USA beantragen Uno-Sicherheitsratsitzung zu Hongkong – China lehnt ab
Die USA haben nach eigenen Angaben erfolglos eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats wegen der chinesischen Pläne für ein umstrittenes Sicherheitsgesetz für Hongkong beantragt.
Chinas Vorhaben würde Autonomie und Freiheiten der Sonderverwaltungszone «grundlegend untergraben», teilte die US-Mission bei den Vereinten Nationen am Mittwoch (Ortszeit) mit. Man habe daher eine – wegen der Coronakrise virtuelle – Zusammenkunft des höchsten UN-Gremiums gefordert. China habe eine solche Sitzung aber blockiert, was die Angst der Führung in Peking vor Transparenz belege.
Hintergrund ist ein geplantes Sicherheitsgesetz der Regierung in Peking für Hongkong, das sich gegen Aktivitäten richtet, die als subversiv, separatistisch oder ausländische Einmischung angesehen werden. Zur Durchsetzung sollen möglicherweise chinesische Sicherheitsorgane in Hongkong eingesetzt werden.
Die US-Mission bei den Vereinten Nationen warf der Kommunistischen Partei Chinas auf Twitter vor, diese glaube, sie könne die Corona-Krise dazu auszunutzen, von ihrem «Angriff» auf Hongkong abzulenken.
Die USA und China gehören zu den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats. Die Spannungen zwischen den USA und China haben sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft – vor allem wegen der Corona-Krise. US-Präsident Donald Trump wirft China vor, das Coronavirus nicht an der Quelle eingedämmt zu haben.
US-Aussenminister Mike Pompeo hatte am Mittwoch erklärt, Washington halte den vorteilhaften Sonderstatus für Hongkong nicht mehr für gerechtfertigt. Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong erfreut sich bisher eines speziellen Rechtsstatus, der für Unternehmen und Bürger der Metropole grosse Bedeutung hat. Zum Beispiel gelten die gegen China verhängten US-Strafzölle bislang nicht für Einfuhren aus Hongkong. (sda/dpa)
Die «McSleepers» von Hongkong
Menschen schlafen in einer McDonald's-Filiale in Hongkong. Der Tod einer Frau vor wenigen Monaten hatte die Aufmerksamkeit auf die Obdachlosen in der asiatischen Stadt gelenkt. Die Frau hatte mehrere Stunden tot auf einem Tisch gelegen – ohne dass es jemandem aufgefallen war. AP / Vincent Yu
Die Nachrichtenagentur AP hielt das Leid der Obdachlosen in einer Fotoserie fest: Viele Obdachlose übernachten in den Restaurants, die 24 Stunden geöffnet haben – die Männer und Frauen werden McRefugees oder McSleepers genannt. Direkt am Eingang hat hier ein Mann seinen Kopf auf die Tischplatte gelegt. AP / Vincent Yu
Etwa die Hälfte der 253 McDonald's-Restaurants in Hongkong habe rund um die Uhr geöffnet, berichtet AP. Hier ist eine Frau mit ihren Sachen auf den Knien eingeschlafen.
Man versuche, sich auch um die Gäste zu kümmern, die «aus ihren eigenen Gründen» lange bleiben, teilte McDonald's weiter mit. Bequem sehen die Schlafplätze auf diesen Bildern nicht immer aus – aber sie sind kostenlos, sauber und verhältnismässig sicher. AP / Vincent Yu
Als ein Grund für die Obdachlosigkeit werden die hohen Lebenshaltungskosten in Hongkong genannt – die Mieten in der Millionenstadt sind sehr hoch.
In die Ecke verzogen: Nicht nur wie hier in Hongkong, sondern auch in anderen ostasiatischen Städten wie Peking oder Tokio übernachten immer wieder Menschen bei McDonald's. AP / Vincent Yu
Dieser Mann hat sich auf einer Sitzbank nahezu häuslich eingerichtet: Die Zahl der Obdachlosen in Hongkong hat sich nach Angaben von AP seit 2007 etwa verdoppelt. AP / Vincent Yu
Ein Mann betet vor einer McDonald's-Filiale, nachdem er dort die Nacht verbracht hat: Morgens verlassen die Obdachlosen meist die Schnellrestaurants und suchen sich am Abend wieder einen Tisch.
Eine Frau sagte AP, sie habe vorher in einem Park geschlafen. Dann habe sie gesehen, wie andere bei der Fast-Food-Kette untergekommen seien – und mache es nun genauso. Auf diesem Foto haben es sich zwei Frauen in den McCafé-Sesseln bequem gemacht.
Es geht für die Betroffenen vor allem um ein Dach über dem Kopf. Manche Obdachlose essen jedoch auch die Essensreste von anderen Kunden, berichtete die «New York Times». AP / Vincent Yu
Nachtruhe neben Getränkebechern. (spon)
Hongkong hat immer weniger Platz
Video: SRF / SDA SRF
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