Deutschland
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Erfurt, Winnenden und nun München: Die Chronologie der Amokläufe in Deutschland



Der Amoklauf eines 18-jährigen Deutsch-Iraners in München hat über Deutschland hinaus Entsetzen ausgelöst. Mit zehn Toten, einschliesslich des 18-Jährigen, erreicht die Tat fast schon die Dimension der Amokläufe von Winnenden und Erfurt. Hier eine Chronologie der Amokläufe in Deutschland:

10. Juli 2015: Ansbach

epa04841011 Policeman stand by the suspected perpetrator's vehicle (rear) at a gas station in Bad Windsheim, Germany, 10 July 2015. Two people were dead 10 July after a man allegedly began shooting randomly from his Mercedes convertible in the southern German town of Leutershausen, police confirmed in a press conference hours after the suspect's arrest. The 47-year-old suspect, a resident of the nearby city of Ansbach, seemed to have no connections to either of the deceased, nor to another two people who escaped uninjured after being threatened or shot at, police said.  EPA/NICOLAS Armer

Das Auto des Täters wurde an einer Tankstelle gestoppt.
Bild: EPA/DPA

Ein 47-jähriger Mann erschiesst bei einer fast zweistündigen Amokfahrt im fränkischen Landkreis Ansbach eine 82-jährige Frau und einen 72 Jahre alten Fahrradfahrer, danach beschiesst oder bedroht er weitere Menschen, bevor er an einer Tankstelle gefasst wird. Ein Gutachter bescheinigt bei ihm eine «akute Psychose».

28. Februar 2014: Düsseldorf

epa04103974 Interior view of a pizzeria, in which an offender had entered and was arrested, in Goch, Germany, 28 February 2014. The perpetrator killed two women and injured five people in two law firms in Duesseldorf and Erkrath.  EPA/JAN-PHILIPP STROBEL

Die Pizzeria, in der der Täter gefasst wurde.
Bild: EPA/DPA

Ein 48-jähriger Koch tötet in zwei Anwaltskanzleien in Düsseldorf und dem benachbarten Erkrath zwei Frauen und einen 54-jährigen Anwalt. Dann legt er in den Büroräumen Feuer und fährt zu einer Pizzeria nach Goch an der deutsch-niederländischen Grenze, um seine Ex-Chefin zu töten und deren Restaurant anzuzünden. Er wird überwältigt und sieben Monate später zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser der Taten war laut Gericht ein Rachefeldzug gegen Anwälte, von denen er sich in einem Rechtsstreit mit seiner Ex-Chefin schlecht vertreten fühlte.

19. September 2010: Lörrach

epa02345109 View of a burnt out appartment in Loerrach, Germany, 19 September 2010, following a shooting rampage that began in an apartment block and continued in neighboring St Elisabeth Hospital. Four people have been killed in the rampage, including the female assailant, police said.  EPA/PATRICK SEEGER

Das ausgebrannte Apartment.  Bild: EPA

Eine 41-jährige Rechtsanwältin erschiesst in Lörrach in Baden-Württemberg ihren von ihr getrennt lebenden Mann und erstickt ihren fünfjährigen Sohn, dann setzt sie die Wohnung in Brand. Bei ihrem anschliessenden Amoklauf in einem benachbarten Spital tötet sie einen 56-jährigen Pfleger, bevor sie selbst von der Polizei erschossen wird.

17. September 2009: Ansbach

Der Angeklagte Georg R. versteckt sich mit mit Kapuze und Brille bekleidet vor Prozessbeginn, am Donnerstag, 22. April 2010, in einem Gerichtssaal des Landgerichts von Ansbach, Bayern. Die Staatsanwaltschaft wirft Georg R. versuchten Mord in 47 Faellen, gefaehrliche Koerperverletzung und versuchte besonders schwere Brandstiftung vor. Georg R. hatte im vergangenen Jahr im Gymnasium Carolinum in Ansbach einen Amoklauf begangen. (apn Photo/Christof Stache) --- The defendant Georg R. waits in a court room in the country court in Ansbach, southern Germany, for the begin of the trail on Thursday, April 22, 2010. Georg R. is accused of attempted murder during a gun rampage in the Gymnasium Carolinum in Ansbach. (apn Photo/Christof Stache)

Der Täter wurde wegen versuchten Mordes in 47 Fällen verurteilt und in eine psychiatrische Anstalt überstellt.
Bild: AP dapd

Ein 18-Jähriger dringt mit Molotow-Cocktails, einem Beil und Messern bewaffnet in ein Gymnasium im mittelfränkischen Ansbach ein. Dabei verletzt er 15 Schüler und Lehrer, einige davon schwer. Er wird später wegen versuchten Mordes in 47 Fällen verurteilt.

