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Yonnihof

Zum Tag der Frau: Ein Brief an meinen Sohn

Die Autorin und ihr Sohn Nicolas am Tag seiner Geburt. Bild: zvg

Heute vor fünf Monaten kam mein Sohn zur Welt. Dies sind die Worte einer Feministin, deren Lieblingsmensch ein Mann ist.



Mein liebes Fünkli, liebster Nicolas

Im letzten April haben dein Papi und ich erfahren, dass du ein Junge wirst. Wenn ich ehrlich sein soll, war das für mich anfangs nicht ganz einfach. Ich war mir völlig bewusst, dass ich dich über alles lieben würde, egal ob Bub oder Mädchen – und doch hatte ich mir ein Meitli gewünscht. Weshalb, kann ich nicht sagen. Vielleicht, weil ich selbst gern eins war und es noch immer bin. Ich hatte eine klare Vorstellung davon, wie ich dieses Mädchen würde erziehen wollen, kannte die Perspektive einer Frau, wusste, wie ich mir mein Selbstverständnis meiner selbst in der Welt erarbeitet hatte und war und bin stolz darauf, wer ich heute – auch komplett unabhängig meines Geschlechts – bin. Oder trotz meines Geschlechts. Oder wegen meines Geschlechts.

Ich hatte diese Vorstellung der jungen Frau, die ich erziehen würde. Die ich aber auch machen lassen würde. Die ich leiten, aber nicht einengen würde. Haha, blabla. Dream on.

Die meisten Eltern werden mir wohl beipflichten, dass es mit Kindern meist anders kommt, als man es sich vorstellt. Es gibt keine Garantie dafür, was für ein Menschlein einem da in die Arme gelegt wird und das hat nur ganz am Rande (obwohl mir wohl einige widersprechen würden) mit dem zu tun, was sich zwischen seinen Beinchen befindet.

Nun, du warst also ein Junge und ich mit einer neuen Ausgangslage konfrontiert. Nicht mehr mit derjenigen, was wir unseren Mädchen mitgeben wollen, welche Skills, welche Ideen, welche Freiheit von Dogmen, wenn irgendwie möglich. Ich musste mir überlegen:

Was für junge Männer wollen wir?

Und dabei ertappte ich mich: Das klingt nämlich schon wieder so, als seien die Männer für die Frauen da. Und das ist ja nicht, was Gleichstellung will.

Ich glaube nämlich – und das habe ich schon gesagt, bevor ich eine Bubenmama wurde – dass all diese Veränderungen, die wir Frauen durchlaufen, erkämpfen, erfahren und erzwingen müssen, auch absolut direkten Einfluss auf die Freiheit (junger) Männer haben und haben sollten – und dass das öfter zum Thema gemacht werden sollte. Nicht so, wie es heute oft passiert, im Rahmen von Diskussionen über Frauenthemen als Gegenargument oder als Whataboutismus, sondern als eigene Debatte.

Sie sollen einerseits aufzeigen, welche Unterschiede es noch gibt und diese dann andererseits in Angriff nehmen. Und das auf beiden Seiten. Und zwar gemeinsam. Es gibt noch so unglaublich viel zu tun.

Man kann nicht für Gleichstellung kämpfen und die Männer weglassen.

Kämpfen wir fürs Ablegen starrer Rollenmodelle bei Frauen, sollte das auch bei Männern so sein. Kämpfen wir für die Freiheit der Frau, stark und selbstbestimmt zu sein, bedeutet das gleichzeitig, dass wir für die Freiheit der Männer kämpfen, zart und anlehnungsbedürftig sein zu dürfen. Dass sie sanft sein dürfen, wenn sie wollen, dass sie aber auch stark und «bubenhaft» sollen sein können, wenn es denn das ist, was sie wollen.

Dein Papi schrieb dir nach deiner Geburt einen Liebesbrief. Er schrieb darin, dass er dir beibringen wolle, Frauen zu ehren. Und auch wenn jetzt der eine oder die andere ob dieses Ausdrucks die Augen verdreht und sagt, das Mittelalter habe angerufen: Ich finde das eine wunderschöne Aussage. Ich als Mama möchte dir genau diesen respektvollen Umgang mit Frauen ebenso beibringen, aber auch denjenigen mit anderen Männern und: dass man auch dich ehren kann und sollte und dass es dein Recht ist, das einzufordern. Als Mann, als Mensch.

