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Der Traum aller Schwarzfahrer? 6 Fakten (und eine gewagte These) zur neuen SBB-App

watson hat die neue SBB-App ausprobiert und bei den Ankündigungen der zuständigen Bahn-Manager genau hingehört. Hier die persönlichen Eindrücke.



Die neue SBB-App (SBB Mobile), mit Touch Fahrplan

Jede Kachel ein Bahnhof. Von A nach B streichen. Fertig.
bild: watson

Dank der neuen App sollen die Ticketpreise nicht mehr so schnell erhöht werden

Das Versprechen stammt von der SBB-Topmanagerin Jeannine Pilloud. Und sie hat es vor vielen Journalisten abgegeben. Die Leiterin des Geschäftsfeldes Personenverkehr ging bei der Präsentation der neuen SBB-App auf die «strategischen Stossrichtungen» ein. In der Einleitung kündigte sie an, «dass die Billett-Preise nicht mehr wie in der Vergangenheit erhöht werden sollen». Grund: Wenn immer mehr Leute immer häufiger ihre Tickets via App kaufen, und nicht am Automaten oder Schalter beziehen, sinken die Kosten für das Unternehmen.

Die SBB-Managerin verriet auch noch folgende interessante Fakten:

Bild

Der «Touch Fahrplan» macht richtig Spass

Die SBB halten Wort, was die versprochene Steigerung der Benutzerfreundlichkeit betrifft. Dies gilt zumindest für den Fahrplan zum Anfassen («Touch Fahrplan»). Smartphone-gerecht müssen die Nutzer gar nichts auf der virtuellen Tastatur eintippen, wenn sie schnell eine Fahrplan-Auskunft wünschen oder ein Ticket kaufen wollen. Vielmehr streicht man von einer Kachel (Abfahrt) zur andern (Ziel).

«Touch Fahrplan» ausprobiert

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YouTube/Watson Redaktion

Wer nicht gern auf dem Touchscreen herumstreicht, kann aber natürlich auch weiterhin mit den Text-Eingabefeldern arbeiten. Interessant: Auch die herkömmliche Bedienung funktioniert mit der neuen App deutlich schneller. Man tippt's ein und sieht sofort das Resultat.

(Dem Vernehmen nach soll die Viadi-App aber immer noch schneller sein, wenn es um Fahrplan-Auskünfte auf dem Handy geht.)

Auch Schwarzfahrer könnten versucht sein, aber...

watson hat den Ticketverkauf der neuen und alten SBB-App direkt verglichen. Der Unterschied ist krass, selbst im Vergleich mit einem iPhone, bei dem die Passwort-Eingabe dank Fingerabdruck-Scanner entfällt. Im besten Fall dauerte der Ticketkauf mit der neuen SBB-App auf einem Nexus-Smartphone 30 Sekunden, bei weiteren Versuchen nicht länger als eine Minute. Schwarzfahrer könnten versucht sein, mit dem Ticketkauf bis zum letzten Drücker zu warten...

Wie bis anhin gibt es aber beim App-Ticketkauf einen Zeitstempel. Wer nach der offiziellen Abfahrtszeit schnell noch das Billett löst, muss damit rechnen, dass die SBB eine saftige Rechnung präsentieren.

Die neue App soll gegen die «Via-Falle» helfen

Via-Falle? WTF!

Der komische Begriff ist keine Erfindung von watson. Er stammt vielmehr von der SBB-Managerin Jeannine Pilloud. Und als Leiterin des Geschäftsfeldes Personenverkehr muss sie es wissen.

Also: Via-Falle bedeutet, dass heutzutage viele Leute keine Ahnung mehr haben von Schweizer Geografie und darum nicht in der Lage sind, die optimale Reiseroute von A nach B zu bestimmen. Richtig schlimm wird es, wenn der SBB-Billettautomat und die App verschiedene Varianten vorschlagen, also nicht nur Tickets für die Reise von A nach B via C anbieten, sondern auch via D und E. Via-Falle, eben.

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Da haben wir sie: Jeannine Pilloud und das Kunstwort.
bild: watson

Die neue SBB-App soll automatisch die besten (und günstigsten) Verbindungen anzeigen, so dass ärgerliche Fehlkäufe hoffentlich bald der Vergangenheit angehören werden. Nichtsdestotrotz dürften ÖV-Nutzer auch in Zukunft von Geografiekenntnissen profitieren.

Im Apple-Land Schweiz werden 4 von 5 digitalen Tickets mit dem iPhone gekauft

Die SBB-Verantwortlichen sprachen vom «Apple-Land Schweiz», als es um die Marktanteile der mobilen Betriebssysteme ging. Apples iOS (iPhone, iPad, iPod) liegt bezüglich Nutzung klar vor Android (von Google), Windows (Microsoft) landet auf dem dritten Platz. 

