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Brexit banners lie on the ground near parliament in London, Thursday, Jan. 17, 2019.  British Prime Minister Theresa May is reaching out to opposition parties and other lawmakers Thursday in a battle to put Brexit back on track after surviving a no-confidence vote Wednesday. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Nicht nur die Demonstranten sind abgezogen. Was hinterlässt der Brexit? Bild: AP/AP

Brexit: Wer alles das sinkende Schiff Britannia verlässt (Spoiler: nicht nur Ratten)



Die Werbung hat nicht nur seine Produkte, sondern auch ihn selbst weltbekannt gemacht: der nette Herr Dyson. Neuerfinder des Staubsaugers, des Handtrockners und des Ventilators, Erschaffer des Wortes «Saugkraftverlust» . Seine Entwicklungen machten ihn zu einem der reichsten Briten und brachten ihm einen Adelstitel ein. James Dyson darf sich seit 2007 Sir James Dyson nennen.

Sir James Dyson ist ein glühender Verfechter des Brexit – wenn nötig auch ohne Deal. «Die werden schon zu uns kommen», pflegt er zu sagen und meint damit die EU-Unterhändler.

Nun hat seine Firma, sie ist zu 100% in seinem Besitz, nur wenige Wochen vor dem drohenden No-Deal-Brexit bekannt gegeben, dass sie sich aus dem Staub macht. Der Hauptsitz wird vom verschlafenen Malmesbury nach Singapur verlegt.

Erfinder und Gruender James Dyson mit dem kabellosen Dyson Cyclone V10 Staubsauger. Weiterer Text ueber ots und www.presseportal.ch/de/nr/100064110. (PPR/obs/Dyson SA)

Ein Mann und sein Staubsauger: Sir James Dyson. Bild: PPR

Der Umzug sei keine Folge des Brexits, heisst es von Seiten des Technologieunternehmens. Auf der britischen Insel sieht man das selbstverständlich anders. 

Wie der Guardian und der irische Independent berichten, wird die Liste der Firmen, welche die Insel fluchtartig verlassen, immer länger:

Bild

Die Pride of Kent fährt schon bald unter zypriotischer Flagge. 

EY (früher Earnest & Young) überwacht hinsichtlich des Brexit 222 Firmen. 53 davon (24%) haben bestätigt, dass sie mindestens einen Teil ihrer Geschäfte aufs EU-Festland auslagern. Ca. 10'000 Jobs sind davon betroffen. Eine im Januar erschienene Studie kommt zum Schluss, dass bereits jetzt über eine Billion Dollar von der Insel aufs Festland verschoben wurde. Stichwort «Saugkraftverlust» – auch Dysons-Hochpreissauger könnten Londons Businessviertel nicht gründlicher ausmisten.

Die Firmen, die bleiben (müssen), bereiten sich bereits jetzt auf das am 29. März drohende Chaos vor. Englands grösster Händler für Haustierbedarf, Pets at Home, verkündete einen Notfallplan für den möglichen No-Deal-Brexit. Das Unternehmen will im grossen Stil Katzen- und anderes Haustierfutter bunkern. Die Tiere sollen nicht auch noch leiden.

epa07310094 British and German dual citizen Fraser Patterson poses with his German citizenship certificate and United Kingdom passport after a ceremony at the Neukoelln district's City Hall, Berlin, Germany, 22 January 2019. As the United Kingdom's departure from the European Union, known as Brexit, approaches, some of its citizens living in other E.U. countries are obtaining the citizenship of their adopted homelands to avoid potential working rights issues. Patterson, who works for the international development NGO Welthungerhilfe (World Hunger Help), is from Scotland, and has been in Germany for six years. Due to Brexit, which he says may or may not happen but will be known for certain in the coming weeks, he began the process for German citizenship five month prior to obtaining it.  EPA/ADAM BERRY

Er kann gut lachen: Der Brite Fraser Patterson erhielt soeben die Deutsche Staatsbürgerschaft. Er bleibt damit nicht nur EU-Bürger, sondern wahrt damit auch die Chance, einmal im Leben zu erfahren, wie es sich anfühlt, Fussballweltmeister zu werden.  Bild: EPA/EPA

Eine ähnliche Strategie fährt Dixons Carphone. Der Unterhaltungselektronikriese mit über 2000 Ladenlokalen will seine Lager bis unters Dach füllen, um möglichen Engpässen aus dem Weg zu gehen.

