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epa04348754 Turkish president elect Recep Tayyip Erdogan (L) and his wife Emnine (R) cheer their supporters after the results of the elections at the headquarter of Turkey's Ruling Party Justce and Developmant Party (AKP) in Ankara, Turkey, 10 August 2014. Turkish state-run broadcaster TRT declares Recep Tayyip Erdogan to be the next president of Turkey. Local media has Erdogan with 52.1 per cent of the vote, with 97.9 per cent of ballots cast.  EPA/STR

Der frisch gewählte Präsident Recep Tayip Erdogan winkt der Menge in Ankara zu - begleitet von seiner Frau Emine. Bild: EPA/DEPO PHOTOS

Erdogan gewinnt mit 52 Prozent

Erdogan verspricht nach Wahlsieg «neue Ära» und soziale Versöhnung



Der langjährige türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat die Präsidentenwahl mit 51,96 Prozent gewonnen, wie die nationale Wahlkommission nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Montag mitteilte. Der 60-Jährige siegte im ersten Wahlgang.

Der Gemeinschaftskandidat der beiden grössten Oppositionsparteien CHP und MHP, Ekmeleddin Ihsanoglu, lag nach Auszählung aller Stimmen bei 38,33 Prozent. Der Kandidat der pro-kurdischen HDP, der Kurde Selahattin Demirtas, erzielte der Wahlkommission zufolge 9,71 Prozent. Erdogans Vorsprung fiel weniger gross aus als von manchen Beobachtern vorhergesagt.

Im Zentrum von Istanbul feierten tausende Anhänger Erdogans Wahlsieg. Sie schwenkten türkische Fahnen und hielten Porträts des künftigen Präsidenten hoch. In der Hauptstadt Ankara wurden Feuerwerke gezündet.

«Demokratie hat gesiegt»

Nach seinem Sieg versprach Erdogan seinem Land einen Neuanfang. Er wolle eine «neue Ära» beginnen und den «Streit der Vergangenheit» beilegen, sagte der islamisch-konservative Politiker am Sonntagabend.

«Ich danke allen Bürgern, ob sie mich gewählt haben oder nicht, die dazu beigetragen haben, Geschichte zu schreiben an so einem historischen Tag», sagte Erdogan in einer Ansprache vor Anhängern in Ankara auf dem Balkon des Gebäudes seiner Partei AKP.

Supporters celebrate the election victory of Turkish Prime Minister Recep Tayyip Erdogan, in Ankara, Turkey, Sunday, Aug. 10, 2014. Erdogan won Turkey's first direct presidential election Sunday, striking a conciliatory tone toward critics who fear he is bent on a power grab as he embarks on another five years at the country's helm.(AP Photo/Burhan Ozbilici)

Anhänger Erdogans in Ankara. Bild: Burhan Ozbilici/AP/KEYSTONE

 «Heute hat nicht nur Recep Tayyip Erdogan gewonnen», fügte der Wahlsieger hinzu. «Heute hat der Wille des Volkes einmal mehr gesiegt. Heute hat die Demokratie einmal mehr gesiegt.» Der 60-Jährige kündigte einen «neuen sozialen Versöhnungsprozess» an. Alle Türken, ganz gleich welcher Herkunft und welchen Glaubens, sollten gleichberechtigte Bürger sein.

«Ich möchte ein Präsident sein, der mit ganzem Herzen 77 Millionen Menschen umarmt, so wie ich es mein ganzes Leben lang und während meines gesamten politischen Kampfes getan habe», sagte Erdogan. Kritiker, die ihn als «Diktator» bezeichneten, sollten sich selbst in Frage stellen.

«Politik überdenken»

Die Opposition solle «ihre Politik überdenken», um mit dem Ideal einer «neuen Türkei» übereinzustimmen. «Diejenigen, die uns einer Ein-Mann-Herrschaft beschuldigen, sollten sich bitte selbst ernsthaft hinterfragen.»

The main opposition candidate in Turkey’s presidential election, Ekmeleddin Ihsanoglu, casts his vote for the Turkey's presidential election at a polling station in Istanbul, Turkey, on Sunday, Aug. 10, 2014. Turks were voting in their first direct presidential election Sunday _ a watershed event in Turkey’s 91-year history, where the president was previously elected by Parliament. Prime Minister RecepTayyip Erdogan, who has dominated the country’s politics for the past decade, is the strong front-runner to replace the incumbent, Abdullah Gul, for a five-year term. (AP Photo/Emrah Gurel)

Erdogans wichtigster Gegner Ekmeleddin Ihsanoglu erhielt nach offiziellen Angaben 38,33 Prozent aller Stimmen.   Bild: Emrah Gurel/AP/KEYSTONE

Erdogans Amtseinführung ist für den 28. August geplant. Der Politiker blickt auf das schwierigste Jahr seiner 2003 begonnen Regierungszeit zurück. Doch weder landesweite Proteste noch eine beispiellose Korruptionsaffäre oder internationale Kritik an seinem autoritären Regierungsstil vermochten seine Machtstellung ernsthaft zu gefährden.

Viele der rund 77 Millionen Türken preisen den früheren Bürgermeister von Istanbul als Vater jenes bemerkenswerten Wirtschaftswachstums, mit dem sich die Türkei international grösseres Gewicht verschafft hat. Auch gilt Erdogan gerade dem streng religiösen Mittelstand als Hüter einer islamischen Ordnung, die wichtiger sei als demokratische Freiheiten.

Ernüchterung herrschte bei der Opposition: «Nicht Ihsanoglu hat die Wahl verloren, sondern der Wunsch nach einer sauberen und ehrlichen Politik und das Streben nach Demokratie», sagte Haluk Koc, der Sprecher der Republikanischen Volkspartei, die Ihsanoglu unterstützte. (trs/sda/afp/dpa)

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