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Finnlands Premier Juhä Sipilä wagt den Versuch mit dem Grundeinkommen.
Finnlands Premier Juhä Sipilä wagt den Versuch mit dem Grundeinkommen.Bild: EPA/COMPIC

Die Finnen wollen es wissen und testen ein monatliches Grundeinkommen von 560 Euro

26.08.2016, 01:1626.08.2016, 05:34

In Finnland soll ab kommendem Jahr ein monatliches bedingungsloses Grundeinkommen von 560 Euro getestet werden. 2000 zufällig ausgesuchte Testpersonen im erwerbsfähigen Alter sollen das Grundeinkommen erhalten.

Das finnische Ministerium für Soziales und Gesundheit erklärte am Donnerstag, bis zum 9. September solle ein Gesetzentwurf öffentlich beraten werden. Der Gruppe der Testpersonen werde eine ähnlich zusammengesetzte Kontrollgruppe gegenübergestellt, deren Mitglieder kein Grundeinkommen bekämen.

Das seit 2012 in der Rezession steckende Land erhofft sich von einem bedingungslosen Grundeinkommen eine Vereinfachung seines komplexen Sozialsystems, das Arbeitslosigkeit, Unterbringung, Ausbildung und Elterngeld umfasst.

Letztlich will die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Juha Sipilä damit aber auch die Staatsausgaben verringern und die Furcht abbauen, dass Zuwendungen wegfallen, sobald jemand einen Job annimmt.

Eher tiefer Betrag

Das jetzt vorgeschlagene Grundeinkommen von 560 Euro im Monat nimmt sich bescheiden aus. In Finnland gibt ein Haushalt monatlich rund 3000 Euro aus. Die ursprünglich aus dem linken Lager stammende Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wird im Grundsatz mittlerweile von einem breiten politischen Spektrum in Finnland unterstützt.

Finnland könnte das erste europäische Land sein, das das Grundeinkommen auf nationaler Ebene testet. Im Juni war in der Schweiz eine Volksinitiative für ein Grundeinkommen mit fast 77 Prozent abgelehnt worden. Zwar beinhaltete das Begehren keine Zahlen, die Initianten empfahlen aber ein Einkommen von 2500 Franken (2290 Euro) für Erwachsene und von 625 Franken für Minderjährige. (kad/sda/afp)

Roboter fürs BGE

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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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SuicidalSheep
26.08.2016 09:08registriert August 2015
Deswegen liebe ich die Finnen <3 Nicht einfach ja oder nein, sondern erstmal testen und dann entscheiden :)
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Stichelei
26.08.2016 08:05registriert Oktober 2015
Und schon sind hier wieder die Zauderer und Nörgler unterwegs und kritisieren alles an diesem Versuch von der Zahl der Beteiligten über die Höhe des Beitrags etc., etc.. Ich auf jeden Fall finde die Finnen mutig und drücke ihnen die Daumen für dieses Unterfangen. Und vielleicht hat es nur ein Ergebnis (und Ziel?): Dass das BGE in Finnland den Freakstatus verliert und von genügend Leuten als valable Alternative zu den heutigen Umverteilungsmechanismen im Sozialstaat erkannt wird, um dann wirklich umgesetzt zu werden.
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Charlie Brown
26.08.2016 07:30registriert August 2014
Als BGE-Kritiker bin ich gespannt auf die Studie und derer Ergebnisse. Ich bin schliesslich auch offen, meine Meinung aufgrund von Erkenntnissen zu wandeln.

Viel verspreche ich mir aber von dem Setting nicht. Ein "BGE" mit dem Betrag für 2'000 zufällig ausgewählte ist vielleicht als psychologisches Experiment sehr interessant. Die grossen Fragen zum Thema Gesamtwirtschaft wird es aber nicht mal ankratzen können.

Haben die 2'000 einfach ein zusätzliches bedingungsloses Taschengeld? Oder bekommen sie einfach gleich viel weniger Lohn/Rente/Soz.Hilfe? So oder so, die Aussagekraft wird dünn sein.
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