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Für die Nato: Finnland diskutiert Gesetz zu Atomwaffen-Stationierung

Eine amerikanische Interkontinantalrakete: Finnland bereitet sich auf die Statinierung von atomwaffen vor.
Eine amerikanische Interkontinentalrakete: Finnland bereitet sich auf die Stationierung von Atomwaffen vor.Bild: Imago

Finnland macht den Weg frei für Atomwaffen auf eigenem Boden

Das finnische Parlament soll ein Gesetz kippen, das den Import von Nuklearwaffen bisher verboten hat. Was das für die Rolle des Russlandnachbarn in der Nato bedeutet.
26.04.2026, 12:4126.04.2026, 12:41
Thomas Wanhoff / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die finnische Regierung macht den Weg frei für eine mögliche Stationierung von Atomwaffen. Das Kabinett des Nato-Landes hat am Mittwoch im Parlament einen Gesetzentwurf eingebracht, der den Import, Transport und Besitz von Atomwaffen in Finnland im Rahmen der Landesverteidigung und der kollektiven Nato-Verteidigung erlauben soll.

Bislang verhinderte das finnische Atomenergie- und Strafgesetzbuch entsprechende Aktivitäten auf finnischem Boden, auch zu militärischen Zwecken. Mit der geplanten Änderung soll Finnland rechtlich auf denselben Stand wie die meisten anderen Nato-Mitglieder gebracht werden. Damit wäre es möglich, dass im Krisenfall amerikanische Atomwaffen in das Land im Norden Europas gebracht werden. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit Russland.

Verteidigungsminister Antti Häkkänen begründete in einer Mitteilung auf der Webseite der Regierung den Schritt mit der sicherheitspolitischen Lage: Die Gesetzesänderung solle «die Abschreckung und Verteidigung stärken und die Schwelle für den Einsatz von Militärgewalt gegen Finnland und die Allianz erhöhen». Sie sei «notwendig für die Sicherheit Finnlands».

Das Vorhaben ist Teil eines grösseren Reformpakets, das Finnlands Integration in die Nato vertiefen soll – sowohl für bilaterale als auch multilaterale Verteidigungskooperation. Eigene Atomwaffen will die finnische Regierung aber nicht entwickeln. Man sei weiter dem Atomwaffensperrvertrag verpflichtet, hiess es in einer Mitteilung. (fwa)

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29 Kommentare
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Liebu
26.04.2026 13:19registriert Oktober 2020
Oh. Das wird Putin aber freuen.
Er hat doch angeblich wegen der Bedrohung der Nato die Ukraine angegriffen.
Er hat damit Finnland und Schweden zu einem Nati-Beitritt bewogen. Als Sahnehäubchen will ihm jetzt Finnland vielleicht sogar Atomwaffen vor die Haustür stellen.
Doch , doch. Alle Ziele erreicht von Putin.
Bei Dump läuft es im Moment ähnlich.
Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert, sagte Hannibal vom A-Team immer. Die andern zwei träumen wohl nur davon.
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manuel0263
26.04.2026 13:27registriert Februar 2017
Herzlichen Glückwunsch an den Möchtegern-Zaren im Kreml: Schweden und Finnland sind nach jahrzehntelanger Neutralität in der Nato, die Grenze zur Nato hat sich dadurch um über 1300 km verlängert, und jetzt lässt Finnland zur eigenen Absicherung und zur Abschreckung Atomwaffen zu. Das alles nur, weil machtbesoffene Narzissten um jeden Preis ihren Willen durchsetzen wollen.
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Wolfgang Bumbuy
26.04.2026 13:34registriert November 2024
Von Finnland aus ist die Vorwarnzeit für eine ballistische Rakete kleiner als 2 Minuten. Nach Kaliningrad etwas mehr.
Jaja , der Superstratege Putin, der was gegen die Nato machen musste in der Ukraine, wie er sagte.
Jetzt hat er die Ostsee komplet verloren und 2 recht Potente neutrale Staaten verstärken die Nato.
Toller Schachzug, grins
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