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Wenn ein Baby da ist, gleicht die Beziehung oft einer Baustelle. Dennoch kommt man mit Verboten selten zum Ziel. Bild: Kafi Freitag: 

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Seit unsere Tochter auf der Welt ist, wohnt meine Schwiegermutter fast bei uns. 

Vor ein paar Monaten kam unsere kleine Tochter auf die Welt. Seither ist meine Schwiegermutter ständig zu Besuch. Sie meldet sich schon gar nicht mehr an, sondern steht einfach vor der Tür. Wie kann ich das unterbinden? Meine Schwiegermutter ist schon okay, aber in dieser Häufigkeit ertrage ich sie kaum. Danke für deinen Rat! Martin, 34



Lieber Martin 
Vielen Dank für Ihre grossartige Frage! Ich kann mir gut vorstellen, dass die Schwiegermutter in vielen Beziehungen ein grosses Thema ist. Nicht umsonst habe ich für meine zweite Eheschliessung einen Mann ausgesucht, dessen Eltern im Ausland leben. Die Väter sind meistens weniger das Problem, weil sich die ihr Leben lang angewöhnt haben, sich möglichst nicht einzumischen, wenn es um die Familie geht.

Ich kann Sie darum gut verstehen, wenn Sie anfangen, sich ob dem engeren Kontakt zu enervieren. Die meisten Erwachsenen haben mit den eigenen Eltern genug zu ringen und benötigen diesbezüglich keine Ausweitung der Kampfzone. (Wenigstens bei mir ist es so...)

Und trotzdem will ich Ihnen einiges zu bedenken geben. Wenn eine Frau schwanger wird, intensiviert sich in der Regel der Kontakt zur eigenen Mutter. Das ist vollkommen normal und Ihre Erfahrung keine Ausnahme. Schliesslich verbindet die beiden plötzlich etwas ausgesprochen Elementares, die Schwangerschaft und das Muttersein. Ihre Schwiegermutter war einmal mit Ihrer Frau schwanger und plötzlich ist es die Tochter auch. Also ich meine hier Ihre Frau. (Texte, die sich um Familienverhältnisse drehen, fordern mich immer besonders. So schnell ist es passiert, dass die eigene Frau zum gemeinsamen Kind wird und nicht auszudenken, wenn dann die Schwiegermutter aus Ermangelung einer anderen Lösung plötzlich zur Geliebten wird. Ein Riesenstress für eine Schreibende wie mich. Gopf! ) Das verbindet die Generationen stärker, als man es erwarten würde. Auf einmal ist die Tochter nicht mehr nur Kind, sondern ebenfalls in der Rolle der werdenden Mutter und macht daher einen Schritt näher zur eigenen. Wenn Sie diesen natürlichen Prozess stören, tun Sie damit niemanden einen Gefallen. Aber am allerwenigsten sich selber! 

Ihre Frau scheint ihre Mutter im Moment zu brauchen, ansonsten würde Sie sich ja auch daran stören. Es kann sein, dass Sie das im Moment nicht ganz verstehen können. Aber ich gehe mal davon aus, dass Sie jeden Tag zur Arbeit gehen, während Ihre Frau den ganzen Tag zuhause mit dem Baby verbringt. Da wird ihr jegliche Unterstützung nur Recht kommen. Und jede Abwechslung auch. SIE haben Tag für Tag Ihr erwachsenes Arbeitsumfeld. Eine junge Mutter aber verbringt den ganzen Tag mit Ihrem Kind, das noch keinen Satz reden kann. Das ist extrem anstrengend und bringt eine Frau schnell an ihre Grenzen. Wenn nun also Ihre Schwiegermutter es schafft, Ihre Frau zu entlasten und ihr ein erwachsenes Gegenüber zu sein, das sich im gleichen Masse für den Säugling interessiert, sollten Sie ihr in erster Linie dankbar sein. Denn das können sonst nur Sie bieten. Und Sie können es eben nicht, weil Sie nicht da sind.

Sie können Ihrer Frau sagen, dass Sie abends gerne mit ihr zu zweit und froh darüber wären, wenn ihre Mutter nicht immer bei Ihnen Zuhause wäre. Je nachdem, wie gut Sie mit ihr über solche Themen sprechen können, wird sie es verstehen. Es kann aber auch genau das Gegenteil passieren und sie wird Ihnen den Kopf abreissen, weil Sie sich über den einzigen Erwachsenenkontakt, der für sie immer abrufbar ist, negativ äussern. Ich wäre drum an Ihrer Stelle sehr vorsichtig und würde das Thema von einer ganz anderen Seite angehen.

