantin, alle seine Gegner auszuschalten – und so regierte er ab 324 als Alleinherrscher. Die entscheidende Schlacht an der Milvischen Brücke gegen seinen Rivalen Maxentius soll er laut der Legende dank dem Christengott gewonnen haben. Das Christus-Monogramm sei ihm mit den Worten «in diesem Zeichen wirst du siegen» erschienen. Ob er wirklich ein Christ gewesen ist oder nur mit dem damals aufkommenden Henotheismus (Konzentration auf eine einzige höchste Gottheit) sympathisierte, ist in der Forschung umstritten. Unumstritten aber ist, dass er mit der Mailänder Vereinbarung «sowohl den Christen als auch überhaupt allen Menschen freie Vollmacht» gab, «der Religion anzuhängen, die ein jeder für sich wählt.» Damit ebnete er dem Christentum den Weg, das im Jahr 380 zur Staatsreligion erhoben wurde. bild: wikimedia
66. Platz: Andrew Jackson (1767-1845) war der siebte Präsident der USA. Gemeinsam mit Martin Van Buren gründete er die Demokratische Partei. Er war das erste US-Regierungsoberhaupt, das aus einfachen Verhältnissen stammte. Während seiner Amtszeit wurden die «fünf zivilisierten Indianernationen» gewaltsam aus ihren angestammten Ländern östlich des Mississippi vertrieben und im Indianer-Territorium (Oklahoma) angesiedelt («Indian Removal Act»). Diese Deportation ist als «Pfad der Tränen» bekannt geworden und markiert einen Tiefpunkt in der Beziehung zwischen indianischen Stämmen und der Regierung der Vereinigten Staaten. Jackson zerschlug auch die Amerikanische Nationalbank, die er als hochgradig korrupt entlarvte, «eine Grube voll mit Schlangen und Dieben.» bild: wikimedia
65. Platz: Apostel Simon Petrus (unbekannt-ca. 65) war nach dem Neuen Testament einer der Jünger Jesus' Christus. Seine Historizitität wird aufgrund archäologischer Funde angenommen, allerdings liefert die Bibel wenig zuverlässige biographische Details zu seiner Person. Darin wird beispielsweise angegeben, dass er Fischer war. Jesus traf ihn am Seeufer beim Auswerfen seines Fischernetzes und forderte ihn auf, ihm nachzufolgen, was er daraufhin auch tat. Die römisch-katholische Kirche führt den Primatsanspruch des Papsttums über die Gesamtkirche auf die Annahme zurück, Petrus sei der erste Bischof von Rom gewesen, und Christus habe Petrus und dieser den folgenden Bischöfen von Rom einen Vorrang als Leiter, Lehrer und Richter aller Christen gegeben. Die übrigen Kirchen lehnen diesen Anspruch ab. bild: wikimedia
64. Platz: Auch Frankreich hat einen einflussreichen Aufklärungsphilosophen zu bieten: Voltaire (1694-1778). Seine Bibliothek kaufte nach seinem Tod die Zarin Katharina die Grosse, die mit Voltaire in regem Briefkontakt gestanden hatte. Er kämpfte für die Gleichheit aller Bürger, für Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit und gegen die weltanschauliche Vormacht der Kirche.Von Friedrich dem Grossen (König von Preussen) wurde er an den Hof geladen, in ihm sah der Philosoph das Ideal des aufgeklärten Monarchen, zumindest bis zu deren Zerwürfnis – Friedrich ertrug die Querelen Voltaires mit anderen Höflingen nicht mehr länger. Voltaire-Zitat: «Bei einem berühmten Autor bewundern Narren alles. Ich lese nur für mich, und ich mag nur, was mir dienlich ist.» bild: wikimedia Wikipedia/Nicolas de Largillière / Wikipedia/Nicolas de Largillière
63. Platz: Der russische Komponist Peter Tschaikowski (1840-1893) gehörte zu den Gegnern von Richard Wagners musikalischen Neuerungen. Seine Stücke hätten seine Nerven bis zum letzten Grade ermüdet, schreibt er, das Quälen der Leute sei wohl die von Wagner erstrebte Reform. Ihm haben wir die Ballettstücke «Schwanensee» und «Nussknacker» zu verdanken. Doch mit Kritik konnte der Komponist nicht umgehen. War eines seiner Stücke ein Misserfolg, verbrannte er es auf der Stelle. Oft war er depressiv, was auch an seiner geheimgehaltenen Homosexualität lag. Das Versteckspiel belastete ihn. Noch heute will die russische Regierung nichts davon wissen, dass einer der grössten Komponisten des Landes schwul gewesen war. Dabei dokumentierte dieser in tausenden von Briefen sein Leben - und seine Vorlieben, von denen er seinem ebenfalls homosexuellen Bruder Modest Tschaikowsky schrieb. bild: wikimedia
62. Platz: Richard Wagner (1813-1883), der Erneuerer der europäischen Musik des 19. Jahrhunderts, kam in Leipzig zur Welt. Er schuf Musikdramen und veränderte die Ausdruckskraft von Opern grundlegend. Sein «Tristan und Isolde» gilt vielen als der Ausgangspunkt der Modernen Musik. Wagner war schon früh davon überzeugt, ein Genie zu sein. «In fünfzig Jahren werde ich der Beherrscher der musikalischen Welt sein», prophezeite er. Seine Schulden sah er stets als vernachlässigbar an, würde er der Welt doch erheblich grössere «Aktiva» gegenüberstellen. Wagner polarisierte. Unter seinen Kritikern befand sich auch der Schriftsteller Thomas Mann, der über ihn schrieb: «Wagner, das Pumpgenie, der luxusbedürftige Revolutionär, der namenlos unbescheidene, nur von sich erfüllte, ewig monologisierende, rodomontierende, die Welt über alles belehrende Propagandist und Schauspieler seiner selbst …» bild: wikimedia
61. Platz: John Adams (1735-1826) war der zweite Präsident der USA und der erste, der in dieser Funktion ins Weisse Haus einzog. Sein ältester Sohn John Quincy Adams war von 1825 bis 1829 der sechste US-Präsident. Adams-Zitat: «In meinem langen Leben bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ein nutzloser Mann eine Schande ist, zwei eine Anwaltskanzlei und drei oder mehr einen Kongress bilden.» bild: wikimedia
60. Platz: James Cook (1728-1779) wurde angeblich vor den Augen seiner Schiffsbesatzung niedergemetzelt. Die Welt war erschüttert. «Cooks Todt kommt mir nicht aus dem Sinn», schrieb Goethe 1781 an seine enge Freundin Charlotte von Stein. Der englische Seefahrer erlangte durch drei Fahrten im Pazifischen Ozean Berühmtheit. Genauer als jeder andere vor ihm kartografierte er die neu entdeckten Inseln, Neuseeland und die Ostküste Australiens. Auf seiner zweiten Reise, von Kapstadt aus südwärts, erreichte er um Haaresbreite die Antarktis. Nur tausend Meilen trennten ihn vom Südpol. Den Tod fand er auf Hawaii, wohin er nach seiner dritten Reise zurückkehrte. Cook-Zitat: «Mach' nur einmal das, von dem andere sagen, dass du es nicht schaffst, und du wirst nie wieder auf deren Grenzen achten müssen.» bild: wikimedia Will Punter
