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Scorpion wird gleich Sub-Zero zu sich ziehen und durch die Luft donnern. bild: zvg

«Finish him!»: Als «Mortal Kombat» mit Hektolitern Pixel-Blut Eltern und Lehrer schockte

Ende Monat erscheint der elfte Teil der berüchtigten Prügelspielreihe «Mortal Kombat». Höchste Zeit, das Kult-Spiel aus den Spielhallen der 90er-Jahren in einer Retroperspektive zu würdigen.



Eine leicht muffige, dunkle Spielhalle in den frühen 90ern. Überall blinkt es, Bildschirme flackern und das Vertraute Geräusch von Knöpfchenhämmern hallt durch die Luft. Ein Drache mit gespaltener Zunge sucht nach Aufmerksamkeit. Er bekommt sie auch. «Mortal Kombat» steht auf dem schwarzen Kasten, der die Besucher magisch anzieht…

Krass: Echte Menschen gehen auf dem Bildschirm aufeinander los. Blut spritzt literweise. Ein blauer Ninja donnert einen Faustschlag nach dem anderen in das Gesicht einer Figur, die mit spitzem Hut nach hinten taumelt. Mit einem Blitzangriff wird gekontert. Ein Raunen geht durch die Spielhalle. Als eine Spielfigur keine Energie mehr besitzt, erscheint der Schriftzug «Finish him!!». Eine Aufforderung an den zukünftigen Gewinner, den Verlierer nochmals richtig zu demütigen und ihn spektakulär ins digitale Nirvana zu katapultieren. Der Bildschirm verdunkelte sich etwas und es folgt eine schockierende, ziemlich verstörende, aber auch wahnsinnig faszinierende Szene, die sich ins Langzeitgedächtnis brennt.

Mortaaal Kombaaaaat!!! Wer erinnert sich noch an diese legendäre TV-Werbung?

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Video: YouTube/wwwmortalkombatpl

Grenzen werden überschritten

Als «Mortal Kombat» 1992 das Licht der Welt in den Spielhallen erblickte, traute man seinen Augen kaum. Anstatt dass sich comicartige Figuren in einer begrenzen Arena aufs Maul hauten, wurden echte Schauspieler gefilmt und schliesslich digital und äusserst fotorealistisch ins Spiel eingefügt. Heute mag man über die verwaschene Optik schmunzeln, aber damals war das eine Revolution fürs Auge. Klar, dass die damals realistisch wirkende Grafik in Verbindung mit dem hohem Gewaltfaktor zahlreiche Jugendschützer auf den Plan rief. Auch wenn der Bluteffekt übertrieben eingesetzt wurde, «Mortal Kombat» war brutal und überschritt Grenzen. Aber genau das war das Ziel der Macher…

Ein Blick hinter die Kulissen von «Mortal Kombat»...

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Video: YouTube/NeoGamer - The Video Game Archive

Der Westen schlägt zurück

In den 90er-Jahren erlebten Prügelspiele ihre Blütezeit. Es gab nicht nur immer mehr Sidescroller, sondern auch immer mehr Fighting-Games à la «Street Fighter 2», die vor allem in den Spielhallen die Massen anzogen. Es verging fast kein Monat, in dem nicht ein neues Prügelspiel in der Spielhalle vorgestellt wurde. Während wir hier in unseren Breitengraden aber nie eine grosse Auswahl erhielten, wurde in Japan ein Spiel nach dem anderen rausgehauen. Gegen die japanische Übermacht wollte die Firma Midway Games mit Sitz in Chicago etwas unternehmen, um sich ein grosses Stück vom Kuchen abzuschneiden. Es waren schliesslich die Entwickler Ed Boon und John Tobias, die ihrer Kreativität freien Lauf liessen.

Ein Überblick über die Geschichte von Midway Games...

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Video: YouTube/Foxxy

«Finish him!»

Die realistische Optik mag für viele der Hauptanziehungspunkt gewesen sein. Das was uns aber wirklich in die Spielhallen zog, war die grosse Herausforderung. Nicht nur das Bestreiten des Turniers, sondern das Herausfinden und Erlernen der sogenannten Fatalities. Denn jedesmal wenn der Gegner am Ableben war und der Schriftzug «Finish him!!», respektive «Finish her!!», auftauchte, war dies die klare Aufforderung an den Spieler, den Gegner mit einem Finishing-Move regelrecht zu malträtieren. Bevor man aber einer Figur das Herz herausreissen konnte oder ihm den Kopf samt Rückgrat aus dem Körper riss, musste eine bestimmte Tastenkombination eingegeben werden. Dass man mit einer bestimmten Abfolge Specialmoves vom Stapel lassen konnte, war von anderen Genre-Vertretern bekannt, aber die Ausführung eines Todesschlages war neu und faszinierend.