Seien Sie froh über diese tolle Betreuung und machen Sie das Beste daraus! Anstatt sich über die Schwiegerschnepfe zu ärgern, nutzen Sie die Gunst der Stunde und führen ihre Frau zu einem Apéro oder ins Kino aus! Sie werden in den nächsten Jahren noch merken, wie knapp solche Gelegenheiten sein werden und es tut Ihrer Paarbeziehung nur gut, wenn eine treusorgende Person aus der Familie sich ums Baby kümmert und Ihnen damit Freiraum schafft. Keiner bezahlten Babysitterin wird Ihre Frau jemals so grosses Vertrauen entgegenbringen wie der eigenen Mutter. Und im Gegensatz zu all den elenden Schlampen, mit der Ihre Frau sonst konfrontiert wird, meint es Ihre Schwiegermutter vermutlich nur gut mit ihr.

Seien Sie froh drum! Loben Sie Ihre Schwiegermutter über den grünen Klee! Sehr viele Paare, die weiter entfernt von den Eltern leben, bekommen täglich zu spüren, wie aufwändig es ist, sich für einen Abend oder ein Wochenende zu zweit zu organisieren. Sie aber haben eine Schwiegermutter, die im Moment nicht anders kann, als das Enkelkind möglichst täglich zu sehen. Auch das wird sich mit der Zeit mit Sicherheit etwas legen, jede Begeisterung flacht irgendwann etwas ab.

Mit herzlichem Gruss! Ihre Kafi.

Kafi Freitag 

Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltags-Fragen ihrer Leserschaft. Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines neunjährigen Sohnes, wohnt mitten im Zürcher Kreis 4 und versucht, ihren Alltag so vernünftig wie nötig und amüsant wie möglich zu leben.

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Bild: Kafi Freitag

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • L.G. 17.06.2016 17:45
    Highlight Highlight Naja, Verständnis ist ja gut und recht aber er hat will auch mal ruhe. Eine nervende Schwiegermutter ist auch nicht gerade förderlich in einer Ehe oder neue Familie die noch zusammen wachsen muss.

  • Nima Ofner 01.05.2014 17:47
    Highlight Highlight als Mami muss ich sagen dass die Antwort Sinn macht, es sollte helfen dem papa mal die Perspektive zu wechseln was in der Situation sicher nötig ist. und gibt gute Lösungsvorschläge wie Abende ohne schwiegermama oder sonst die Gelegenheit zur Zweisamkeit nutzen.
  • Blue64 22.04.2014 18:04
    Highlight Highlight Wenn das "... all die elenden Schlampen, mit denen deine Frau sonst konfrontiert ist..." Humor sein soll, ist er sehr fragwürdig - ist er ernst gemeint, erübrigt sich wohl jeder Kommentar!
    Und nein - es ist für frisch gebackene Eltern nicht förderlich, wenn tag täglich ein Elternteil einer Ursprungsfamilie anwesend ist. Denn ein Paar muss auch erst in die Elternrolle hinein wachsen! In Ruhe und ungestört.....
    • kafi 22.04.2014 18:51
      Highlight Highlight Das ist ein Link, der mehr Sinn macht, wenn man ihn öffnet und liest. Aus dem Kontext gerissen klingt es tatsächlich etwas hanebüchen, zugegeben.
  • Blue64 21.04.2014 11:19
    Highlight Highlight Ganz ehrlich? Entweder sind die Fragen gefaked oder kafi nimmt sie nicht ernst! Selten so inhaltslose Antworten bar jeder Durchführbarkeit gelesen!
    • kEINKOmmEnTAR 22.04.2014 12:59
      Highlight Highlight Am Anfang hab ich auch gedacht es sei ein Fake, aber ab der Mitte wird es Ernst. Ich denke @Kafi gibt hier einen erhlichen Rat den sie aber mit ein bisschen Humor auffrischt.

FRAGFRAUFREITAG

Liebe Frau Freitag. Ist es unverantwortlich, als komplett überforderte Eltern einer überdurchschnittlich aktiven und willensstarken 13-monatigen Tochter ein zweites Kind zu wollen? Martina, 36

Liebe Martina  Solange Sie Ihre erstgeborene Tochter nicht aussetzen, sobald das neue Baby da ist, gelten Sie in meinen Augen nicht als verantwortungslos. Und als überfordert schon gar nicht. Dass Kinder einen an sämtliche vorhandenen Ränder und Grenzen bringen, habe ich schon mehrfach betont. Eltern, die dennoch Lust auf mehrere Kinder haben, gehören gelobt und unterstützt und sicherlich nicht entmutigt! Es wird jetzt laufend einfacher mit Ihrer Tochter, versprochen. So wie ich das …

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