59. Platz: Immanuel Kant (1724-1804) war ein typischer Stubenphilosoph, der nie weit über sein Königsberg hinausgelangte, aber dennoch die Welt mit seinem Gedankengut veränderte. Er rüttelte die Menschen auf, sich aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien und wieder selbst nachzudenken. Damit machte er sich zum Propheten der Aufklärung. Er verlangte nach einer weltweiten Friedensordnung und einem Völkerrecht in einer Zeit, die von Kriegen durchfurcht wurde. Auch Kants kategorischer Imperativ kennt heute fast jedes Schulkind. Doch der Philosoph war kein Träumer, er war auch Realist. Kant-Zitat: «Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.» bild: wikimedia
58. Platz: König Georg III. von Grossbritannien und Irland (1738-1820) bestieg mit 22 Jahren den Thron, regierte 60 Jahre lang, besiegte die napoleonische Armee und etablierte die britische Vorherrschaft auf den sieben Weltmeeren. In seine Regierungszeit fällt ausserdem die Vereinigung Grossbritanniens mit Irland im Act of Union 1800 und der Verlust eines grossen Teils der nordamerikanischen Kolonien im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783). Georg III. erlitt allerdings immer wieder Anfälle von Wahnsinn. Lange nahm man an, der Grund für die Umnachtungen sei eine erbliche Stoffwechselkrankheit gewesen, die Porphyrie. Doch neuere Forschungen an einer Haarlocke des Monarchen ergaben den Befund Arsenvergiftung. Damit wollte ihn jedoch niemand vergiften, sondern im Gegenteil, die Ärzte hielten stark arsenhaltige Medikamente offenbar für gesundheitsfördernd. bild: wikimedia
57. Platz: König David (um 1000 v. Chr.) war laut dem Alten Testament der Bibel König von Juda und zeitweise auch von Israel. Er eroberte Jerusalem, führte überwiegend erfolgreiche Kriege gegen Israels Nachbarvölker und schuf derart ein Grossreich. Davids Bedeutung für das Christentum basiert auf der Tatsache, dass Jesus als Messias Sohn Davids genannt wird. Deshalb wird seine Geschichte – im Gegensatz zu anderen Königsgeschichten des Alten Testaments – im Neuen Testament ausführlich rezipiert. Als vorbildlich gilt sein Kampfesmut bei Konflikten mit Feinden und Versuchungen. bild: wikimedia
56. Platz: Adam Smith (1723-1790) gilt als der Begründer der modernen klassischen Nationalökonomie. Die Ökonomie gehörte zu seinen Lehraufgaben als Moralphilosoph. Eine der aristotelischen Kernfragen der philosophischen Ethik, der sich Smith widmete, lautet: «Was ist bedeutsamer: das allgemeine, gesellschaftliche Glück oder das persönliche, individuelle Glück?» Smith bearbeitete sie im «Wohlstand der Nationen» mithilfe empirischer Schlussfolgerungen. Seine Erkentnis: Das allgemeine, gesellschaftliche Glück werde maximiert, indem jedes Individuum im Rahmen seiner gesellschaftlichen Grenzen versucht, sein persönliches Glück zu erhöhen. Dieses Prinzip ging als «Metapher der unsichtbaren Hand» in die Geschichte ein. bild: wikimedia
55. Platz: Joseph Smith Jr. (1805-1844) war der Gründer der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und Prophet des Mormonentums. Nach seiner Überlieferung hat er das Buch Mormon – das von der evangelischen und der katholischen Kirche nicht als Teil der heiligen Schrift angesehen wird –, 1827 von goldenen Platten übersetzt. Smith praktizierte die Vielehe, je nach Quelle soll er mit 34 bis 40 Frauen verheiratet gewesen sein. Heute zählt seine Kirche 15 Millionen Mitglieder und ist damit die grösste mormonische Kirche. bild: wikimedia
54. Platz: Mit Edgar Allan Poe (1809-1849) haben wir einen amerikanischen Schriftsteller, der die Kriminalliteratur (er gilt als einer der Erfinder von Detektivgeschichten), das Science-Fiction-Genre und die Horrorliteratur massgeblich beeinflusste. Seine Poesie wurde zum Fundament des Symbolismus und damit der modernen Dichtung. Seine Kurzgeschichte «The Fall of the House of Usher» spielt in einem verfallenen Schloss, wo Roderick mit seiner kranken Schwester lebt. Als sie stirbt, sargt er sie ein. Traurig schlägt er die Nägel in ihre letzte Wohnstätte und senkt sie in die Gruft. Doch plötzlich hört er etwas: «War das nicht ihr Schritt auf den Stufen? Vernehm' ich nicht schon den schweren, den schrecklichen Schlag ihres Herzens?» Die Umstände von Poes Tod liegen im Dunkeln. Die Spekulationen reichen von Selbstmord und Mord über Schäden durch Alkoholismus bis hin zu Diabetes, Cholera, Tollwut und Syphilis. bild: wikimedia
53. Platz: Und es folgt gleich nochmal ein amerikanischer Schriftsteller: Mark Twain (1835-1910), mit bürgerlichem Namen Samuel Langhorne Clemens. Ohne Pardon kritisierte er die Missstände der damaligen USA. Mit «Tom Sawyer» erschuf er einen Lausbuben, der den damals üblichen Kinderbüchern mit Musterknaben und braven Mädchen entgegenstand. Die verwendete alltägliche Sprache und die Kraftausdrücke brachten ihn zunächst auf den Index. «Huckleberry Finn» gilt als Schlüsselwerk der US-amerikanischen Literatur: Es sind die Abenteuer eines individualistischen weissen Aussenseiters ohne Schulbildung und des rechtlosen farbigen Sklaven Jim. Ihre Reise auf dem Mississippi nutzte Twain als Motiv für den amerikanischen Traum, das Streben nach Glück, wie es in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung proklamiert wurde. Darin kann man eine klare politische Stellungnahme gegen den Rassismus herauslesen, denn Schwarze waren noch lange nach Twains Zeit theoretisch für alle gültigen Rechte ausgeschlossen. Twain-Zitat: «Ich habe bestimmt keine Rassen-, Standes- oder religiösen Vorurteile. Es genügt für mich, zu wissen, jemand ist ein Mensch – schlimmer kann er nicht sein.» bild: wikimedia