Mit diesem Werbevideo wurden die Spielhallenbesitzer umworben...

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Video: YouTube/YourMKArcadeSource

Wo versteckt sich Reptile?

Faszinierend war auch, dass im Spiel ein geheimer Kämpfer (Reptile!) und eine geheime Stage auf die Spielerinnen und Spieler warteten. Das spornte zusätzlich an, ganz viele Münzen in den Automaten zu versenken, um alles zu entdecken.

1993 kam bereits die Heimumsetzung in die Läden. Auch hier folgte wieder eine Welle der Empörung durch die Lande. Dieses Mal hauptsächlich seitens der Eltern, als sie sahen, mit was für einem brutalen Videospiel sich der Nachwuchs intensiv beschäftigte. Bei der Super-NES-Version wurde der Bluteffekt zwar komplett entfernt, bei der Mega-Drive-Version war er aber noch vorhanden, sofern man ihn mit einer geheimen Tastenkombination via Startbildschirm freischalten konnte. Auch die Fatalities wurden zensiert. Und trotzdem waren Medienpädagogen und Eltern schockiert über die damals echt wirkenden Handlungen auf den heimischen Bildschirmen.

So schaltete man den geheimen Spieler Reptile frei...

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Video: YouTube/DrewTony'Z

Turnier um Leben und Tod

Um was ging es denn eigentlich? Die Handlung war wie bei vielen Genre-Vertretern total egal. Die finsteren Mächte der Aussenwelt wollen die Erde erobern und unterjochen. Doch bei einem Turnier zwischen den beiden Welten bekommt die Menschheit eine Chance, die Invasion abzuwehren. Sieben Auserwählte dürfen sich aufs Maul geben und schliesslich zwei schaurig schöne Endgegner bodigen.

Dieser Dualismus zwischen Earthrealm und Outworld ist heute immer noch Bestandteil der Grunddramaturgie. Aber durch zahlreiche Fortsetzungen und Ableger hat sich die Franchise schon oft selber in den Schwanz gebissen, so dass auch Kenner der Reihe manchmal Stirnfalten bei der geschichtlichen Rekapitulation bekommen.

Die Charaktere und ihre Hintergrundgeschichten...

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Video: YouTube/arcadegamesfreak

«Get over here!»

Sechs Haudegen und eine Frau bestreiten das Turnier: Der Ninja Sub-Zero darf mit Eis um sich schmeissen und Gegner einfrieren, während seine Nemesis Scorpion, ein untoter Ninja, mit einem Seil inklusive Speerspitze die Gegner mit dem klassischen «Get over here!» an sich heran zieht. Johnny Cage ist ein selbstverliebter Schauspieler und Martial-Arts-Experte, der gerne in die Weichteile haut. Liu Kang ist da etwas braver. Der Shaolin-Mönch ist der klassische Held, der auf dem Reissbrett entstand und Raiden ist ein Donnergott, der mit Blitzen um sich schlägt.

Dann wäre da noch Bösewicht Kano, der mit Metallplatte im Gesicht und seinem rot glühenden Auge an den Terminator erinnert. Als einzige Frau darf schliesslich die Soldatin Sonya Blade am Turnier teilnehmen, die vor allem mit Kano eine ganz persönliche Rechnung offen hat. Wie gehabt haben alle Figuren ihre eigenen Beweggründe, müssen aber alle das vierarmige Monster Goro und schliesslich noch Oberbösewicht Shang Tsung aufs Kreuz legen, der eine besonders fiese Masche auf Lager hat: Er transformiert sich während des Endkampfes regelmässig in alle «Mortal Kombat»-Figuren, so dass man sich ständig neu orientieren muss.

Der Soundtrack: Nicht legendär, aber durchaus sehr stimmig...

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Video: YouTube/Arquivo Mortal Kombat

Ein Kultspiel

«Mortal Kombat» provozierte ganz bewusst. Dieses Videospiel schrie förmlich nach Aufmerksamkeit. Mit dem digitalen Blut kaschierte es aber auch seine spielerische Schlichtheit gegenüber der Genre-Konkurrenz. Aber die damals realistische Grafik, die brutalen Fatalities und übertriebenen Todesschreie zogen die Masse an und formten einen Kult, der vor allem in der Spielhalle zu erleben war. Heute schockiert das Videospiel kaum mehr. Wer sich die erste Version nochmals zu Gemüte führt, muss eher schmunzeln und erinnert sich daran, wie man auf dem Pausenhof damit prahlte, wenn man endlich auch «Mortal Kombat» (heimlich) spielen konnte.

