Joseph Blatter, aufgenommen im Jahre 1966: Der Walliser mit Jahrgang 1936 studierte an der Universität in Lausanne Volkswirtschaft und schloss 1958 mit Diplom ab. KEYSTONE / WIDMER
Im Sommer 1975 steigt Blatter bei der FIFA ein. Auf Initiative des damaligen Adidas-Vorstandsvorsitzenden Horst Dassler wird Blatter Direktor für Entwicklungsprogramme beim Welt-Fussball-Verband. Im Rahmen seiner Tätigkeit fliegt Blatter (Bildmitte) mit einer Delegation schweizerischer Fussballexperten am 5. Mai 1977 vom Flughafen Zürich-Kloten nach Kamerun und Gabun. Von links nach rechts: die Trainer René Hüssy und Erich Vogel, Anton Bucheli, ehemaliger Schiedsrichter, und Martin Häcki, Sportarzt, von links nach rechts. (KEYSTONE/Str) KEYSTONE / STR
1981 wird Blatter FIFA-Generalsekretär (ab 1990 hat er den Status eines Exekutivdirektors). Im Bild ist der Walliser mit seinem Vorgänger João Havelange 1994 in New York an einer Pressekonferenz. AP/AP / L.M. Otero
1998 wird Blatter in Paris zum FIFA-Präsidenten gewählt. Er übernimmt das Amt vom Brasilianer João Havelange. In der Wahl setzt er sich mit 111 zu 80 Stimmen gegen UEFA-Präsident Lennart Johansson durch. Im Bild: Michel Platini (damals Co-Präsident des Komitees der WM 1998 in Frankreich), Sepp Blatter und sein langjähriger Rivale Lennart Johansson bei der Wahl der Gruppengegner der WM 98. KEYSTONE / PETER LAUTH
Blatter und Havelange 1994 beim Tischfussball: Nach der Wahl Blatters zum FIFA-Präsidenten 1998 warf Egidius Braun ihm vor, die nötigen Stimmen für seine Mehrheit gekauft zu haben. Auch kamen andere Gerüchte über Fälle von Korruption vor der Wahl auf. So wurde ihm vorgeworfen, für je 50'000 Dollar 22 Stimmen für seine Wahl gekauft zu haben. KEYSTONE / ARCHIVE
Im Dezember 2000 trifft Blatter Papst Johannes Paul II. bei einer Privataudienz in Rom. AP VATICAN / ARTURO MARI
2007 kommt es in Südkorea zur nächsten Wahl des FIFA-Präsidenten. Als Gegenspieler von Sepp Blatter bringt sich der Kameruner Issa Hayatou in Stellung. EPA AFPI / PORNCHAI KITTIWONGSAKUL
Blatter sichert sich aber die Macht für weitere vier Jahre. Die Wahl gegen Hayatou entscheidet er mit 139 zu 56 Stimmen für sich. AP / YUN JAI-HYOUNG
Kontrovers verlief auch Blatters Wiederwahl 2002: Wieder kamen Gerüchte über unrechtmässige Abläufe im Hintergrund auf. Der somalische Delegierte Farah Addo behauptete, dass ihm und anderen Delegierten bei der Wahl 1998 100'000 US-Dollar für eine Stimme für Blatter angeboten wurden. Addo wurde 2003 von einem Schweizer Gericht deshalb verurteilt, seine Behauptung musste er aber nicht widerrufen. AP / YUN JAI-HYOUNG
Im Zuge des Konkurses der Sportmarketingfirma ISL (im Bild: das Hauptquartier) aus dem Jahre 2001 wird bekannt, dass Blatters Vorgänger Havelange und dessen Schwiegersohn Ricardo Teixeira Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert haben. Auch Blatter sieht sich dem Vorwurf der Korruption ausgesetzt. Beweise gegen ihn liegen keine vor. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
Platini, Blatter und Beckenbauer bei einem Legenden-Spiel 2007 in Blatters Heimat Ulrichen: Der FIFA-Präsident wird im gleichen Jahr per Akklamation im Amt bestätigt. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Der FIFA-Präsident ist jetzt auf dem Höhepunkt seiner Macht. AP/AP / Manish Swarup
Doch seine Kritiker werden immer zahlreicher: Bei der Fussball-WM 2006 in Deutschland wird Blatter von den Fussball-Fans gnadenlos ausgepfiffen. Gleiches widerfährt ihm darauf regelmässig. AP / DIETHER ENDLICHER
