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Washington will Huawei offenbar ganz von US-Technologie abschneiden

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Donald Trump hatte Huawei 2019 mit Sanktionen belegt.

Washington plant Huawei ganz von US-Technologie abzuschneiden

31.01.2023, 12:04
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Die US-Regierung erwägt laut Medienberichten, dem chinesischen Huawei-Konzern komplett den Zugang zu amerikanischer Technologie zu kappen.

Eine endgültige Entscheidung sei zwar noch nicht getroffen worden, berichteten die «Financial Times», das «Wall Street Journal» und der Finanzdienst Bloomberg in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Doch US-Chipfirmen wie Intel und Qualcomm sei signalisiert worden, dass ihre Ausnahmegenehmigungen zur Lieferung einiger Produkte an Huawei nicht verlängert werden sollten.

Sanktioniert seit Trump

Die US-Regierung hatte Huawei 2019 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump mit Sanktionen belegt. Als Grund wurden Sorgen um die nationale Sicherheit genannt, da der Netzwerkausrüster und Smartphone-Anbieter mit chinesischen Behörden und dem Militär kooperieren könne. Huawei wies die Vorwürfe stets zurück.

Die zentrale Beschränkung ist, dass Huawei amerikanische Technologien nur mit einer Erlaubnis aus Washington bekommen kann. Präsident Joe Biden beliess dies in Kraft. Jetzt sprechen sich einige Verantwortliche in der US-Regierung den Berichten zufolge dafür aus, gar keine solchen Lizenzen mehr zu vergeben.

Huawei war vor dem US-Vorgehen der zweitgrösste Smartphone-Anbieter und wollte auch Marktführer Samsung überholen. Durch die Sanktionen kann der Konzern unter anderem keine Geräte mit dem schnellen 5G-Datenfunk und Google-Diensten mehr verkaufen, was ihn international praktisch aus dem Geschäft warf. Mit Chips von Qualcomm kann Huawei noch einige Smartphone-Modelle und mit Intel-Prozessoren eine Reihe von Notebooks verkaufen.

Wie schwer ein kompletter Stopp den Konzern treffen würde, ist unklar. China versucht derzeit vor dem Hintergrund politischer Spannungen zwischen Peking und Washington, eine Chipindustrie aufzubauen, die weitgehend unabhängig von Lieferungen aus dem Westen funktioniert.


Sunrise UPC wird nicht auf Huawei verzichten
Die Muttergesellschaft von Sunrise UPC, Liberty Global, will ohne politischen Druck die Zusammenarbeit mit dem chinesische Telekommunikationskonzern Huawei nicht beenden. «Wir würden dadurch einen Wettbewerbsvorteil verlieren», sagte Konzernchef Mike Fries.

Huawei sei bei der Mobilfunktechnologie führend. «Sollte die Politik den Einsatz von Huawei-Hardware verbieten, würden wir uns selbstverständlich daran halten», so Fries im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Die USA und in der Folge auch Partnerländer haben Huawei vom Ausbau ihrer 5G-Netze ausgeschlossen.

Ihm sei bewusst, dass die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Lieferanten ein gewisses Risiko berge, sagte Fries. Aber: «Ein politischer Entscheid käme nicht von heute auf morgen. Notfalls haben wir genügend Kapital, um die Huawei-Komponenten im Netz zu ersetzen.»

In Belgien, den Niederlanden und Grossbritannien haben die Tochterfirmen von Liberty Global jüngst die Preise erhöhte. In der Schweiz seien Preiserhöhungen «nicht ausgeschlossen», so Fries. «Sunrise hat allerdings noch nichts entschieden.»

(sda/awp/dpa)

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