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Demonstrationszug durch Frankfurt +++ nach der Demo die Party



Ticker: Frankfurt: EZB-Proteste

Ein Artikel von

Spiegel Online

Die kapitalismuskritische Blockupy-Bewegung hat zu einem Protesttag gegen die europäische Krisenpolitik aufgerufen. Anlass ist der Festakt zur Eröffnung der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB). Gleich zu Beginn des Protesttages ist es zu Ausschreitungen gekommen. In der Nähe der Alten Oper in der Innenstadt bewarfen Demonstranten Polizisten mit Steinen, mindestens ein Beamter wurde verletzt, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Auch eine Demonstrantin wurde verletzt. 

Video: Blockupy-Proteste gegen die EZB in Frankfurt

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video: youtube/rt deutsch

Die Polizei setzte auch Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. «Ausschreitungen machten den Wasserwerfereinsatz erforderlich», twitterte die Frankfurter Polizei. Es seien mehrere Brände gelegt und insgesamt sieben Polizeiwagen angezündet worden, sagte eine Sprecherin.  

Diese Userin kritisiert die Berichterstattung aus Frankfurt. Auch andere Beobachter weisen darauf hin, dass die Proteste grösstenteils friedlich verlaufen.

Die Polizei wirkte nach Augenzeugenberichten von der Heftigkeit der Gewalt überrascht. Es habe an mehreren Stellen Angriffe auf Polizisten gegeben, teilte die Polizei mit. Im Frankfurter Ostend, wo die EZB ihren Sitz hat, gab es kaum eine Strassenkreuzung, an der nicht Mülltonnen, Autoreifen oder Fahrzeuge brannten. Demonstranten versuchten, das weiträumig abgesperrte Gelände der EZB zu stürmen, wurden aber von der Polizei gestoppt. 

Polizisten gehen mit Tränengas gegen Aktivisten vor:

Die Demonstranten attackierten auch Feuerwehr und Strassenbahnen mit Steinen. Die Feuerwehr sei dadurch am Löschen gehindert worden. Ein Polizeiauto soll in der Nähe der EZB angezündet worden sein. Vermummte Demonstranten wurden beim Weglaufen gesehen. Die Polizei hielt sich an den Rändern der Sperrzone zunächst zurück und konzentrierte sich auf den Schutz der EZB. 

Die Demonstranten blockierten laut Polizei die zentrale Flösserbrücke über den Main und den Ratswegskreisel, einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Osten der Stadt. Die Feuerwehr rief die Demonstranten via Twitter auf, die Löscharbeiten nicht zu behindern. «Bitte lasst unsere Einsatzkräfte in Ruhe und ihre Arbeit machen!», appellierte sie über den Kurznachrichtendienst. Auf Twitter sind mehrere brennende Streifenwagen zu sehen, Reifenstapel und andere Barrikaden wurden auch in Brand gesetzt. 

Nach Polizeiangaben haben Autonome versucht, das erste Polizeirevier auf der Zeil zu stürmen. «Die Atmosphäre ist aggressiv», sagte Polizeisprecherin Claudia Rogalski. «Wir haben mit Gewalt gerechnet, wir haben ausreichend Kräfte im Einsatz», sagte sie. «Dass es so schnell kommt – ich hätte auch gewünscht, dass es anders gekommen wäre.»

350 Personen festgesetzt

Frankfurts Innenstadt gleicht einer Kampfzone:

Auch Pfefferspray soll eingesetzt worden sein:

Vor dem weiträumig abgesperrten Gelände der EZB hatte eine Mahnwache von Kapitalismusgegnern zunächst ruhig begonnen. Demonstranten berichteten von einem Tränengaseinsatz der Polizei. Von Angriffen auf Beamte wisse man nichts, sagte eine Blockupy-Sprecherin. Auch Autonome aus Italien und Frankreich sind angereist.  