Im Falle eines harten Brexits sieht auch Bentleys CEO Adrian Hallmark schwarz – oder eben nicht. Die Luxusmarke war auf gutem Weg, nach einer längeren Baisse wieder zurück in die schwarzen Zahlen zu finden. Ohne Deal zwischen der EU und Grossbritannien droht der Fabrikationsstätte in Cheshire ein Produktionsstop. Profite gäbe es nicht mehr.

Shrouded in scaffolding during renovation work, Big Ben's clock tower shows five minutes to twelve, photographed through a binocular stand in London, Tuesday, Jan. 22, 2019. British Prime Minister Theresa May launched a mission to resuscitate her rejected European Union Brexit divorce deal, setting out plans to get it approved by Parliament. (AP Photo/Frank Augstein)

Es ist fünf vor zwölf und der Brexit ist noch immer eine unübersichtliche Baustelle. Grossbritannien steuert auf einen No-Deal-Brexit zu. Bild: AP/AP

Nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft tappt im Dunkeln, was ein harter Brexit, auf den das Land im Moment zusteuert, bedeuten würde. Allgemein wird von Chaos, Stau und Überforderung an den Zollstellen in den Häfen ausgegangen.

Derweil haben sich prominente Brexit-Befürworter bereits aus dem Staub gemacht. Der reichste Mann des Landes, Sir Jim Ratcliffe, verlässt die Insel in Richtung Monaco. Brexit-Einfädler David Cameron hat sich laut Gerüchten nach Südfrankreich zurückgezogen. Man munkelt, der ehemalige Premierminister leide an einer Schreibblockade. Der Erscheinungstermin seiner Memoiren wurde bereits verschoben. Es scheint fast, als würden Camerons Vorhaben gerne mal in einem Kampf enden.

Greta Thunberg in Zürich

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Video: srf/SDA SRF

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • P1erre991 25.01.2019 08:33
    Highlight Highlight England wird bereuen was sie tun, sehr sogar! So eine Gemeinschaft verlässt man nicht wenn man einmal ja gesagt hat. Fehler!
  • Hansdamp_f 24.01.2019 19:07
    Highlight Highlight Watson, ihr seid peinlich. Der x-te solche Artikel mit Stossrichtung „die Briten werden‘s noch bereuen“. Das sinkende Schiff ist aber die EU, nicht die Muster-Demokratie Grossbritannien.

    Die EU ist gut gemeint und hat viele Vorteile gebracht. Aber sie leidet an einem Demokratiedefizit und hält dogmatisch fest an den „vier Grundfreiheiten“. Daran wird sie zugrunde gehen - oder am Euro. Sehr schade, Warner gab es genügend.
  • a rabbit called beast 24.01.2019 14:08
    Highlight Highlight Ein Blick auf den Globus sollte klar machen, wie winzig die EU und wieviel winziger noch GB ist. Welche Rolle wollen wir spielen, wenn die ganzen kleinen Länder zum Spielball der Großmächte werden?
    Also, es wird nur zusammen gehen, wenn wir eine Zukunft haben wollen, imho.
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________ 24.01.2019 12:00
    Highlight Highlight ...
    Benutzer Bild
  • iNDone 24.01.2019 08:33
    Highlight Highlight Dyson ist lustig, gute Ausrede um abzuhauen. Von mir aus können sich die ihre massiv überteuerten Produkte sonst wo hin stecken.
    • Wiederkehr 25.01.2019 13:55
      Highlight Highlight Wären die Dyson Produkte ausschliesslich in GB hergestellt könnten sie so beworben werden. British ist cool würden viele Käufer sagen. Aber ein chinesisches Billigprodukt kann ich ohne den Firmennamen gunstiger kaufen. Miele finde ich gut
  • lucalue 24.01.2019 04:31
    Highlight Highlight "Er bleibt damit nicht nur EU-Bürger,sondern wahrt sich damit auch die Chance, einmal im Leben zu erfahren, wie es sich anfühlt, Fussballweltmeister zu sein."

