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Ein Anti-5G-Plakat in Zürich. Bild: watson

5G-Diktatur? Bundesrat hält Mobilfunk-Grenzwerte für ausreichend



Aus Sicht des Bundesrates genügen die geltenden Grenzwerte für die Strahlung von Mobilfunkanlagen, um das Risiko von Gesundheitsschäden zu minimieren. In der Schweiz gälten strengere Regeln als in den meisten Nachbarstaaten, schreibt die Landesregierung.

Nationalrätin Martina Munz (SP/SH) erkundigte sich im Zusammenhang mit dem Ausbau des Mobilfunks auf die 5G-Technologie. Dadurch werde die Bevölkerung einem weiteren unbekannten Gesundheitsrisiko durch hochfrequente elektromagnetische Felder ausgesetzt, schreibt sie in ihrer Interpellation. Sie wollte wissen, wie der Bundesrat das Risiko einschätzt und wer bei Schäden haftet.

Der Bundesrat schreibt in seiner am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme, er nehme die Besorgnis der Bevölkerung sehr ernst. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkenne, dass aussagekräftige Langzeituntersuchungen fehlten. Dem habe der Bundesrat beim Erlass der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung Rechnung getragen.

Er habe für Orte wie Wohnungen, Schulen, Spitäler oder Büros zusätzlich strengere Anlagegrenzwerte festgelegt, welche die Langzeitbelastung an diesen Orten tief hielten. Die Vorschriften seien so festgelegt worden, dass die Strahlung nach heutigem Stand der Wissenschaft keine Gesundheitsschäden infolge Erwärmung des Körpergewebes verursache und auch das Risiko noch ungewisser, langfristiger negativer Auswirkungen minimiert werde.

Hier stehen die ersten 5G-Antennen der Schweiz

Video: srf/SDA SRF

Zur Haftung hält der Bundesrat fest, Schadenersatz wegen Gesundheitsschädigung könnte gestützt auf verschiedene Gesetzesbestimmungen verlangt werden, sofern der Nachweis des Schadens durch die Mobilfunkstrahlung gelinge.

Würden die Mobilfunkanlagen nach geltenden Vorschriften betrieben, sei davon auszugehen, dass verschuldensabhängige Haftungsbestimmungen auch bei späteren neuen Erkenntnissen zur Schädlichkeit nicht greifen würden, da zum Zeitpunkt der Schadensverursachung keine Sorgfaltspflichtverletzungen vorlägen.

Die drei Telekom-Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt hatten im Februar Mobilfunkfrequenzen ersteigert mit dem Ziel, die schnelle 5G-Technologie einzuführen. Im April haben sie damit begonnen. (sda)

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Raphael Conca 24.05.2019 16:03
    Highlight Highlight Ich verstehe die Angst vor Neuem mit möglicherweise unbekannt Risiken für die Gesundheit.
    Und deshalb verstehe ich nicht, dass alte Technologie nicht stärker eingeschränkt oder abgeschafft wird.
    Feinstaub durch Verbrennung und stärker Reifenabrieb
    • Raphael Conca 24.05.2019 16:10
      Highlight Highlight Ups zu früh gepostet ;-)

      ... durch schwere Fahrzeuge zum Beispiel.

      Treibstoffe verbannen und mit der Zeit durch möglichst leichte Elektrofahrzeuge ersetzen.
      Alternative Heizungen nutzen.
      Schwer- und Langstreckenverkehr auf Schiene verlagern.

      Das wäre doch was. Oder?
  • Fenyra Fux 24.05.2019 12:57
    Highlight Highlight "Zur Haftung hält der Bundesrat fest, Schadenersatz wegen Gesundheitsschädigung könnte gestützt auf verschiedene Gesetzesbestimmungen verlangt werden, sofern der Nachweis des Schadens durch die Mobilfunkstrahlung gelinge."

    LOL

    Ich nerv mich grad, dass es eigentlich umgekehrt sein sollte.
    Bei einem neuen Produkt sollte vor der Markteinführung die Unschädlichkeit erwiesen werden. Nicht der Konsument muss es irgendwie nach Jahren beweisen, dass seine Krankheit eventuell von dem her rühren könnte.
  • Fandall 24.05.2019 11:13
    Highlight Highlight "Die Menschheit braucht kein Internet der Dinge"
    Den Teil sehe ich auch so.
    Bewegungsdaten wären wohl eher auf nationaler Ebene wirklich nützlich, damit man die Verkehrsplanung verbessern kann, nicht bei privaten, globalen Multis.
    Das Problem ist halt schon dass aufgrund der benutzten Frequenz, einen höhere Antennendichte benötigt wird um dieselbe Abdeckung wie bei 4G zu erreichen. Wie stark das die Strahlenbelastung beeinflusst, konnte ich jedoch nicht eruieren.
    • bephep 24.05.2019 11:23
      Highlight Highlight Bei 5G lässt sich das eigentlich recht gut eruieren - lebst Du in einer Gegend in der Du Fernsehen empfangen konntest?
      Wenn ja, dann bist Du wahrscheinlich schon seit Deiner Kindheit den "5G-Strahlen" ausgesetzt - das 700MHz - Frequenzband wurden nämlich früher für die Übertragung des analogen Fernsehens genutzt.
      Sprich bezüglich der gesundheitlichen Gefahren des 5G-Netzes können wir uns beruhigt zurücklehnen - immerhin haben alle von uns einen signifikanten teil unseres Lebens im Bereich von Sendern mit diesem Frequenzband zugebracht.
  • Z.enox 23.05.2019 23:45
    Highlight Highlight Autoabgase sind erwiesenermassen schädlich für uns, aber da sagt keiner etwas. Aber bei Handystrahlung wo es neben Verschwöhrungstheorien keinerlei Fakten gibt, dreht die Welt durch...

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