Weisst du, mein Herz, ich glaube, meine Primäraufgabe als deine Mama im Moment ist, dir zu vermitteln, dass die Welt ein sicherer Ort ist und dass du geliebt wirst. Ich werde irgendwie versuchen, deine Entscheidungen nicht für dich zu fällen, sondern dich bei denen, die du selbst triffst, zu begleiten, auch wenn mir das bisweilen wohl sehr schwer fallen wird. Ich weiss, dass meine wichtigste Waffe das Beispiel ist, das ich dir bin.

Ich werde versuchen, dich nicht in gewisse Rollen hineinzuzwängen – weder in alte noch in neue, keine Rollen um der Rolle Willen –, sondern dir so viel Freiheit zu schaffen und zu lassen, dass du selbst herausfinden kannst, welche zu dir passen. Ich glaube und hoffe, genau das hätte ich auch mit einem Mädchen gemacht.

Weisst du, Fünkli, es gibt diesen Spruch «Neue Männer braucht das Land», aber ich glaube, und das umso mehr, seit ich Mutter bin, dass das Land neue Menschen braucht.

Ich freue mich unbändig darauf, herauszufinden, zu welchem du wirst.

Und wenn ich an diesem Weltfrauentag noch etwas über eine Frau sagen darf, dann über mich selbst. Ich habe in den letzten zwölf Monaten Höhen und Tiefen erlebt, wie noch nie in meinem Leben. Ich hatte das Gefühl, unmögliche Wunder zu sehen und schaute auch immer wieder in den Abgrund. Ich habe Seiten an mir kennengelernt, die ich nicht kannte, ich bin gewachsen, ich wurde verwundet und ich heilte, am Körper und an der Seele.

All das hätte ich nicht geschafft ohne die Basis, die mir von liebevollen Frauen in meiner Kindheit, meiner Jugend und in meiner Gegenwart mitgegeben und geschaffen wurde. Und von sehr, sehr vielen weit vor meiner eigenen Geburt.

Ihnen will ich heute danke sagen und: Ich will mein Leben weiter so leben, dass mir vielleicht irgendwann meinerseits eine junge Frau danke sagt für das, was ich bewegt und getan habe.

Oder eben ein junger Mann.

Ein junger Mensch halt.

Yonni Moreno Meyer

Yonni Moreno Meyer (38) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt.
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46
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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 09.03.2020 19:01
    Highlight Highlight Wichtig ist vor allem, dass Dein Sohn "Charakter" hat und Du ihn dabei unterstützest, einen solchen eigenwilligen und starken Charakter zu entwickeln, der zu sich selber steht und sich vom Gehänsel der Konformen nicht verunsichern lässt!
    Denn es gibt nichts Öderes, als diese "Barbie's" und "Ken's" aus der Retorte, die unter Anderem an Bachelor- und Bachelorette-Wettbewerben teilnehmen!
    Da Du selber mit dem guten Beispiel eines starken, eigenwilligen Charakters vorangehst, habe ich überhaupt keine Bedenken, was Deinen Sohn, oder (zweiter Versuch?) auch noch Deine Tochter angeht... ;)
  • liavivica 09.03.2020 15:23
    Highlight Highlight Danke für den wundervollen Text.
    Vor bald 4 Jahren wünschte ich mir auch ein bisschen, dass es ein Mädchen wird - es wurde dann ein Junge, der uns beinahe täglich zum Lachen bringt (ja, manchmal auch zum weinen 🙈). Und inzwischen ist er ein stolzer grosser Bruder, der von seiner 5-monatigen kleinen Schwester angehimmelt wird.
  • Miau 09.03.2020 11:46
    Highlight Highlight Vielen, herzlichen Dank, liebe Yonni für diesen Artikel. Ich kannte dich vorher nicht und habe ehrlich gesagt ein Männer-Bashing erwartet. So wie es meine feministische Mutter gemacht hat. "Männer sind für alles Schlechte verantwortlich" und "werde nie ein Mann", sind nur zwei der vielen katastrophalen Dinge, die sie rausgelassen hat. Wir halten uns viel zu fest mit Unterschieden auf. So lange wir Männer und Frauen uns herumzanken, bleibt denen da oben Zeit, die Welt zu verunstalten. Es geht darum Mensch zu werden, und dann als Menschen diese Welt mitzugestalten.
  • AniMani 09.03.2020 10:45
    Highlight Highlight Zu Tränen gerührt... Wunderschön geschrieben! Liebe Grüsse auch von einem Bubenmami
  • Enemy№1 09.03.2020 09:50
    Highlight Highlight Ganz abgesehen wer das geschrieben hat: Die Message die bei mir ankommt: "Wäre es ein Mädchen, dann würde ich sie zur grössten Kämpferin der Welt erziehen. Es ist jetzt halt (leider) ein Junge. Schauen wir, dass der Schaden den er als Mann an Frauen anrichten könnte möglichst gering bleibt." Das Mädchen soll sich entfalten, der Junge muss kontrolliert und geformt werden. Er soll gut für junge Frauen sein (oder eben ein junger Mann). Nicht aber primär für sich selbst.
    Irgendwie befremdlich. Als ob ihm eine Ideologie gleich eingeimpft werden müsste, damit er nicht "so wie die anderen" wird.
  • Ananas-Pizza_heisst_Pizza-Hawaii! 09.03.2020 07:40
    Highlight Highlight Als Mami-Bueb wo sich für genau das einsetzt, danke ich dir von ganzem Herzen. Der Text enthällt so viel wahres. Er hat mich zu Tränen gerührt! Viel mehr als danken kann och dir nicht. Ich hoffe, das Frauen und Männer irgendwann auf allen Ebenen gleichestellt sein werden...
  • Maracuja 08.03.2020 19:06
    Highlight Highlight < Bubenmama>