    Made my day
  • meliert 24.01.2019 03:53
    Highlight Highlight Dyson passt nach Asien, die Geräte werden ja sowieso dort und nicht in UK hergestellt, einen grossen Bogen um diese Dyson Produkte machen!
    • Wiederkehr 25.01.2019 13:48
      Highlight Highlight Die haben nach den Prinzipien des Ykapitalismus dort produziert wo die Löhne am billigsten sind. Ich habe noch nie so etwas gekauft weil sich die in Deutschland gefertigten Miele hochwertiger anfühlen. Aber aufpassen! Nur der C3 und der beutellose cx1 werden in Deutschland gefertigt, die C1 und C2 sind zu billig und kommen aus Asien. Sich der Verschleisswirtschaft zu entziehen macht wohlhabend.
  • China 23.01.2019 22:17
    Highlight Highlight Die kommen dann wieder gekrochen wenn die Briten mit den Steuern herunter gehen.
    • DemonCore 24.01.2019 14:43
      Highlight Highlight Denke nicht das GB sich das leisten kann. 10 Jahre Austerität, 2% Brexit-verursachter GDP Verlust bereits jetzt und noch einmal etwa 6% nach dem Austritt. 15% Abschwächung des Pfundes seit der Abstimmung.
    • Wiederkehr 25.01.2019 13:43
      Highlight Highlight Gerade die Abschwächung des Pfundes erhöht die Exportchancen.
  • salamandre 23.01.2019 21:50
    Highlight Highlight Ich weiss mit Sicherheit nicht, ob all das globale Getue der Weisheit letzter Schuss ist, aber diese Kleinkarierten Egotrips sind es vermutlich auch nicht.
    So lange die Wirtschaft zum Wachstum verdammt ist, (gefällt oder auch nicht) hält sie sich besser in internationalen Gefilden.
    • who cares? 24.01.2019 00:09
      Highlight Highlight Vielleicht geht es auch einfach darum, nicht einen grosen Kundenstamm zu verlieren? Sollen die internationalen Firmen einfach da bleiben und Verluste machen, weil die Camerons und Farages Terror gemacht haben und sich dann aus dem Staub gemacht haben? Klar die Jobs sind weg von GB aber dafür in einem anderen Land wieder da, als das einfach Leute entlassen werden, weil es nicht mehr läuft auf der Insel.
    • Wiederkehr 25.01.2019 13:42
      Highlight Highlight Die Jobs sind nicht weg sondern sie kommmen wieder. Dank eigener Währung ist GB handlungsfähig.
    • Wiederkehr 25.01.2019 13:50
      Highlight Highlight Stimmt. Aber.... auf einem begrenzten Gebiet kann es kein unbegrenzes Wachstum geben. Und die Erde ist nicht vergrösserbar.... der jetzt folgende Schritt der Kapitalisten ist die Globalisierungen der Menschen.
  • Roman Loosli 23.01.2019 21:45
    Highlight Highlight Hoffentlich ziehen einige in Land ihre Lehre daraus....
    • Hansdamp_f 25.01.2019 00:14
      Highlight Highlight Ja, hoffentlich. All jene, die noch immer meinen, ein EU-Beitritt sei eine gute Sache. Wer mal drin ist, wird bei Austrittswunsch drangsaliert, anstatt eine gute, partnerschaftliche Lösung für alle zu suchen.
  • BossAC 23.01.2019 21:35
    Highlight Highlight Ernst & Young ;)
  • Mutbürgerin 23.01.2019 21:19
    Highlight Highlight Die Briten können ja jetzt die Unternehmenssteuern senken wie sie wollen, und flux kommen alle wieder zurück.
  • Zahlenheini 23.01.2019 20:57
    Highlight Highlight Unsere Blochers wären auch die Ersten, welche ihren Sitz in die EU verlagern würden. Wetten?
    • Wiederkehr 25.01.2019 13:57
      Highlight Highlight Haben Sie denn das? Wir sind ja nicht in der EU und haben zudem eine teure Währung
    • Zahlenheini 25.01.2019 16:43
      Highlight Highlight Wenn wir es uns mit dem wichtigsten Absatzmarkt der EMS-Chemie verscherzen, dann bin ich gespannt, was Frau Blocher macht...
      Nur 3% des Umsatzes wird in der Schweiz erwirtschaftet.
  • katerli 23.01.2019 20:52
    Highlight Highlight Ich frage mich wie lange Nordirland und Schottland nach dem Brexit in Grossbritanien bleiben werden? Vielleicht werden wir in Zukunft ein little Britain haben.
  • Nubotronic 23.01.2019 20:01
    Highlight Highlight Brexit Hardliner:
    Benutzer Bild
  • Manuel Tee 23.01.2019 19:55
    Highlight Highlight Korrektur, Ernst, nicht Earnest & Young :)
  • Wiederkehr 23.01.2019 19:44
    Highlight Highlight Weder wird GB untergehen noch wird es massive Einbussen erleiden. Im Gegenteil: ausserhalb der EU kann GB mit der ganzen Welt Freihandelabkommen schliessen. Auch die EU wird ein Freihandelsabkommen abschliessen.
    • Fabio74 24.01.2019 11:13
      Highlight Highlight Mit den stabilen und prospwrienden Staaten Afrikas und Südamerikas
    • Shabaqa 24.01.2019 11:19
      Highlight Highlight Das geht nur ausserhalb der Zollunion. Und wie sie da rauskommen, ohne eine harte Grenze zwischen Nordirland und Irland zu errichten, was dort den Frieden gefährdet, wissen sie ja nicht. Ein Freihandelsabkommen ist gut, aber GB wäre damit auf dem europäischen Markt trotzdem benachteiligt. Untergehen wird GB nicht, aber Einbussen erleiden.
    • DemonCore 24.01.2019 14:46
      Highlight Highlight Ganz Afrika hat ein kleineres GDP als Frankreich, und nach einem no-deal Brexit wird UK kein einziges Handelsabkommen mit irgendeinem Land haben. Alles WTO-Handel. Wer wird den Briten etwas überteuertes abkaufen? Ohne Gegenleistungen zu verlangen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • magnet1c 23.01.2019 19:29
    Highlight Highlight Denn sie wissen nicht, was sie tun ! Besonders witzig: Die grössten Antreiber verlassen das Land :)

