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epa04707578 Centre Party leader Juha Sipilä arriving to the Finnish Broadcasting Company studios to attend a election debate in Helsinki, Finland 16 April 2015.  EPA/MARKKU OJALA FINLAND OUT

Finnlands Premier Juhä Sipilä wagt den Versuch mit dem Grundeinkommen. Bild: EPA/COMPIC

Die Finnen wollen es wissen und testen ein monatliches Grundeinkommen von 560 Euro



In Finnland soll ab kommendem Jahr ein monatliches bedingungsloses Grundeinkommen von 560 Euro getestet werden. 2000 zufällig ausgesuchte Testpersonen im erwerbsfähigen Alter sollen das Grundeinkommen erhalten.

Das finnische Ministerium für Soziales und Gesundheit erklärte am Donnerstag, bis zum 9. September solle ein Gesetzentwurf öffentlich beraten werden. Der Gruppe der Testpersonen werde eine ähnlich zusammengesetzte Kontrollgruppe gegenübergestellt, deren Mitglieder kein Grundeinkommen bekämen.

Das seit 2012 in der Rezession steckende Land erhofft sich von einem bedingungslosen Grundeinkommen eine Vereinfachung seines komplexen Sozialsystems, das Arbeitslosigkeit, Unterbringung, Ausbildung und Elterngeld umfasst.

Letztlich will die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Juha Sipilä damit aber auch die Staatsausgaben verringern und die Furcht abbauen, dass Zuwendungen wegfallen, sobald jemand einen Job annimmt.

Eher tiefer Betrag

Das jetzt vorgeschlagene Grundeinkommen von 560 Euro im Monat nimmt sich bescheiden aus. In Finnland gibt ein Haushalt monatlich rund 3000 Euro aus. Die ursprünglich aus dem linken Lager stammende Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wird im Grundsatz mittlerweile von einem breiten politischen Spektrum in Finnland unterstützt.

Finnland könnte das erste europäische Land sein, das das Grundeinkommen auf nationaler Ebene testet. Im Juni war in der Schweiz eine Volksinitiative für ein Grundeinkommen mit fast 77 Prozent abgelehnt worden. Zwar beinhaltete das Begehren keine Zahlen, die Initianten empfahlen aber ein Einkommen von 2500 Franken (2290 Euro) für Erwachsene und von 625 Franken für Minderjährige. (kad/sda/afp)

Roboter fürs BGE

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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SuicidalSheep 26.08.2016 09:08
    Highlight Highlight Deswegen liebe ich die Finnen <3 Nicht einfach ja oder nein, sondern erstmal testen und dann entscheiden :)
  • Klaus K. 26.08.2016 08:14
    Highlight Highlight Wenn das Geld auch Arbeitslosengeld sein soll, dann würde das ja nur ca 20% des durchschnittlichen Einkommens betragen. D.h. bsp eine Familie mit 10'000 Fr Lohn bei uns würde bei Arbeitslosigkeit noch 2000 Fr erhalten. Da müssten die ja stracks aus ihrer Wohnung raus und Auto verkaufen und Hobbies der Kinder stornieren. Sowas kann man recht gut Abschaffung des Sozialstaats nennen.
    • Likos 26.08.2016 11:00
      Highlight Highlight Eine ALV gibt es auch weiterhin.. Erst danach würde man in die Sozialhilfe oder halt reines BGE fallen.
      Bei zwei Erwachsenen und zwei Kindern sind das beim BGE (nach oben genannten Zahlen) auch schon 5250.-. Ich kenne Familien die leben von weniger..
      Ein BGE soll wirklich nur Miete, KK und einfaches Essen decken.
  • Stichelei 26.08.2016 08:05
    Highlight Highlight Und schon sind hier wieder die Zauderer und Nörgler unterwegs und kritisieren alles an diesem Versuch von der Zahl der Beteiligten über die Höhe des Beitrags etc., etc.. Ich auf jeden Fall finde die Finnen mutig und drücke ihnen die Daumen für dieses Unterfangen. Und vielleicht hat es nur ein Ergebnis (und Ziel?): Dass das BGE in Finnland den Freakstatus verliert und von genügend Leuten als valable Alternative zu den heutigen Umverteilungsmechanismen im Sozialstaat erkannt wird, um dann wirklich umgesetzt zu werden.
    • Charlie Brown 26.08.2016 08:25
      Highlight Highlight @Stichelei: Zauderer und Nörgler -> Hier!

      Also, eigentlich versuche ich, einen konstruktiven Diskurs zu führen.

      Aber mit dem BGE ist es ein wenig wie mit der Religion. Hinterfragen ist bei den fundamentalistischen Befürwortern nicht so gerne gesehen.
    • Asmodeus 26.08.2016 08:29
      Highlight Highlight Und bei den fundamentalistischen Verweigerern ebenfalls nicht ;)

      Es gibt sowohl Gründe dafür als auch dagegen, aber auf lange Frist kommen wir kaum an einem BGE vorbei.

      Entweder das oder wir werden wieder zurück in den Manchesterkapitalismus gestürzt.
    • Stichelei 26.08.2016 08:56
      Highlight Highlight @Charly Brown: Ich bin (vor allem auch bei der Religion) weit von irgendeinem Fundamentalismus entfernt. Gerade auch beim BGE finde ich es besser, all die Argumente mal in der Realität, wenn auch nur beschränkt, zu testen. Und was die Versuchsanordnung betrifft: Was oben im Artikel beschrieben wurde ist sicher nicht der Finnen Weisheit letzter Schluss. Da werden schon konkretere Bedingungen definiert worden sein. Über die lasse ich mich aber nicht aus, weil ich sie (noch) nicht kenne. Aber wir Schweizer haben halt schon die Tendenz, alles zuerst mal zu kritisieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ignorans 26.08.2016 07:59
    Highlight Highlight Viel zu wenig...
  • Scaros_2 26.08.2016 07:50
    Highlight Highlight Ich versteh nie wie das genau funktioniert. Watson bitte klärt auf wie die Finnen das machen:

    1.) Bekommen die Finnen jetzt 560Euro oben drauf zu dem was sie jetzt verdienen?