    Wieso ist dieser Begriff in der Deutschschweiz so beliebt? Maitlimama hört man wesentlich seltener. In Fremdsprachen ist mir ein entsprechender Begriff nie begegnet. Wieso wird einerseits so betont, dass das Geschlecht des Kindes nicht so wichtig ist (Hauptsache gesund), anderseits differenziert man zwischen Bubenmami und Maitlimami. Wer Jungen und Mädchen hat, darf immerhin einfach schlicht Mama sein.
    • Shura 08.03.2020 20:05
      Highlight Highlight Also ich höre auch den Begriff „Maitlimami“ von Müttern mit Mädchen. So wie ich ihn verwende und er in meinem Umfeld verwendet wird, steckt da nicht mehr dahinter als die Aussage, dass man halt Mutter eines Mädchens oder eines Jungens ist. Was ist schlimm an dieser Bezeichnung?
    • Bloody Mary 09.03.2020 07:34
      Highlight Highlight @Shura gebe dir absolut recht. Man könnte auch sagen Mama eines Buben oder, in meinem Fall Mama von 2 Mädchen. Wäre für mich das selbe.
      Das einzige was mir noch einfällt:
      Bubenpapa oder Mädchenpapi hab ich ez auch noch nie gehört...
  • benn 08.03.2020 19:05
    Highlight Highlight Oh hoffen wir dass der kleine mann seine männliche seite nicht zu sehr entdeckt und ein macho wird, aber hey sie wird auch das akzeptieren denn er hat sie selber gefunden-lol
    • maude 08.03.2020 22:26
      Highlight Highlight warum ist die männliche Seite automatisch eine Machoseite?So kommen wir nicht weiter m.M..Im Idealfall gibt es eines Tages gesunde stolze Männer und gesunde stolze Frauen, die sich in ihrer Verschiedenheit ergänzen und respektieren. Mann sein ist nichts schlechtes.Vielleicht ist es aber an der Zeit den Begriff neu zu definieren..Mann DARF Mann sein das bedeutet nicht automatisch ein frauenverachtendes, destruktives Weltbild.M.M Genauso wie wir Frauen uns aus Rollenbildern lösen können, können das auch Männer.Und ich denk, da herrscht auch noch viel Handlungsbedarf.
    • benn 09.03.2020 07:34
      Highlight Highlight @maude, eben das ist ja der denkfehler, ein teil was manche hier verändern wollen ist natur resp. dna und da hilft auch naive träumerei nichts, aber klar man kann es versuchen. Was übrigens nicht heisst dass gleichberechtigung, respektvolles, und ethisches miteinander nicht erstrebenswert ist, die unterschiede in charakter und wesen lassen sich aber nicht wegerziehen, zum glück!
  • insert_brain_here 08.03.2020 18:56
    Highlight Highlight Als Papi eines kleinen Sohnes und einer noch kleineren Tochter kann ich nur beipflichten, toller Text! V.a. dass wir unsere Kinder am besten durch vorleben erziehen können. Verlangen und predigen kann jeder, ein positives Rollenmodell zu sein ist hingegen verdammt schwer.
    • Re Né 08.03.2020 20:31
      Highlight Highlight Inklusive meiner, ist das der gescheiteste und gehaltvollste Kommentar hier weit und breit. 💪🏼💪🏼💪🏼
      So gern man heutzutage manchmal in Generationsfragen verzweifeln möchte, ist noch längst nicht „Hopfen und Malz“ verloren, es gibt noch die „normal denkenden“ Menschen/Eltern. 👏🏼😊
  • IZO 08.03.2020 18:24
    Highlight Highlight Liebe rosa Brille Mamis; so süss euer Weltbild auch momentan sein mag, ihr wisst selber das es blos chemische Prozesse wahren die euch bewegen 'sie'? zu Lieben(das was wir Menschen Liebe nennen) jede Ratte Hegt und Verteidigt ihren Nachwuchs mindestens genauso liebevoll. Es ist reine Iilusion zu Glauben das was ihr fühlt währe was Besonderes, meine Meinung. Gibt dazu ne Gelie CSI:LV Folge. Staffel 3 Folge 18, glaube ich Und sorry ich würde es gerne Glauben. Love und Peace und so aber .............. wenn ich bei offenem Fenster meine Nachbarskinder so beim "Spielen" zuhören muss 😲😧
  • Das dritte Auge 08.03.2020 18:09
    Highlight Highlight Eigenartig, dass die Mutter so kurz nach der Geburt ihres Sohnes schon feministische Ideologie wälzt. Da kann ich als Vater nur raten, Papi übernimm.
    • DäM. 08.03.2020 22:37
      Highlight Highlight Vlt. kommt Dein Problem genau da her... ich muss nicht übernehmen, wir teilen uns das - gleichberechtigt - auf. Und ich bin froh, dass meine Frau unserem Sohn diese Wert mitgibt, genauso wie sie froh um die Werte, die ich ihm mitgeben werde. So ganz ohne Schlagworte wie „feministische Ideologie“.

