Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der angebliche Schweizer Ç.R. soll in der Türkei drei Polizisten erschossen haben.  Bild: Hurriyet Daily News

Anschlag in Niğde

Der Terrorist, der in der Türkei drei Menschen getötet hat, ist doch kein Schweizer

Çendrim R. soll in der Türkei zwei Polizisten und einen Soldaten erschossen haben. Medienberichten zufolge handelt es sich um einen Schweizer mit kosovarischen Wurzeln. Dies hat das EDA nun dementiert.

26.03.14, 15:01 27.03.14, 09:03

Çendrim R. soll zusammen mit zwei weiteren Terroristen bei einer Schiesserei Ende vergangener Woche in der türkischen Provinz Niğde zwei Polizisten und einen Soldaten getötet haben. Türkische Medien – darunter die Zeitung Hurriyet Daily News – berichteten nach dem Anschlag, R. sei ein Schweizer mit kosovarischen Wurzeln. Dies hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) heute dementiert. 

«Die Abklärungen durch das EDA haben ergeben, dass es sich bei dem in der Presse erwähnten Mann nicht um einen Schweizer handelt», sagte Mediensprecherin Carole Wälti auf Anfrage von watson. Welcher Nationalität der Terrorist angehört und ob er sich jemals in der Schweiz aufgehalten hat, konnte Wälti nicht sagen. Das EDA hatte von dem Fall aus den Medien erfahren und daraufhin eine Untersuchung eingeleitet.

Berichten mutmasslicher Bekannter zufolge soll R. im Aargau aufgewachsen sein, schreibt 20 Minuten. Eingebürgert wurde er nie. Nach einem bewaffneten Überfall auf einen Juwelier sei er drei Jahre in der JVA Lenzburg inhaftiert gewesen, berichtet der Tages-Anzeiger. Nach der Haft sei R. nach Mazedonien abgeschoben worden. Dann sei der Kontakt abgebrochen, seit rund sechs Monaten hätten weder Familie noch Freunde etwas von dem jungen Mann gehört. 

Verbindungen zur terroristischen Gruppe Isil?

Am Anschlag war neben R. auch ein deutscher Islamist beteiligt. Gemäss Spiegel Online handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um Benjamin X., «den die deutschen Behörden schon länger als islamistischen Gefährder einstufen». Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittle bereits seit Herbst 2013 gegen den 18-Jährigen.

Dem Trio wird vorgeworfen, der terroristischen Gruppe Isil («Islamischer Staat im Irak und der Levante») anzugehören. Hinweise würden gemäss «Spiegel Online» darauf hindeuten, dass sich zumindest X. der al-Kaida nahestehenden Terrorgruppe angeschlossen hat. 

Die Isil kämpft in Syrien gegen die Regierungstruppen von Präsident Baschar Assad, aber auch gegen gemässigte Rebellengruppen. Gemäss einer Mitteilung des Islamistischen Zentralrates Schweiz passt der Angriff nahtlos ins Handlungs- und Denkmuster der irakisch-syrischen Extremistenorganisation.

«Ich habe etwas Gutes getan»

In einer ersten Vernehmung stritt der deutsche Verhaftete Benjamin X. eine Beteiligung an den tödlichen Schüssen zunächst ab. Çendrim R. und der dritte Beteiligte, gemäss Al Monitor ein Mazedonier, hätten sich vor Gericht dagegen mit der Bluttat gebrüstet, berichtet Hurriyet Daily News. «Ich habe etwas Gutes getan, als ich den türkischen Soldaten getötet habe», soll R. gesagt haben. (dwi)



Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Kein Erlass der Verfahrenskosten für verurteilten «IS»-Helfer

Das Bundesstrafgericht hat das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten eines im März 2017 verurteilten «IS»-Helfers abgewiesen. Dem Iraker wurden Kosten in der Höhe von rund 50'000 Franken auferlegt.

Das Bundesstrafgericht verurteilte den Mann nach einer Rückweisung des Falls durch das Bundesgericht im zweiten Anlauf zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Bei 50'000 Franken beliess es die von ihm zu bezahlenden Verfahrenskosten.

Weil sich die finanziellen Verhältnisse des …

Artikel lesen