52. Platz: Weit hinter Jesus und Mohammed liegt der Begründer des Buddhismus; Siddhartha Gautama (563 v. Chr.-483 v. Chr.). Er verliess der Überlieferung zufolge sein komfortables Leben im Palast mit 29 Jahren, um als Asket dem Altern, der Krankheit, dem Tod und dem Schmerz zu entkommen – und letztlich Erlösung zu finden. Dem Hungertod nahe erkannte er aber, dass die strenge Askese ihm nicht die ersehnte Ruhe brachte. Er führte sein Leben als besitzloser Wanderer fort und übte sich vor allem in der Meditation. Mit 35« erwachte» er unter einer Pappelfeige (Baum der Weisheit), Hass, Begierde und Unwissenheit waren von ihm abgefallen und er er wurde zum «Buddha», zum Erwachten. Buddha-Zitat: «Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen. Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören. Sie sind sogar nützlich für die Blumen. Sammle deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er beständig zunehmen.» bild: shutterstock
51. Platz: James Madison (1751-1836) war ein weiterer Gründervater der Vereinigten Staaten und ihr vierter Präsident. Er war Autor der amerikanischen Verfassung und entwarf die Bill of Rights. Es sind die unveräusserlichen Grundrechte der Einwohner der USA im Rahmen einer freien und demokratischen Gesellschaft – auf der Basis von Werten der Aufklärung. Madison-Zitat: «In Wahrheit sollte allen Männern, die Macht haben, misstraut werden.» bild: wikimedia
50. Platz: Oliver Cromwell (1599-1658) war der Widersacher König Karls I. von England. Anfangs ein einfacher Abgeordneter des englischen Unterhauses, stieg er im Bürgerkrieg gegen die Royalisten zum entscheidenden Feldherrn des Parlamentsheeres auf. Auf sein Betreiben hin endete König Karl I. 1649 auf dem Schafott und mit ihm starben auch alle Versuche der Stuarts, England in einen absolutistisch regierten Staat umzuwandeln. Es entstand die englische Republik, die «Commonwealth of England», und deren Führer war Cromwell, der nun den Titel Lordprotektor trug. Die republikanische Ära Englands währte allerdings nur bis 1660. Es folgte ein königtreues Parlament – und König Karl II. – der Sohn Karls I. – übernahm die Herrschaft, nachdem die Königswürde wiederhergestellt worden war. Cromwell-Zitat: «Jeder will Freiheit haben, und niemand will sie geben.» bild: wikimedia
49. Platz: Der italienische Universalgelehrte Galileo Galilei (1564-1642) entwickelte eine Methode, die Natur durch eine Kombination von Experimenten, Messungen und mathematischen Analysen zu erforschen. Zudem baute er das erste Fernrohr, ein Teleskop mit 20-facher Vergrösserung. Sein Freund und Förderer Papst Urban VIII. ermunterte Galilei, über das kopernikanische System (nicht die Sonne dreht sich um die Erde, sondern umgekehrt) zu publizieren, solange er dieses als Hypothese behandle. Denn die Kirche verschloss sich nicht grundsätzlich den Erkenntnissen der Naturwissenschaft, sie sollten nur nicht das christliche Weltbild in Frage stellen. Da seine Forschungen dies dennoch taten, wurde Galilei am 22. Juni 1633 vor das Tribunal der Inquisition gestellt, um seinen «Irrtümern und Ketzereien» abzuschwören. Galilei-Zitat: «Auf die Titelseite meiner gesammelten Werke zu setzen: Hier wird es aus unzähligen Beispielen zu begreifen sein, was der Nutzen der Mathematik für das Urteil der Naturwissenschaften ist, und wie unmöglich es ist, korrekt zu philosophieren ohne die Führung der Geometrie, wie es der weise Grundsatz Platons besagt.» bild: wikimedia
48. Platz: Mit Johann Sebastian Bach (1685-1750) schafft es bereits der dritte Komponist in die Liste. Der Deutsche, dessen Stammbaum bis hin zum Ururgrossvater aus Musikern bestand, wurde von Zeitgenossen vor allem als Orgel- und Klaviervirtuose gefeiert. Seine Kompositionen gerieten jahrzehntelang in Vergessenheit und wurden erst durch die Meister der Wiener Klassik wiederbelebt. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehören seine Werke weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik. Bach-Zitat: «Alles, was man tun muss, ist, die richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt zu treffen.» bild: wikimedia
Platz 47: Woodrow Wilson (1856-1924) war von 1913 bis 1921 der 28. Präsident der Vereinigten Staaten. Während seiner zweiten Amtszeit traten die USA nach anfänglicher Neutralität in den Ersten Weltkrieg ein. Auf seine Initiative (14-Punkte-Programm) geht auch die Gründung des Völkerbundes zurück, der Teil des Versailler Friedensvertrages war, allerdings lehnte der US-Kongress den Beitritt zum Völkerbund ab und die Vereinigten Staaten zogen sich nach dem Ersten Weltkrieg politisch wieder aus Europa zurück. Für seine Verdienste wurde Wilson 1919 der Friedensnobelpreis verliehen. Wilson-Zitat: «Freiheit ist nie von der Regierung ausgegangen. Freiheit ist immer von den Untertanen der Regierung ausgegangen. Die Geschichte der Freiheit ist eine Geschichte des Widerstands. Die Geschichte der Freiheit ist eine Geschichte der Beschränkung von Regierungsmacht, nicht ihrer Ausdehnung.» bild: wikimedia
46. Platz: Mahatma Gandhi (1869-1948) war der politische und geistige Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Er kämpfte gegen die koloniale Ausbeutung, forderte die Menschenrechte für Unberührbare und Frauen und setzte sich für die Versöhnung zwischen Hindus und Muslimen ein – und das alles tat er mit gewaltfreiem Widerstand. Mit Hungerstreiks und zivilem Ungehorsam führte er 1947 das Ende der britischen Kolonialherrschaft herbei und gleichzeitig die Teilung Indiens in zwei unabhängige Staaten: Indien und Pakistan. Ein halbes Jahr danach wurde Gandhi vom fanatischen Hindu Nathuram Godse erschossen. Gandhi-Zitat: «Gewaltlosigkeit bedeutet keineswegs Ablehnung jeglicher Konfrontation mit dem Bösen. Sie ist meiner Auffassung nach im Gegenteil eine Form eines sehr aktiven Kampfes – echter als der gewalttätige Gegenschlag, dessen Wesen im Grunde die Vermehrung der Boshaftigkeit ist.» AP NY / STR
45. Platz: Mit Alexander Hamilton (1757-1804) haben wir einen weiteren Gründervater der Vereinigten Staaten in der Liste. Hamilton diente im persönlichen Stab George Washingtons. 1784 gründete er die Bank of New York, die älteste Bank der USA. Er war konservativ und befürwortete die Wahl des Präsidenten und der Senatoren auf Lebenszeit. Dieser Forderung wurde zwar kein Gehör geschenkt, doch Hamilton gilt dennoch zusammen mit James Madison und George Washington als einer der drei Väter der amerikanischen Verfassung. Hamilton-Zitat: «Ich denke, die erste Pflicht der Gesellschaft ist Gerechtigkeit.» bild: wikimedia wikimedia.org / wikimedia.org
