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Nach Explosion in deutschem Chemiewerk: Zwei Tote und zwei Vermisste



epa05589026 A huge cloud of dark smoke billows from a fire at the BASF chemical plant site in Ludwigshafen, Germany, 17 October 2016. One person has been killed and several people injured in an explosion on the BASF chemical company's site in Ludwigshafen. Several people remain missing after the accident, according to the city and company.  EPA/ULI ZIEGENFUSS

Weithin sichtbar: Der Brand in Ludwigshafen. Bild: EPA/DPA

Nach der Explosion bei BASF in Ludwigshafen hat der Chemiekonzern am Montagabend ein zweites Todesopfer bestätigt. Nach jetzigem Kenntnisstand seien zwei Mitarbeiter ums Leben gekommen, teilte das Unternehmen mit. Zwei weitere Menschen werden noch vermisst, sechs Menschen seien schwer verletzt. 

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In der Luftaufnahme: Der Brand in Ludwigshafen. Video: YouTube/Ulli Z.

Die Ursache der Explosion war nicht bekannt. Gefährdungen der Bevölkerung durch die Luft seien derzeit nicht messbar, sagte der Leiter des Werks im Bundesland Rheinland-Pfalz weiter am Montagnachmittag weiter.

Zu dem Zwischenfall kam es laut den Behörden gegen 11.20 Uhr im Landeshafen Nord bei Arbeiten an einer Rohrleitungs-Trasse. Es habe nach dem Vorfall eine Russentwicklung gegeben, sagte Werksleiter Liebelt. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.

Mehr als 160 Feuerwehrleute im Einsatz

Nach Angaben der Feuerwehr war der Brand auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen am Nachmittag unter Kontrolle. Es sei aber noch nicht gelöscht, sagte der Leiter der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen, Peter Friedrich.

Fire and smoke rise from the factory of chemicals giant BASF in Ludwigshafen, Germany where several people had been injured following an explosion, October 17, 2016.  REUTERS/Ralph Orlowski

Grosseinsatz der Feuerwehr. Bild: RALPH ORLOWSKI/REUTERS

Man hoffe, den Brand bis in die Abendstunden einzudämmen. Im Einsatz seien 100 Mann der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigshafen sowie 62 Mann der Berufsfeuerwehr. Auch Notfallseelsorger sowie weitere Rettungskräfte seien vor Ort.

epa05588811 A dark cloud of smoke rises from the compound of the BASF company in Ludwigshafen, Germany, 17 October 2016. Several people have been injured in an explosion on the chemical company's BASF site in Ludwigshafen. Several people remain missing after the accident according to the city and company. Several people are also injured.  EPA/MICHAEL DEINES

Die starke Rauchentwicklung macht den Rettungskräften zu schaffen. Bild: EPA/DPA

epa05588779 A dark cloud of smoke rises from the compound of the BASF company in Ludwigshafen, Germany, 17 October 2016. Several people have been injured in an explosion on the chemical company's BASF site in Ludwigshafen. Several people remain missing after the accident according to the city and company. Several people are also injured.  EPA/UWE ANSPACH

Der Brand war noch in einigen Kilometer Entfernung zu sehen. Bild: EPA/DPA

Im Landeshafen Nord werden nach Angaben der BASF brennbare Flüssigkeiten und unter Druck verflüssigte Gase umgeschlagen. Mit der Rohrleitungs-Trasse werden demnach Vorprodukte von Schiffen zu den Produktionsstätten transportiert.

Aus Sicherheitsgründen seien nach der Explosion die zwei so genannten Steamcracker sowie weitere Anlagen am Standort heruntergefahren worden. Dabei hätten sich Fackeln gebildet, weil Stoffe in Leitungen verbrannt werden müssten.

Herzstück Steamcracker

Die Steamcracker seien das Herzstück des Werks, an dem eine ganze Reihe an chemischen Grundbausteinen für die Produktion entstehen. Die englische Bezeichnung lässt sich am besten mit «Dampfspalter» übersetzen. Steamcracker sind mitunter mehrere Fussballfelder gross.

Um Kunststoffe wie Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) herzustellen, braucht die Chemieindustrie kurzkettige Kohlenwasserstoffe. Im Rohbenzin kommen diese aber vor allem in langen Ketten vor.

Hier liegt Ludwigshafen:

In Steamcrackern wird das Rohbenzin daher mit Dampf vermischt und unter Druck auf eine Temperatur von etwa 850 Grad Celsius erhitzt. Die Kohlenwasserstoffketten werden dadurch gespalten, also «gecrackt». Während des Vorgangs entstehen mehrere Spaltprodukte, die anschliessend weiterverarbeitet werden.

Die BASF SE (ehemals «Badische Anilin- & Soda-Fabrik») ist ein deutscher Chemiekonzern und der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit grösste. Auch das Chemieareal in Ludwigshafen ist das weltweit grösste zusammenhängende Chemie-Werksgelände.

(sda/dpa/afp/reu)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Scaros_2 17.10.2016 13:38
    Highlight Highlight Das schlimme ist bei der BASF, das wenn dort so was passiert immer gefühlt gleich eine ganze Kleinstadt unterwegs ist. Laut kommentar einer Kollegin kommen sicher 7 Schwerverletzte schon mal in die BG was eine Nachtschicht andeutet. Schon krass das Ganze
  • Neruda 17.10.2016 13:20
    Highlight Highlight "Eine Umweltverseuchung sei nicht festgestellt worden."
    Haha jaaa genau... Dass glaubt doch heute niemand mehr. Diese Chemikalien können sich nicht einfach in Luft auflösen ;-)
    • Scaros_2 17.10.2016 13:27
      Highlight Highlight Ist so: Man spricht von einer Verseuchung wenn man feststellt das die Ware z.b. ins Erdreich eindringen kann oder aber ins Trinkwasser etc.

      Aber dort scheint dies nicht der Fall zu sein sondern - kA in der Zerstörten Halle liegen geblieben etc.

      Eine Verpuffung bei einem Filter ist im besten Fall "nur" eine gröbere Stichflamme welche dann vom System direkt unterdrückt wird. Hinzu kommt das solche Filter nicht im Freien stehen sondern in Gebäuden die spezielle Atex/Ex Schutz richtlinien erfüllen müssen. Insofern ist es möglich das keine Unweltschäden entstehen da danach gebaut wurde.
    • Fumo 17.10.2016 14:04
      Highlight Highlight Vor allem können sich manch Chemikalien unter bestimmten Bedingungen wie Hitze tatsächlich in Luft auflösen oder zu einer anderen Chemikalie mutieren.
    • Scaros_2 17.10.2016 14:14
      Highlight Highlight Alles möglich aber solange man nicht im wissen darüber ist welche Kunststoffzusätze bei der Verpuffung im Einsatz waren kann man darüber sinnieren wie man möchte. Man Erfährt dadurch nicht mehr. Es kann im Grunde alles sein sowohl von total giftigem Zeug als auch fast schon banalen Dingen aber eben - bringt dich nicht weiter.

      Naja gut du kannst dir lauter komische Ängste usw. ausdenken aber joa .

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