    2.) Oder wird der Lohn gesplittet so das ein Teil vom Arbeitgeber kommt und der rest vom staat?

    Falls 1 - Check nicht was das bringen soll. Paar Leute bischen mehr Geld geben und dann sagen "Ja passt" aber für die ganze Meute wissen wir noch ned wie?
    • Normi 26.08.2016 08:08
      Highlight Highlight es ist ein testlauf
    • Charlie Brown 26.08.2016 08:23
      Highlight Highlight @Normi: Die Fragen von Scaros_2 sind berechtigt. Auch wenn es ein Testlauf ist (das haben wir glaub alle verstanden).
    • Normi 26.08.2016 08:27
      Highlight Highlight ok dann habe ich die fragen falsch verstanden sry
    Weitere Antworten anzeigen
  • Charlie Brown 26.08.2016 07:30
    Highlight Highlight Als BGE-Kritiker bin ich gespannt auf die Studie und derer Ergebnisse. Ich bin schliesslich auch offen, meine Meinung aufgrund von Erkenntnissen zu wandeln.

    Viel verspreche ich mir aber von dem Setting nicht. Ein "BGE" mit dem Betrag für 2'000 zufällig ausgewählte ist vielleicht als psychologisches Experiment sehr interessant. Die grossen Fragen zum Thema Gesamtwirtschaft wird es aber nicht mal ankratzen können.

    Haben die 2'000 einfach ein zusätzliches bedingungsloses Taschengeld? Oder bekommen sie einfach gleich viel weniger Lohn/Rente/Soz.Hilfe? So oder so, die Aussagekraft wird dünn sein.
    • KaiCer 26.08.2016 07:55
      Highlight Highlight BGE = Bundesgerichtsentscheid.
      ???
    • ottonormalverbraucher 26.08.2016 07:58
      Highlight Highlight Ein wahrer Kritiker, er verurteilt schon alles, bevor es angefangen hat. Aber die Finnen sind nicht so dumm und die Erweiterung des Experiments um andere Fragen zu beantworten ist bereits vorgesehen.
    • Charlie Brown 26.08.2016 08:21
      Highlight Highlight @otto: Ja, was ist denn daran schlecht? Sich kritisch mit etwas auseinandersetzen ist negativ?

      Es handelt sich hier um eine klassische "Versuchsanordnung". Um die Ergebnisse zu interpretieren, müssen die Rahmenbedingungen gewürdigt werden. Das ist nicht ganz unüblich in der (jeder) Wissenschaft.

      Ich habe übrigens nicht die Finnen als dumm bezeichnet. Bitte bei der Sache bleiben. Wie wäre es, z.B. auf meine Bedenken konkret einzugehen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • SJ_California 26.08.2016 07:19
    Highlight Highlight Wenn sie schon testen, dann sollten sie es richtig machen. Zeitraum, Anzahl Testpersonen, Betrag, Abwicklung etc.
    • ottonormalverbraucher 26.08.2016 07:59
      Highlight Highlight Das machen sie ja.
    • Sveitsi 26.08.2016 09:03
      Highlight Highlight @SJ_California: Geh doch am besten mal kurz hoch nach Finnland und erklär ihnen, wie es richtig geht. Da wären sie bestimmt froh drüber.
    • SJ_California 26.08.2016 18:37
      Highlight Highlight 2'000 Personen sollen eine ganze Volkswirtschaft abbilden? Genau...
  • Wilhelm Dingo 26.08.2016 07:02
    Highlight Highlight Und was bringt das jetzt in Finland? Verringert das nun die Lohnkosten für den Arbeitgeber um 560.- ?
    • Normi 27.08.2016 19:43
      Highlight Highlight weis nicht genau aber sie können jetzt 560.- was der Wirtschaft hilft konsum und so

      verstehe du ?
  • Normi 26.08.2016 06:16
    Highlight Highlight und heute Fliege ich nach Finnland :-)

    • pamayer 26.08.2016 07:08
      Highlight Highlight Sorry, dieser flug ist schon ausgebucht... der nächste freie flug ist voraussichtlich märz 2018. Die finnen haben eben ein Problem: wirtschaftsflüchtlinge.
    • Normi 26.08.2016 08:07
      Highlight Highlight zum glück bin ich ein finne und habe immer platz

      auch wenn ich mich aussen am Flugzeug binden

      muss ;-)

Interview

Grundeinkommen in Rheinau: «Niemand zeugt ein Baby, nur um mehr Geld zu verdienen»

Die Zürcher Gemeinde Rheinau will für ein Jahr das bedingungslose Grundeinkommen testen. Der Gemeindepräsident nimmt zum Experiment Stellung.

Herr Jenni, genau vor zwei Jahren lehnte das Schweizer Stimmvolk die nationale Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen ab – auch Sie als SP-Mitglied legten ein Nein in die Urne. Nun wollen Sie in Ihrer Gemeinde das Experiment wagen. Warum?Andreas Jenni: Es ist eine ganz andere Sache, ob man zu einem grundsätzlichen Wechsel Ja sagt oder jetzt zu diesem Versuch. Für mich war es damals einfach zu wenig realistisch. Ich konnte es mir gar nicht richtig vorstellen.

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