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Teilnehmer der Gedenkfeier fuer Hans Rudolf Giger vor der Fraumuenster-Kirche in Zuerich am Freitag, 30. Mai 2014. Der weltberuehmte Schweizer Kuenstler H. R. Giger, der 1979 fuer

Die Gedenkfeier im Fraumünster fand praktisch ohne Vertreter der Kulturszene statt. Bild: KEYSTONE

Zürcher Fraumünster

Abschied von H.R. Giger: «So finster, aber auch so schön»



Im Zürcher Fraumünster haben am Freitag mehrere hundert Angehörige, Weggefährten und Fans Abschied von H.R. Giger genommen. Vertreter der Kulturszene waren unter den Gästen praktisch nicht präsent. Giger galt mit seinen düsteren Kreationen bis zuletzt als künstlerischer Aussenseiter.

«Die Leute, die sich wegen ihres Dünkels nicht mit H.R. Gigers Werk auseinandersetzen, verpassen unendlich viel», sagte Tom Gabriel Fischer in seiner Ansprache. Fischer, auch bekannt als Tom G. Warrior, ist Death Metal-Musiker und fand in Giger einen langjährigen Mentor. Giger sei immer unterschätzt worden, sagte Fischer. Es sei kaum zu ertragen, dass dieser Magier der Bildsprache häufig nur als «Alien»-Macher bezeichnet werde. Dabei sei er sehr viel mehr gewesen: «Eine Inspiration für alle».

Die Gurtschnalle eines Teilnehmers der Gedenkfeier fuer Hans Rudolf Giger vor der Fraumuenster-Kirche in Zuerich am Freitag, 30. Mai 2014. Der weltberuehmte Schweizer Kuenstler H. R. Giger, der 1979 fuer

Ein Teilnehmer der Gedenkfeier, die am Freitag im Zürcher Fraumünster stattfand. Bild: KEYSTONE

Auch für Kunstsammler Marco Witzig wurde der Bündner Zeit seines Lebens massiv unterschätzt. Giger habe Zugang zu einem phantastischen Universum gehabt: «So finster, aber auch so schön.»

«Giger lehrte uns zwar das Fürchten, aber er war eine schöne Seele und eine warme Person», sagte Verleger Patrick Frey, der den Künstler häufig in seinem Haus in Zürich-Seebach besuchte. Andere Gäste bezeichneten den Meister der Finsternis als herzlich, humorvoll, gastfreundlich, bescheiden und auch etwas ängstlich. Seine grösste Angst war es offenbar, lebendig begraben zu werden.

ARCHIV --- Der Churer Kuenstler H.R. Giger posiert am Freitag, 29. Juni 2007, im Buendner Kunstmuseum in Chur vor zwei seiner Bilder aus dem Jahre 1976 und 1974.

Bild: KEYSTONE

Vorliebe für Süsses wurde ihm zum Verhängnis

In den vergangenen zwei Jahren hätten Gigers Kräfte immer mehr nachgelassen, sagte sein Hausarzt und langjähriger Freund Reinhard Weisshaupt. Etwas habe sich aber nie geändert: «Er liebte Süsses. Er hätte sich daran tot essen können.»

Seine Vorliebe für Süsses wurde Giger denn auch zum Verhängnis: Er starb am 12. Mai in Zürich an den Folgen eines Treppensturzes. Er wollte über die steile Treppe ins Obergeschoss seines Hauses steigen, um mit seiner Frau Carmen ein Stück Kuchen zu essen.

Beigesetzt wurde Giger bereits am vergangenen Sonntag auf dem Friedhof von Greyerz FR, unweit seines Museums. Giger lebte seit 1962 in Zürich, wo er Architektur und Industriedesign studierte. Er schuf Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Schmuck und wurde mit seinen düsteren Kreationen zur künstlerische Leitfigur des Science-Fiction- und Horror-Genres.

Weltweit einen Namen machte sich Giger als Schöpfer des ausserirdischen Wesens «Alien» für den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1979. Für dieses Werk erhielt Hans-Ruedi Giger, so sein bürgerlicher Name, einen Oscar. (dsc/sda)

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