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Apple gibt erstmals Einblick ins Innerste des iPhone-Betriebssystems

Nachdem zunächst vermutet wurde, dass es sich um ein Versehen handle, hat Apple mittlerweile bestätigt, dass der sogenannte Kernel von iOS 10 mit voller Absicht nicht verschlüsselt wurde.

Publiziert: 23.06.16, 15:10 Aktualisiert: 23.06.16, 15:33

Apple erlaubt Experten erstmals einen Blick in das Innere des Betriebssystems seiner iPhones und iPad-Tablets. In der für Software-Entwickler freigegebenen Beta-Variante der nächsten Version iOS 10 ist der System-Kern – der sogenannte Kernel – nicht verschlüsselt.

Apple bestätigte am Donnerstag, dass der Code absichtlich offengelegt wurde. Im Kernel lagerten keine Nutzer-Daten und ohne Verschlüsselung könne man die Leistung der Software besser optimieren.

«Als hätte man bei einem Fahrstuhl die Türen vergessen»

Der Kernel regelt als zentrales Element des Betriebssystems unter anderem das Zusammenspiel zwischen Geräte-Hardware und Software. Wenn Software-Entwickler jetzt unter die Haube blicken können, sind die Chancen grösser, dass sie eventuelle Schwachstellen finden, die Apple dann schliessen kann.

In den vergangenen Tagen war gerätselt worden, ob Apple mit Absicht oder aus Versehen die Verschlüsselung wegliess. Letzteres wurde aber für eher unwahrscheinlich gehalten. Das wäre, «als hätte man bei einem Fahrstuhl die Türen vergessen», sagte etwa der IT-Sicherheitsexperte Jonathan Zdziarski der Zeitschrift «Technology Review».

(sda/dpa)

Die neuen Funktionen von iOS 10 und macOS Sierra

iOS 10 sei das grösste Update, das Apple bisher für sein mobiles Betriebssystem entwickelt hat, sagten Apples Manager auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz, der WWDC, in San Francisco. Auf den ersten Blick ist davon – abgesehen von der neuen Home-App – kaum etwas zu bemerken. Die hier abgebildete News-App gibt es in der Schweiz bisher nicht, respektive nur über Umwege.
Die wichtigsten Neuerungen gibt es, von links nach rechts, in Apple Maps, der Foto-App, der Nachrichten-App, bei Siri und auf dem Lockscreen.
Viele der Neuerungen drehen sich um die am häufigsten genutzte App, die Chat-App «Nachrichten». Unter anderem können Drittanbieter nun eigene Chat-Emojis zum Kauf anbieten.
Für Apples Heimsteuerungstechnik gibt es endlich eine App, die alle fernsteuerbaren Funktionen zusammenfasst.
In der Nachrichten-App lassen sich Chats jetzt durch allerlei grosse und kleine Effekte intensiver gestalten.
Auch Animationen können in die Chats eingefügt werden. So wie hier Luftballons, die über den Bildschirm fliegen. Apple
Wer mag, kann die Nachrichten-App künftig automatisch nach Wörtern suchen lassen, die durch Emojis ersetzt werden könnten.
Um Chats ein wenig persönlicher zu gestalten, wird man kurze Nachrichten handschriftlich aufs Display kritzeln können.
Die Integration von App-Daten und Siri in Maps kann zum Beispiel zu einem Szenario wie diesem führen, in dem der Nutzer Siri bittet, eine Möglichkeit zu suchen, zum Flughafen von San Francisco (SFO) zu fahren. In diesem Fall schlägt das System den Fahrdienst Lyft vor und bietet an, auch gleich einen Fahrer zu bestellen. apple
Reichlich berarbeitet wurde die Foto-App, die jetzt beispielsweise selbstständig eine Gesichtserkennung auf allen Fotos durchführen und alle Bilder einer Person zusammenfassen kann.
Memories nennt Apple eine Automatikfunktion, die zusammenhängende Aufnahmen zu einer Art Diashow zusammenfügt. Etwas ganz Ähnliches bietet Google schon lange in seiner Fotos-App an. Apple
Dieselben automatisch erzeugten Bilder-Shows gibt es mit macOS Sierra auch in der Fotos-App auf dem Mac. Apple
Mit iOS 10 wird auch eine neue Übersicht der jeweils anstehenden Termine und Verabredungen sowie häufig genutzter Apps eingeführt.
Zumindest in den USA wird man mit macOS Sierra auch Apple Pay im Web benutzen können. Ein iPhone braucht man zur Identifizierung aber auch hier noch.
Eine der wichtigsten Neuerungen von macOS Sierra ist die Integration von Siri in das Desktop-Betriebssystem.
Über die Online-Festplatte iCloud-Drive soll es mit iOS 10 und macOS Sierra leichter werden, Datenbestände auf Mac, iPad und iPhone zugleich zu benutzen.
Unter anderen soll man Siri am Mac dazu nutzen können, den eigenen Computer nach bestimmten Dateien zu durchsuchen. Eine Aufgabe, die mit der Maus länger dauern dürfte.
Auch auf dem Mac wird die Nachrichten-App bearbeitet und kann dort zum Beispiel dreimal grössere Emojis als bisher anzeigen.
Das war's für den Moment. iOS 10 und macOS Sierra kommen laut Ankündigung im Herbst. Erste Testversionen für Entwickler sind bereits verfügbar, sogenannte Public-Beta-Versionen werden folgen. AP/FR155217 AP / Tony Avelar

