Wissen
Schweiz

Lyriden erreichen Höhepunkt – bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde

Fallende Sterne während der April Lyrids 2020 (23. April). Zusammensetzung fallender Sterne während eines Zeitraums von 2 Stunden und einer 15 Sek. Belichtung für die Sterne.
Aufnahme mit Langzeitbelichtung der Lyriden-Schauer 2020.Bild: shutterstock

Bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde: Gute Bedingungen für Lyriden-Höhepunkt

Die Lyriden erreichen in der Nacht vom 22. auf den 23. April ihr Maximum und könnten den Himmel mit bis zu 20 Lichtblitzen pro Stunde erhellen. Und das Beste: Die Bedingungen stehen gut.
22.04.2026, 14:5822.04.2026, 14:58

Die Sternschnuppensaison erreicht ihren Höhepunkt: In der Nacht vom 22. auf den 23. April sind unter optimalen Bedingungen bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar. Seit Mitte April sind die Meteore bereits am Himmel zu sehen.

Die sogenannten Lyriden gehören zu den ältesten dokumentierten Meteorströmen und entstehen, wenn die Erde auf ihrer Bahn mit einer Staubspur des Kometen C/1861 G1 (Thatcher) zusammentrifft. Die winzigen Partikel verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre und erzeugen die hellen Lichtspuren am Himmel.

Kein störendes Mondlicht und gute Wetterbedingungen

Die Chancen auf ein eindrucksvolles Himmelsereignis stehen in diesem Jahr gut: Vielerorts wird klarer Himmel erwartet. Zusätzlich begünstigt die geringe Mondhelligkeit in den frühen Morgenstunden die Beobachtung deutlich, denn dadurch sind auch schwächere Meteore besser sichtbar – vorausgesetzt, die Wolken machen keinen Strich durch die Rechnung.

Wer die schönen Lichtblitze sehen möchte, sollte entweder lange wach bleiben oder früh aufstehen: Die besten Beobachtungsbedingungen herrschen in der Nacht bis in die frühen Morgenstunden vor Beginn der Dämmerung.

Die beste Beobachtungszeit

Das eigentliche Maximum fällt dieses Jahr etwa auf 22 Uhr, wie Meteo News berichtet. Doch zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Radiant noch recht niedrig über dem Nordosthorizont. Positiv ist dafür, dass es bereits dunkel genug ist. Im Verlauf der Nacht werden die Bedingungen noch besser, weil der Radiant immer höher am Himmel steht. Ab etwa 4:20 Uhr setzt langsam die Morgendämmerung ein – und um 5 Uhr ist es schon zu hell für die Beobachtung.

Allerdings ist Lichtverschmutzung der grösste Feind bei der Beobachtung von Sternschnuppen. Es lohnt sich, einen möglichst dunklen Ort ohne künstliche Lichtquellen aufzusuchen.

Lyriden sind noch bis Ende April zu sehen

Sollte dein Wecker jedoch ausgerechnet dann nicht klingeln oder du ihn überhören, lassen sich die Meteore auch in den kommenden Tagen noch beobachten, allerdings in deutlich geringerer Häufigkeit. Es lohnt sich also, zwei Wecker zu stellen.

Die Lyriden erscheinen jedes Jahr um die Zeit, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn die Trümmer des Kometen «Thatcher» passiert. «Thatcher» wurde im April 1861 entdeckt, als er sich in unmittelbarer Nähe der Erdbahn befand. Der Komet umkreist die Sonne, allerdings braucht er für eine ganze Runde genau 417 Jahre – es wird also lange dauern, bis man ihn von der Erde aus das nächste Mal erspähen kann. Da die Lyriden aus Überbleibsel des Kometen entstehen, nennt man «Thatcher» auch deren «Mutterkörper».

Woher haben Sternschnuppen-Schauer ihre Namen?

Sternschnuppen-Schauern haben ihren Namen vom Sternbild, in dem sie sich befinden. Der Punkt am Nachthimmel, von dem aus ein Meteorschauer seinen Anfang zu nehmen scheint, nennt man Radiant. So liegt beispielsweise der Radiant für die Perseïden im Sternbild Perseus.Die Lyriden haben ihren Radianten im Sternbild der Leier, lateinisch auch «Lyra». Dieses Jahr wird der Radiant der Lyriden gegen Mitternacht im Nordosten aufgehen. Zum Sternbild der Leier gehört übrigens auch einer der hellsten Sterne am Himmel: «Wega».

Die Sternen-Konstellation "Lyra" am Nachthimmel
Der hellste Stern des Sternbilds Leier ist «Wega». Er ist einer der hellsten am gesamten Nachthimmel.Bild: shutterstock

Meteor? Meteoroid? Meteorit?

Sternschnuppen sind in der Regel winzig kleine Teilchen, oft sogar kleiner als ein Sandkorn. Da sie aber mit einer enorm hohen Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Sekunde (!) auf die Erdatmosphäre treffen, wird die Luft bei ihrem Verglühen ionisiert (elektrisch aufgeladen). Das Leuchten, das dabei entsteht, wird als Meteor bezeichnet. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Meteoroiden – oftmals auch «Meteorid» –, das Teilchen, das die Sternschnuppe verursacht.Nicht zuletzt gibt es noch die Meteoriten: So werden die Teile (zumeist sind es grössere «Teilchen») genannt, die aus der Atmosphäre auf die Erde treffen, beim Auftreffen aber nicht ganz verglühen, sondern effektiv auf der Erde landen. (cst/lak/leo)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Auf zum Mond: Die «Artemis 2»-Mission
1 / 33
Auf zum Mond: Die «Artemis 2»-Mission

Die Crew der «Artemis 2»-Mission: Missionsspezialist Jeremy Hansen, Pilot Victor Glover, Kommandant Reid Wiseman und Missionsspezialistin Christina Koch. Hansen ist Kanadier, die anderen kommen aus den USA.

quelle: keystone / chris o'meara
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ein riesiger Meteorit traf einst Grönland
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9
ETH-Forschende erzeugen erstmals den perfekten Zufall
Forschenden der ETH Zürich ist es erstmals gelungen, perfekten Zufall zu erzeugen. Sie nutzten dafür ein Quantenexperiment.
Die am Mittwoch im Fachblatt «Nature» vorgestellte Methode könnte eine wichtige Grundlage für die sichere Verschlüsselung von Daten werden, teilte die ETH Zürich am Mittwoch mit.
Zur Story