44. Platz: Der Österreicher Sigmund Freud (1856-1939) begründete die Psychoanalyse und die Traumdeutung. Freud lebte in einer Zeit, in der sich die Sexualität unter zugeknöpften Blusen verstecken musste, sie wurde weggesperrt, tabuisiert, für sündig erklärt. Für Freud war diese ständige Unterdrückung der Sexualität einer der Gründe, die den Kopf krank machten. Und so fing er an, in den Gehirnen der Menschen zu forschen und stieg in ihre Träume, die er als den königlichen Weg zur Seele beschrieb. Denn der Traum offenbart nach Freud alles Verdrängte. Der Durchbruch als Wissenschaftler gelang ihm mit seiner Theorie der dreiteiligen Psyche, die alles menschliche Handeln bestimmt: Dem Es (Triebe), dem Über-Ich (Gewissen) und dem Ich (Vermittler zwischen Es und Über-Ich). Ist einer der Teile stärker ausgeprägt, entstehen schnell psychische Krankheiten. Freud-Zitat: «Der Kastrationsschreck beim Anblick des weiblichen Genitals bleibt wahrscheinlich keinem männlichen Wesen erspart.» AP SIGMUND FREUD MUSEUM / SIGMUND FREUD MUSEUM
43. Platz: Franklin D. Roosevelt war von 1933 bis zu seinem Tod 1945 Präsident der Vereinigten Staaten und führte sein Land in den Zweiten Weltkrieg, als die Japaner im Dezember 1941 Pearl Harbor angriffen. Die Innenpolitik war geprägt durch den «New Deal», Roosevelts soziale und wirtschaftliche Reformen, mit denen er der Weltwirtschaftskrise entgegenwirken wollte. Das Sozialwesen prägte er nachhaltig mit der Einführung der Sozialversicherung und eines bundesweiten Mindestlohns. Roosevelt-Zitat: «Wer die Hand als Erster zum Schlag erhebt, gibt zu, dass ihm die Ideen ausgegangen sind.» AP / STR
42. Platz: Friedrich Nietzsche (1844-1900) wurde bereits im Alter von 24 Jahren Professor für klassische Philologie in Basel, wo auch DER Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burkhardt lehrte. Eine enge Freundschaft unterhielt er anfangs mit dem von ihm heiss bewunderten Richard Wagner und dessen Frau Cosima, doch schon bald kühlte sich diese Verbindung drastisch ab. Als die russische Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé seinen Heiratsantrag abwies, plagten Nietzsche Suizidgedanken und er schrieb in Rapallo in nur 10 Tagen den ersten Teil seines «Also sprach Zarathustra» nieder, dessen neuer Stil selbst im engsten Freundeskreis auf Ablehnung stiess. Erst nach dem Beginn von Nietzsches geistiger Umnachtung fingen seine Zeitgenossen an, sich für den bis dahin praktisch unbekannten Denker zu interessieren. Seine Schriften haben seither so ziemlich jeden nachfolgenden Philosophen geprägt. Nietzsche-Zitat: «Gott, Unsterblichkeit der Seele, Erlösung, Jenseits lauter Begriffe, denen ich keine Aufmerksamkeit, auch keine Zeit geschenkt habe. Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebniss: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermüthig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelicatesse gegen uns Denker –, im Grunde sogar bloss ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken!» bild: wikimedia
41. Platz: Jakob I. von England (1566-1625) war der Sohn Maria Stuarts, die auf Befehl Elisabeths I. auf dem Schafott endete. Jakob war erst König von Schottland, als Elisabeth 1603 aber kinderlos starb, erbte er auch den englischen und irischen Thron. Damit begann die Herrschaft der Stuarts in diesen Ländern. Mit Jakob I. begannen die Konflikte mit dem Parlament, das seinen Vorstellungen eines gottgegebenen Königtums entgegenstand. Unter seinem Nachfolger Karl I. (Rang 39) entluden sich im Englischen Bürgerkrieg (1642-1649) die ganzen Spannungen zwischen Royalisten und Parlamentariern einerseits und zwischen Anglikanern, Puritanern, Presbyterianern und Katholiken andererseits. bild: wikimedia
40. Platz: Thomas Alva Edison (1847-1931): Der Amerikaner Edison erfand die Glühhbirne und das Mikrophon, befasste sich aber auch mit der Entwicklung von Telegraphen-, Fernmeldegeräten sowie Filmkameras, wobei er den Phonographen, einen Vorgänger des Grammophons erfand. Edison gelang es 1889 zum ersten Mal, mit Hilfe eines Grammophons, einen mit Ton synchronisierten Film vorzuführen. Sein Erfolg ist vor allem der Marktfähigkeit seiner Erfindungen geschuldet, sein Konkurrent Tesla hatte das System des Wechselstroms entwickelt, während Edison auf seinen Einstrom setzte. Die Elektrifizierung New Yorks und die Einführung von Elektrolicht markieren den Beginn der umfassenden Elektrifizierung der industrialisierten Welt. Edison-Zitat: «Genie ist ein Prozent Inspiration und neunundneunzig Prozent Transpiration.» AP Museum of Innovation and Science / Uncredited
39. Platz: König Karl I. von England (1600-1649) aus dem Hause Stuart versuchte in England den Absolutismus durchzusetzen. Eine Weile regierte er ohne Parlament, doch dann scheiterte seine Politik am Widerstand der Grafschaften und Gemeinden. Genauso wenig schaffte er es, im presbyterianischen Schottland die anglikanische Bischofskirche einzuführen – er löste dort einen Aufstand aus, der ihn 1640 dazu zwang, das Parlament wieder zu berufen. In Irland erhob sich indessen die katholische Bevölkerungsmehrheit gegen die protestantischen, zumeist englischen Ansiedler. Durch diesen Tumult wurden die englischen Bürgerkriege ausgelöst, in denen sich Parlamentarier und Royalisten bekämpften. Sie endeten mit dem Sieg Oliver Cromwells über die Royalisten. Karl I. wurde angeklagt, Krieg gegen Parlament und Volk geführt zu haben – und als Verräter, Mörder und Landesfeind enthauptet. bild: famouspeople
38. Platz: Dschingis Khan (um 1155-1227) vereinte die mongolischen Stämme und führte sie zum Sieg gegen mehrere benachbarte Völker. Denn an seiner Seite zu kämpfen, hiess: Pferde, Frauen, Sklaven – und für die Unterworfenen gab es kein Pardon. Erhoben sie sich – so wie die Tataren – wurden alle männlichen Überlebenden «am Radstift gemessen»: Jeder, der die Achse eines Ochsenkarrens überragte, wurde geköpft. Der Rest, Frauen und Kinder, versklavt. Nach Dschingis Khans Tod wurde das Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt und wuchs weiter, bis es zwei Generationen später wieder auseinander fiel. Dschingis-Khan-Zitat: «Glück bedeutet, seine Feinde zu vernichten, sie ihres Reichtums zu berauben und auf den weissen Bäuchen ihrer Frauen und Töchter zu schlafen.» bild: wikimedia