      Viel liebi...

      Mann
  • Bruno Wüthrich 08.03.2020 17:40
    Highlight Highlight Ich war so voyeuristisch, einen Brief zu lesen, der gar nicht an mich gerichtet war, sondern an einen kleinen Erdenbürger - ein Wunderkind, das im Alter von lediglich fünf Monaten schon lesen kann. :-)

    Es gäbe den einen oder anderen nebensächlichen Punkt, an welchem ich herummäkeln könnte. Aber aus meiner Sicht ist der Grundgedanke derjenige des Menschen, die das Land braucht. Und diesen Gedanken finde ich bemerkenswert. Denn genau da müssen wir hin. Daraus ergeben sich völlig andere Ansätze, als wenn wir ständig aus der Sicht von Frauen oder Männern über Gleichstellung streiten.
  • circumspectat animo 08.03.2020 17:19
    Highlight Highlight Kämpfen wir für die Freiheit der Frau, stark und selbstbestimmt zu sein, bedeutet das gleichzeitig, dass wir für die Freiheit der Männer kämpfen, zart und anlehnungsbedürftig sein zu dürfen.

    Sorry aber das klingt für mich als ob die Männer die neuen Frauen werden sollen und wir sind nicht anlehnungsbedürftig.

    Wir sind sensibel, können aber auch genau so Machos sein.

    Ich habe oft das Gefühl das die "feministischen" Frauen das Gefühl haben die Kontrolle (über Männer) übernehmen zu müssen. Das ist aber genau das umgekehrte davon was manche Männer mit euch Frauen falsch machen.
    • Yonni Moreno Meyer 08.03.2020 17:34
      Highlight Highlight Ich zitiere mich schnell selbst: Kämpfen wir fürs Ablegen starrer Rollenmodelle bei Frauen, sollte das auch bei Männern so sein. Kämpfen wir für die Freiheit der Frau, stark und selbstbestimmt zu sein, bedeutet das gleichzeitig, dass wir für die Freiheit der Männer kämpfen, zart und anlehnungsbedürftig sein zu dürfen. Dass sie sanft sein dürfen, wenn sie wollen, dass sie aber auch stark und «bubenhaft» sollen sein können, wenn es denn das ist, was sie wollen.
    • Patrick Bateza 08.03.2020 17:37
      Highlight Highlight sorry falsch verstanden... sein dürfen, nicht sein müssen🤷🏾‍♂️
    • 044 508 39 39 het sie gseit 08.03.2020 19:09
      Highlight Highlight Joni
      Es ist doch gar nicht nötig, den kleinen Funken irgendwie zu feminisieren. Dies wird sein Papi, seine Lehrerin und überhaupt die ganze Gesellschaft hier schon übernehmen.

