Charlie Hebdo
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Kommunizieren ist nicht einfach

Die schrägsten Reaktionen auf das «Charlie Hebdo»-Attentat

Auf Katastrophen angemessen zu reagieren, ist nicht einfach. Von Menschen die in der Öffentlichkeit stehen, darf man das aber erwarten. Hier die dümmsten Reaktionen auf das Attentat auf «Charlie Hebdo».



In der Schweiz irritierten folgende Reaktionen: 

Bundesrätin Doris Leuthard mahnt Satiriker ab

Mit diesem Tweet stellte Bundesrätin Doris Leuthard die Twittergemeinde vor Fragezeichen. Sie verurteilte darin zwar klar das Attentat, begann das Statement aber mit einem Mahnfinger an die Adresse der Satiriker – gefährliches Terrain. Das bemerkte die Medienministerin denn auch mehr als eine Stunde später. Ein hastig verfasster Tweet sollte die Wogen glätten: 

SVP-Mann Manuel Cadonau beleidigt Muslime

cadonau

Bild: screenshot/twitter

Auch SVP-Mann Manuel Cadonau schoss mit einem beleidigenden Facebook-Post über das Ziel hinaus – beziehungsweise völlig daneben: Er forderte moslemfreie Fluglinien. Twitter-User amadé fries kommentierte darauf treffend: «Nicht jeder in der SVP ist ein Idiot. Aber jeder könnte einer sein...» 

Als Antwort auf die Entrüstung im Netz wollte der Aussendienstmitarbeiter, der für die SVP schon für das Wiler Stadtparlament und den Kantonsrat kandidierte, den Post als «Satire» verstanden wissen: 

SVP-Nationalrat Walter Wobmann will keine muslimischen Flüchtlinge mehr

Walter Wobmann (SVP/SO) aeussert sich zu Emissionsbeschraenkungen und Verstaerkung der Geraeuschvorschriften waehrend der Sondersession am Dienstag, 6. Mai 2014 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Walter Wobmann im Nationalrat, Mai 2014. Bild: KEYSTONE

Auch beim für seine Haudegen-Statements bekannten SVP-Nationalrat Walter Wobmann musste man nicht lange auf eine unangemessene Reaktion warten: Im «Blick» forderte er nur Stunden nach dem Attentat, dass «keine islamischen Asylbewerber aus dem Irak und aus Syrien mehr aufgenommen werden» sollten. Denn via Asylwesen könnten sich die gefährlichsten Terroristen einschleusen, meinte Wobmann. Man solle doch lieber Verfolgte anderer Religionen aufnehmen. 

SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr zitiert kryptisch

Jacqueline Fehr's Reaktion auf Twitter lässt den Leser einigermassen ratlos zurück. Der SP-Nationalrätin ist wohl ein Wortspiel mit Otto Julius Bierbaums Zitat «Humor ist, wenn man trotzdem lacht» misslungen. Ob Jacqueline Fehr tatsächlich durchdacht hat, was Humor denn ganz genau mit sterben zu tun haben soll, sei dahin gestellt. 

Im nahen Ausland irritierten diese Reaktionen besonders: 

CDU-Abgeordnete Erika Steinbach vergreift sich im Emoticon

Warum die deutsche CDU-Abgeordnete Erika Steinbach diesen Tweet mit einem Zwinkersmiley abschloss, verstand niemand. Mit «unfassbar!», «widerlich!», «geschmacklos!», «zynisch!» reagierten denn auch die Twitterer. Die konservative Steinmann schien dies kaum zu kümmern. Sie liess den Tweet unkommentiert stehen. Der Verleger und «Die Partei»-Funktionär Jens Bolm hat nun eine Anzeige gegen Steinbach eingereicht. 

«Bild online»-Chef Julian Reichelt verbreitet Verschwörungtheorien

Für «Bild online»-Chef Julian Reichelt ist plötzlich der amerikanische Whistleblower Edward Snowden schuld am Attentat: Weil dieser aufdeckte, in welchem Ausmass die NSA amerikanische Bürger überwacht, würden heute Attentäter wie die Kouachi-Brüder nicht mehr geschnappt, bevor etwas passieren würde, ist seine These. Eine kleine Verknappung, vielleicht. 

Komiker und  Moderator Florian Schröder zieht absurde Vergleiche

Auch beim Tweet vom deutschen Komiker und SWR-Moerator Florian Schröder wurde Einigen etwas mulmig im Bauch. Irgendwie hinkte der Vergleich. 

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