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ludicious game festival zürich

Das Game-Festival Ludicious startet diese Woche. Bild: ludicious

Zürich im Zeichen der Games

«Alle warten auf den nächsten Landwirtschafts-Simulator»

Von Freitag bis Sonntag findet in Zürich die erste Ausgabe des Game-Festivals Ludicious statt. Festivaldirektor Dominik Marosi erklärt, warum sich der Besuch lohnt.



An wen richtet sich Ludicious? 
Dominik Marosi, Festivaldirektor: Ludicious richtet sich speziell an junge Talente, Studios und Entwickler, die den nächsten Schritt wagen wollen und dabei vor ähnlichen Problemen stehen. Wie funktioniert Marketing, wie erhalte ich ein lukratives Geschäftsmodell, wie vermarkte ich mein Spiel? Wir zeigen aber auch klassische Elemente wie Gamedesign. Gleichzeitig decken unsere Partner vom Gamezfestival, welches zum zweiten Mal stattfindet, den kulturellen Aspekt ab. Der Fokus liegt dieses Jahr auf Multiplayer-Games inklusive der historischen Entwicklung von MMOs etc. Beim Ludicious liegt der Fokus auf der wirtschaftlichen Perspektive. Wir wollen Hilfestellung leisten, um das Hobby zum Beruf zu machen.

Warum hat das bisher nicht geklappt? 
Alle warten auf den nächsten Landwirtschafts-Simulator. Oft wird gesagt, die Kosten seien hierzulande zu hoch. Wenn man ein Programmierteam in Polen oder Weissrussland haben kann, zahlt man ganz andere Stundenansätze. Für grössere Unternehmen sind wir dafür steuerlich attraktiv.

Was gibt es zu sehen, was sind die Highlights? 
Ich persönlich freue mich besonders auf den Entwickler des Goat Simulator. Er schildert den Weg von einer verrückten Idee bis zum fertigen Spiel, das plötzlich relativ schnell auf Druck der Fans auf den Markt gebracht wurde. Dann wird Dennis Lenart von Telltale über das Adventure-Game «The Walking Dead» sprechen. Darüber wie sie einen Weg gefunden haben, ihr ganz spezielles Format zu entwickeln.

Dominik Marosi, lucidious

Dominik Marosi freut sich besonders auf die internationalen Gäste. Bild: zvg

Bringt die Messe nur Know-how oder können Gäste auch hoffen, einen Brötchengeber zu finden? 
Das ist ganz klar unsere Absicht. Wir haben Gäste und Publisher vor Ort, die aktiv nach Spielen Ausschau halten. Hier haben sie die Möglichkeit, Schweizer Projekte zu sehen und sich direkt mit den Entwicklern austauschen zu können.

Was erwartet normale Gäste, die keine Spiele entwickeln? 
Wir verwandeln den Zeughaushof in eine Multiplayer-Arena. Es gibt Spiele, die man sonst nur schwer zu sehen bekommt. Wir bieten Games und Party gleichzeitig. Am Samstag gibt es ausserdem ein Mapping. Das heisst, wir verwandeln die Fassade in eine riesige spielbare Pac-Man-Leinwand. Dann bieten wir auch Workshops für Einsteiger. Wir haben beispielsweise den kleinen lustigen Roboter Thymio. Die Besucher können lernen, wie man ihn programmiert, und müssen Thymio anschliessend aus einem Labyrinth rauslotsen.

Pac-Man-Mapping

abspielen

In Genf wurde Pac-Man schon einmal an einer Hausfassade gespielt.  video: youtube/venividivj

Ludicious und Gamezfestival

Ludicious findet vom 18. bis 21. September auf dem Zürcher Kasernenareal statt. Das Gamezfestival beginnt am Freitag im Walcheturm und dauert ebenfalls bis am Sonntag.

Plant ihr das Gamezfestival und Ludicious unter einem Mantel zu vereinen? 
Das Gamezfestival und Ludicious sind erstmals Partner. Wie es weitergeht, schauen wir nach dieser Ausgabe. Unser zentrales Anliegen war es, alle, die in der Schweiz mit Games zu tun haben, an einen Ort zu bekommen.

Ihr habt einige bekannte Namen auf eurer Gästeliste, war es schwierig an die Leute ranzukommen? 
Einfach war es nicht. Vor allem bei der ersten Ausgabe. Es war recht aufwendig, aber wir konnten bereits einige neue Türen öffnen.

«Wir hoffen, dass wir ein Katalysator sein können, der die Entwicklung ankurbelt.»

Hat niemand verwundert reagiert? Schweiz wer? Werden dort überhaupt Spiele gemacht?
(Lacht) Nein, gar nicht. Die meisten waren extrem freundlich und interessiert. Aber je grösser das Unternehmen, desto beschäftigter sind sie. Dennoch fanden die meisten: «Das klingt super». Auch wenn sie dann meistens hinzufügten: «Bei mir wird's schwierig»

Was habt ihr für die Zukunft geplant? 
Das Ziel ist, dass die Branche den nächsten Schritt machen kann. Wir haben in der Schweiz super Ausbildungsstätten und Leute, die internationale Preise gewinnen. Es hat sich aber noch keine Industrie entwickelt, die die Leute weiterbeschäftigt. Wir hoffen, dass wir ein Katalysator sein können, der die Entwicklung ankurbelt.

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