Noch ist die Morandi-Brücke nicht ansatzweise wieder repariert.
Bild: AP/AP
Er sollte Brücke von Genua untersuchen – jetzt schmeisst ETH-Professor den Bettel hin
Bei dem Kollaps der Morandi-Brücke in Genua im August 2018 verloren 43 Menschen ihr Leben. Über 500 mussten ihr Zuhause verlassen. Nach dem verheerenden Einsturz begann die Diskussion um die Schuldfrage. Wie konnte es so weit kommen?
Im Verlauf der Untersuchungen wandten sich die italienischen Behörden auch an einen Schweizer Sachverständigen. Bernhard Elsener ist ETH-Professor und Korrosionsexperte. Er wurde gebeten, Trägerteile der Brücke zu untersuchen, die bei dem Einsturz in die Tiefe fielen. Elsener freute sich auf diese Aufgabe und sagte gegenüber dem «Blick», der Auftrag sei eine grosse Ehre für ihn.
Kurz darauf machte er in einem Interview mit dem Radiosender RSI die Aussage, dass wenn alle Trägerteile verstärkt worden wären, die Brücke heute noch stehen würde.
Zu viel Klartext, fanden nicht nur die Anwälte der Beschuldigten, sondern auch eine Staatsanwältin, die den Zürcher Professor ins Boot geholt hatte. Wie der «Blick» schreibt, wurde erwogen, Elsener aus der Untersuchung auszuschliessen.
Jetzt ist Elsener den italienischen Behörden zuvor gekommen. Er reichte seinen Rücktritt ein. Gegenüber der Zeitung sagte er, das Ganze sei ihm sowieso zu viel geworden. Wenn er weiter an dem Brückengutachten gearbeitet hätte, wäre er gar nie mehr nach Hause gekommen. Die Untersuchung wird nun von einem italienischen Kollegen weitergeführt. (sar)
Autobahnbrücke in Genua eingestürzt
Nach dem verheerenden Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua rückt die Frage nach der Ursache für die Katastrophe in den Fokus. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Die Suche nach Überlebenden in den Trümmern ging auch in der Nacht zu Mittwoch weiter. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Am Morgen lag die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer bei 35, wie das Innenministerium mitteilte. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Um die 30 Fahrzeuge waren zu der Zeit auf der Brücke unterwegs: Autos wurden in die Tiefe gerissen, Lastwagen stürzten in den Fluss Polcevera. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Nach dem Unglück waren mehr als 300 Rettungskräfte im Einsatz. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Die Zahl der Todesopfer beim Brückeneinsturz in Genua steigt weiter. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa stürzte die Brücke in mehr als 40 Metern Höhe auf einem etwa 200 Meter langem Stück ein. AP/AP / Antonio Calanni
Die Brücke der Autobahn A10 war gegen 11.30 Uhr bei strömendem Regen eingebrochen. EPA/ITALIAN FIREFIGHTERS / ITALIAN FIREFIGHTERS HANDOUT
Der Fahrer dieses Lastwagens auf der Brücke vor der Absturzstelle steht laut Medienberichten unter Schock. AP/AP / Antonio Calanni
An der eingestürzten Brücke waren zum Zeitpunkt der Tragödie Bauarbeiten im Gange. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Nach Angaben aus Kreisen der Ermittler starben dutzende Menschen, 30- 35 Fahrzeuge seien betroffen gewesen. AP/Vigili Del Fuoco
Der Polcevera-Viadukt, das umgangssprachlich nach seinem Planer Riccardo Morandi benannt ist, ist eine innerstädtische Autobahnbrücke mit einer Gesamtlänge von 1182 Metern.
Verkehrsminister Danilo Toninelli schrieb auf Twitter, es bahne sich eine «riesige Tragödie» an. AP/ANSA / Luca Zennaro
Die Brücke der Autobahn A10 sei gegen 11.30 Uhr bei strömendem Regen eingebrochen. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Das Bauwerk stammt aus den 1960er Jahren. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Es stürzte in 40 Metern Höhe auf einer Länge von etwa 200 Metern ein. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
In sozialen Netzwerken veröffentlichte Bilder zeigten, dass ein grosser Teil der Ponte Morandi, der auch als Polcevera-Viadukt bezeichnet wird, fehlte. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Die Agentur Agi berichtete, die Feuerwehr berge «zahlreiche Personen» aus den Trümmern. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Vier Schwerverletzte wurden demnach bereits ins Spital gebracht. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Zeugenaussagen berichten von einem Blitzschlag auf der Brücke.
AP/ANSA / Luca Zennaro
Die Brücke führt unter anderem über Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet. EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
Schwierige Rettungsarbeiten. AP/ANSA / Luca Zennaro
Die Autobahn 10 wurde gesperrt. EPA/ITALIAN FIREFIGHTERS / ITALIAN FIREFIGHTERS HANDOUT
Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, vermuteten die Behörden, dass der Einsturz durch strukturelle Schwächen am Bau ausgelöst worden sei.
Abriss der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua beginnt
Video: SRF / Roberto Krone
Das könnte dich auch interessieren: