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Erfurt, Winnenden und nun München: Die Chronologie der Amokläufe in Deutschland

23.07.2016, 15:3223.07.2016, 15:45

Der Amoklauf eines 18-jährigen Deutsch-Iraners in München hat über Deutschland hinaus Entsetzen ausgelöst. Mit zehn Toten, einschliesslich des 18-Jährigen, erreicht die Tat fast schon die Dimension der Amokläufe von Winnenden und Erfurt. Hier eine Chronologie der Amokläufe in Deutschland:

10. Juli 2015: Ansbach

Das Auto des Täters wurde an einer Tankstelle gestoppt.<br data-editable="remove">
Das Auto des Täters wurde an einer Tankstelle gestoppt.
Bild: EPA/DPA

Ein 47-jähriger Mann erschiesst bei einer fast zweistündigen Amokfahrt im fränkischen Landkreis Ansbach eine 82-jährige Frau und einen 72 Jahre alten Fahrradfahrer, danach beschiesst oder bedroht er weitere Menschen, bevor er an einer Tankstelle gefasst wird. Ein Gutachter bescheinigt bei ihm eine «akute Psychose».

28. Februar 2014: Düsseldorf

Die Pizzeria, in der der Täter gefasst wurde.<br data-editable="remove">
Die Pizzeria, in der der Täter gefasst wurde.
Bild: EPA/DPA

Ein 48-jähriger Koch tötet in zwei Anwaltskanzleien in Düsseldorf und dem benachbarten Erkrath zwei Frauen und einen 54-jährigen Anwalt. Dann legt er in den Büroräumen Feuer und fährt zu einer Pizzeria nach Goch an der deutsch-niederländischen Grenze, um seine Ex-Chefin zu töten und deren Restaurant anzuzünden. Er wird überwältigt und sieben Monate später zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser der Taten war laut Gericht ein Rachefeldzug gegen Anwälte, von denen er sich in einem Rechtsstreit mit seiner Ex-Chefin schlecht vertreten fühlte.

19. September 2010: Lörrach

Das ausgebrannte Apartment.&nbsp;
Das ausgebrannte Apartment. Bild: EPA

Eine 41-jährige Rechtsanwältin erschiesst in Lörrach in Baden-Württemberg ihren von ihr getrennt lebenden Mann und erstickt ihren fünfjährigen Sohn, dann setzt sie die Wohnung in Brand. Bei ihrem anschliessenden Amoklauf in einem benachbarten Spital tötet sie einen 56-jährigen Pfleger, bevor sie selbst von der Polizei erschossen wird.

17. September 2009: Ansbach

Der Täter wurde wegen versuchten Mordes in 47 Fällen verurteilt und in eine psychiatrische Anstalt überstellt.<br data-editable="remove">
Der Täter wurde wegen versuchten Mordes in 47 Fällen verurteilt und in eine psychiatrische Anstalt überstellt.
Bild: AP dapd

Ein 18-Jähriger dringt mit Molotow-Cocktails, einem Beil und Messern bewaffnet in ein Gymnasium im mittelfränkischen Ansbach ein. Dabei verletzt er 15 Schüler und Lehrer, einige davon schwer. Er wird später wegen versuchten Mordes in 47 Fällen verurteilt.

11. Mai 2009: Sankt Augustin

Die Polizei trifft noch rechtzeitig ein, um den Amoklauf zu vereiteln.
Die Polizei trifft noch rechtzeitig ein, um den Amoklauf zu vereiteln.Bild: AP

Ein geplanter Amoklauf einer 16-jährigen Schülerin an einem Gymnasium in Sankt Augustin wird gerade noch vereitelt. Bei der Vorbereitung der Bluttat wird die mit Molotowcocktails, einer Schreckschusswaffe und einem Kurzschwert bewaffnete Jugendliche auf der Schultoilette von einer 17-jährigen Mitschülerin überrascht. Die 16-Jährige attackiert sie mit dem Schwert und verletzt sie schwer. Die Täterin flieht, stellt sich aber später der Polizei.

1. März 2009: Winnenden

Einer der schlimmsten Amokläufe in Deutschland fand an der Realschule in Winnenden statt: 16 Menschen starben.<br data-editable="remove">
Einer der schlimmsten Amokläufe in Deutschland fand an der Realschule in Winnenden statt: 16 Menschen starben.
Bild: AP

Bei einem Amoklauf in Baden-Württemberg sterben 16 Menschen. In einer Realschule in Winnenden erschiesst der 17-jährige Täter drei Lehrerinnen und neun Schüler, auf der Flucht tötet er drei Passanten, bevor er in einem Schusswechsel mit der Polizei selbst stirbt.

20. November 2006: Emsdetten

Der Amokläufer von Emsdetten verletzte sechs Personen leicht durch Schüsse.
Der Amokläufer von Emsdetten verletzte sechs Personen leicht durch Schüsse.Bild: AP

Bei einem Amoklauf eines schwer bewaffneten Ex-Schülers einer Realschule in Emsdetten im Münsterland werden insgesamt 37 Menschen verletzt, sechs davon durch Schüsse des Täters. Der 18-Jährige zündet zudem mehrere selbst gebaute Rohrbomben und Rauchkörper, bevor er sich in dem Schulgebäude mit einem Kopfschuss selbst tötet.

26. April 2002: Erfurt

Schüler in Erfurt bitten per Plakat um Hilfe.
Schüler in Erfurt bitten per Plakat um Hilfe.Bild: AP TA

Ein 19-jähriger Amokläufer erschiesst 16 Menschen am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Zu den Opfern zählen zwölf Lehrer, zwei Schüler, die Schulsekretärin und ein Polizist. Nach der Tat tötet sich der Schütze selbst.

1. November 1999: Bad Reichenhall

Schüsse aus dem Elternhaus: Ein 16-Jähriger tötete am 1. November 1999 vier Personen und schliesslich sich selbst.<br data-editable="remove">
Schüsse aus dem Elternhaus: Ein 16-Jähriger tötete am 1. November 1999 vier Personen und schliesslich sich selbst.
Bild: AP

Ein 16-Jähriger schiesst in Bad Reichenhall aus seinem Elternhaus wahllos auf Passanten. Zwei sind sofort tot, einer stirbt später. Bevor er sich selbst tötet, bringt der Täter auch seine 18-jährige Schwester um. Er hatte die Waffen, aus denen er die tödlichen Schüsse abfeuerte, aus dem Waffenschrank seines Vaters geholt. (leo/sda/afp)

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