    Aktuell lautet der Gewinner eindeutig EU, denn diese muss nicht wirklich handeln, solange die Zirkus-Show im alten Empire läuft. Spannend wird sein, welche Konsequenzen und Rückschlüsse diese Verhandlungen auf die Position der Schweiz zulässt.
    • Hansdamp_f 25.01.2019 00:13
      Highlight Highlight Hier gewinnt niemand. Die EU behandelt ihr Noch-Mitglied wie einen Verbrecher. Was ist das für eine Institution, die jene, die austreten möchten, wie Verbrecher behandelt und sie bestrafen will?
    • who cares? 25.01.2019 16:56
      Highlight Highlight @Hansdampf: Wieso als Verbrecher behandeln? Sie wollen ja raus, und beim aussteigen fallen auch alle gemeinsamen Regeln weg, das ist die Logik von Verträgen, keine Bestrafung. Man kann nicht aus einem Vertrag aussteigen und doch drinbleiben unter besseren Kondition (nicht zahlen, nur profitieren).
  • paco95 23.01.2019 19:13
    Highlight Highlight Eigentlich ist es doch eher so, dass die Briten das sinkende Schiff EU verlassen wollen..
  • B G 23.01.2019 19:10
    Highlight Highlight Wer will schon zur EU gehören
    • Fabio74 24.01.2019 17:02
      Highlight Highlight 27 Staaten. Norwegen, Liechtenstein via EWR die Schweiz via Bilaterale.
      Die EU ist der grösste Binnenmarkt.
      Die CH liefet 50% ihrer Exporte in diesen Markt
    • Hansdamp_f 25.01.2019 00:11
      Highlight Highlight Du bist ein blinder EU-Jünger, Fabio. Norwegen lebt bedeutend besser mit dem EWR als IN der EU, die Schweiz besser mit den Bilaterlen als IN der EU. Beide Ländern würden mit offenen Armen in der EU aufgenommen und wären fortan die Melkziegen der Union.

      Man kann auch Handel treiben ohne politische Zwangsjacke.
    • who cares? 25.01.2019 17:02
      Highlight Highlight @Hansdampf: und die Schweiz und Norwegen zahlen dafür. Die Schweiz ist in die Personenfreizügigkeit eingebunden, was GB explizit nicht will (Geld geht angeblich zu NHS und "take back control").

      Die Schweiz profitiert von der EU und gibt im Gegenzug Zugeständnisse, die GB explizit ablehnt. Schwierig.
  • Kommemtar 23.01.2019 18:57
    Highlight Highlight +++ BREAKING NEWS ++++

    Im Zuge des Brexit wird das englische Empire auf eine trübe, regnerische Insel im Norden des Kontinents verbannt.

    Es bleibt zu hoffen dass die Briten dort zu Besinnung kommen!
    • Alienus 23.01.2019 20:48
      Highlight Highlight Vorsicht!

      Bitte nur die Engländer, Waliser und Nordiren.

      Die anderen sind besonnen.
  • John Henry Eden 23.01.2019 18:48
    Highlight Highlight Die Firmen ziehen vor allem um, weil sie an den neuen Orten jahrelang fast keine Steuern zahlen bzw. steuerlich bevorteilt werden.

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