37. Platz: Winston Churchill (1874-1965) war der bedeutendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts. Als Premierminister führte er Grossbritannien durch den Zweiten Weltkrieg. Er bekämpfte die Appeasementpolitik seines Vorgängers Chamberlain, weil sie seiner Meinung nach einen Krieg umso wahrscheinlicher machte. Im Kampf gegen Hitler schreckte er auch nicht vor dem kriegsbedingten Bündnis mit Stalin zurück, das aus seiner Sicht das kleinere von zwei Übeln darstellte. Der britische Luftkrieg gegen deutsche Städte und die Zivilbevölkerung wird Churchill bis heute zum Vorwurf gemacht. Ein Mann, dessen Persönlichkeit irgendwo zwischen Kriegsgurgel, radikalem Sozialreformer und reaktionärem Imperialisten liegt – und der 1953 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Churchill-Zitat: «Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.» AP BRITISH OFFICIAL PHOTO / ANONYMOUS
36. Platz: George W. Bush war von 2001 bis 2009 der 43. Präsident der Vereinigten Staaten. Seine Regierungszeit wurde überschattet von den Terroranschlägen am 11. September 2001 und seinem «Krieg gegen den Terror» in Afghanistan (2001) und dem Irak (2003). Die Vereinigten Staaten mussten sich gemäss Bush gegen die «Achse des Bösen» als hegemoniale Weltmacht auflehnen und das westliche, wirtschaftlich und politisch liberale Modell ausbreiten. Im Notfall sollte ihnen auch ein militärisches Interventionsrecht zustehen. Das völkerrechtlich umstrittene Vorgehen gegen den Irak, die hohen Kriegsverluste, der Hurrikan Katrina und die Finanzkrise ab 2007 brachten ihm jede Menge Kritik ein. Bush-Zitat: «Ich bin der Kommandant – ich brauche nichts zu erklären – ich muss nicht erklären, warum ich Dinge sage. Das ist das Interessante daran, Präsident zu sein.» AP / RON EDMONDS
35. Platz: Benjamin Franklin (1706-1790), ein weiterer Held der amerikanischen Geschichte. Als einer der Gründerväter der USA arbeitete er an der Unabhängigkeitserklärung mit. Er war aber auch Drucker, Verleger, Naturwissenschaftler und vor allem Erfinder: Der Blitzableiter geht auf ihn zurück. Das Gemeinwohl lag Franklin ebenso am Herzen; er gründete die ersten freiwilligen Feuerwehren in Philadelphia sowie die erste Leihbibliothek Amerikas. Franklin-Zitat: «Ein grosser Mann ist ein kleiner Mann, der etwas als Erster tut.» bild: wikimedia
34. Platz: Paulus von Tarsus (10 v.Chr.-60 n.Chr.) war nach dem Neuen Testament ein Missionar des Urchristentums und einer der ersten Theologen in der Geschichte des Christentums. Anfangs verfolgte er als gesetzestreuer Bürger Roms die Anhänger Jesu, doch nach seiner Bekehrung verstand er sich als von Gott berufener Apostel des Evangeliums für die Völker. Seine Briefe haben Kirchenväter und berühmte christliche Theologen geprägt und damit die europäische Geistesgeschichte stark beeinflusst. Seit der Aufklärung sehen viele Historiker in Paulus sogar den eigentlichen Gründer des Christentums als eigenständiger Religion. bild: heiligenlexikon
33. Platz: Dem englischen Schriftsteller Charles Dickens (1812-1870) haben wir Werke wie «Oliver Twist» und «Great Expectations» zu verdanken. Dickens war es ein Anliegen, auf die sozialen Missstände des viktorianischen Zeitalters hinzuweisen. Mit «Oliver Twist» gelang es ihm, seiner Leserschaft das Problem von Armut und daraus folgender Kriminalität nahezubringen. Der Roman spielt in Jacob's Island, einem damaligen Slum in London, wo sich die Lebenssituation danach tatsächlich verbesserte. Dickens-Zitat: «Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist, sucht sie nicht zu verbessern und zu belehren, sondern sie mit Weisheit zu ertragen.» bild: getty images
32. Platz: Ronald Reagan (1911-2004) war in den 80er-Jahren der 40. Präsident der USA. Während des Kalten Krieges unterstützte er antikommunistische Guerilla-Verbände, um die Regierungen prosowjetischer Staaten zu schwächen und letztlich zu stürzen (Reagan-Doktrin). Reagan-Zitat: «Da ich es als Filmschauspieler in rund fünfzig Filmen nie so recht in die erste Reihe schaffte, musste ich schon Präsident der Vereinigten Staaten werden, um endlich eine bedeutende Rolle zu spielen.» bild: wikimedia
31. Platz: Carl von Linné (1707-1778) war ein schwedischer Naturforscher, der in seinen enzyklopädischen Werken alle bekannten Mineralien, Pflanzen und Tiere beschrieb und ordnete und damit die bis heute gültige wissenschaftliche Nomenklatur in der Botanik und der Zoologie begründete. Linné-Zitat: «Gott schafft, Linné ordnet.» bild: wikimedia
30. Platz: Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.) war der Adoptivsohn und Erbe Caesars und der erste römische Kaiser. Er gewann den Bürgerkrieg gegen seinen Kontrahenten Antonius, der sich nach der verlorenen Schlacht bei Actium mit seiner ägyptischen Kleopatra das Leben nahm. Augustus ging als weiser und sittenstrenger Herrscher in die Geschichte ein, der dem Senat klugerweise noch immer das Gefühl gab, der Mittelpunkt des Staates zu sein, obwohl er faktisch gar keine Macht mehr hatte. Mit ihm beginnt die Herrschaft der julisch-claudischen Dynastie, es folgten Tiberius, Caligula, Claudius und Nero. bild: wikimedia Till Niermann
29. Platz: Leonardo da Vinci (1452-1519), der wohl berühmteste Universalgelehrte aller Zeiten, tat sich als Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph hervor. Leonardo schuf nicht nur zahlreiche Kunstwerke, sondern auch eine grosse Anzahl von Entwürfen für Gebäude, Maschinen, Kunstgegenstände, Gemälde und Skulpturen, die zu verwirklichen er nie die Zeit fand. Von sich selber sagte er, dass er die Idee mehr liebe als deren Ausführung, und dass er am Anfang einer Tätigkeit bereits ans Ende denke. Tun und Erkennen waren für ihn gleichermassen wichtig. Zunächst wollte er lernen, Meisterwerke der Kunst zu schaffen. Mehr und mehr interessierte er sich dann aber für das Wissen über die Natur und war fasziniert von deren Vielfalt und Schönheit – da Vinci-Zitat: «Für die Ehrgeizigen, die sich weder mit dem Geschenk des Lebens noch mit der Schönheit der Welt zufriedengeben, liegt eine Strafe darin, dass sie sich selbst dieses Leben verbittern und die Vorteile und die Schönheit der Welt nicht besitzen.» bild: vocamotive
