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«Immortals of Aveum» im Test. So gut ist das Game für PS 5 und Xbox X/S

Unser Held Jak wird zum Übersoldaten und nimmt es mit finsteren Mächten auf.
Unser Held Jak wird zum Übersoldaten und nimmt es mit finsteren Mächten auf.bild: zvg
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Beim Action-Game «Immortals of Aveum» wird mit Magie geballert

Keine Zeit für «Starfield» oder «Baldur’s Gate 3»? Dann haben wir mit «Immortals of Aveum» eine Shooter-Variante im Angebot, die kurzweiliger nicht sein könnte. Doch dieses Singleplayer-Game braucht zuweilen auch eine grosse Portion Toleranz.
04.09.2023, 10:2004.09.2023, 11:03
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«Immortals of Aveum» ist bereits seit zwei Wochen auf dem Markt und bekommt von der Game-Gemeinschaft leider kaum Beachtung geschenkt. Sehr schade, denn das Werk von Ascendant Studios bringt frischen Wind in das Shooter-Genre und darf mit faszinierendem Setting und ganz viel unkompliziertem Spielspass punkten. Da drückt man bei einigen Aussetzern gerne auch das eine oder andere Auge fest zu.

Ein Auserwählter und viele Klischees

Wir schlüpfen in die Rolle von Jak, der sich als Dieb durch den tristen Alltag schlägt und in einer Fantasy-Welt heimisch ist. In dieser Welt tobt ein grosser Krieg, der die Bevölkerung immer mehr in Mitleidenschaft zieht. Doch da ist noch mehr Unheil: Ein grosser, mysteriöser Schlund breitet sich in der Umgebung aus und droht alles zu verschlingen. Schnell wird uns klar, dass die Magie in dieser Welt eine zentrale Rolle spielt und im Krieg ebenfalls rege genutzt wird. Alles dreht sich um Zauberkraft, die für die Menschheit sowohl Fluch als auch Segen zugleich ist.

Durch ein trauriges Ereignis entdeckt unser Hauptcharakter seine schlummernden Magie-Fähigkeiten und wird prompt zu einem Auserwählten, da er alle Zauberformen beherrschen kann. Er wird sofort von Regierungsmitgliedern geschnappt, hart trainiert und schliesslich fünf Jahre später zu einem Supersoldat und Anführer befördert, der für das Reich Lucium in den Krieg zieht. Oberbösewicht ist übrigens ein Typ namens Sandrakk, der die Völker unterjochen und die gesamte Magie unter seine Obhut reissen möchte. So jedenfalls wird es uns zu Beginn eingetrichtert.

Durch ein tragisches Ereignis entdeckt unser Protagonist seine Magie-Fähigkeiten.
Durch ein tragisches Ereignis entdeckt unser Protagonist seine Magie-Fähigkeiten.bild: zvg

Es folgen ganz viele Klischee-Momente und Storyentwicklungen, die schon von weitem ersichtlich sind. Viele Charaktere, die uns begegnen stammen aus dem Videospiel-Figurenkatalog und wurden dreist in die Geschichte hineinkopiert. Nein, inhaltlich mag dieser Shooter nicht wirklich überraschen. Aber er stimmt uns durch die wunderschön gezeichnete Spielwelt, gut platziertem Humor und vor allem durch das frische Gameplay wiederum sehr versöhnlich.

Magie statt Kugeln

Auf seinem Schicksalsweg stehen Jak Schritt für Schritt drei grosse Magie-Fähigkeiten zur Seite, die via Armschiene gebündelt und genutzt werden: Mit der grünen Magie erhält er Schnellfeuer, mit der roten Variante einen einzelnen gewaltigen Schuss mit ordentlicher Durchschlagskraft und mit der blauen Kraft einen Einzelschuss, der vor allem für einen Angriff aus der Ferne geeignet ist. Oder anders formuliert: Sturmgewehr, Schrotflinte und herkömmliches Gewehr in einer etwas anderen Form werden uns in die Hände gelegt.

Zusätzlich zu diesen drei Grundwaffen bekommt der Auserwählte noch jede Menge sekundäre, kombinierbare Zaubermöglichkeiten in die Tasche gesteckt: Wir können Bomben werfen, einen Schutzschild hochfahren, grosse Objekte verlangsamen, uns mit einer Peitsche Gegner heranholen, einen Berserker-Modus kurz einschalten oder mit diversen sammelbaren Kristallen noch viele andere Fähigkeiten herzaubern.

Mit der Zeit sind wir in der Lage mit zahlreichen Magie-Fähigkeiten um uns zu schlagen.
Mit der Zeit sind wir in der Lage mit zahlreichen Magie-Fähigkeiten um uns zu schlagen.bild: zvg

So rennen, hüpfen und zuweilen schweben wir durch die Levels und schalten immer wieder zwischen den Magie-Varianten hin und her, um auch den stärksten Gegner mit einer taktischen Note wegzudonnern. Im Verlaufe des Spiels dürfen wir uns zusätzlich aufleveln und an unseren Fähigkeiten feilen, um aus unseren Lieblingswaffen das Beste herauszukitzeln.