Besonders eindrücklich ist der Unterschied bei den digitalen Ticketkäufen. iOS-Nutzer machen fast 80 Prozent aus.

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bild: watson

Dass es die neue SBB-App noch nicht fürs iPhone gibt, ist die Schuld von Apple

Es dürfte dem Leiter E-Business bei den SBB, Christof Zogg, entgangen sein, dass Apple die Limite für App-Tester verdoppelt hat. Doch genützt hätte das nichts: Gemäss den von Apple im November revidierten App-Store-Bestimmungen dürfen App-Entwickler nun maximal 2000 Personen für Tests zulassen. Die SBB wollten aber «eine riesige Test-Community». Und darum habe man sich entschieden, die neue App zuerst für die Android-Plattform zu veröffentlichen, denn Google kennt keine solchen Begrenzungen. «iOS-Nutzer müssen aber nicht furchtbar lang warten», versprach der ehemalige Microsoft-Manager.

Fazit: Die neue SBB-App spielt nicht in der Champions-League. Noch nicht.

Genau da soll die neue App laut der SBB-Topmanagerin Jeannine Pilloud, Leiterin des Geschäftsfeldes Personenverkehr, hin. Es wäre aber unfair, die erste öffentliche Testversion hart zu kritisieren. Vieles funktioniert noch nicht wie gewünscht. Es werden kryptische Fehlermeldungen angezeigt, doch hartnäckige Test-User werden belohnt: Beim zweiten oder dritten Versuch klappt es doch.

Was die neuen Funktionen betrifft, wurde am Dienstag einiges versprochen und für das nächste Jahr angekündigt. Zu sehen ist davon in der ersten Testversion nicht viel. Der «Touch Fahrplan» ist das grösste Highlight. Viel mehr gibt's noch nicht zu bestaunen.

Es wird in den kommenden Monaten spannend zu sehen, ob die Verantwortlichen ihre Versprechen halten können. Insbesondere die Integration von Abonnements in die App wird sehnlichst erwartet.

Ob die Erweiterung der SBB-App zum «digitalen Reisebegleiter» beim Publikum einschlägt, wird sich frühestens 2017 zeigen.

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Datenschutz: App hui, Test-Community pfui

Die SBB versprechen, dass die neue App keine sensiblen Kundendaten (ohne Einwilligung der Betroffenen) erfasst und auswertet. Unschön ist hingegen, dass die registrierten Mitglieder der Test-Community mit Namen (und Profilbild) auf der SBB-Website zu finden sind.

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So berichtet die Nachrichtenagentur Keystone über die neue SBB-App

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YouTube/KEYSTONE Video

Vor zehn Jahren schafften die SBB das Raucherabteil ab

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24
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    Alle Leser-Kommentare
  • Matrixx 25.11.2015 19:37
    Highlight Highlight Zu Punkt 3:

    Wenn ich meinen Anschlusszug verpasse und mit Müh und Not in letzter Sekunde einen Zug erwische, der einen Umweg macht (aber trotzdem schneller ist, als wenn ich auf den nächsten warte) - und für diesen brauche ich eine zone mehr, die nicht auf meinem Ticket drauf ist. Ich löse dann erleichtert im Zug noch kurz die fehlende Zone (was dann natürlich nach offizieller Abfahrtszeit geschieht), bin ich dann auch Schwarzfahrer?
  • lopevi 25.11.2015 15:59
    Highlight Highlight Leider ist bis jetzt erst die Android-Version erschienen. Leider fehlt eine Plattformübergreifende und v.a. Barrierenfreie Version. Obwohl via Bundesverfassung staatliche Betriebe eigentlich dazu verpflichtet wären.

    M.E. kann die SBB soviel programmieren lassen wie sie möchten, solange sie eine barrierenfreie Open Source Version bereitstellen. Leider fehlt insbesondere im Digitalen ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit.
  • SVRN5774 24.11.2015 21:19
    Highlight Highlight Punkt 3

    Wie bis anhin gibt es aber beim App-Ticketkauf einen Zeitstempel. Wer nach der offiziellen Abfahrtszeit schnell noch das Billett löst, muss damit rechnen, dass die SBB eine saftige Rechnung präsentieren.