Welche Erinnerungen habt ihr an das erste «Mortal Kombat»? Teilt sie mit uns via Kommentarspalte!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lörrlee 08.04.2019 10:04
    Highlight Highlight "Der Soundtrack: Nicht legendär, aber durchaus sehr stimmig..."

    Einspruch! Der Soundtrack IST legendär!
  • Raudrhar 07.04.2019 07:37
    Highlight Highlight Das erste, das ich von MK gesehen habe, war der erste Film auf VHS. (Den finde ich übrigens heute noch cool. Die Nachfolger sind eher so meh.)
    Als ich dann rauskriegte, dass es ein Spiel dazu gab, war die Sache auch bei mir gelaufen.

    Vielleicht sollte ich mir wieder mal eines der jüngeren Spiele zulegen ^^

    Btw:, weiss jemand, was aus den Gerüchten und Trailern um eine TV-Serie geworden ist?
  • The Count 06.04.2019 23:45
    Highlight Highlight Toasty!!!
  • The Count 06.04.2019 23:44
    Highlight Highlight Maniac und Mega Fun etc. mussten es in den charts als Moral Komplott auflisten. Präsident Stiefel stand da auch =)
  • John M 06.04.2019 21:45
    Highlight Highlight Das erste mal war in einer Spielhalle in Vegas. Was hatte ich Augen gemacht als ich das erste mal einen Fatality gesehen habe 😮
    Zu Hause wollte mir vorerst niemand glauben das es so ein brutales spiel gibt bis es ein Jahr später auch bei un. Raus kam
  • Darkside 06.04.2019 21:15
    Highlight Highlight Jugendliebe!😍 Flawless Victory!
  • Joe Kerr 06.04.2019 20:42
    Highlight Highlight Damals spielten wir (ich und mein Bruder) das Spiel immer bei unserem Nachbar. Als wir endlich auch ein SNES zur Weihnachten bekamen, lehnten wir MK1 von unserem Nachbar aus. Ich war glaub um die 8j. und mein Bruder 11j. Während einem kampf kam mein Vater in unser zimmer und schaute stillschweigend zu. Ich verlor und mein Bruder vollzog ein Fatality. In diesem moment musste mein Vater lauthals lachen. Unser Eltern hatten uns das spiel nicht verbietet. Vielen lieben dank liebe Eltern. Ihr seid die besten und es hat uns nicht geschadet! Wir wurden trotz des spiels, in dem alter zur was =D
    • Xriss 07.04.2019 08:31
      Highlight Highlight Gut dass euch eure Eltern das Spiel nicht verbietet haben und ihr zur was wurdet.
  • Burdleferin 06.04.2019 19:19
    Highlight Highlight Mortal Kombat hat meine Jugend am Stärksten von allen Einflüsse geprägt. Ich liebe es noch heute! Auch wenn ich etwas den Faden verloren habe, weil ich die Geduld zum Gamen verloren habe.
  • Wander Kern 06.04.2019 17:23
    Highlight Highlight Wieviele Tastaturen für den Finishing Move drauf gingen...
    • Astrogator 06.04.2019 18:28
      Highlight Highlight Nicht so viele Joysticks wie für den Marathon bei Decathlon 😊
    • Wander Kern 06.04.2019 20:30
      Highlight Highlight Oder Leisure Suit Larry.. :.D
  • Chriguchris 06.04.2019 16:58
    Highlight Highlight Noch etwas^^
    Damals musste/durfte/wollte ich noch an mehreren Wochenenden die Autos und Motorräder von Nachbarn waschen und putzen, für je 5.- das Stück, um mir das Spiel kaufen zu können.
    • Chriguchris 06.04.2019 17:22
      Highlight Highlight Ich versteh das Kommentare aufschalten bei Watson nicht. Der Kommentar welchen ich 2min davor geschrieben habe und an den sich dieser eigentlich anschliesst wurde nicht aufgeschalten und so steht dieser relativ sinnfrei hier in der Spalte. Doch ja macht Sinn....
    • TanookiStormtrooper 06.04.2019 20:47
      Highlight Highlight Ja, ist in der Tat manchmal seltsam mit dem aufschalten. Hab das auch schon zur Sprache gebracht. Ich warte inzwischen, bis der 1. Kommentar da ist und ergänze bei Bedarf als Antwort darauf.
      Man hat einfach immer das Gefühl, man hätte wohl irgendwie gegen die Richtlinien verstossen, wenn ein älterer Kommentar erst später freigeschaltet wird. Wird hier aber alles manuell freigeschaltet und Menschen machen nun mal Fehler...
  • Chriguchris 06.04.2019 16:55
    Highlight Highlight Und immer schön zuerst die Hausaufgaben erledigen damit die Eltern einen bloss nicht mitten im Kampf vom MK wegholten^^

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