Feuerwehreinsatz und Kritik der Blockupy-Demonstranten

Brezel und Pfefferspray: Impressionen aus dem Frankfurter Börsenviertel

Am Vormittag will die EZB ihre neue Zentrale mit einem kleinen Festakt offiziell eröffnen. Sie nutzt die beiden Glastürme bereits seit mehreren Monaten. Die Blockupy-Bewegung hatte schon seit längerem angekündigt, die heutige Feier mit Blockaden und Aktionen des zivilen Ungehorsams verhindern zu wollen. Die Polizei rechnet im Tagesverlauf mit mindestens 10'000 Demonstranten. Am Nachmittag sind mehrere Demonstrationszüge geplant. 

(fab/dpa)

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 19.03.2015 07:58
    Highlight Highlight Hatte schon Angst, es gebe nur noch angepasste, weichgespülte und konsumgeile Jugendliche!
  • deepsprings 18.03.2015 18:29
    Highlight Highlight Es wird von Staatsseite immer mehr reguliert, kontrolliert und neue Gesetze, Steuern und Gebühren erschaffen. Wir Induvidien sind zum Glück nicht bedingungslose "Lemminge" die alles hinnehmen.
    Ob das der richtige Zeitpunkt und Ort war, um ein Zeichen zu setzen, sei dahingestellt. Aber es wurde ein Zeichen gesetzt. Und wenn der Staat und die Politik die höchste politische Instanz (das Volk) weierhin ignoriert und bevormundet, könnte das fatale Folgen haben...
  • Darude Sandstorm 18.03.2015 12:08
    Highlight Highlight Das Problem mit den Demonstrationen ist, daß die Demonstranten ständig mit den Steinen werfen, anstatt sie in den Weg zu legen!

    © Christoph Mittler
  • Wandtafel 18.03.2015 11:37
    Highlight Highlight wie ich mir die demonstranten vorstelle
    Benutzer Bild
  • Paul_Partisan 18.03.2015 10:53
    Highlight Highlight Die tagtägliche Gewalt des Kapitalismus erzeugt nunmal Gegengewalt...
    Weiterhin viel Glück und gutes Gelingen nach Frankfurt! Kapitalismus begreifen und zerschlagen!
    • Tobias K. 18.03.2015 11:17
      Highlight Highlight Was soll denn gelingen? Noch mehr verletzte Polizisten und Feuerwehrmänner? Verletzte Sanitäter? Noch mehr Sachschaden?