      Ich würde an deiner Stelle nicht zulassen, dass er Schulgefühle bekommt, nur weil er männlich ist und (leider) nicht weiblich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Re Né 08.03.2020 16:41
    Highlight Highlight ❤️ Dein Fünkli darf sich glücklich schätzen, so ne großartige Mama und offenbar einen genauso tollen Papa zu haben. Dem kleinen Mann eine glückliche Zukunft, alles Gute für Euch und anläßlich dieses Tages auch allen Frauen dieser Welt (...obwohl man Euch an jedem Tag ehren und schätzen sollte! 😉).
  • Sherlock_Holmes 08.03.2020 16:36
    Highlight Highlight Wunderbar persönliche, starke und ehrliche Worte, denen ich vorbehaltlos zustimme.

    Die ersten Momente zusammen mit unserer Tochter haben sich mir unauslöschlich eingeprägt, schöne, wie auch schwere. – Sie hatte keinen einfachen Start.
    Heute ist sie eine junge, selbstbewusste Frau.

    Auf sie folgten zwei Söhne. Mindestens so sehr unterscheiden sich die drei, bei allen Gemeinsamkeiten, in ihren Persönlichkeiten.
    Ich entdecke mich in jedem von ihnen.

    Dabei prägen wir uns gegenseitig. Letztlich gehen sie jedoch ihren Weg, den wir begleiten dürfen.

    Sie sind ein geliehenes, unfassbares Geschenk!

  • DemonCore 08.03.2020 16:20
    Highlight Highlight Ugh. Ich finde man sollte kleinen Kinder keine langen, schwülstige Briefe schreiben - oder sie gar welche schreiben lassen, was ich leider auch schon miterleben musste - sondern man sollte einfach Zeit mit ihnen verbringen. Von Angesicht zu Angesicht, ohne Tablet oder Telefon und ihnen in ihrer Sprache von der Welt erzählen, sie nachdenken lassen und ihre Fragen beantworten, offen und ehrlich. Sie nicht mental vergewaltigen mit eigenen oder angeeigneten Rollenbildern, Ideologien, Religionen oder Pseudowissenschaft.
    • Yonni Moreno Meyer 08.03.2020 16:35
      Highlight Highlight Ich entnehme dem ersten Satz, dass dieser Kommentar an mich gerichtet ist - was der Rest mit mir zu tun haben soll, weiss ich nicht. Ich gehe davon aus, dass Sie keine Kinder haben (sonst dürften Sie ja nicht im Internet sein). Das, was Sie sich von der Erziehung der Kinder anderer erhoffen, finde ich aber grundsätzlich alles schön und verständlich.
    • DemonCore 08.03.2020 17:18
      Highlight Highlight Ja, er war an Sie gerichtet. Ich glaube es ist gut seine eigenen Gedanken aufzuschreiben. Ich glaube auch dass Sie das alles aufrichtig meinen und es steht mir auch nicht wirklich zu mich inhaltlich zu äussern. Ich finde lediglich, dass solche Briefe eher erwachesene Kommunikation sind und nicht geeignet sind, Kindern etwas über sich, oder die Welt zu sagen. Vlt bin ich auch geschädigt von meinen Verwandten, die eine wahre Obsession mit Briefen und Karten pflegen, die sie ungeachtet des Alters allen Familienmitgliedern zu allen passenden und unpassenden Gelegenheiten schreiben.
    • DemonCore 08.03.2020 17:21
      Highlight Highlight ... und andere, weniger schreibfreudige Familienmitglieder nötigen, an diesem rituellen Schreiben teilzunehmen. Ich schätze ein offenes, herzliches Gespräch weit mehr, und ich drücke meine Gefühle auch lieber im direkt im Gespräch, heart to heart, wie man auf Englisch sagt, aus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Niniforlove 08.03.2020 16:00
    Highlight Highlight Liebe Blitzer
    Liebe ist immer stärker als Hass!
    Und ja, auch ihr werdet geliebt! Aber ihr müsst es ja nicht unnötig schwerer machen machen :-)
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 08.03.2020 16:13
      Highlight Highlight Ich kann keinen Hinweis darauf finden, dass ein Blitz irgendetwas mit Hass zu tun hat.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Blitz
    • Niniforlove 08.03.2020 16:31
      Highlight Highlight Hat es auch nicht zwangsläufig. Da bin ich deiner Meinung. Dennoch habe ich meine Nachricht speziell an die Blitzer gerichtet, da ich davon ausgehe, dass speziell sie mehr beim Negativen hängen geblieben sind, als beim Positiven.