28. Platz: Ulysses S. Grant (1822-1885) war Oberbefehlshaber des US-Heeres im Sezessionskrieg und der 18. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Grant-Zitat: «Auch wenn ich ein Berufssoldat bin, hab ich nie eine Affinät für den Krieg verspürt, ich habe ihn auch nie befürwortet, ausser als ein Mittel zum Frieden.» bild: wikimedia
27. Platz: Mit Ludwig van Beethoven (1770-1827) ist bereits der vierte Komponist auf dieser Liste. Erst machte sich der Bonner als Klaviervirtuose einen Namen, doch sein Gehörleiden verschlimmerte sich zusehends, bis er schliesslich ganz taub war. Von da an konzentrierte sich Beethovens aufs Komponieren, rang um jede Note und verbesserte seine Stücke immer und immer wieder. Er ist seinem Anspruch, ein bleibendes musikalisches Werk für die Nachwelt zu hinterlassen, mehr als gerecht geworden. Er gehörte zu den Komponisten der Wiener Klassik. Beethoven-Zitat: «Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.» bild: wikimedia
26. Platz: König Ludwig XIV. von Frankreich wird das Zitat «L’état c’est moi» (Der Staat bin ich) fälschlicherweise zugeschrieben. Doch der Spruch verkörpert die wesentlichen Merkmale des Absolutismus. Die Regierungsform, bei der die ganze Macht beim Monarchen liegt, ohne politische Mitwirkung ständischer oder demokratischer Institutionen. So regierte der Sonnenkönig und förderte dabei Künste und Wissenschaften, was Frankreich eine kulturelle Blütezeit bescherte. Durch Ludwigs expansive und kriegerische Aussenpolitik gewann Frankreich in Europa eine dominierende Stellung und etablierte seine Grossmachtstellung in der Neuzeit. Mit 72 Jahren auf dem Thron war er einer der am längsten herrschenden Monarchen der Geschichte. bild: wikimedia
25. Platz: Platon (428 v. Chr.-348 v. Chr.) ist bereits der dritte antike Philosoph in dieser Liste. Er hat es weiter gebracht als Cicero (Rang 79) und sein Lehrer Sokrates (Rang 68), aber nicht ganz so weit wie sein Schüler Aristoteles. Er machte den literarischen Dialog salonfähig, für ihn war er die angemessene Form des philosophischen Bemühens um Wahrheit. Platon gründete die Platonische Akademie, die älteste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, von der aus sich der Platonismus über die antike Welt verbreitete. Das geistige Erbe Platons beeinflusste im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zahlreiche jüdische, christliche und islamische Philosophen. Platon-Zitat: «Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.» bild: wikimedia
24. Platz: Die Heimat des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) war Salzburg. Schon früh galten er und seine Schwester als musikalische Wunderkinder und sie wurden von ihren Eltern bei Konzertreisen dem Adel vorgeführt. Sein umfangreiches Werk, das zur Wiener Klassik zählt, gehört zum Bedeutendsten im Repertoire klassischer Musik. 1782 hat Mozart etwas ganz Besonderes komponiert. Einen sechs-stimmigen Kanon, der da heisst: «Leck mich im Arsch» und so weitergeht: «G’schwindi, g’schwindi!» Das Werk blieb zu seinen Lebzeiten ungedruckt, erst seine Witwe Constanze Mozart liess es publizieren. Bedauerlicherweise wurde der Text aber in «Lasst froh uns sein» geändert. bild: wikimedia
23. Platz: Theodore Roosevelt (1858-1919) war der 26. Präsident der Vereinigten Staaten. 1906 wurde ihm als erstem Amerikaner der Friedensnobelpreis zuerkannt, nachdem er im Vorjahr mit seiner diplomatischen Initiative massgeblich zum Ende des Russisch-Japanischen Krieges beigetragen hatte. Roosevelt-Zitat: «Wer seiner Führungsrolle gerecht werden will, muss genug Vernunft besitzen, um die Aufgaben den richtigen Leuten zu übertragen – und genug Selbstdisziplin, um ihnen nicht ins Handwerk zu pfuschen.» bild: biography
22. Platz: Karl dem Grossen (747-814) wurde am 25. Dezember 800 als erstem westeuropäischen Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde verliehen. Das Fränkische Reich gelangte unter ihm zu seiner grössten Ausdehnung. Er erhob das Schwert gegen Langobarden und Sachsen, Normannen und Mauren, Bayern, Slawen und Avaren und war stets siegreich. Und er hatte schönes Haar, schrieb sein Freund Einhard. Karl-Zitat: «Lass meine Armeen Steine, Bäume und Vögel am Himmel sein.» bild: heiligenlexikon
21. Platz: Isaac Newton (1642-1727) war ein englischer Naturforscher, der auf dem Gebiet der Physik und der Mathematik Aussergewöhnliches leistete: Er beschrieb die universelle Gravitation und formulierte die Bewegungsgesetze (Philosophiae Naturalis Principia Mathematica), verfocht auf dem Gebiet der Optik die Teilchentheorie des Lichtes und erklärte das Lichtspektrum. Newton-Zitat: «Der wesentliche Kern der Schaffenskraft ist, den Misserfolg nicht zu fürchten.» bild: wikimedia
20. Platz: Christoph Kolumbus (1451-1506). Der italienische Seefahrer in spanischen Diensten wollte im Wettlauf mit Portugal den Seeweg nach Indien auf dem Westkurs finden. Dabei entdeckte er einen noch unbekannten Kontinent, den er allerdings bis zu seinem Tode für die Ostküste Asiens hielt. Erst mit Amerigo Vespucci kam man zur Einsicht, dass das, was Kolumbus da angesteuert hatte, die Neue Welt war – und so taufte man sie nach diesem auf den Namen Amerika. Kolumbus-Zitat: «Nichts, was der menschliche Fortschritt hervorbringt, erhält die Zustimmung aller.» bild: wikimedia
19. Platz: Albert Einstein (1879-1955) hat das physikalische Weltbild mit seinen Forschungen zur Struktur von Materie, Raum und Zeit sowie dem Wesen der Gravitation massgeblich verändert. Darum gilt er als einer der bedeutendsten Physiker aller Zeiten. 1905 erschien Einsteins Hauptwerk, die spezielle Relativitätstheorie, die ihn weltberühmt machen sollte. 1916 veröffentlichte er die allgemeine Relativitätstheorie, die die Gravitation als Krümmung von Raum und Zeit beschrieb. Einstein-Zitat: «Wenn ein chaotischer Schreibtisch ein chaotisches Denken spiegelt, was spiegelt dann ein leerer Schreibtisch?» bild: wikimedia
