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Die Trump-Fans lieben Parler – weil man dort Free Speech betreiben kann. Bild: watson/shutterstock

Deshalb tummeln sich die Trump-Fans auf der neuen App «Parler»

Es gibt einen neuen Stern am Social-Media-Himmel: Eine neue App namens Parler. Dort gibt es nur zwei Regeln: Keine Kriminalität, kein Spam. Ansonsten ist alles erlaubt. Deshalb tummeln sich dort vor allem Trump-Anhänger, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker.



«Bist du müde, wie die erwachten Linken Social Media zerstören? Dann folge uns auf «Parler»!», so klingt die Aufforderung des für die neue Social-Media-App «Parler». Daneben die Hashtags #FreeSpech und #CancelCulture.

Was es mit der neuen Plattform auf sich hat, erfährst du hier.

Was ist Parler?

Parler – das Twitter ohne Regeln. Ohne Angst davor, «deplatformiert», wie es bei den Entwicklern selbst heisst, zu werden, kann man auf der US-App Parler alles posten, was man will. Es gibt dabei nur zwei Regeln zu beachten. Erstens: Man darf nichts Kriminelles posten. Urheberrechtsverletzungen, Morddrohungen oder kinderpornografische Inhalte etwa seien verboten. Zweitens: Spam ist nicht erlaubt.

Wer sich an diese Regeln hält, hat nichts zu befürchten. Die Plattform garantiert «Free speech» – sie werde niemals einen Post oder ein Konto sperren, welches eine andere Meinung vertritt als die Entwickler. Auch Fact-checking wird es nicht geben.

Wie läuft Parler ab?

Die Plattform funktioniert ähnlich wie Twitter. Ein Post nennt sich Parley und was auf Twitter Retweet heisst, wird hier Echo genannt. Statt nur 240 Zeichen kann man 1000 Zeichen verwenden.

Jeder und jede ist auf Parler willkommen. Eine Bestätigung der Identität ist nicht nötig – jedoch möchte das Unternehmen die Telefonnummer. Die Timeline verläuft chronologisch und nicht nach einem Algorithmus, wie das bei den grossen Tech-Konzernen der Fall ist.

Was ist der Zweck?

«Freie Meinungsäusserung hat sich noch nie so gut angeführt» – so begrüsst Camille Wead, eine Politik-Infuencerin, neue Follower auf Parler. Sie wirft den grossen Plattformen Facebook, Google und Twitter vor, die Meinung von Trump-Anhängern zu unterdrücken.

Auch der CEO und Gründer von Parler, John Matze, ist dieser Meinung. Die grossen Tech-Unternehmen Twitter und Facebook seien zu weit gegangen, als sie Posts von Donald Trump als potenziell unwahr gekennzeichnet hätten. «Das zeigt, wie voreingenommen sie tatsächlich sind», lautet die Kritik.

Wer ist auf Parler?

Die App hat in den letzten Wochen rasant an Zuwachs bekommen. Momentan zählt Parler 8 Millionen User – und diese Zahl steigt im Sekundentakt. Erst am vergangenen Freitag sollten 4,5 Millionen neue Nutzer dazugekommen sein. Das vor allem im Zusammenhang mit den US Wahlen: Denn als Facebook und Twitter begonnen haben, Nachrichten und Posts zu löschen, liefen sie zu Parler über.

Deshalb tummeln sich auf Parler insbesondere jene, die in den bekannteren Plattformen gesperrt oder gelöscht werden und sich ungerecht behandelt fühlen. Konkret: Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker. Unter anderem haben auch die Trump-Anhänger die Plattform für sich entdeckt. Das sei nicht absichtlich geschehen, meint der CEO Matze. «Es stimmt, dass viele Nutzer pro-Trump eingestellt sind. Das ist mir aber egal. Ich verurteile sie nicht für ihre Sichtweisen.»

Viele Republikaner haben sich bereits auf Parler registriert. So etwa die Fox-Moderatoren Sean Hannity und Tucker Carlson, oder auch der texanische Senator Ted Cruz. Der letztere zählt bereits 3,6 Millionen Follower. Trump selbst hat noch kein Profil.

Was wird auf Parler gepostet?

Auf Parler werden Falschmeldungen oder Wahlfälschungs-Behauptungen unter Hashtags wie #StopTheSteal nicht gesperrt oder gekennzeichnet – sondern gewährt. Wie Spiegel.de berichtet, hatte der Hashtag #StopTheSteal am Donnerstag mehr als 100'000 markierte Beiträge zu verzeichnen.

Doch auch Rassismus, Antisemitismus und wirre Verschwörungstheorien finden auf der Plattform ihren Platz. So schrieb ein User namens Josh etwa: «Hat jemand Beweise, dass Prinzessin Diana noch lebt? Ich habe eine blonde Frau bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen gesehen» Das postete er zusammen mit dem Hashtag #QAnon. Ein anderer Nutzer antwortet: «Das habe ich auch gehört.»

Kann Parler überleben?

Informatiker und Extremismusexperte Hany Farid sagt gegenüber der «Zeit»: «Diese Filterblasen waren schon vorher da.» Jedoch hätten sich Twitter und Facebook nun entschieden, gegen Falschmeldungen und Rassismus vorzugehen. Die Nutzer, die solche Inhalte weiterhin teilen wollten, mussten auf ein anderes Netzwerk zugreifen. Jedoch seien die Überlebenschancen in diesem Ausmass nicht gross – es sei eine Frage der Zeit, wie lange es geht, bis Apple und Google diese App aus dem Store schmeissen. «Provider werden sich weigern, die App zu hosten, und Kreditkartenunternehmen werden keine Zahlungen mehr zulassen», sagt Farid. (cki)

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