    • DemonCore 08.03.2020 16:34
      Highlight Highlight Ich habe etwas gegen Meinungsbeton und erzwungenen Konformismus, auch wenn er ihn jovialen, "glatten" Kommentaren wie Nini's daherkommt. Entsprechend nehme ich mir weiterhin die Freiheit, Beiträge mit denen ich nicht einverstanden bin, zu blitzen.

      Btw. In einem von einer Frau verfassten Buch las ich einmal, dass das Herz-Symbol, wie auch Watson es verwendet, nicht das menschliche Herz, das eher einer geballten Faust gleicht, sondern die weibliche Schoss, d.h. das Äussere des weiblichen Geschlechts, darstelle. Wärst du unter diesen Umständen denn mit der unterschiedslosen Herzerei glücklicher?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Samurai Gra 08.03.2020 15:36
    Highlight Highlight Danke für diesen Wundervollen Bericht 😊😭😊
  • Shura 08.03.2020 15:16
    Highlight Highlight Yonni, einen wunderbaren Text hast du geschrieben. Genau so habe ich mich gefühlt, als sich auch bei uns zeigte, dass ich ein Bubenmami sei werde. Ich möchte es nicht mehr missen. Seither kämpfe ich für ihn, dass er weinen darf, wenn er hinfällt, dass er kein starker kleiner Mann sein muss und auch nicht tapfer. Wenn er traurig ist, dann soll er weinen dürfen
    • zeusli 08.03.2020 19:21
      Highlight Highlight Und genau dieses weinen dürfen wann immer einem danach ist, zu seinen Gefühlen stehen und sie zeigen. Genau das macht starke Menschen aus😊
    • Shura 08.03.2020 20:10
      Highlight Highlight Hm 30 Blitze? Da würde mich interessieren, was genau geblitzt wird? Ist es das Wort „kämpfen“?
      Ihr glaubt nicht, wie oft ich es erlebe, dass bei Jungs, die sich verletzen, gesagt wird: „Indianer kennen keinen Schmerz“ oder „Du bist ein tapferer Junge, weine nicht“ - und das nicht böswillig, sondern einfach unreflektiert. Viele solche ÄUsserungen führen dann bei erwachsenen Männern zu einem Schamgefühl, wenn sie weinen müssten.
      Mädchen hingegen werden eher positiv bestärkt wenn sie weinen, sie werden getröstet und hören solche Sprüche tendenziell weniger. So sind meine Erfahrungen.
    • _kokolorix 08.03.2020 23:12
      Highlight Highlight Ich kann mich nicht erinnern von meinen Eltern jemals solche Sprüche gehört zu haben.
      Aber ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, wo Männer nicht öffentlich weinen.
      Beim Lesen dieses Textes hatte ich trotzdem Tränen der Rührung in den Augen, und dafür empfinde ich keine Scham.
      Als ich nicht wusste, ob meine Tochter den nächsten Tag überleben würde oder nicht, habe ich allerdings nicht geweint. Ich habe getan was getan werden musste, und jeder hat gewusst was ich empfinde, auch ohne Tränen.
      Jeder hat seine eigene Art mit Gefühlen umzugehen und das ist auch gut so.
  • olga 08.03.2020 15:06
    Highlight Highlight Hach Yonni, vielen Dank für diesen wunderbaren Text, der wohl vielen Mamis aus der Seele spricht. Mich hat er zu Tränen gerührt, was nicht so leicht geschieht. Voll schön! <3

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