18. Platz: Josef Stalin (1878-1953), der Diktator der Sowjetunion liess im Rahmen politischer «Säuberungen» mehrere Millionen vermeintliche und tatsächliche Gegner verhaften, in Schau- und Geheimprozessen zu Zwangsarbeit verurteilen oder hinrichten. Die Zwangskollektivierung des Landes sorgte dafür, dass weitere Millionen Menschen verhungerten. Doch die politische Propaganda-Maschinerie wusste die verheerenden Zustände lange zu verdecken, viele westliche Intellektuelle kamen anfangs begeistert von ihrer Sowjetunion-Reise zurück und lobten Stalins Werk. Stalin-Zitat: «Gedanken sind mächtiger als Waffen. Wir erlauben es unseren Bürgern nicht, Waffen zu führen - warum sollten wir es ihnen erlauben, selbständig zu denken?» bild: keystone
17. Platz: Martin Luther (1483-1546) veränderte die Geschichte grundlegend. Der zwielichtige Bauernsohn wurde zum Vater der Reformation, weil er den Papst in die Knie zwang und nach einem Christentum verlangte, das keine Mittler zwischen Gott und den Menschen braucht. Dass diese Idee aber auch die Vorstellung von gleichberechtigten Menschen in sich barg, schien ihn nicht zu interessieren: Die gebeutelten Bauern und ihre Anliegen ignorierte er, ja schrieb sogar, sie sollen «erwürgt werden wie tolle Hunde». Luther prangerte öffentlich den katholischen Ämterkauf an. Das schmutzige Geschäft mit Würde, Ansehen, Macht und Ehre. Er wetterte gegen den Ablasshandel, dieses kirchliche Ausplünderungsunternehmen, das Gott zum Bürgen des Sündengeschäfts machte. Den Schacher der Päpste, die sich schamlos erlaubten, den Herrn in irdische Geschäfte zu verstricken. Er schrie laut heraus, was sein Jahrhundert dachte. Und mit seiner Übersetzung der Bibel schenkte er seinen Zeitgenossen eine einheitliche Schriftsprache. Luther-Zitat: «Voll sein und müssiggehen ist die grösste Plage auf Erden.» bild: heiligenlexikon
16. Platz: Victoria, Königin des Vereinigten Königreichs Grossbritannien und Irland (1819-1901), ist die zweite Frau in dieser Liste – und sie schmückt eine ganze Epoche mit ihrem Namen. Als konstitutionelle Monarchin war sie pro forma Herrscherin über mehr als ein Fünftel der Erde und ein Drittel der Weltbevölkerung. Während ihrer Regierungszeit erlebten die Ober- und Mittelschichten Grossbritanniens eine beispiellose wirtschaftliche Blütezeit, und das Britische Weltreich stand auf dem Höhepunkt seiner Macht. Irland hingegen litt unter der Politik der britischen Grossgrundbesitzer derart, dass es zusammen mit der Kartoffelfäule zur Hungersnot von 1845 bis 1849 kam. Bis zu 1,5 Millionen Iren verhungerten und viele von ihnen wanderten nach Amerika aus. Viktoria-Zitat: «Ich hasse Babys nicht, obwohl ich Neugeborene einfach ekelhaft finde.» bild: wikimedia
15. Platz: Gaius Iulius Caesar (100 v. Chr.-44. v. Chr.): Mit diesem grossen, römischen Feldherren verwandelte sich die Römische Republik in ein Kaiserreich. Caesar gewann den Bürgerkrieg gegen seinen ehemaligen Verbündeten Pompeius und wurde zum Alleinherrscher – bis er von seinen Freunden Brutus und Cassius im Senat ermordet wurde. Der Überlieferung zufolge mit 23 Dolchstichen. Caesar-Zitat: «Veni, vidi, vici.» (Ich kam, sah und siegte.) bild: famouspeople
14. Platz: Karl Marx (1818-1883): Der deutsche Philosoph und Gesellschaftstheoretiker wurde durch seine bürger- und religionskritischen Schriften zum einflussreichsten Theoretiker des Sozialismus und Kommunismus. Seine Theorie fiel erstaunlicherweise im weitgehend industriefreien und von Bauern dominierten Russland auf fruchtbaren Boden, wo Lenin sie zum Aufbau der sowjetischen Ideologie des Marxismus-Leninismus nutzte. Marx-Zitat: «Jede Befreiungsbewegung verändert ihren Charakter, wenn sie von der Utopie zur Realität übergeht.» bild: wikimedia
13. Platz: Königin Elisabeth I. von England (1533-1603): Als Tochter Heinrichs VIII. und dessen zweiter Frau Anne Boleyn hatte sie einen schweren Stand. Viele Engländer hielten die Scheidung Heinrichs von seiner ersten Ehefrau für ungültig und verschrien Elisabeth als Bastard. Ihre Thronfolge stand auf wackligen Beinen. Denn da war Maria Stuart, die neben ihrer Schönheit auch eine makellose Tudor-Abstammung vorweisen konnte. Da die schottische Königin aber am Hof ihres französischen Gemahls Franz II. lebte, kam sie als Erbin für den englischen Thron nicht infrage, latent bedrohte sie aber Elisabeths Stellung ihr Leben lang – bis Elisabeth sich letztlich dazu durchringen konnte, Maria Stuarts Todesurteil zu unterschreiben. Vielleicht wären Shakespeares Stücke niemals zur Aufführung gelangt, wenn Elisabeth nicht gewesen wäre. Sie öffnete die Bühnen trotz massiver Proteste der Geistlichkeit für weltliche Stoffe. Unter ihrer 45 Jahre währenden Herrschaft wurden die spanische Armada vernichtet, die modernen Wissenschaften mit Francis Bacon begründet und die Welt von Francis Drake umsegelt. Elisabeth-Zitat: «Ich wäre lieber eine Bettlerin und allein, als eine Königin und verheiratet... Der Ehering wäre für mich ein Joch.» bild: wikimedia
12. Platz: Der britische Naturforscher Charles Darwin (1809-1882) gilt wegen seiner Beiträge zur Evolutionstheorie als einer der wegweisendsten Naturwissenschaftler. Darwin-Zitat: «Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand.» bild: biography
11. Platz: Heinrich VIII. Tudor, König von England (1491-1547): Der Geilheit dieses eigenwilligen Königs – und dynastischen Sachzwängen – verdankt England seine Abkehr vom Katholizismus und die Gründung der Anglikanischen Staatskirche. Der Papst untersagte Heinrich die Scheidung von dessen erster Frau Katharina von Aragón, die ihm keinen Thronfolger geschenkt hatte, und so trennte sich der König kurzerhand von Rom. Es folgten danach noch fünf weitere Gattinnen, von denen Heinrich zwei köpfen liess. Heinrichs letzte Worte: «Alles ist verloren! Mönche, Mönche, Mönche! Jetzt ist alles verloren - Reich, Leib und Seele!»
