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Abgasskandal? Uns doch egal! Schweizer kaufen noch immer am liebsten VW

Publiziert: 25.01.16, 12:45 Aktualisiert: 25.01.16, 14:21

Trotz Abgas-Skandal kaufen Schweizer nach wie vor am liebsten VW-Autos. Nicht nur bei Neuwagen hält VW – wie bereits bekannt – weiter die Spitzenposition. Auch bei den Occasionen ist die deutsche Automarke noch immer am beliebtesten.

Bei den Gebrauchtwagen hielt VW im letzten Jahr in der Schweiz einen Marktanteil von 14 Prozent. Dies teilten der Datenverarbeiter Eurotax und der Garagistenverband Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) am Montag mit.

Bei den Neuwagen betrug der Marktanteil von VW 13 Prozent, wie die Verbände Auto-Schweiz und Freier Autohandel Schweiz bereits Anfang Januar bekanntgaben.

Als wäre nichts passiert: VW-Neuwagen in Lupfig AG stehen zur Auslieferung bereit.
Bild: KEYSTONE

Damit hält der deutsche Hersteller in beiden Segmenten wie bisher die Spitzenpositionen. Und: In beiden Märkten wurden mehr VW-Autos verkauft als im Vorjahr. Bei den Occasionen legte VW sogar stärker zu als der Gesamtmarkt. Nicht so bei den Neuwagen. Dort fiel das Wachstum unterdurchschnittlich aus.

Laut Eurotax und dem Garagistenverband AGVS liegt dies aber nicht an der Dieselaffäre. Das unterdurchschnittliche Wachstum habe sich über das ganze Jahr verteilt gleichmässig abgezeichnet. Der Abgas-Skandal kam demgegenüber erst im September ans Licht.

Auch die VW-Tochter Audi, die ebenfalls vom Skandal betroffen ist, spürt davon in der Schweiz kaum etwas: Bei den Gebrauchtwagen sind Autos der Marke Audi weiterhin am zweitbeliebtesten. Bei den Neuwagen mussten sie den dritten Platz zwar Mercedes-Benz abtreten, rangieren aber immer noch auf Platz vier.

Bei Schweizern ebenfalls sehr beliebt sind Autos der Marke BMW. Bei den Neuwagen belegen die ebenfalls deutschen Autos weiter den zweiten Rang. Bei den Gebrauchtwagen stiegen sie auf den dritten Rang auf und verdrängten damit Opel vom Podest. (sda/meg)

VW: Bilder aus der guten, alten Zeit (als Abgase noch Abgase waren)