Das bietet die Entwickler-Version von Apples macOS Sierra

macOS Sierra: Auf den ersten Blick sieht Apples neues Betriebssystem nicht viel anders aus als die Vorgängerversion. Doch schon auf diesem Bild sind zwei neue Funktionen zu sehen, unter anderem die digitale Sprachassistentin Siri.
Siri kann zum Beispiel im Web nach passenden Bildern zu einem bestimmten Begriff suchen. Die Ergebnisse sind sehr gut. Nur sollte man genau überlegen, ob und wie man sie verwenden will, denn Siri zeigt alles an, egal ob urheberrechtlich geschützt oder nicht. In den Suchergebnissen gibt es dazu nur einen knappen Hinweis.
Im Alltag kann Siri beispielsweise helfen, indem sie nachschaut, wie viele E-Mails man bekommen hat.
Per Sprachbefehl lässt sich Siri auch zum Diktat bitten. In der Regel funktioniert das gut, auch wenn sie manchmal einzelne Worte falsch interpretiert.
Sehr nützlich: Auch Systemeinstellungen lassen sich per Sprachbefehl verändern. Hier zeigt sich auch, dass Siri auch dem Fluss eines Gesprächs folgen kann.
Über das Universal Clipboard kann man Copy and Paste jetzt auch zwischen Geräten durchführen. Hier wurde ein Foto auf dem iPhone kopiert und – ohne eine Verbindung zwischen den Geräten herzustellen – auf dem Mac in ein Dokument eingesetzt.
In iTunes wurde vor allem der Bereich für Apple Music optisch umgebaut. Mehr Weissraum, grössere Schriften, grössere Bilder lassen das Angebot jetzt grosszügiger erscheinen – und sollen es leichter machen, neue Musik zu finden.
Auch der Bereich «„Für Dich“» wurde an das neue Design angepasst. Statt der schier endlosen Listen an Playlisten und Alben, die man bisher zu sehen bekam, wird nun pro Wochentag nur noch eine davon angeboten. Dafür gibt es aber jeden Tag ein anderes Angebot.
Über die Funktion iCloud-Desktop kann man einstellen, dass Dateien, die man auf dem Desktop oder im Dokumente-Ordner ablegt, automatisch mit der Cloud abgeglichen werden. So kann man von mehreren Rechnern auf denselben Datenbestand zugreifen.
Über die Funktion «Chaos reduzieren» kann man ältere, selten genutzte Dateien anzeigen lassen und gegebenenfalls löschen.
In den Systeminformationen, im Menü «Über diesen Mac» sind die Funktionen versteckt, die automatisch die Speichernutzung optimieren, indem sie wenig genutzte Dateien in die iCloud auslagern und beispielsweise bereits gesehene Filme löschen.
Tabs sind in macOS Sierra nicht mehr eine Funktion, die es beispielsweise nur im Browser gibt, sondern einen Systemfunktion, die mit allen Programmen funktioniert, die mehrere Fenster unterstützen. So wie hier die Karten-App Apple Maps.
Die Bild-in-Bild-Funktion ermöglicht es, Videos in beliebiger Grösse über dem Desktop schweben zu lassen. So kann man etwa einen Film sehen, während man E-Mails löscht. Mit YouTube funktioniert das noch nicht, dafür umso besser mit Vimeo. iTunes soll diese Funktion in einer späteren Version bieten.
Hübsch übersichtlich zeigt die neue Fotos-App an, wo man seine Schnappschüsse gemacht hat und wie viele es sind.
Als Erinnerungen bezeichnet Apple automatisch zusammengestellte Sammlungen von Aufnahmen, die einen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang haben.
Zu jedem Foto kann man sich genau anzeigen lassen, wo es aufgenommen worden ist und wie viele Schnappschüsse man in der Nähe noch gemacht hat. Zumindest, sofern mit dem Bild auch GPS-Daten gespeichert worden sind.
In den Bildbearbeitungsfunktionen findet man ein neues Tool namens Markup, mit dem sich leicht und schnell Anmerkungen in ein Foto hineinkritzeln lassen.
Unterhalb seiner Fotos kann man sich die übrigen Bilder als Slider anzeigen lassen. Eine Funktion, die von iOS übernommen wurde und ein Beispiel dafür, wie Apple iOS und macOS einander ähnlicher macht.
Eine weitere neue Bildbearbeitungsfunktion findet man im Lichtmenü. Die Brillanz genannte Funktion tut genau, was ihr Name sagt. Sie fügt Bildern Brillanz hinzu oder nimmt sie heraus.
Statt nur den Linktext anzuzeigen, präsentiert die Nachrichten-App jetzt eine Vorschau von Webseiten. YouTube-Videos können direkt in der App abgespielt werden.
Emojis werden in der Nachrichten-App jetzt dreimal grösser als bisher dargestellt – zumindest meistens. Das macht es vor allem auf hochauflösenden Displays leichter, die kleinen Symbolbilder zu erkennen.

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