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Umsteigepassagiere aus dem Tessin fahren neu mit der SBB zum Swiss-Hub in Zürich. bild: shutterstock/Montage watson

Jetzt kommen Zubringer-Züge statt Zubringer-Flüge – doch die Sache hat einen Haken

Swiss-Passagiere aus dem Tessin können mit einem Gratis-Bahnticket nach Zürich fahren und von dort in die weite Welt fliegen. Auf der wichtigsten Inlandsflugverbindung Genf – Zürich sieht die Schweizer Airline keinen Handlungsbedarf. Nun wird Kritik laut.

Publiziert: 08.10.19, 06:25 Aktualisiert: 08.10.19, 20:37

Seit der Pleite von Adria Airways von letzter Woche gibt es keine Zubringerflüge zwischen Lugano und dem Swiss-Hub Zürich mehr. Die Swiss reagiert rasch: Bereits ab Mitte Oktober werden viele SBB-Züge von Lugano nach Zürich-Flughafen (Dauer der Bahnfahrt: 2:40 Stunden) unter einer Swiss-Flugnummer geführt. Mit dem genannten «Flugzug» ist die Bahnreise für die Tessiner Passagiere im Swiss-Ticket inbegriffen. Dies gilt zudem schon länger für Swiss-Passagiere, die von Basel via Kloten reisen.

Wegen der Klima-Debatte sind Inlandflüge in der Schweiz unter Druck geraten. Insbesondere die Strecke Genf – Zürich, welche die Swiss achtmal täglich mit Airbus-Maschinen bedient. 2018 flogen jeden Tag im Schnitt 867 Menschen auf dieser Route. Pro Jahr sind es zwischen den beiden Schweizer Metropolen über 600'000 Flugpassagiere.

Können klimafreundliche Passagiere aus der Westschweiz ihren «Anschlussflug» nach Zürich schon bald mit der SBB statt mit einem Airbus antreten?

Die Swiss winkt ab: «Es ist momentan kein Thema, einen ‹Flugzug› von Genf nach Zürich einzuführen», sagt Swiss-Sprecherin Karin Müller. Die Situation in Lugano und Genf sei nicht vergleichbar. In Genf habe Swiss eine Kabinencrew- und Flugzeugbasis und biete über 20 Destinationen inklusive einer täglichen Langstrecke nach New York an.

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«Die Swiss hat am Beispiel Lugano gezeigt, wie rasch die Umstellung von Zubringer-Flug auf Zubringer-Zug geht.»

Aline Trede, Grüne

Grünen-Nationalrätin Aline Trede schüttelt über die Argumentation der Swiss nur den Kopf. «Die Swiss hat am Beispiel Lugano gezeigt, wie rasch die Umstellung von Zubringer-Flug auf Zubringer-Zug geht. Das muss auch mit den Flügen von Genf nach Zürich passieren», so die Bernerin. Inlandflüge sollten sowieso verboten werden.

Klar ist: Steigt schon nur ein Bruchteil der Genfer Passagiere vom Flugzeug-Zubringer auf die Bahn um, könnten tausende Kilogramm CO2 eingespart werden. Laut dem Klimarechner von Myclimate stösst ein einzelner Passagier auf dem Retourflug Genf – Zürich – Genf über 200 Kilogramm Kohlendioxid aus.

Das ist das neue Swiss-Schmuckstück

Die Swiss war 2008 Erstkunde des CS-Series-Programms von Bombardier ... (Bild: Twitter/PilotCareerCenter)
Nach der Messe geht's Richtung Heimathub der Swiss in Zürich – dort wird es der Öffentlichkeit gezeigt. (Bild: Twitter/SwissInternationalAirlines)
Die neue Mittelstreckenmaschine CS100. (Bild: Twitter/SwissInternationalAirlines)
Bei der Paris Airshow hat Hersteller Bombardier erstmals ein Exemplar in Swiss-Anstrich vorgeführt. (Bild: Twitter/CommercialAircraft)
... und wird die Maschine auch als erste Airline in Betrieb nehmen. (Bild: Twitter/SylvainFaust)
Eigentlich hätte die Maschine mit rund 160 Sitzplätzen in der Basisversion bereits im Herbst 2014 ausgeliefert werden sollen. (BIld: Twitter/SkiesMagazine)
Der Swiss-Erstflug ist auf Anfang 2016 terminiert. (Bild: Twitter/AeroTelegraph)
Der Vorteil der C-Series: Sie soll leiser sein und sparsamer im Treibstoffverbrauch ... (Bild: Bombardier)
... als die alterwürdigen Avro-RJ100, besser bekannt als «Jumbolino», die nach und nach ausgemustert werden. (Bild: Keystone) KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI

Von Zürich nach Genf in 15 Minuten

Video: SRF / Roberto Krone

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