VW und die gute alte Zeit. Nun ja, genau genommen gilt das für die Geburt des Unternehmens nicht. Es stammt aus dem Deutschland der späten 30er und bekanntermassen haben unsere Nachbarn schon bessere Zeiten gesehen. Der Punkt ist: VW hat seine Wurzeln ... UNITED ARCHIVES / Nolte
... im Dritten Reich (hier ein Kübelwagen der ZDF-Serie «Das Kriminalgericht» von 1964). 1934 beauftragte Adolf Hitler (den gebürtigen Tschechen) Ferdinand Porsche, ... UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
... ein bezahlbares Auto für die Masse zu bauen: den «Kraft durch Freude»-Wagen oder auch «KdF-Wagen». UNITED ARCHIVES / Nolte
KdF war die Freizeit-Abteilung der Nazis, die den Volks-Spass (an)ordnete. Die Organisation betrieb auch Kreuzfahrtschiffe wie die Wilhelm Gustloff, benannt nach dem «Führer» der Schweizer NSDAP-AO (Auslandsorganisation), der 1936 in Davos von dem Sohn eines kroatischen Rabbiners erschossen wurde. UNITED ARCHIVES / Nolte
Er wurde ab 1938 gebaut und nach dem Krieg nur noch «Käfer» genannt. 1945 beginnt sie also wirklich, die gute alte VW-Zeit! Mit dem schnuckligen Schlitten mit brauner Vergangenheit, auf den viele Frauen stehen und standen, wie das Foto aus den 50ern zeigt. UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
Fun Fact: Die 1937 gegründete «Gesellschaft zur Vorbereitung des Volkswagens mbH» hiess ab 1945 «Wolfsburg Motor Works» (unter britischer Kontrolle), ab 1949 «Volkswagenwerk G.m.b.H», ab 1960 «Volkswagenwerk AG» und ab 1985 PnZ AG («Prahlen nach Zahlen»). UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
Haha, so lustig, dieser verunfallte Humor! Nein, ab 1985 war's die «Volkswagen AG». (Das im vorigen Bild war Lügenpresse!) UNITED ARCHIVES / Werner OTTO
Ach ja, die gute alte Zeit! So sah sie bei einem Gebrauchtwagenhändler in Elmshorn weit im Norden Deutschlands aus. Damals, ... UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
... als den VW-Motor noch keine US-Sammelklagen zum Stottern brachten, als der Konzern ein leuchtendes Vorbild war – wie das Foto von 1954 erhellen soll. UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
Damals, als niemand dicke Luft machte, als Abgase noch Abgase waren und keine lästigen Grenzwerte ausgiebigen Ausstoss aus dem Auspuff verhinderten. UNITED ARCHIVES / Werner OTTO
Kein Wunder also, dass ein VW in der ersten deutschen Familien-Serie überhaupt eine Rolle spielte. Sie hiess «Unsere Nachbarn heute abend – Familie Schölerman» (hui, klingt spannend!) und lief von 1954 bis 1960. UNITED ARCHIVES / Roba Archiv
Eine grosse Familie war in jenen Tagen auch die VW-Belegschaft: «1962 beschäftigte der Gesamtkonzern 69'000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 6,4 Milliarden D-Mark», weiss Wiki. UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
Schicht-Ende 1962 im Wolfsburger Werk. Was schrieb dieser Tage das britische Portal «Daily Mash» ... UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
... ob des Abgasskandals? «Von Hitler gegründete Firma droht, ihren Ruf zu verlieren.» Haha, diese Briten! Im Bild: der deutsch-amerikanische Jazzmusiker und Schlagersänger Bill Ramsey Mitte der 60er in Hamburg. UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
Der strenge Blick dieser Drehbuchautorin, ebenfalls in den 60ern, richtet unser Augenmerk wieder aufs Thema. VW back in the days, als sogar in London ... UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
... der deutsche Käfer 1967 zusammen mit der englischen Schauspielerin Vanessa Howard als Reklame-Sujet für das Musical «110 in the Shade» aufmarschieren durfte. UNITED ARCHIVES / TopFoto.co.uk
Die Kamera liebte den VW-Käfer. Das galt sowohl für Deutschland – wie hier in «Die Ente klingelt um ½ 8» von 1968 (Das ist mal ein Filmtitel!) mit Heinz Rühmann, ... UNITED ARCHIVES / IFTN
... aber das galt auch für die USA, wo VW dank «The Love Bug» («Ein toller Käfer») über die Kinoleinwand rollte. UNITED ARCHIVES
In den Hauptrollen – als Fahrer: Dean Jones, als Co-Pilot: Peter Thorndyke und als Auto mit einer Persönlichkeit: «Herbie». UNITED ARCHIVES
Noch so ein Käfer-Film, bei dem ein Trio voller Freunde waghalsige Abenteuer bestreitet: Die deutsche Komödie «Ein Käfer gibt Vollgas» aus Deutschland von 1972 – mit VW «Dudu», Joachim Fuchsberger und Rudolf Zehetgruber, der auch gleich selbst Regie geführt hat (billiger?!). UNITED ARCHIVES / IFTN
Scheinbar zog der Käfer beim Publikum, weil 1973 gleich einer «auf Extratour» ging. Diesmal ohne «Blacky» Fuchsberger (teurer?!). Regie und Hauptrolle: Rudolf Zehetgruber. Im Hintergrund: die Schweiz! UNITED ARCHIVES / IFTN
Regisseur Rudolf Zehetgruber hatte ein Pseudonym und nannte sich Schauspieler – eideidei! – Robert Mark. Auch Eidgenosse Walter Roderer war mit von der Film-Partie. UNITED ARCHIVES / IFTN
VW liess sich im Wirtschaftswunder in Deutschland nicht die Butter vom Brot nehmen, wie der Fuhrpark der Holsteinischen Margarinewerke «Wagner & Co.» in Elmshorn in den 50ern zeigt. UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
Dieses Wirtschaftswunder brauchte VW – und natürlich umgekehrt: In Deutschland wurden 16'255'500 Käfer gebaut (hier ein Bild von 1962), ... UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
... und weltweit wurden sogar 21'529'464 Exemplare des Modells hergestellt. Und VW ... UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
... hatte neben dem Käfer ja auch noch andere Zugpferde: hier ein Bus alias Transporter alias T1 (in den 50ern in Wolfsburg). Jung und unschuldig. Damals halt. UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
Da wurden Abgase einfach weggeblasen, und jedem ging das am Heck vorbei. UNITED ARCHIVES / Werner OTTO
Damals schneite es im Winter auch noch in den Tälern. Das Klima war ja auch noch okay! UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
VW war noch der Liebling der Medien: Ein Käfer holt vom Flughafen Hamburg dringliche Post für die deutsche «Tagesschau» ab. UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
Hier steht ein Übertragungswagen des Norddeutschen Rundfunks in den 60ern vor einer «Kaschemme», wie man in Hamburg die garstigen Beizen nennt. Und drei Autos daneben? Ein Käfer. Voilà! UNITED ARCHIVES / Siegfried Pilz
Und da ein Journalist mit einem verschwommen erkennbaren Käfer im Hintergrund. Ganz nebenbei: Damals war auch der Journalismus noch in Ordnung. ;) UNITED ARCHIVES / Roba Archiv
So, und nun nochmal alles ganz nackt Revue passieren lassen. Auf ans VW-Werk! UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
1) Früher war die Polizeiakte von VW noch blütenrein, der Konzern ein unbeschriebenes Blatt. UNITED ARCHIVES / Heinz Browers
2) VW hatte früher einen Haufen Arbeit vor sich. Gut, das gilt auch heute noch beim Abgasskandal. UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
3) VW konnte damals noch ganz selbstbewusst Dampf ablassen. Das macht heute nur Ärger! UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
4) Keine Roboter: Damals haben noch Menschen die Arbeit gemacht (die ihnen das Fliessband zuführte). UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres
5) Damals waren Männer noch echte Kerle! UNITED ARCHIVES / Roba Archiv
6) Früher war alles besser! UNITED ARCHIVES / Werner OTTO
So, nun ist Schicht! UNITED ARCHIVES / 90062/KPA/Andres

Der Abgas-Skandal 

Abgas-Affäre: Deutsche Kundin klagt gegen VW und will ihr Auto zurückgeben

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