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Hongkongs Flughafen streicht alle Abflüge ++ Tausende blockieren Abflugshalle

12.08.2019, 11:4312.08.2019, 13:48
Proteste am Flughafen von Hongkong.
Proteste am Flughafen von Hongkong.Bild: AP

Wegen der anhaltenden Proteste der Demokratie-Bewegung hat Hongkongs Flughafen am Montag sämtliche Abflüge für den Rest des Tages gestrichen. Der Flughafen gilt als wichtiges Drehkreuz in Südostasien und ist einer der belebtesten Airports weltweit.

Tausende Demonstranten versammelten sich in der Abflugs- und Ankunftshalle, um gegen Regierung und Polizeigewalt bei vorangegangenen Protesten in der Stadt zu protestieren. Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Check-in für die verbleibenden Flüge wegen ernsthafter Störungen des Betriebs ausgesetzt.

Schwarz gekleidete Aktivisten skandierten im Flughafen Parolen. Die Polizei solle einem Demonstranten, der durch ein Gummigeschoss schwer im Gesicht verletzt worden war, sein Auge «zurückgeben».

Auch zeigten sie Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren. Bereits am Wochenende hatten Hunderte Demonstranten am Flughafen demonstriert, wodurch der Flugbetrieb aber nicht gross verzögert wurde.

Die chinesische Regierung brachte die Proteste in Hongkong mit «Terrorismus» in Verbindung. «Radikale Demonstranten» hätten wiederholt Polizisten mit «äusserst gefährlichen Gegenständen» angegriffen, sagte Yang Guang, Sprecher des für die chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau zuständigen Büros des Staatsrats. Dies sei «ein schweres Gewaltverbrechen» und zeige «erste Anzeichen von Terrorismus».

China droht Airline

Auf Druck Chinas drohte derweil die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific Unterstützern der Proteste mit Entlassung. Beschäftigten, die «illegale Demonstrationen unterstützen oder daran teilnehmen», könne gekündigt werden, erklärte Cathay Pacific am Montag. Chinas Luftfahrtbehörde hatte die Airline am Freitag angewiesen, Teilnehmer der Proteste in Hongkong weder auf Flügen Richtung Festland-China noch durch den chinesischen Luftraum einzusetzen.

Das abgedeckte Auge wird zum Symbol der Proteste.
Das abgedeckte Auge wird zum Symbol der Proteste.Bild: AP

Der Chef von Cathay Pacific, Rupert Hogg, erklärte nun in einer Mitteilung an die Belegschaft, wer sich an den Demonstrationen beteilige, müsse mit «disziplinarischen Massnahmen» rechnen, eingeschlossen eine «Beendigung des Arbeitsverhältnisses». Die Fluggesellschaft übe «null Toleranz» bei «illegalen Aktivitäten».

Die Fluggesellschaft hatte ihre Beschäftigten bereits am Wochenende informiert, dass sie sich an die Anweisungen aus Peking halten werde. Sie bestätigte zugleich, dass ein Pilot der Gesellschaft seit Ende Juli wegen seiner Beteiligung an den Protesten nicht mehr fliegen darf.

Heftige Zusammenstösse

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmässig mit Ausschreitungen enden. Am Wochenende war es in der Finanzmetropole erneut zu heftigen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Auslöser für die Demonstrationen war ein – inzwischen auf Eis gelegter – Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmasslicher Krimineller an China. Die Demonstrationen entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen. Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. (sda/dpa/afp)

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Hongkong: Neuste Bilder der Proteste und vom Generalstreik

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Hongkong: Neuste Bilder der Proteste und vom Generalstreik
quelle: ap / vincent thian
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Die Megastadt Hongkong kommt nicht zur Ruhe

Video: srf

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gipfeligeist
12.08.2019 12:43registriert Januar 2016
Wer Polizeigewalt säht, wird protestierende Menschen ernten. Der Staat sollte seine Bürger schützen und nicht unterdrücken.

Wohlgemerkt liegt das Auslieferungsgesetz immernoch auf Eis, kann also jederzeit wieder hervorgeholt werden. Ein Flughafenstreik tut finanziell sehr weh und sollte jede vernünftige Regierung zum Handeln bewegen.
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B-Arche
12.08.2019 12:49registriert Februar 2016
Das ist das was die gesamte Welt ernten wird wenn man sich China anbiedert und vor ihrer enormen Wirtschaftsmacht kuscht.
In Farbe kann man das in vielen Ländern Afrikas sehen. Wer China öffentlich kritisiert bekommt den vollen Druck Chinas zu spüren bis die Regierung des Landes sich dem Druck beugt und irgendeinen Grund findet die Person zu bestrafen, meistens durch Entlassung.

China macht das exakt immer so. Erst wirtschaftlich abhängig machen, dann absolute Loyalität einfordern - auch wenn das den Gezetzen des Landes widerspricht.
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Magnum
12.08.2019 13:06registriert Februar 2015
Die Zentralregierung in Peking bekommt kalte Füsse und dreht rhetorisch mächtig am Rad: Zunächst wurden die für Medienfreiheit und Bürgerrechte Demonstrierenden als "kriminelle Krawallanten" verunglimpft. Und Schäger der chinesischen Mafia wurden auf die losgehetzt. Nun eskaliert Peking den Krieg der Worte weiter und phantasiert von "Terroristen". Kann nicht mehr lange dauern, bis die Zentralgewalt 30 Jahre nach Tiananmen wieder einen fatal falschen Entscheid fällt und mit roher Gewalt antwortet. Sicher wieder mit ungebildeten Soldaten aus der Provinz.

China wird von Massenmördern regiert.
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