DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Ein Vorläufer heutiger Ransomware: Betroffene Computer-Besitzer sollten 189 Dollar an ein Postfach in Panama schicken. bild: knowbe4

AIDS-Trojaner, Stoned-Virus und Co. – die schrägsten PC-Attacken aller Zeiten

Hast du gewusst, dass einer der schlimmsten Computerviren der 90er-Jahre von einem liebeskranken Schweizer programmiert wurde?



Der Lösegeld-Trojaner «WannaCry» geht als bislang grösste Ransomware-Attacke in die IT-Annalen ein.

Kürzlich haben wir an 12 der schlimmsten Computerviren und -würmer erinnert, darunter Melissa, Michelangelo und das Tschernobyl-Virus, die grossen Schaden anrichteten.

Bei den in diesem Beitrag porträtierten Schädlingen geht es um schräge Ideen und ungewöhnliche Programmierer.

Bevor wir zu den Attacken kommen, rufen wir die Klassifizierung der Computer-Schädlinge in Erinnerung. Wir halten uns an die Definitionen der Sicherheitsfirma F-Secure:

Stoned (1987) –
ein Herz für Kiffer

Mit der Meldung «Your PC is now Stoned» machte sich 1987 der Stoned-Virus auf Computern bemerkbar, die mit dem Microsoft-Betriebssystem MS-DOS liefen. Der Schädling – ein so genannter Bootsektor-Virus – verbreitete sich über Disketten, die nicht schreibgeschützt waren, und kopierte sich auf Festplatten.

epa05946992 People take part in the Global Cannabis March in Copenhagen, Denmark 06 May 2017. The march in Copenhagen began in Freetown Christiania and between 2.000 and 3.000 people participated in the event. The annual Global Marijuana March is taking place in over 100 cities across the world in an effort to raise awareness of the benefits of medical cannabis and to call for the legalization of marijuana.  EPA/Martin Sylvest  DENMARK OUT

Ein Bild vom diesjährigen «Global Marijuana March» in Dänemark. Bild: EPA/SCANPIX DENMARK

Entdeckt wurde Stoned 1987 in Wellington, Neuseeland. Der Programmierer war vermutlich Student, und definitiv ein Cannabis-Befürworter. Sein Werk ging auch noch mit der Forderung «Legalize Marijuana» in die IT-Geschichte ein.

Der AIDS-Trojaner (1989)

Der zu Zeiten der HIV-Epidemie in den USA verbreitete AIDS-Trojaner gilt als erster Fall von Ransomware. Der Evolutionsbiologe Joseph Popp verschickte 20'000 infizierte Disketten mit dem Titel «AIDS Information – Introductory Diskettes» an die Teilnehmer der Welt-AIDS-Konferenz der WHO.

Bild

Eine 5,25-Zoll-Diskette. bild: f-secure (via golem.de)

Nach dem 90. Systemstart erschien auf dem Bildschirm eine Lösegeldforderung der «PC Cyborg Corporation». Die Opfer sollten bezahlen, um das System freischalten zu können.

Dem Urheber ging es angeblich nicht um Geld. Was sicher scheint: Der gute Doktor hatte mächtig einen im Tee.

«Der Aufenthalt im Gefängnis tat der ohnehin labilen Psyche von Joseph Popp offenbar nicht gut. Er soll mit einem Pappkarton bekleidet durch die Flure gelaufen sein, außerdem Lockenwickler in seinem langen Bart getragen haben, die ihn vor bösartiger Strahlung und Mikroorganismen bewahren sollten.»

quelle: golem.de

Form-Virus (1990) – der liebeskranke Schweizer

Zu Beginn der 90er-Jahre verbreitete sich der Form-Virus über infizierte Disketten und wurde zu einem der damals meistverbreiteten Viren. Jeden 18. Tag im Monat machte sich der Virus in Form von Klicktönen bei jedem Tastenanschlag bemerkbar. Urheber war ziemlich sicher ein Programmierer mit Liebeskummer, der angeblich aus dem Kanton Zug kam. Der Programmcode enthält folgenden Text (aus dem Englischen übersetzt): 

«Der FORM Virus grüsst alle, die diesen Text lesen. FORM zerstört keine Daten! Keine Panik! Fick dich, Corinne.»

