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Manuel Scheidegger am Hartlisberg in Steffisburg. bild: youtube/ls behind the camera gmbh

Berner Lehrer fährt mit dem Wheelie auf den Mount Everest

Publiziert: 24.06.20, 13:02 Aktualisiert: 24.06.20, 15:35

In Ermangelung von Velorennen erfreut sich in der Corona-Zeit ein anderes Format immer grösserer Beliebtheit. Beim sogenannten Everesting geht es darum, auf einem Velo 8848 Höhenmeter zu bezwingen – die Höhe des Mount Everest, des höchsten Bergs der Welt. Am Wochenende verbesserte der australische Radprofi Lachlan Morton den Rekord in der Höhenluft des US-Bundesstaats Colorado auf 7:29:57 Stunden.

Auch einem Schweizer gelang an diesem Wochenende ein historisches Everesting. Manuel Scheidegger, ein 40-jähriger Berufsschullehrer aus dem Kanton Bern, bewältigte die Aufgabe nur auf dem Hinterrad fahrend:

In kleinen Schritten denken

Scheidegger sass rund 21 Stunden lang im Sattel. 127 Mal fuhr er am Hartlisberg in Steffisburg eine 850 Meter lange Strecke mit 70 Höhenmetern hoch. Die Dunkelheit in der Nacht – er begann um 21 Uhr – sei besonders schwierig gewesen, erzählte er der «Jungfrau Zeitung». Deshalb sei er froh gewesen, dass ihn Kollegen abwechslungsweise begleiteten. «Als die Sonne aufging, habe ich mich sofort wieder sehr viel besser gefühlt.»

Ohnehin entscheide vor allem der Kopf über das Gelingen eines solchen Vorhabens, so Scheidegger. «Untrainiert kann man sowas natürlich nicht machen. Aber je länger so ein ‹Wettkampf› dauert, desto wichtiger wird die Kopfarbeit. Wenn ich anfangs an die 8848 Höhenmeter vom Mount Everest gedacht hätte, wäre ich vermutlich gar nicht erst aufs Rad gestiegen.» Er habe sich deshalb nicht den ganzen Berg vorgestellt, sondern sich immer nur einzelne Abschnitte als Ziel gesteckt, so der Ex-Inhaber des Wheelie-Stunden-Weltrekords (2015 schaffte er 25,72 Kilometer).

Scheideggers Ehefrau stammt aus Nepal – er hat also einen besonderen Bezug zum Himalaya und zum Mount Everest. Sein Everesting verband er deshalb mit einer Spendenaktion für sein Projekt «Wheels 4 Nepal». Er sammelt Geld, damit ein Waisenheim eine Velo-Werkstatt aufbauen kann. Dazu werden Gebäude benötigt, Werkzeuge, weitere Einrichtungen und es müssen auch diverse Bewilligungen eingeholt werden. Scheidegger rechnet mit Kosten von etwa 20'000 Franken. Etwa einen Drittel des nötigen Betrags habe er mittlerweile beisammen. (ram)

Ueli Steck – sein Alpinisten-Leben in Bildern

Ueli Steck ist tot. Der Berner Extrembergsteiger stürzte am Sonntagmorgen am Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, in den Tod. Bild: facebook.com/ueli.steck
Der 40-Jährige befand sich rund um das Everest-Basecamp auf einer Vorbereitungstour zur Akklimatisierung, als er abstürzte. Bild: facebook.com/ueli.steck
Steck befand sich seit Anfang April auf einer neuen Extrem-Expedition beim Mount Everest. Er wollte den höchsten Berg der Welt (8848m) besteigen und von dort so rasch wie möglich zum daneben gelegenen Lhotse (8511m) weitergehen. Die Tour wollte er ohne Sauerstoffflasche absolvieren und dazu noch ohne zusätzlichen Sauerstoff. Bild: facebook.com/ueli.steck
Die letzten Bilder von Ueli Steck: Vom Basecamp am Mount Everest unternahm er eine kurze Tour in der Nähe des Basecamps. Bild: facebook.com/ueli.steck
Ueli Steck mit Nima-Gelu und Tenji Sherpa im Basecamp in der Everest-Küche. Bild: facebook.com/ueli.steck
Steck montiert im Basecamp eine Klimmzugstange. Bild: facebook.com/ueli.steck
Steck galt als einer der weltbesten Solokletterer und war vor allem durch sehr schnelle Begehungen hochalpiner Routen bekannt. Immer wieder stellte er neue Rekorde auf und überraschte mit nicht für möglich gehaltenen Erstbesteigungen. Bild: facebook.com/ueli.steck
Die Eigernordwand durchkletterte er im November 2015 auf der Heckmair-Route solo in 2:22.50 Stunden. Natürlich Rekord! Bild: facebook.com/ueli.steck
Im Juni 2004 bestieg er mit Stephan Siegrist Eiger, Mönch und Jungfrau innerhalb von 25 Stunden. Bild: facebook.com/ueli.steck
2005 schaffte Steck den «Khumbu-Express», die erste Solodurchsteigung der Cholatse-Nordwand (6440m) und der Tawoche-Ostwand (6505m). Dafür wurde er vom Klettermagazin «Climb!» zu einem der drei besten Alpinisten Europas gewählt. Bild: facebook.com/ueli.steck
2007 wurde Steck an der Südflanke der Annapurna von einem herabfallenden Stein getroffen. Bewusstlos und mit zertrümmertem Helm rutschte Steck mehr als 200 Meter ab, blieb aber bis auf Prellungen und eine Gehirnerschütterung unverletzt. Bild: facebook.com/ueli.steck
2008 brachen Steck und sein Begleiter Simon Anthamatten ihre Besteigung des Annapurna ab, um dem verunglückten spanischen Bergsteiger Iñaki Ochoa de Olza zu helfen. Steck konnte Ochoa noch lebend erreichen, dennoch verstarb dieser kurze Zeit später. Bild: facebook.com/ueli.steck
2013 kam es während einer Everest-Expedition zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Steck und seinen Begleitern mit rund hundert Sherpas. Steck wurde von einem Stein im Gesicht getroffen. Die drei europäischen Bergsteiger mussten ihre Expedition daraufhin abbrechen. Bild: facebook.com/ueli.steck
Im Sommer 2015 bestieg Steck in nur 62 Tagen alle 82 Viertausender der Alpen, wobei er die Strecken zwischen den Bergen entweder zu Fuss, mit dem Fahrrad oder dem Gleitschirm zurücklegte. 117'450 Höhenmeter und 1770 Kilometer Wegstrecke absolvierte er auf seiner Rekordtour. Bild: facebook.com/ueli.steck

Schlange stehen für den höchsten Gipfel der Welt

Video: SRF / SDA SRF

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