DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A view of of the Morandi bridge in Genoa, Italy, Saturday, Feb. 9, 2019. Workers taking apart the remains of a bridge which collapsed in Aug. 2018 are set to remove a 40 meter beam, seen in between the red machinery. A large section of the bridge collapsed over an industrial area in the Italian city of Genova last summer during a sudden and violent storm, leaving vehicles crushed in rubble below and killing 43 people. (AP Photo/Antonio Calanni)

Noch ist die Morandi-Brücke nicht ansatzweise wieder repariert. Bild: AP/AP

Er sollte Brücke von Genua untersuchen – jetzt schmeisst ETH-Professor den Bettel hin



Bei dem Kollaps der Morandi-Brücke in Genua im August 2018 verloren 43 Menschen ihr Leben. Über 500 mussten ihr Zuhause verlassen. Nach dem verheerenden Einsturz begann die Diskussion um die Schuldfrage. Wie konnte es so weit kommen?

Unsere Reportage aus Genua:

Im Verlauf der Untersuchungen wandten sich die italienischen Behörden auch an einen Schweizer Sachverständigen. Bernhard Elsener ist ETH-Professor und Korrosionsexperte. Er wurde gebeten, Trägerteile der Brücke zu untersuchen, die bei dem Einsturz in die Tiefe fielen. Elsener freute sich auf diese Aufgabe und sagte gegenüber dem «Blick», der Auftrag sei eine grosse Ehre für ihn.

Kurz darauf machte er in einem Interview mit dem Radiosender RSI die Aussage, dass wenn alle Trägerteile verstärkt worden wären, die Brücke heute noch stehen würde.

Zu viel Klartext, fanden nicht nur die Anwälte der Beschuldigten, sondern auch eine Staatsanwältin, die den Zürcher Professor ins Boot geholt hatte. Wie der «Blick» schreibt, wurde erwogen, Elsener aus der Untersuchung auszuschliessen.

Jetzt ist Elsener den italienischen Behörden zuvor gekommen. Er reichte seinen Rücktritt ein. Gegenüber der Zeitung sagte er, das Ganze sei ihm sowieso zu viel geworden. Wenn er weiter an dem Brückengutachten gearbeitet hätte, wäre er gar nie mehr nach Hause gekommen. Die Untersuchung wird nun von einem italienischen Kollegen weitergeführt. (sar)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

1 / 32
Autobahnbrücke in Genua eingestürzt
quelle: epa/ansa / luca zennaro
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Abriss der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua beginnt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Habe bloss meine Pflicht getan»: Das sagt der Schweizer Hobbyfilmer zur Stresa-Enthüllung

Über 300'000 Seilbahn-Fotos hat Hobbyfilmer Michael Meier schon geschossen. Seine Aufnahmen belegen womöglich, dass die Bremsen der Unglücksbahn von Stresa seit Jahren manipuliert worden sind. Im Gespräch mit watson sagt er, wie es dazu kam.

Seit über 20 Jahren knipst der Schweizer Seilbahn-Fan Michael Meier Gondelbahnen. «Mein Archiv umfasst 300'000 Fotos und 50'000 Videos», sagt er zu watson. Seine Aufnahmen könnten nun einen wichtigen Beitrag leisten, die Hintergründe des Seilbahn-Unglücks am Lago Maggiore zu klären. 2014, 2016 und 2018 hat er die Unglücksbahn «Funivia Monte Mottarone» in Stresa IT gefilmt.

Seine Videoaufnahmen legen nahe, dass die Fangbremsen des Bähnlis seit Jahren manipuliert worden sind. Dies enthüllte am …

Artikel lesen
Link zum Artikel