Der Morris-Wurm (1998)

Der Informatik-Student Robert Morris Jr. wollte das Internet vermessen und schrieb dafür einen der ersten Computerwürmer.

Der Morris-Wurm schaffte es Ende 90er gar in die Fernsehnachrichten, weil er wegen eines Programmierfehlers rund 6000 Unix-Rechner lahmlegte. Das war Schätzungen zu Folge jeder zehnte PC, der damals mit dem Internet verbunden war.

Morris‘ Bemühungen, anonym zu bleiben, wären erfolgreich gewesen. Doch er wurde überzeugt, alles zu gestehen. Und zwar von seinem Vater Robert Morris, Co-Autor des Unix-Betriebssystems und Chief Scientist am National Computer Security Center der NSA. Resultat: drei Jahre auf Bewährung, eine Geldstrafe von 10'000 Dollar und 400 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Bild

Robert Tappan Morris (2004) wurde nach der Verurteilung ein angesehener Informatik-Professor, der unter anderem am MIT dozierte. bild: Trevor Blackwell (CC BY-SA 3.0)

Wer einen Computervirus schreibt, landet nicht zwangsläufig auf der schiefen Bahn: Nach seinem Studium gründete Robert Morris Jr. 1995 mit einem Freund die Software-Firma Viaweb, die sich auf Online-Shops spezialisierte. Ein paar Jahre später ging das Unternehmen für 49 Millionen Dollar an Yahoo.

Happy99 (1999)

Bild

bild: f-secure

Der allererste bekannte E-Mail-Virus trug einen fröhlichen Namen. Happy99 begrüsste seine Opfer zum Jahreswechsel mit den Worten «Happy New Year 1999 !!» und verbreitete die frohe Botschaft per E-Mail auch gleich an alle Kontakte im Adressbuch. Wie die frühen PC-Viren richtete die Malware keinen nennenswerten Schaden an, schaffte es aber dennoch, sich auf Millionen von Computern auf der ganzen Welt auszubreiten.

Nuwar (2006) – der Totenbeschwörer

Fake News gab es natürlich auch schon in den 00er Jahren. Und manchmal transportierten sie nicht nur Falschmeldungen, sondern auch noch Malware. Wie zum Beispiel Nuwar, auch bekannt unter dem Namen «Storm Worm»: Der Windows-Trojaner verbreitete sich über Mails, in deren Betreff von einem verheerenden Sturm mit zahlreichen Todesopfern die Rede war. Später kursierten Nuwar-Varianten, die vor dem Atomkrieg warnten und den angeblichen Tod des US-Präsidenten verkündeten.

Alle Nuwar-Varianten transportierten ein Schadprogramm, das nach dem Anklicken des Anhangs durch ahnungslose User loslegte. Häufig verwandelte die Malware befallene PCs in «Zombies» – die Besitzer konnten ihre PCs nicht mehr steuern, dafür konnten Dritte übers Internet darauf zugreifen.

Welchen Computer-Schädling haben wir vergessen?

Schreibe ins Kommentarfeld.

Quellen: computerwoche.de, nordbayerischer kurier

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Kreml reagiert mit Ausweisungen auf Sanktionen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Populäre Microsoft-Software gehackt – Schweiz laut Experten massiv betroffen

Anfang März publik gewordene Microsoft-Sicherheitslücken ziehen immer weitere Kreise. Laut neusten Berichten könnten auch in Europa die Systeme von zehntausenden Organisationen kompromittiert worden sein.

Das ganze Ausmass des Schadens ist nicht absehbar, doch haben zahlreiche Schweizer Unternehmen und Organisationen mit gefährlichen Hackerangriffen auf Exchange-Server zu kämpfen. Diese Microsoft-Software ist weit verbreitet und wird von kleinen- und mittelständischen Firmen (KMU) über Behörden bis zu grossen Unternehmen genutzt.

Gemäss den IT-Sicherheitsexperten von Kaspersky gehört die Schweiz zu den fünf am schlimmsten betroffenen Ländern weltweit. In einem österreichischen Bericht ist …

Artikel lesen
Link zum Artikel