    Kann mir das bitte jemand genauer erklären (mit ein Beispiel vielleicht)?
    Danke
    • Tobi23 24.11.2015 21:43
      Highlight Highlight Wenn dein Zug 10:04 abfährt und du löst 10:05 das Mobileticket, kannst du eine Busse wegen Schwarzfahrens erhalten da das Ticket ja erst gelöst werden könnte wenn du die Kontrolle siehst...
    • Luca Dietiker 24.11.2015 21:44
      Highlight Highlight Du steigst in den IC nach Zürich. (Abfahrt 17:02) Du hast noch kein Ticket gelöst, und als der Kondi in den Wagen kommt, kramst du dein iPhone hervor und löst noch kurz das Ticket. Inzwischen ist es aber schon 17:32 und du bist quasi schwarz gefahren. Der Kontrolleur wird dir sagen, dass die Reise mit einem gültigen Fahrausweis angetreten werden muss, weil sonst ja jeder nur dann ein Ticket lösen würde, wenn ein Kontrolleur kommt. Da der Zeitstempel deines E-Tix 17:32 anzeigt, der Zug aber schon 17:02 den Bahnhof Bern verliess, erhältst du eine Busse 😊👍🏼 Alles klar?
    • qualfull 25.11.2015 00:14
      Highlight Highlight Aber auf Kurzstrecken spielt das weniger (keine) eine Rolle. Da wird alle paar Minuten ein und ausgesteigt. Danke SBB
    Weitere Antworten anzeigen
  • seventhinkingsteps 24.11.2015 21:07
    Highlight Highlight Nur weil man es voll "social" und "community" macht, ändert noch lange nichts daran, dass man offenkundig das Testing einfach zum Kunden outsourced.
    • Luca Dietiker 24.11.2015 21:46
      Highlight Highlight Das ist eine super sache! Wird dir jeder moderne Entwicklungs-Stratege sagen. 😄 Love it, Change it or leave it. Nur der Kunde weiss, ob und wie ihm ein Feature wirklich passt.
  • Der Tom 24.11.2015 20:53
    Highlight Highlight Oh scheinbar fahren Android Nutzer öfter schwarz. Oder wissen nicht dass man in der App Tickets kaufen kann.
    • Miikee 24.11.2015 21:40
      Highlight Highlight Die alte Android App pusht alte Tickets die ganze Zeit vor den Bildschirm, was die Navigation recht mühsam macht und hat auch noch andere Bugs. Die Android Nutzer haben einfach keinen Bock auf so eine App und warten bis es besser wird.
    • Fonzie 24.11.2015 22:51
      Highlight Highlight Vielleicht fahren Android-Nutzer auch eher Auto. Moment ... Vielleicht haben Android-Nutzer auch eher Monats- oder Jahresabos. Das wäe doch mal ne Studie wert, liebe UniZH :)
    • Sir Jonathan Ive 25.11.2015 10:12
      Highlight Highlight Wenn die App wirklich so verbuggt ist, wie es Mikee sagt, kann ich das durchaus verstehen, dass man sie nicht benutzt.
      Ich persönlich nutze die SBB-App auch nur selten als Fahrplan und ganz ganz selten als QR-Code-Reader.
      Für die Bahn habe ich ein GA was für mich eindeutig die einfachste und günstigste Variante ist.
  • Caturix 24.11.2015 20:47
    Highlight Highlight Hoffentlich kommt es für Windows dann auch und word dann irgendwann auf 2019 verschoben.
  • humpfli 24.11.2015 19:36
    Highlight Highlight Habe die App getestet. BIs anhin ist sie in Ordnung. was mich aber stört sind die Funktionen Man sieht nicht mehr, wo es eine Störung etc gibt. Das sollte noch eingebaut werden.
    • 2sel 24.11.2015 22:34
      Highlight Highlight Die Störungen / Verspätungen / Zugsausfälle werden wenn man eine Verbindung auswählt direkt dort angezeigt sofern sie deinen Zug / Anschluss betreffen.
  • unejamardiani 24.11.2015 19:36
    Highlight Highlight Wisst ihr ob es eine Universal App wird für Windows?
  • aye 24.11.2015 18:50
    Highlight Highlight In der Community wird zwar nach der Registrierung der volle Name angezeigt, dieser kann aber immerhin geändert werden. (Sieht man auch auf dem Screenshot)
  • Peperouny 24.11.2015 18:29
    Highlight Highlight 4 von 5 digitale Tickets mit dem iPhone, aber die Testversion kommt auf Android?! 😅
    • Raphael Merz 24.11.2015 18:36
      Highlight Highlight Wie im Artikel steht beschränkt Aple die Anzahl Nutzer bei Testversionen auf 2000.....
    • Pointer 25.11.2015 06:39
      Highlight Highlight Die iPhone-Besitzer haben ihr meistes Geld ins Gerät investiert, darum müssen sie Billete kaufen, während die Android-Benutzer mit dem GA herumfahren ;-)

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