Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07853659 Founder and CEO of Amazon Jeff Bezos participates in the unveiling of an Amazon environmental initiative entitled 'The Climate Pledge', in Washington, DC, USA, 19 September 2019. Amazon's new environmental initiative aims to meet the goals of the Paris environmental agreement ten years early, or in 2040. Amazon has acquired one hundred thousand new electric delivery vehicles as part of that aim.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Jeff Bezos' Handy wurde gehackt – steckt der saudische Kronprinz dahinter? Bild: EPA

Hat der saudische Kronprinz Jeff Bezos Handy gehackt?

Der Amazon-Gründer und reichste Mensch der Welt, Jeff Bezos, wurde Anfang 2019 Opfer einer Schmutzkampagne. Wie der britische «Guardian» schreibt, soll der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman dahinter stecken.



Amazon-Gründer Jeff Bezos und der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman sollen über WhatsApp einen freundlichen Austausch gehabt haben, wie der britische «Guardian» berichtet. Im Jahr 2018 soll Bezos' Handy gehackt worden sein – eine Nachricht soll eine Datei mit mutmasslicher Spyware enthalten haben. Die WhatsApp-Nachricht sei von Bin Salman persönlich geschickt worden sein.

epa08123598 A handout photo made available by the Saudi Royal Court shows Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman meeting with Japanese Prime Minister Shinzo Abe (not pictured) , in Riyadh, Saudi Arabia, late 12 January 2020. Abe arrived in Saudi Arabia at the beginning of a five-day tour in Gulf countries that will also take him to the United Arab Emirates and Oman.  EPA/BANDAR ALJALOUD/SAUDI ROYAL COURT /  HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bin Salman soll Bezos' Handy gehackt haben. Bild: EPA

Durch die Spyware konnte Bezos' Handy anschliessend überwacht werden, wie eine forensische Untersuchung offenlegt. Es konnte eine grosse Datenmenge vom Mobilgerät des Amazon-Gründers «abgezogen» werden.

Neun Monate später – im Januar 2019 – nachdem das Handy gehackt worden ist, so wird vermutet, kamen intime Details von Bezos' Privatleben ans Tageslicht. Das amerikanische Boulevardmagazin «National Enquirer» machte eine angebliche aussereheliche Affäre von Bezos publik. Dieser engagierte sofort Privatermittler, um in Erfahrung zu bringen, wie diese Informationen an den «Enquirer» gelangen konnten. Im Verdacht stand zunächst der Bruder seiner neuen Partnerin, doch diese Anschuldigung sollte sich als unwahr herausstellen.

David Pecker und der «National Enquirer»

Der Sicherheitschef des US-Milliardärs, Gavin de Becker, äusserte sich im März 2019 über «die enge Beziehung» von Bin Salman zum CEO der American Media INC (AMI), David Pecker. Dem Chef der AMI gehört auch der «National Enquirer». Doch sowohl die Saudis als auch Pecker bestreiten jegliche Vorwürfe: Sie hätten nichts mit der Schmutzkampagne gegen Bezos zu tun, geschweige denn mit der Überwachung des Handys.

In this Jan. 31, 2014 photo, David Pecker, Chairman and CEO of American Media, addresses those attending the Shape & Men's Fitness Super Bowl Party in New York. The Aug. 21, 2018 plea deal reached by Donald Trump's former attorney Michael Cohen has laid bare a relationship between the president and Pecker, whose company publishes the National Enquirer. Besides detailing tabloid's involvement in payoffs to porn star Stormy Daniels and Playboy Playmate Karen McDougal to keep quiet about alleged affairs with Trump, court papers showed how David Pecker, a longtime friend of the president, offered to help Trump stave off negative stories during the 2016 campaign. (Marion Curtis via AP)

Wollte David Pecker dem Amazon-Gründer Jeff Bezos schaden? Bild: AP/AP

Jeff Bezos selbst sagte aus, dass er vom «National Enquirer» mit Nacktbildern erpresst worden sei. Es ist nicht das erste mal, dass Pecker und sein Magazin in die Kritik geraten, wie «Der Spiegel» schreibt. Im US-Wahlkampf von 2016 liess das Magazin negative Schlagzeilen zu Trump, einem Freund von Pecker, bewusst aus: Der «National Enquirer» kaufte sich Exklusivrechte an der Geschichte zu Trumps Affären – und hielt die Geschichte aus den Schlagzeilen.

Was der «Guardian» aufdeckt, ist auch insofern brisant, als es ein neues Licht auf die Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi wirft. Dieser lebte die letzten Jahre nämlich in den USA und schrieb für die «Washington Post», welche seit 2013 im Besitz von Bezos ist.

Khashoggi wurde fünf Monate nach dem Angriff auf Bezos' Handy in der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul ermordet. Die «Washington Post» setzte nach dem Tod von Khashoggi ein Team ein, um Details über die Ermordung herauszufinden.

Der saudische Kronprinz soll ein möglicher Auftraggeber für den Mord an Khashoggi sein. Der Journalist kritisierte das saudische Königreich in der «Washington Post» regelmässig. Das Königshaus sprach beim Mord jedoch von einer «Schurkenoperation» und ein saudi-arabisches Gericht verurteilte im Dezember acht Personen, die in den Mord verstrickt gewesen sein sollen. Der Prozess wurde im Geheimen abgehalten und von Menschenrechtsexperten kritisiert.

(mim)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konzequenzen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Zu gruselig! Alexa und Siri hören dieses geheime Kommando, das du nicht hörst

Wissenschaftler können geheime Audioanweisungen, die Menschen nicht hören, an Apples Siri, Amazons Alexa und Googles Assistenten senden. Die Sprachassistenten könnten so heimlich Fotos der Nutzer machen, Textnachrichten versenden oder gar die Haustür öffnen.

Sprachassistenten durchdringen unser Leben: Auf dem Smartphone, der Smartwatch und immer öfter auch als smarte Lautsprecher im Wohn- oder Schlafzimmer hören sie auf unsere Befehle. Ein Sprachbefehl ist nun mal viel schneller und bequemer als Kommandos und Suchanfragen zu tippen.

«Ok, Google, wie wird das Wetter heute?», «Hey, Cortana, welche Termine habe ich heute?» oder «Hey, Siri, stell die Raumtemperatur auf 22 Grad» sind für immer mehr Menschen ganz natürliche Fragen oder Kommandos, …

Artikel lesen
Link zum Artikel