11. Mai 2009: Sankt Augustin

Polizeikraefte stehen am Montag, 11. Mai 2009 vor der Albert-Einstein Gymnasium in Sankt Augustin. Am morgen wurde in der Schule Amok-Alarm ausgeloest, als eine Schuelerin mit einem Messer bewaffnet eine andere Schuelerin verletzt hat. (AP Photo/Martin Meissner) --- Police standing in front of the Albert-Einstein school in Sankt Augustin, western Germany, Monday, May 11, 2009.  Police say a German high school was evacuated after a masked attacker stabbed a girl. ¶   Police are searching for a 16-year-old girl they suspect of stabbing another girl Monday at the Albert Einstein high school in St. Augustin, near Bonn. (AP Photo/Martin Meissner)

Die Polizei trifft noch rechtzeitig ein, um den Amoklauf zu vereiteln. Bild: AP

Ein geplanter Amoklauf einer 16-jährigen Schülerin an einem Gymnasium in Sankt Augustin wird gerade noch vereitelt. Bei der Vorbereitung der Bluttat wird die mit Molotowcocktails, einer Schreckschusswaffe und einem Kurzschwert bewaffnete Jugendliche auf der Schultoilette von einer 17-jährigen Mitschülerin überrascht. Die 16-Jährige attackiert sie mit dem Schwert und verletzt sie schwer. Die Täterin flieht, stellt sich aber später der Polizei.

1. März 2009: Winnenden

Kerzen und Blumen liegen am 19. Maerz 2009 zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs vor der Albertville Realschule in Winnenden, Baden-Wuerttemberg. Der Vater des Amoklaeufers von Winnenden wird nach Auskunft des baden-wuerttembergischen Justizministeriums angeklagt. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart habe eine entsprechende Verfuegung erlassen, sagte Ministeriumssprecher Stefan Wirz der AP am Donnerstag, 12. November 2009.- Candles and flowers are seen in front of the Albertville school in Winnenden, Germany, in this March 19, 2009 file photo. Parents of the victims of the school shooting gave a press conference about the founding of an activist group against violence in schools in Stuttgart, Germany,  Monday, Nov. 2, 2009. (AP Photo/Thomas Kienzle)

Einer der schlimmsten Amokläufe in Deutschland fand an der Realschule in Winnenden statt: 16 Menschen starben.
Bild: AP

Bei einem Amoklauf in Baden-Württemberg sterben 16 Menschen. In einer Realschule in Winnenden erschiesst der 17-jährige Täter drei Lehrerinnen und neun Schüler, auf der Flucht tötet er drei Passanten, bevor er in einem Schusswechsel mit der Polizei selbst stirbt.

20. November 2006: Emsdetten

Einsatzkraefte der Polizei gehen am Montag, 20. Nov. 2006, in Emsdetten durch den abgesperrten Bereich um eine Schule. Ein toter Amoklaeufer und acht Verletzte: Das ist die Bilanz eines blutigen Ueberfalls auf die Geschwister-Scholl-Realschule. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein vermummter bewaffneter Mann die Schule am Vormittag ueberfallen und insgesamt acht Menschen mit Schuessen leicht verletzt. Ob der Taeter sich selber toetete oder von Einsatzkraeften erschossen wurde, wurde zunaechst nicht mitgeteilt. (AP Photo/Frank Augstein) --Special police force walk at the front of a school in Emsdetten, western Germany, Monday Nov. 20, 2006. A masked man had stormed the high school in the morning and opened fire with a handgun, injuring eight people. Police said the incident ended with the death of the assailant. (AP Photo/Frank Augstein)

Der Amokläufer von Emsdetten verletzte sechs Personen leicht durch Schüsse. Bild: AP

Bei einem Amoklauf eines schwer bewaffneten Ex-Schülers einer Realschule in Emsdetten im Münsterland werden insgesamt 37 Menschen verletzt, sechs davon durch Schüsse des Täters. Der 18-Jährige zündet zudem mehrere selbst gebaute Rohrbomben und Rauchkörper, bevor er sich in dem Schulgebäude mit einem Kopfschuss selbst tötet.

26. April 2002: Erfurt

ARCHIV - Ein

Schüler in Erfurt bitten per Plakat um Hilfe. Bild: AP TA

Ein 19-jähriger Amokläufer erschiesst 16 Menschen am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Zu den Opfern zählen zwölf Lehrer, zwei Schüler, die Schulsekretärin und ein Polizist. Nach der Tat tötet sich der Schütze selbst.

1. November 1999: Bad Reichenhall

amoklauf bad reichenhall
foto:pictures unlimited/fesl

Schüsse aus dem Elternhaus: Ein 16-Jähriger tötete am 1. November 1999 vier Personen und schliesslich sich selbst.
Bild: AP

Ein 16-Jähriger schiesst in Bad Reichenhall aus seinem Elternhaus wahllos auf Passanten. Zwei sind sofort tot, einer stirbt später. Bevor er sich selbst tötet, bringt der Täter auch seine 18-jährige Schwester um. Er hatte die Waffen, aus denen er die tödlichen Schüsse abfeuerte, aus dem Waffenschrank seines Vaters geholt. (leo/sda/afp)

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