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Ein Vorläufer heutiger Ransomware: Betroffene Computer-Besitzer sollten 189 Dollar an ein Postfach in Panama schicken. bild: knowbe4

AIDS-Trojaner, Stoned-Virus und Co. – die schrägsten PC-Attacken aller Zeiten

Hast du gewusst, dass einer der schlimmsten Computerviren der 90er-Jahre von einem liebeskranken Schweizer programmiert wurde?

27.05.17, 15:57


Der Lösegeld-Trojaner «WannaCry» geht als bislang grösste Ransomware-Attacke in die IT-Annalen ein.

Kürzlich haben wir an 12 der schlimmsten Computerviren und -würmer erinnert, darunter Melissa, Michelangelo und das Tschernobyl-Virus, die grossen Schaden anrichteten.

Bei den in diesem Beitrag porträtierten Schädlingen geht es um schräge Ideen und ungewöhnliche Programmierer.

Bevor wir zu den Attacken kommen, rufen wir die Klassifizierung der Computer-Schädlinge in Erinnerung. Wir halten uns an die Definitionen der Sicherheitsfirma F-Secure:

Stoned (1987) –
ein Herz für Kiffer

Mit der Meldung «Your PC is now Stoned» machte sich 1987 der Stoned-Virus auf Computern bemerkbar, die mit dem Microsoft-Betriebssystem MS-DOS liefen. Der Schädling – ein so genannter Bootsektor-Virus – verbreitete sich über Disketten, die nicht schreibgeschützt waren, und kopierte sich auf Festplatten.

epa05946992 People take part in the Global Cannabis March in Copenhagen, Denmark 06 May 2017. The march in Copenhagen began in Freetown Christiania and between 2.000 and 3.000 people participated in the event. The annual Global Marijuana March is taking place in over 100 cities across the world in an effort to raise awareness of the benefits of medical cannabis and to call for the legalization of marijuana.  EPA/Martin Sylvest  DENMARK OUT

Ein Bild vom diesjährigen «Global Marijuana March» in Dänemark. Bild: EPA/SCANPIX DENMARK

Entdeckt wurde Stoned 1987 in Wellington, Neuseeland. Der Programmierer war vermutlich Student, und definitiv ein Cannabis-Befürworter. Sein Werk ging auch noch mit der Forderung «Legalize Marijuana» in die IT-Geschichte ein.

Der AIDS-Trojaner (1989)

Der zu Zeiten der HIV-Epidemie in den USA verbreitete AIDS-Trojaner gilt als erster Fall von Ransomware. Der Evolutionsbiologe Joseph Popp verschickte 20'000 infizierte Disketten mit dem Titel «AIDS Information – Introductory Diskettes» an die Teilnehmer der Welt-AIDS-Konferenz der WHO.

Eine 5,25-Zoll-Diskette. bild: f-secure (via golem.de)

Nach dem 90. Systemstart erschien auf dem Bildschirm eine Lösegeldforderung der «PC Cyborg Corporation». Die Opfer sollten bezahlen, um das System freischalten zu können.

Dem Urheber ging es angeblich nicht um Geld. Was sicher scheint: Der gute Doktor hatte mächtig einen im Tee.

«Der Aufenthalt im Gefängnis tat der ohnehin labilen Psyche von Joseph Popp offenbar nicht gut. Er soll mit einem Pappkarton bekleidet durch die Flure gelaufen sein, außerdem Lockenwickler in seinem langen Bart getragen haben, die ihn vor bösartiger Strahlung und Mikroorganismen bewahren sollten.»

quelle: golem.de

Form-Virus (1990) – der liebeskranke Schweizer

Zu Beginn der 90er-Jahre verbreitete sich der Form-Virus über infizierte Disketten und wurde zu einem der damals meistverbreiteten Viren. Jeden 18. Tag im Monat machte sich der Virus in Form von Klicktönen bei jedem Tastenanschlag bemerkbar. Urheber war ziemlich sicher ein Programmierer mit Liebeskummer, der angeblich aus dem Kanton Zug kam. Der Programmcode enthält folgenden Text (aus dem Englischen übersetzt): 

«Der FORM Virus grüsst alle, die diesen Text lesen. FORM zerstört keine Daten! Keine Panik! Fick dich, Corinne.»

Der Morris-Wurm (1998)

Der Informatik-Student Robert Morris Jr. wollte das Internet vermessen und schrieb dafür einen der ersten Computerwürmer.

