Gesellschaft & Politik
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Blasphemiegesetz

«Sieg für den Islam» – Zum Tode verurteilte Christin scheitert in Pakistan mit Berufung



FILE - In this Nov. 20, 2010, file photo, Pakistani Christian woman Asia Bibi listens to Governor of Pakistani Punjab Province Salman Taseer at a prison in Sheikhupura near Lahore, Pakistan. Pakistan's president will not immediately pardon the Christian woman sentenced to die for insulting Islam but may do so later if an appeals court delays her case too long, an official said Thursday Nov. 25, 2010. (AP Photo)

Asia Bibi im Jahr 2010 – Bibi war die erste Frau in Pakistan, die aufgrund des Blasphemiegesetzes zum Tode verurteilt wurde. Bild: AP

Die in Pakistan wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi ist mit einem Berufungsantrag gescheitert. Das Hohe Gericht der Stadt Lahore habe die Berufung am Donnerstag abgelehnt, sagte Bibis Anwalt Shakir Chaudhry.

Bibi wolle nun den Obersten Gerichtshof Pakistans anrufen. Im Gerichtssaal in Lahore sassen muslimische Geistliche, die das Urteil bejubelten. Der Imam Qari Saleem, der die Mutter von fünf Kindern im Jahr 2009 vor Gericht gebracht hatte, bezeichnete das Urteil als einen «Sieg für den Islam».

epa02459191 Supporters of All Pakistan Minority Alliance (APMA) shout slogans for the release of Asia Bibi, a Pakistani Christian minority women, who was on 08 November, sentenced to death by a local court for blasphemy, during a protest in Lahore, Pakistan on 21 November 2010. Asia Bibi's was the first death sentence handed to woman under the country's controversial blasphemy laws. Pakistan's Blasphemy law imposes life imprisonment on anyone insulting the holy Koran and the death penalty on anyone defiling the name of Prophet Muhammed. According to media reports Pakistans blasphemy statues are so commonly used to settle personal scores, they are widely condemned by human rights advocates and legislators around the world.  EPA/RAHAT DAR

Demonstration zur Freilassung von Asia Bibi. Bild: EPA

Asia Bibi sitzt seit November 2010 im Todestrakt, nachdem sie in der Provinz Punjab zum Tod durch den Strang verurteilt wurde. Muslimische Frauen aus ihrem Dorf hatten sich im Juni 2009 darüber beschwert, dass sich die Frau beleidigend über den Propheten Mohammed geäussert habe. In westlichen Staaten löste das Urteil Empörung aus.

Versuche, das strenge Blasphemiegesetz in Pakistan zu reformieren, scheiterten am Widerstand konservativer Politiker und Kleriker. 2011 waren deshalb sogar zwei Politiker ermordet worden. 

Etwa 97 Prozent der rund 180 Millionen Pakistaner sind Muslime. Fälle von Gotteslästerung lösen in dem Land häufig grosse öffentliche Empörung aus. (wst/sda/afp)

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