10. Platz: Thomas Jefferson (1743-1826) ist einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und ihr dritter Präsident. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung trägt hauptsächlich seine Handschrift. Ausserdem begründete er die Republikanische Partei mit. Jefferson war einer der einflussreichsten Staatstheoretiker. Jefferson-Zitat: «Bei einer Zeitung stehen die einzigen Wahrheiten, auf die du vertrauen kannst, in den Anzeigen.» bild: biography
9. Platz: Alexander der Grosse (356 v. Chr.-322 v. Chr.): Der König von Makedonien, der als Kind von Aristoteles unterrichtet wurde, eroberte fast die ganze damals bekannte Welt; das persische Grossreich bis zum indischen Subkontinent. Und als er in Ägypten einmarschierte, wurde er als Pharao begrüsst. Seine Regierungszeit läutete die Epoche des Hellenismus ein, in der die griechische Kultur in die weite Welt getragen wurde. Alexanders letzte Worte: «Es gibt keine anderen Welten mehr zu erobern!» bild: wikimedia De Agostini/Getty Images / DEA / G. NIMATALLAH
8. Platz: Aristoteles (384 v. Chr.-322 v. Chr.) war und ist der einflussreichste Philosoph aller Zeiten. Der Schüler Platons begründete zahlreiche Disziplinen selbst und beeinflusste die vorhandenen massgeblich, darunter die Wissenschaftstheorie, die Logik, die Biologie, die Physik, die Ethik, die Staats- und Dichtungstheorie. Sein geozentrisches Weltbild – die Erde ist im Zentrum des Universums, während Mond, Sonne und Planeten sie umkreisen – wurde erst mit Nikolaus Kopernikus, Giordano Bruno und Galileo Galilei hinterfragt. In der Biologie konnten sich aristotelische Auffassungen bis ins 18. Jahrhundert halten. William Harvey ging bei der Entdeckung des Blutkreislaufs von dem Prinzip des Aristoteles aus, dass die Natur nichts Unnötiges hervorbringt, und wendete es auf die Beschaffenheit der Blutgefässe und Herzkammern an. Charles Darwin bezeichnete 1879 Aristoteles als «einen der größten Beobachter (wenn nicht den größten), die jemals gelebt haben.» Aristoteles-Zitat: «Es gibt kein grosses Genie ohne einen Schuss Verrücktheit.»
7. Platz: Die Menschheit nachhaltig verändert hat auch Adolf Hitler (1889-1945), der Reichskanzler und Diktator des Deutschen Reiches. Mit seiner Schrift «Mein Kampf» prägte er die antisemitische und rassistische Ideologie des Nationalsozialismus. Ca. vier Millionen Juden starben in seinen Vernichtungslagern, weitere zwei Millionen kamen auf andere Weise ums Leben. Auch Sinti und Roma galten als «Untermenschen», die umgebracht wurden, ebenso Behinderte. Der von Hitler vom Zaun gerissene Zweite Weltkrieg kostete über 60 Millionen Menschen das Leben. Ein Mann also, der für immer in unserem Gedächtnis haften bleiben soll, um uns daran zu erinnern, wozu Menschen imstande sind, wenn sie sich von Hass, Rassismus und Grössenwahn leiten lassen. EPA DPA / STR
6. Platz: George Washington (1732-1799) war Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee im Unabhängigkeitskrieg gegen die britische Kolonialmacht und damit auch einer der Gründerväter der USA. 1789 wurde er zu ihrem ersten Präsidenten gewählt. Damit schuf er mit jeder seiner Entscheidungen einen Präzedenzfall und war für die Amtsführung aller kommenden Präsidenten prägend. Washington führte das Kabinettsystem ein, die Eröffnungsrede und den Titel «Mr. President». Washingtons Worte auf dem Sterbebett: «Mein letzter Wunsch ist, den Krieg, dieses Brandmal am Körper der Menschheit, von der Erde verschwinden zu sehen.» bild: history
5. Platz: Abraham Lincoln (1809-1865) war der 16. Präsident der USA. Er war der erste aus den Reihen der Republikanischen Partei und der erste, der einem Attentat zum Opfer fiel. Seine Präsidentschaft gilt als eine der bedeutendsten in der amerikanischen Geschichte. Der Sklavengegner führte die Nordstaaten erfolgreich durch den Sezessionskrieg gegen die Konföderierten Südstaaten, stellte die Union wieder her und schaffte die Sklaverei ab. Unter Lincolns Regierung wandelte sich das Land zum modernen Industriestaat, was den Aufstieg der USA zur Weltmacht im 20. Jahrhundert ermöglichte. Lincoln-Zitat: «Wenn ich zwei Gesichter hätte, würde ich dann dieses tragen?» bild: wikimedia
4. Platz: William Shakespeare (1564-1616): Das englische Dichtergenie, das uns wie kein anderer die menschlichen Schwächen vor Augen zu führen wusste. Ihm verdanken wir Tragödien wie «Macbeth», «Hamlet», «Othello» und «Romeo und Julia», die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Welt. Er plagierte schamlos die alten Griechen und Römer, mittelalterliche Chroniken und Volksbücher und bastelte daraus seine zeitlosen Geschichten. Nach Gott habe Shakespeare am meisten geschaffen, sagte Alexandre Dumas einmal. Von Shakespeares Leben weiss man allerdings fast nichts. Es gibt sogar Zweifel an seiner Autorenschaft. Zu gewaltig sei seine Sprache, als dass sie von einem einfachen Jungen vom Land stammen könnte, der sich mit einer Theatergruppe durchs Leben schlug. Wahrscheinlich waren aber Wissensdurst und Genie genug, um das grösste Dramenwerk der Weltgeschichte zu schreiben. Shakespeare-Zitat: «Wir Neugeborenen weinen, zu betreten die grosse Narrenbühne.» («König Lear») bild: biography
3. Platz: Mohammed (570/573-632): Der Religionsstifter des Islam belegt den dritten Rang. Er gilt im Islam als Prophet und Gesandter Gottes. Auf dem Bild reitet Mohammed einen Burak, ein pferdeähnliches Reittier mit Flügeln und Menschenantlitz, auf dem er gemäss der Überlieferung während einer Nacht von der Erde zum Himmel und zurück flog. Mohammed-Zitat: «Die Sucht nach mehr richtet die Menschheit zugrunde.» bild: zombietime
2. Platz: Napoleon Bonaparte (1769-1821): Der französische Kaiser, der die europäische Landkarte grundlegend veränderte. Er eroberte Spanien, Italien, fast alle deutschen Gebiete, halbierte die Grossmacht Preussen und verkleinerte Österreich. Doch der unerbittliche russische Winter (Russlandfeldzug 1812) machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Viele der völlig zerlumpten, verlausten und ausgehungerten Soldaten seiner Grande Armée liessen bei der Rückkehr ihre Nasen, ihre Ohren oder ihre Fusssohlen im russischen Schnee zurück. Die Schlacht bei Waterloo besiegelte Napoleons endgültige Niederlage. Er starb auf der britischen Insel St. Helena, wohin er 1815 verbannt worden war. Napoleon verdanken wir den Code civil, die Schaffung eines modernen Zivilrechts. Napoleon-Zitat: «Die Deutschen haben sechs Monate Winter und sechs Monate keinen Sommer. Und das nennen sie Vaterland.» bild: wikimedia
1. Platz: Jesus ist gemäss dieser Liste die unangefochtene Nummer 1. In der christlichen Lehre des Neuen Testaments ist er der Sohn Gottes, der von diesem zur Erlösung aller Menschen gesandte Messias. Er wird im Christentum mit der historischen Figur des Jesus von Nazaret (7/4 v. Chr.-30/31) gleichgesetzt, einem jüdischen Wanderprediger, der auf Befehl des römischen Präfekten Pontius Pilatus gekreuzigt wurde. Seine Anhänger verkündeten ihn nach seinem Tod als Jesus Christus. Ein Jesus-Zitat: «Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.» (Matthäus 5,8) bild: zeno

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