«Möchten Sie mir nicht eine Frage zu Ihren Einkünften beantworten?» Der britische Journalist Andrew Jennings gehörte zu den grössten Kritikern von FIFA-Präsident Blatter. Screenshot/bbc
Ebenfalls zum Blatter-Kritiker wurde der einstige Blatter-Schützling und FIFA-Marketingdirektor Guido Tognini (hier 2002 mit Blatter). KEYSTONE / WALTER BIERI
Blatter 2005 im Glanz der eigenen Macht: Nach der WM-Vergabe 2011 an Russland (2018) und Katar (2022) machen schnell Korruptionsvorwürfe gegen das Exekutivkomitee die Runde. AP/AP / Sergio Dioniso
Vor allem der Zuschlag für Katar irritiert. X90079 / CHRISTIAN HARTMANN
Blatter ist aber allenfalls Mitwisser und hat die Fussball-Welt weiterhin fest im Griff. Für den Korruptionsverdacht hat er ein Alibi. Im Gegensatz zu den UEFA-Vertretern im Gremium hat er nicht für Katar, sondern für die USA gestimmt. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Mohamed bin Hammam, Präsident des Asiatischen Fussball-Verbands (AFC) und Sepp Blatter 2009: 2011 tritt bin Hammam gegen Blatter an – zwei Tage vor der Wahl in Zürich zieht er seine Kandidatur zurück. Die FIFA-Ethik-Kommission suspendiert ihn darauf, weil er in der Karibik Stimmen für die Wahl gekauft haben soll. EPA/EPA FILE / AHMAD YUSNI
Blatter wird erneut ohne Gegenkandidat und per Akklamation wiedergewählt. Er verspricht, dass es seine letzte Amtszeit wird. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
Auf dem FIFA-Kongress 2014 in São Paulo gibt Blatter bekannt, dass er im kommenden Jahr für eine fünfte Amtszeit kandidieren werde. Neben ihm im Bild sitzt Generalsekretär Jérôme Valcke. X00856 / PILAR OLIVARES
Mai 2015: Nach den Verhaftungen von sieben FIFA-Spitzenfunktionären ist Blatter angeschlagen. AP/AP / Matthias Schrader
Der erneute Korruptions-Verdacht stürzt die FIFA in die Krise: Kurz vor dem Kongress forderte ihn UEFA-Präsident Platini in einer Pressekonferenz zum Rücktritt auf. GEPA / Franz Pammer/Gepa
Am 28. Mai 2015 eröffnet Blatter wie angekündigt den FIFA-Kongress im Hallenstadion in Zürich. Neben ihm sitzt Freundin Linda Gabrielian. Trotz der Krise wählt ihn der Kongress ein weiteres Mal. Blatter gewinnt die Wahl gegen Prinz Ali bin al-Hussein mit 133 zu 73 Stimmen (Prinz Ali tritt zum zweiten Wahlgang nicht mehr an). AP/KEYSTONE / Walter Bieri
Doch der Druck steigt nach der Wahl weiter an: Wenige Stunden zuvor war bekannt geworden, dass FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke (links im Bild) und die FIFA-Finanzkommission 2008 eine Zahlung in Höhe von zehn Millionen Dollar an den damaligen FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner veranlasst hatten. Dabei soll es sich gemäss FIFA allerdings nicht um Bestechungsgeld, sondern um Entwicklungshilfe von Südafrika an die Karibik gehandelt haben. EPA/LUSA FILE / PEDRO NUNES
Blatter lässt die Bombe platzen: Am 2. Juni 2015 verkündet der Walliser in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz überraschend seinen Rücktritt. Bis zu den Neuwahlen im Winter 2015/2016 führte er die Geschäfte weiter. EPA/KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Auf den Walliser folgt ein Walliser: Gianni Infantino wird am 26. Februar 2016 zu Blatters Nachfolger gewählt. EPA/KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Für Blatter gibt's kein Pardon: Am 5. Dezember 2016 bestätigt der Internationale Sportgerichtshof CAS die sechsjährige Sperre von allen Fussball-Aktivitäten gegen den Ex-FIFA-Präsidenten. AP/AP / David Vincent