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Drei Festnahmen nach Sex-Attacken in Köln

Mehr als 100 Betroffene haben nach der Silvesternacht in Köln Anzeige wegen Diebstahls oder sexueller Belästigung erstattet. Nun konnte die Polizei erste Verdächtige ermitteln.



epa05089092 Police check suspects at the Cologne Central Station in Cologne, Germany, 05 January 2016. On New Years Eve dozens of women were molested and robbed around the Cologne Central Station.  EPA/MARIUS BECKER

Bild: EPA/DPA

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht hat die Polizei drei Verdächtige ermittelt. Das teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) mit. Zunächst hatte die Nachrichtenagentur dpa von drei Festnahmen berichtet.

Details wollte Jäger nicht nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Bei der Polizei stellten nach den Vorfällen mehr als hundert Betroffene Anzeige wegen Diebstahls oder sexueller Belästigung oder beidem.

Die Ermittler müssten der Öffentlichkeit im Detail erklären, wie es zu den Taten kommen konnte, so Jäger. «Die Polizei muss sich darauf einstellen, dass es offenbar Tätergruppen gibt, die in der Masse enthemmt gegen Frauen vorgehen. Das darf in dieser Gesellschaft nicht passieren.»

Die Ermittler hatten bisher noch keine genauen Kenntnisse über die mutmasslichen Täter. Laut Augenzeugenberichten sollen sie nordafrikanischer oder arabischer Herkunft sein. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Frauen teilweise von 20- bis 40-köpfigen Männergruppen attackiert.

Kritik an der Polizei

Unterdessen wächst die Kritik an der Kölner Polizei. Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) sagte, es könne nicht sein, dass erst der Vorplatz des Bahnhofs geräumt werde «und später finden diese Ereignisse statt, und man wartet auf Anzeigen. So kann Polizei nicht arbeiten.»

Der CDU-Politiker zeigte sich zudem irritiert darüber, dass die Kölner Polizei noch am Neujahrstag erklärt habe, die Nacht sei friedlich verlaufen. Diese Fehleinschätzung hat die Kölner Polizei inzwischen eingeräumt.

NRW-Innenminister Jäger nahm die Kölner Polizei gegen diese Art der Kritik in Schutz: «Es ist eine Frage des Stils, ob man ohne Detailkenntnisse auch bei eigener Verantwortung Polizeieinsätze in anderer Zuständigkeit beurteilt. Wie ich diesen Stil finde, habe ich Herrn de Maizière schon mitgeteilt.»

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte die Kölner Polizei verteidigt: «Ich glaube nicht, dass es ein guter Stil ist, wenn der Bundesinnenminister in aller Öffentlichkeit die Landespolizei und die Einsatzleitung dort kritisiert», sagte DPolG-Chef Rainer Wendt der «Passauer Neuen Presse». Der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers lehnt einen Rücktritt ab.

Video von der Silvesternacht vor dem Kölner Bahnhof

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YouTube/Baris Olsun

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