      Schade, dass die wahren Kernaussagen der friedlichen Demonstranten jedesmal im Chaos und der Zerstörung der Vermummten untergehen.
    • MasterPain 18.03.2015 12:02
      Highlight Highlight ... schrieb er auf seinem durch Kapitalismus leistbaren Gerät.
    • Ruffy 18.03.2015 16:32
      Highlight Highlight Welche Gewalt hat der Kapitalismus dir oder meinetwegen den Chaoten vor Ort denn angetan? Würde mich mal interessieren... Man kann gewaltlos demonstrieren, das bewirkt in der Regel mehr, weil es auch viel eher aktzeptanz findet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 18.03.2015 10:42
    Highlight Highlight Verkehrte Welt, wenn sich echte, rechte Eidgenossen plötzlich für die EZB, einer der zentralsten EU-Institutionen(!), in's Zeug legen, nur damit sie gegen die Blockupy-Bewegung hetzen können. Aber es steckt ja auch eine gewisse Logik darin, denn echte, rechte Politiker politisieren ja auch hauptsächlich für die Reichen und Mächtigen und das Volk dient eher als Deckmäntelchen für ihre neoliberalen Kahlschlags-Politik.
    • Lumpirr01 18.03.2015 11:38
      Highlight Highlight Lieber Lowend: Die Mitglieder der EU ist nicht ganz das gleiche wie die Länder der Eurozone. Die in Deinem Posting genannten "rechten Eidgenossen" sind mehrheitlich gegen einen EU - Beitritt. Dass hingegen die Euroländer eine gemeinsame Währung mit einer Zentrale haben müssen, darüber wird nur in Zusammenhang mit Griechenland kritisiert. Eine gemeinsame Währung für so viele Länder ist doch eine tolle Sache. Oder siehst Du das anders??
    • Lowend 18.03.2015 12:49
      Highlight Highlight Linksfaschisten funktioniert nicht, oder wie soll Anarchie mit einem Führer funktionieren, sewi, denn genau daran ist ja der Kommunismus gescheitert und klar ist eine einheitliche Währung etwas gutes, lieber Lumpirr01 und darum reise ich auch sehr gerne in diese bösen EU-Länder und dank der PFZ darf ich sogar überall arbeiten, oder nur meine Freunde treffen; - wenigstens im Moment noch.
    • Lowend 18.03.2015 12:59
      Highlight Highlight sewi, für dich ganz speziell die Definition von "Linksfaschismus" in Wikipedia: "Linksfaschismus (auch Linker bzw. Roter Faschismus oder Rot-Faschismus) ist ein politischer Kampfbegriff, der ohne einheitliche Bedeutung für verschiedene Sachverhalte verwendet wird. Meist soll er realsozialistische Staaten und linksgerichtete Politik als „Faschismus“, seltener auch Antikapitalismus faschistisch genannter Staaten oder Gruppen als „links“ bewerten." Du benutzt, auch mit Internazi- Emanzen- oder Oeko-Faschismus völlig inhaltsleere Begriffe aus der Mottenkiste der braunen Propaganda. Wen wundert's?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tom Garret 18.03.2015 08:54
    Highlight Highlight Da klick ich auf den Livestream und kann mitansehen wie ein vermummter Scheiben und Billettschalter mit einem Hammer zerstört, will man dem hier wirklich eine Plattform bieten?
  • stadtzuercher 18.03.2015 08:35
    Highlight Highlight Immer mehr stelle ich eine frappante Differenz fest zwischen Institutionen - staatlich und immer mehr auch nichtstaatlich, privat - und der Bevölkerung andererseits. Luxuriöse Glastürme bei der EZB, Misere bei der Bevölkerung. Auch in Ägypten - neue Luxusstadt wurde angekündigt. Apple baut Mega-Headquarter, Google auch. Sogar der Stoffel in Vals - Luxusluxustower. Und dem grossen Teil der Bevölkerung gehts immer schlechter, längst ist die neoliberale Lüge 'es geht allen immer besser' entlarvt. So richtig Mitleid hab ich mit den brennenden Polizeiautos in Frankfurt nicht...
    • Lumpirr01 18.03.2015 09:09
      Highlight Highlight @stadtzuercher: Das kann aber kaum Deine Meinung sein? Welche Probleme konnten denn in der Vergangenheit mit Gewalt und Chaos gelöst werden?
    • kettcar #lina4weindoch 18.03.2015 09:41
      Highlight Highlight sewi, welche Gebäude meinst du jetzt, wo deiner Meinung nach der Teufel angebetet wird? Die BDP- oder die SP-Zentrale? :)
      Aber ich bin deiner Meinung, dass ein Angriff auf Polizei und besonders Feuerwehr unter aller Sau ist. Es gibt weit konstruktivere Formen des Protests, die in ihrer Konsequenz nicht zu einem weiteren Ausbau des Überwachungsapparat führen.
    • karl_e 18.03.2015 15:57
      Highlight Highlight @Lumpirr: Die französische Revolution hat uns immerhin die Bürgerrechte gebracht - und diverse andere Revolution bewirkten auch etwelche Aenderung. Nicht immer nur zum Guten, zugegeben.

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«Wenn es um Straftaten geht, wird selbstredend die Staatsanwaltschaft eingeschaltet», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministerium am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Gründe für das Verschwinden der Munition seien aber noch ungeklärt.

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