Rätsel und flüssige Technik

In den Welten wartet auch immer wieder mal ein Rätsel auf uns, wo die unterschiedlichen Magie-Arten in der richtigen Reihenfolge eingesetzt werden müssen, damit es weitergehen kann. Wer in diesen Situationen die Umgebungen genau untersucht, richtig hinschaut und logisch kombiniert, wird aber ein leichtes Spiel haben, um die Puzzles zu knacken.

Jak steuert sich übrigens besonders flüssig und auch wenn er sich mit einer Vielzahl an Kampfmöglichkeiten einer Horde Gegner gegenüberstellt, bleibt die Technik konstant und verzeichnet keine Einbrüche. Generell läuft bei diesem schnellen Shooter alles wie geschmiert und die diversen Aktionen gehen nach einer gewissen Zeit schnell in uns über so dass wir bald eine Reihe von spektakulären Baller- und Zauber-Kombos vom Stapel lassen können.

Egal was sich alles auf dem Bildschirm abspielt, die Technik macht immer mit.
Egal was sich alles auf dem Bildschirm abspielt, die Technik macht immer mit.bild: zvg

Eine Spielwelt bleibt stumm

«Immortals of Aveum» besitzt keine offene Spielwelt. Im Gegenteil. Der Shooter ist sehr linear aufgebaut und führt uns behutsam von Schauplatz zu Schauplatz, ohne uns mit zig Nebenaufgaben zu ködern. Wer trotzdem Lust hat die Welt etwas genauer zu entdecken, hat durchaus ein paar Möglichkeiten: Mit gestärktem Charakter dürfen später einige wenige Nebenaufgaben bewältigt werden und da wir via Schnellreise stets an vertraute Orte zurückreisen müssen, um eine gesperrte Passage endlich zu öffnen, entdeckt man auch hier immer wieder neue Details und Geheimnisse in den Umgebungen, die uns vorher verborgen blieben.

Doch ausschweifende Reisen in die Tiefen des Reichs, um den Durst nach mehr Hintergrundwissen zu stillen, sind nicht möglich. Auch durch die standardisierten Dialoge, die man mit einigen Figuren führen kann, darf kein Tiefgang erwartet werden. Zwar ergeben sich dabei einige nützliche Infos über die Welt, aber überall wird nur an der Oberfläche gekratzt. Eigentlich schade, da die schaurig schöne Welt ziemlich organisch und durchdacht wirkt und sicherlich noch viel mehr zu erzählen hätte.

Die Spielwelt bietet viele ungelöste Geheimnisse, doch wir dürfen nur an der Oberfläche kratzen.
Die Spielwelt bietet viele ungelöste Geheimnisse, doch wir dürfen nur an der Oberfläche kratzen.bild: zvg

Eine Optik zum Verweilen

Optisch ist «Immortals of Aveum» durchaus ein Genuss. Zwar darf man an einigen Stellen nicht allzu genau hinsehen, weil matschige Texturen und unscharfe Objekte ins Auge stechen, doch das Gesamtbild kann sich sehen lassen. Die Umgebungen und ihre darin verwurzelte Architektur sowie Flora und Fauna sind exotisch und wecken stets das Gefühl einem durchdachten Weltbild beizuwohnen.

Die Zwischensequenzen dürfen sich meistens sehen lassen.
Die Zwischensequenzen dürfen sich meistens sehen lassen.bild: zvg

Die vielen Zwischensequenzen wurden bestens animiert und auch wenn die Mimik und Gestik von einigen Figuren manchmal etwas befremdlich wirken, stimmt die Atmosphäre und wir werden immer mehr in diese krude Fantasy-Welt hineingezogen, die von den Designerinnen und Designern vorzüglich zum Leben erweckt wurde. Das audiovisuelle Paket stimmt also, sofern man nicht an den kleinen unsauberen Details hängen bleibt.

Magische Anziehungskraft

Fazit: Dieses Action-Game gewinnt mit der durchschaubaren Geschichte voller Klischees keinen Story-Preis. Dennoch hatte ich für rund 20 Stunden ganz viel Spass. «Immortals of Aveum» ist ein knackiger Ego-Shooter für Solisten geworden, die einfach eine geradlinige Unterhaltung suchen und sich berieseln lassen wollen.

Schuld daran ist vor allem das frische Shooter-Gameplay, das mit seinen Magie-Fähigkeiten und den unzähligen Baller-Attraktionen frischen Wind ins Genre bringt. Klar, nach kurzer Spielzeit wird ersichtlich, dass über die gewöhnliche Shooter-Mechanik einfach ein neues Kleid gestülpt wurde, aber die Illusion bleibt konstant.

Auch das Setting hat mich magisch angezogen. Leider wird einem der tiefere Zugang in die faszinierende Welt verwehrt und erst bei genauem Hinsehen machen sich Unsauberkeiten bei der optischen Verarbeitung bemerkbar. Doch die malerische SciFi-Fantasy-Atmosphäre lenkt hier stets wunderbar ab, so dass sich der unkomplizierte Spielspass stets in den Vordergrund schleicht und bestens unterhält.

«Immortals of Aveum» ist erhältlich für Playstation 5, Xbox Series X/S und PC. Freigegeben ab 16 Jahren.

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