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GERICHTSZEICHNUNG - Gerichtszeichnung aus dem Prozess mit dem ehemaligen Schulzozialarbeiter, links, und der Gerischtsschreiberin. Dem Angeklagten wird der Missbrauch von 20 Jugendlichen vorgeworfen und steht vor dem Regionalgericht, am Dienstag, 11. November 2014, in Thun. (KEYSTONE/Zeichnung Karin Widmer)

Gerichtszeichnung aus dem Prozess mit dem ehemaligen Schulsozialarbeiter und der Gerichtsschreiberin. Bild: KEYSTONE

21 Buben missbraucht

Berner Sozialpädagoge zu 9,5 Jahren und «kleiner Verwahrung» verurteilt



Ein Sozialpädagoge ist am Mittwoch vom Regionalgericht in Thun wegen des Missbrauchs von 21 Buben zu einer Freiheitsstrafe von 9,5 Jahren verurteilt worden. Das Gericht hat die Strafe zugunsten einer stationären therapeutischen Massnahme aufgeschoben.

Diese sogenannte «kleine Verwahrung» war am Vortag bereits von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gefordert worden. Die Massnahme bedeutet, dass der Mann erst auf freien Fuss gesetzt werden kann, wenn die Ärzte dies dereinst aufgrund des Therapieverlaufs für angezeigt halten.

Fünf Jahre Berufsverbot

Bei der Freiheitsstrafe hatte die Staatsanwaltschaft acht Jahre gefordert. Der Verteidiger hatte für eine Freiheitsstrafe von maximal sechseinhalb Jahren plädiert, unter anderem weil aus Sicht des Angeklagten keine körperliche Gewalt im Spiel gewesen sei.

Das Regionalgericht sprach den Beschuldigten trotzdem der sexuellen Nötigung und sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig. Ausserdem erhielt der Mann ein Berufsverbot von fünf Jahren. Der Gerichtspräsident verwies in seiner mündlichen Begründung des Urteils auf zwei Fälle, in denen der Tatbestand der sexuellen Nötigung gegeben war. In einem Fall habe es Gewaltanwendung gegeben, im anderen sei das Opfer mit Alkohol widerstandsunfähig gemacht worden.

Der Beschuldigte selbst ist weitgehend geständig, befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug und möchte die Anfang Jahr angetretene Therapie fortsetzen, wie er am Vortag vor Gericht sagte. Der 44-Jährige hatte sich selber eine kleine Verwahrung und ein Berufsverbot erhofft. Ein Gutachten bescheinigte dem Mann, grundsätzlich therapierbar zu sein.

«Pionierarbeit» geleistet

Der Mann galt als Pionier der Schulsozialarbeit, wurde von Medien porträtiert und gewann Auszeichnungen. Bei seiner Tätigkeit in den Kantonen Bern, Baselland und Solothurn schaute offensichtlich niemand genau hin, wenn der Mann Berufliches mit Privatem vermischte und Buben mit nach Hause nahm.

So kam es zwischen 1998 und 2011 zu den Übergriffen. Zumeist verging sich der Mann in seiner Wohnung oder in Alphütten an den Buben. Zum Teil waren Alkohol und Marihuana im Spiel. Die Opfer waren zwischen achteinhalb und 15 Jahre alt. Pornographische Aufnahmen seiner Opfer gab er im Internet an einen Pädosexuellen in den USA weiter. (whr/sda) 

(aeg/sda)

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