Der Morris-Wurm schaffte es Ende 90er gar in die Fernsehnachrichten, weil er wegen eines Programmierfehlers rund 6000 Unix-Rechner lahmlegte. Das war Schätzungen zu Folge jeder zehnte PC, der damals mit dem Internet verbunden war.

Morris‘ Bemühungen, anonym zu bleiben, wären erfolgreich gewesen. Doch er wurde überzeugt, alles zu gestehen. Und zwar von seinem Vater Robert Morris, Co-Autor des Unix-Betriebssystems und Chief Scientist am National Computer Security Center der NSA. Resultat: drei Jahre auf Bewährung, eine Geldstrafe von 10'000 Dollar und 400 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Robert Tappan Morris (2004) wurde nach der Verurteilung ein angesehener Informatik-Professor, der unter anderem am MIT dozierte. bild: Trevor Blackwell (CC BY-SA 3.0)

Wer einen Computervirus schreibt, landet nicht zwangsläufig auf der schiefen Bahn: Nach seinem Studium gründete Robert Morris Jr. 1995 mit einem Freund die Software-Firma Viaweb, die sich auf Online-Shops spezialisierte. Ein paar Jahre später ging das Unternehmen für 49 Millionen Dollar an Yahoo.

Happy99 (1999)

bild: f-secure

Der allererste bekannte E-Mail-Virus trug einen fröhlichen Namen. Happy99 begrüsste seine Opfer zum Jahreswechsel mit den Worten «Happy New Year 1999 !!» und verbreitete die frohe Botschaft per E-Mail auch gleich an alle Kontakte im Adressbuch. Wie die frühen PC-Viren richtete die Malware keinen nennenswerten Schaden an, schaffte es aber dennoch, sich auf Millionen von Computern auf der ganzen Welt auszubreiten.

Nuwar (2006) – der Totenbeschwörer

Fake News gab es natürlich auch schon in den 00er Jahren. Und manchmal transportierten sie nicht nur Falschmeldungen, sondern auch noch Malware. Wie zum Beispiel Nuwar, auch bekannt unter dem Namen «Storm Worm»: Der Windows-Trojaner verbreitete sich über Mails, in deren Betreff von einem verheerenden Sturm mit zahlreichen Todesopfern die Rede war. Später kursierten Nuwar-Varianten, die vor dem Atomkrieg warnten und den angeblichen Tod des US-Präsidenten verkündeten.

Alle Nuwar-Varianten transportierten ein Schadprogramm, das nach dem Anklicken des Anhangs durch ahnungslose User loslegte. Häufig verwandelte die Malware befallene PCs in «Zombies» – die Besitzer konnten ihre PCs nicht mehr steuern, dafür konnten Dritte übers Internet darauf zugreifen.

Welchen Computer-Schädling haben wir vergessen?

Schreibe ins Kommentarfeld.

Quellen: computerwoche.de, nordbayerischer kurier

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toastface Chillah 27.05.2017 23:09
    Highlight Erwähnenswert wäre evtl. noch der Wurm Sasser, der Anfangs Jahrhundert grossen Schaden anrichtete.
    Bei den Definitionen sollten evtl. noch die Dialler erwähnt werden, diese waren im Alltag vor dem Breitband-Zeitalter der präsenteste Albtraum.
    5 0 Melden
  • Rodney McKay 27.05.2017 22:02
    Highlight Den Disk Killer Virus gab es auch noch. Vermutlich war das so ca. 1990
    2 0 Melden
  • Nikita Schaffner 27.05.2017 18:13
    Highlight Keine Ahnung was der für einen Namen hat, aber ich hatte Mal einen Virus, der im Hintergrund einen Porno laufen lies. Lässt einen ziemlich erschaudern wenn aus dem nix Stimmen zu hören sind, die irgendwann anfangen zu stöhnen 😳
    9 0 Melden
    • majcanon 27.05.2017 20:07
      Highlight Das ist doch kein Virus! Das nennt sich Ausrede für den Fall, dass man erwischt wird. 😉
      15 0 Melden
    • Nikita Schaffner 28.05.2017 12:38
      Highlight Wenn es nur so wäre, dann wäre es nicht so unheimlich gewesen 😄
      5 0 Melden
  • Gigugeli 27.05.2017 16:14
    Highlight Loveletter, oft auch I-love-you-Virus fehlt
    21 2 Melden
  • Cash 27.05.2017 16:10
    Highlight Da war doch noch der ILOVEYOU Virus?
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