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Schweizer Top-Verwaltungsräte kassieren weniger

Publiziert: 10.05.21, 13:41 Aktualisiert: 10.05.21, 15:27

Christoph Franz muss mit weniger Lohn zurecht kommen. Bild: KEYSTONE

Im Coronajahr 2020 haben die wichtigsten börsenkotierten Schweizer Unternehmen bei ihren Verwaltungsräten gespart: Sowohl die Präsidenten als auch die übrigen Mitglieder kassierten im Schnitt tiefere Vergütungen.

2,24 Millionen Franken erhielten die Verwaltungsratspräsidenten letztes Jahr im Schnitt als Honorar und Bonus. Damit bezahlten die grössten börsenkotierten Schweizer Firmen durchschnittlich 3 Prozent weniger an die Vorsitzenden ihres obersten Führungs- und Aufsichtsgremiums als noch 2019. Die übrigen Verwaltungsratsmitgliedern erhielten durchschnittlich sogar 4 Prozent weniger Vergütungen. Dies zeigt eine Datenanalyse der Nachrichtenagentur AWP.

Von der AWP analysiert wurden die Angaben jener Firmen aus dem Swiss Leader Index (SLI), die ihren Geschäftsbericht bereits veröffentlicht haben. Neben dem Fixhonorar wurden auch allfällige Boni einbezogen, wobei deren Anteil in der Regel im Gegensatz zu den CEO-Löhnen eher gering ist. Im Sinne der Vergleichbarkeit wurde der Wert von Aktien mit einer Sperrfrist mit ihrem gesamten Marktwert Ende 2020 berücksichtigt.

Lohnreduktion bei Roche, Temenos und Swatch

14 von 26 Unternehmen haben bei der Entlöhnung des Verwaltungsratspräsidenten gespart. So kassierte Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz 2020 rund 5,7 Millionen Franken und damit eine halbe Million weniger als 2019. Er ist damit trotzdem noch der bestbezahlte Verwaltungsratspräsident, auch wenn ein Teil dieser Vergütung Aktien mit einer Sperrfrist von zehn Jahren umfasst.

Temenos-Präsident Andreas Andreades erhielt 2020 ein Honorar von 5,4 Millionen Franken, was über 400'000 Franken weniger ist als noch 2019. Deutlich weniger Lohn und Boni bekam auch die Verwaltungsratspräsidentin von Swatch, Nayla Hayek. Mit etwas mehr als 3,5 Millionen Franken verdiente sie fast ein Viertel weniger als noch im Vorjahr.

Konstante Honorare bei Grossbanken

Bei den Grossbanken blieb das Lohnniveau auf der höchsten Ebene im Verwaltungsrat konstant. UBS Verwaltungsratspräsident Axel Weber kassierte mehr als 5,2 Millionen Franken, bei Credit Suisse Verwaltungsratspräsident Urs Rohner waren es 4,7 Millionen Franken. Allerdings verdienten die übrigen Verwaltungsratsmitglieder bei beiden Finanzgiganten deutlich weniger als noch 2019.

Gegen den Trend deutlich zugelegt hat Zurich-Verwaltungsratspräsident Michel Liès, der 2020 mit über 1,9 Millionen Franken über 400'000 Franken mehr vergütet bekam als noch im Vorjahr.

(aeg/sda/awp)

So viel haben die Schweizer Konzernchefs 2014 verdient

15. Platz: Fangen wir in den unteren Gefilden an: Michael Liès, verdiente als CEO bei der Versicherung Swiss Re 6'328'000 Franken. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
14. Platz: Das Pharma-Unternehmen Actelion zahlte seinem CEO Jean-Paul Clozel eine halbe Kiste mehr: 6'866'429 Franken. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
13. Platz: Dufry-CEO Julian Diaz Gonzalez bleibt knapp unter der sieben-Millionen-Grenze: 6'945'000 Franken. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
12. Platz: Ah eine Frau! Leider ist sie nur Begleiterin. Salma Hayek (Der andere Hayek kommt später) begleitet den Cartier-Chef Bernard Fornas und sein dickes Portemonnaie: 7'120'160 Franken. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
11. Platz: Der Agrarchemiekonzern Syngenta lässt für seinen CEO Michael Mack 7'155'191 Franken springen. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
10. Platz: Martin Senn erhielt von der Zurich Versicherung runde 7'200'000 Franken. KEYSTONE / WALTER BIERI
9. Platz: Jetzt der andere Hayek. Swatch-Group-CEO Nick Hayek schafft es mit seinen 7'457'045 Franken in die Top Ten. X00870 / DENIS BALIBOUSE
8. Platz: ABB-Chef Ulrich Spiesshofer steht mit 7'578'823 Franken knapp vor Hayek. X00493 / ARND WIEGMANN
7. Platz: Patrick G. De Maeseneire, CEO von Adecco, verdiente im letzten Jahr 7'945'500 Franken. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
6. Platz: Nestlé-Chef Paul Bulcke setzt sich mit 9'322'521 deutlich vom Vorplatzierten ab. X90072 / DENIS BALIBOUSE
5. Platz: Es war wohl sein letztes Gehalt von der Credit Suisse: Brady W. Dougan verdiente im letzten Jahr 9'700'000 Franken. Bald tritt er zurück. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
4. Platz: Knapp die Top drei verpasst hat der UBS-Chef. Sergio Ermotti landet mit seinen 11'163'347 Franken auf Platz vier. EPA/KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
3. Platz: Roche-CEO Severin Schwan jedoch schafft die Top drei. Er verdiente 11'985'408 Franken. X00493 / ARND WIEGMANN
2. Platz: CEO Joseph Jimenez von Novartis verdiente saftige 12'648'490 Franken. X00493 / ARND WIEGMANN
1. Platz: Der erste Platz geht an Steven L. Newman. Der Transocean-Chef verdiente 14'167'398 Franken. AP / MANUEL BALCE CENETA

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Video: watson / Helene Obrist, Emily Engkent

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