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Junger US-Polizist vor Gericht: Er soll einen Schwarzen «ohne Grund» erschossen haben

Publiziert: 26.01.16, 00:06 Aktualisiert: 26.01.16, 06:37

In der US-Grossstadt New York muss sich ein Polizist vor Gericht verantworten, weil er im November 2014 einen unbewaffneten Afroamerikaner erschossen hat. Der 28-Jährige soll laut Staatsanwalt «ohne Grund» das Feuer eröffnet haben.

Der Polizist hatte den ebenfalls 28-jährigen Schwarzen erschossen, als dieser ein dunkles Treppenhaus im Stadtteil Brooklyn hinab ging. Er zog seine Waffe und tötete ihn, ohne dass sich der Vater einer kleinen Tochter verdächtig verhalten haben soll.

Der Staatsanwalt sagte in seinem Eröffnungsplädoyer am Montag, der Polizist habe anschliessend «kostbare Zeit» vergeudet habe, weil er sich mit seinem Kollegen gestritten habe, anstatt einen Notarzt zu rufen.

Der Beamte, der wegen Totschlags und anderer Vorwürfe angeklagt ist, plädiert auf nicht schuldig. Die Verteidigung erklärte, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe. Die Anwältin des Polizisten sagte, ihr Mandant habe in der Dunkelheit zunächst gar nicht bemerkt, dass er jemanden getroffen habe.

Dem Polizisten drohen bei einem Schuldspruch bis zu 15 Jahre Haft. Das Urteil könnte in drei bis vier Wochen fallen. (wst/sda/afp)

Polizeigewalt in Chicago: Elektroschocks in der Zelle

Polizisten traktieren mit Elektroschockpistolen den Gefangenen Philip Coleman: Die Polizei in Chicago hat nun dieses Video veröffentlicht. Der Fall ereignete sich bereits im Dezember 2012 - aber die Aufnahme dürfte die Debatte über Gewalt von Polizisten in der Stadt befeuern. EPA/CHICAGO POLICE DEPARTMENT / CHICAGO POLICE DEPARTMENT / HANDOUT
Coleman wurde von Polizisten auch über den Fußboden geschleift. Später starb er im Spital - laut Polizei an allergischen Reaktion auf ein Medikament. Ein Mediziner stellte jedoch auch Verletzungen am Körper Colemans fest. EPA/CHICAGO POLICE DEPARTMENT / CHICAGO POLICE DEPARTMENT / HANDOUT
Coleman ist einer von vielen Schwarzen, die Opfer von Polizeigewalt wurden. Slogans wie dieser bei einer Demonstration in Chicago sind daher verständlich. Getty Images North America / Scott Olson
Bürgermeister Rahm Emanuel will mit einer neuen Kommission des Fehlverhaltens in der Polizei Herr werden. Er kritisierte das Verhalten der Polizisten im Fall Coleman. Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass Emanuel ein Video mit Polizeigewalt kommentieren muss. EPA/EPA / TANNEN MAURY
Anfang Dezember wurde ein Video veröffentlicht, das den Tod des schwarzen Teenagers Laquan McDonald zeigt. Der 17-Jährige wurde von dem weißen Polizisten Jason Van Dyke erschossen - insgesamt trafen ihn 16 Kugeln. Das Video wurde mehr als ein Jahr nach McDonalds Tod veröffentlicht, und zwar erst auf Anordnung eines Richters. AP/Chicago Police Department
Van Dyke ist wegen Mordes angeklagt, kam aber gegen Kaution frei. Seine Schüsse befeuerten in Chicago die Debatte über Polizeigewalt - insbesondere gegen Schwarze. AP/AP / Charles Rex Arbogast
Schon nach der Veröffentlichung des McDonald-Interviews standen Bürgermeister Emanuel und Polizeichef Garry McCarthy in der Kritik. Emanuel feuerte McCarthy schliesslich - nun bekommt er selbst die Wut der Bürger ab. X90065 / JIM YOUNG
Für viele Bürger Chicagos - und einige Kommentatoren - ist der Polizeichef nicht mehr tragbar. Getty Images North America / Scott Olson
Im Fall McDonald musste sich auch Staatsanwältin Anita Alvarez Kritik gefallen lassen. Warum dauerte es mehr als 400 Tage, ehe Anklage erhoben wurde - wo doch die Indizienlage überaus klar ist? Wenn ein Richter nicht die Veröffentlichung eines Überwachungsvideos angeordnet hätte, wäre Van Dyke womöglich immer noch im Polizeidienst, vermuten Kritiker. X90065 / JIM YOUNG

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