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epa02952583 A portrait of Steve Jobs, featured on the frontpage of the Apple website and seen an iPhone screen, is reflected on the back side of another iPhone in Berlin, Germany, 06 October 2011. Co-founder and long-standing head of Apple died on 05 October 2011 at the age of 56 in California. Jobs battled pancreatic cancer for many years.  EPA/ARNO BURGI

Grosser U2-Fan: Steve Jobs. Bild: EPA

Briefe von der Heimatfront

Briefe von der Heimatfront

Was steht wirklich in den Apple-Mails?



Seine ehrliche, direkte Art wird ihm posthum zum Verhängnis: Immer mehr Mails des Apple-Gurus Steve Jobs werden zum Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen. So geht es derzeit um die Frage, ob Kunden gezwungen wurden, ausschliesslich Musik aus dem Apple-Store auf den iPod zu laden. Jobs' E-Mails zum Thema könnten hier durchaus als Beweis gewertet werden: «Ich möchte, dass auf allen unseren Geräten ausschliesslich mein Lieblingslied von U2 gespielt wird, extrem laut, in Endlosschleife und rückwärts, bis den Zombies da draussen das Gehirn zu Brei zerrinnt und ihnen durch die Ohrstöpsel rausläuft!», heisst es in einer Nachricht an seine dreijährige Tochter iSabel. 

Schon jetzt befinden sich die Aktienkurse des Konzerns im Sturzflug; um die Verluste auszugleichen, führt der Konzern harte Sparmassnahmen ein: Die Apple-Angestellten in Bangladesch müssen nun 32 statt bisher 26 Stunden am Tag arbeiten und dürfen nun bis zu viermal pro Stunde ausgepeitscht werden (bisher: dreimal); die Designer müssen sich mindestens zwei Meter lange Bärte stehen lassen und noch witzigere Brillen tragen.

Schon früher zeigten sich Jobs' Mails als Zeitbombe; Preisabsprachen und Mobbing wurden mit ihrer Hilfe bereits nachgewiesen. Vor allem aber beweisen sie den entschlossenen Umgangston des Patriarchen: So befahl er in einer internen Dienstanweisung seinen Mitarbeitern, Samsung-Nutzern auf der Strasse ins Gesicht zu spucken und Blackberry-Besitzer der Polizei zu melden. 

Sogar auf das Privatleben nahm er Einfluss: Mitglieder der Führungsriege mussten ihm zu jedem Neumond eine schwarze Katze opfern, um ihm Unsterblichkeit zu verleihen; seinen Nachfolger Tim Cook zwang er per Testamentsbeschluss, schwul zu werden: «Die Leute sollen sagen, dass ich der letzte richtige Mann bei Apple gewesen bin», heisst es in seinem Testament (als herunterladbare App im iTunes- Store: iMan, 13,99€). Auch nutzte er seine Kontakte in die Welt der Stars: Auf perfide Weise wurde der bisher unbescholtene Regisseur J.J. Abrams dazu gebracht, plunzdoofe Neuverfilmungen von «Star Wars» und «Star Trek» anzufertigen, um die Herzen aller Fans zu brechen – angeblich, weil er es nicht ertrug, dass Menschen irgend etwas anderes als Apple-Produkte lieben konnten.

Doch wer die Apple-Jünger kennt, weiss, dass sie auch diesen Winkelzug ihres Götzen verzeihen werden. Tim Cook rechnet nicht damit, dass die neuesten Enthüllungen dem Konzern auf Dauer Schaden werden. In einer internen E-Mail heisst es: «Wer dumm genug ist, sich für ein Stück weisses Plastik tagelang anzustellen, dem werden auch vierzigprozentige Preisaufschläge nicht weiter auffallen».

Leo Fischer

Bild:

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen. Mehr von Leo Fischer gibt's bei Titanic. 

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