Schweiz
Facebook

Facebook-Video um Matterhorn-Skifahrer stammt aus Slowenien

Ein Skifahrer hält die Facebook-Community in Atem. 
Ein Skifahrer hält die Facebook-Community in Atem.
screenshot: facbook/iloveswitzerland

Fake! Millionenfach geklicktes Facebook-Video um Matterhorn-Skifahrer stammt aus Slowenien

22.03.2016, 01:5422.03.2016, 11:34

Viele Schweizer haben das Matterhorn noch nicht einmal gesehen, einige waren schon in Zermatt, ein paar wenige haben den Gipfel sogar erklommen. Mit den Skiern das «Horu» runtergefahren, das hingegen, ist noch niemand. Oder etwa doch?

Gestatten: Matterhorn, Schweizer Wahrzeichen im Wallis, 4478 Meter hoch. 
Gestatten: Matterhorn, Schweizer Wahrzeichen im Wallis, 4478 Meter hoch.
Bild: EPA/KEYSTONE

Seit Tagen kursiert auf der Facebook-Page «I love Switzerland!» ein Video, in dem zu sehen ist, wie ein Mann mit Skiern einen nicht genau erkennbaren Berg bezwingt. Die Clip-Unterschrift: «Au sommet du Cervin! Impressionnant!!! The top of the Matterhorn! Awesome!!!»

Der Rummel um den Post ist gigantisch: Bereits sieben Millionen Menschen haben sich das rund vierminütige Video in der vergangenen Woche angeschaut. Dabei haben sich über 80'000 Shares und mehr als 40'000 Likes angesammelt. Ja, sogar die deutsche Zeitung «Bild» und der britische «Daily Mail» haben darüber berichtet.

Doch die Aufregung ist umsonst. Der Abenteuersportler hat zwar tatsächlich ausserordentliches vollbracht, doch die Abfahrt hat an einem anderen Ort der Welt stattgefunden: Beim Gipfel im Video handelt es sich um den Berg «Dolgi Hrbet» in Slowenien, nahe der österreichischen Grenze. Bereits seit 2014 ist die Wahnsinnsabfahrt auf Youtube zu finden.

Das Originalvideo: Davo Karnicar auf dem Berg «Dolgi Hrbet».
YouTube/Mitja Urh

Beim Athleten, der im Clip nur schwer zu erkennen ist, handelt es sich um den 53-jährigen Davo Karnicar. Der Slowene ist  ein bekannter Freerider, er fuhr unter anderem als erster Mensch mit zwei Brettern nonstop den Mount Everest runter. In seinem Leben hat Karnicar bereits über 1500 Gipfel erklommen und sie mit den Skiern bezwungen, das Matterhorn gehört jedoch nicht dazu. (cma)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Hören wir auf zu zögern: KI kann unser Gesundheitssystem stärken
Weder Bedrohung noch Wunder – KI verändert das Schweizer Gesundheitssystem bereits. Nun gilt es, die Risiken zu regulieren und uns nicht von Ängsten lähmen zu lassen, um ihr volles Potenzial zu nutzen.
Über die Risiken der Künstlichen Intelligenz wird viel gesprochen – manchmal sogar zu viel. Währenddessen spart KI in Schweizer Spitälern bereits Zeit, verbessert die Pflege und unterstützt die Teams. Die Schweiz geht eher vorsichtig vor, aber sie macht Fortschritte. Und das ist gut so, denn das Potenzial ist enorm.
Zur Story