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Mein Lieblingsporträt von Mauzi, gezeichnet von Ginadraws. Da war es noch uneingeschränkte Liebe.   Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Liebe Frau Freitag! Ich bin mein Leben lang mit Katzen aufgewachsen und liebe diese Tiere. Für mich gehört das einfach dazu. 



Momentan habe ich keine, da ich lieber erst wieder eine haben will, wenn ich älter bin und irgendwo wohne, wo meine Katze rein- und rausgehen kann wie es ihr beliebt. Ich will aber auf jeden Fall irgendwann wieder eine Katze haben. Nun habe ich einen neuen Freund, der eine Katzenallergie hat. Schon als ich das beim Kennenlernen hörte, zuckte es sich bei mir zusammen. Ich kann doch mit niemandem zusammen sein, der eine Allergie gegen etwas hat, was ich so sehr liebe! Nicht, dass ich jetzt schon wüsste, dass ich mein Leben mit diesem Mann verbringen werde (ist ja alles noch ganz frisch). Aber falls doch – wüsste ich nicht, ob ich für einen Mann auf Katzen verzichten würde. Wie würdest du dieses Problem lösen? Ich habe mich mit dem Thema beschäftigt, weil ich demnächst für ein paar Tage zwei Katzen einer Freundin aufnehmen soll, mein Freund hält natürlich nichts davon. Lieben Gruß! Saskia, 27

Liebe Saskia

Ich kenne Ihr Problem, wenn auch nur in leicht abgeänderter Form, aber die Thematik ist exakt die gleiche. Es ist kein einfacher Sachverhalt. 

Bei mir ist es so, dass ich von klein auf mit Männern aufgewachsen bin. Es gab da zum einen meinen Vater und dann auch noch einen Bruder, von männlichen Bekannten ganz zu schweigen. Für mich gehören Männer seit Anbeginn meines Daseins einfach dazu. Ich hatte dann eine Zeit lang keinen, weil meine Wohnung recht eng war und ich mir bewusst bin, dass Männer auch ein gewisses Revier brauchen, dass sie markieren können. Aber sobald es meine Wohnsituation zulässt, werde ich mir sofort wieder einen Mann zutun, schliesslich gehört das für mich irgendwie dazu, zum Leben. Nun habe ich letzten Monat eine Katze kennengelernt, die mich wirklich bezaubert hat. Sie kommt immer mal wieder auf eine Dose Whiskys vorbei und wir verstehen uns super. Sie hat ein glänzendes Fell und ganz weiche, weisse Pfötli, und wenn Sie mir auf dem Bauch liegen kann, dann schnurrt sie auf eine Art und Weise, dass es mir das Herz erwärmt. Es wäre alles wunderbar, wenn nur nicht ihre lästige Männerallergie wäre. Sie könnte die Katze fürs Leben werden, aber ich kann nun wirklich nicht sagen, ob ich für sie bereit bin, auf Männer zu verzichten. Es fällt mir schwer, mit einer Katze zusammenleben, die eine Allergie gegen etwas hat, was ich so sehr liebe!

Eigentlich wollten wir es mal ernsthaft zusammen probieren und meine Wohnung zusammen teilen, aber nun hat sich mein Neffe angekündigt, der ein paar Tage bei mir Coachsurfen möchte. Ich bin in einer schrecklichen Lage, weil Mauzi (die Katze) sehr intolerant auf den ausstehenden Besuch reagiert hat. Sie ist beleidigt und verweigert seither ihr Fressen und schaut mich kaum mehr an, es ist ganz furchtbar. Nun gehe ich seit ein paar Wochen durch eine sehr schwere Zeit und ich bin überzeugt, dass wenigstens Sie mir nachfühlen können. Weil all meine Freundinnen blocken total ab, wenn ich mit ihnen über meine seelische Zerrissenheit reden möchte.

Darum war ich sehr erleichtert, als ich Ihre Frage gelesen habe! Ich weiss nicht, ob Sie die Koinzidenz unserer beiden Geschichten erkennen, aber vielleicht liessen sich unser beide Probleme lösen, indem wir einfach tauschen. Sie dürfen Mauzi, die Katze haben und schicken mir stattdessen Ihren Freund, über den Sie zwar kaum ein Wort verloren haben, aber von dem ich dennoch ausgehe, dass er ein paar ganz nette Seiten hat. Dieser darf dann neben meinem Neffen auf dem Sofa liegen und wann immer ihm danach ist, ein bisschen zum Jagen raus gehen.

Das ist im Moment die einzige Lösung, die ich Ihnen anbieten kann. Denn die Konfrontation mit meiner Katze hat mir gezeigt, dass da eine gewisse Empfindlichkeit besteht, wenn ich mit ihr sachlich und nüchtern darüber diskutieren möchte, ob sie wegen einem Mann woanders ihr Whiskys fressen soll. Und ich kann es ja auch verstehen, schliesslich wäre ich auch innerhalb von 5 Sekunden weg, wenn man eine Katze gegen mich aufwiegen würde.

Mit bestem Gruss, Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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