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Elon Musks wirres Twitter-Wochenende – eine Timeline

Elon Musks wirres Twitter-Wochenende endet scheinbar in seinem Rücktritt

19.12.2022, 10:2519.12.2022, 15:44
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Es ist wieder einmal rund gelaufen bei Twitter-Chef Elon Musk – wir zeigen in der Timeline, wie rund.

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Montag: Elon wird demokratisch
Nachdem die Kritik wieder laut geworden ist, schreitet Elon Musk wieder zur Abtsimmung. Für ihn geht es dieses Mal um mehr, als je zuvor: seinen Chefposten bei Twitter. Der User darf nun entscheiden, ob Musk weiterhin CEO von Twitter bleiben soll, oder ob jemand neues frischen Wind in den Laden bringt. Musk sagt, er wird sich dem Ergebnis fügen.



Mittlerweile ist das Ergebnis da: Der User stimmt mit 57.5 Prozent für einen Rücktritt Elon Musks. Ob das dann auch geschieht, bleibt offen. Musk hat sich noch nicht zum Ergebnis geäussert.

Tesla-Aktionäre hegen derweil die Hoffnung, dass der Firmenvater mit seinem Rücktritt seinem Autokonzern mehr Beachtung schenkt. Die Tesla-Aktien befinden sich seit drei Monaten im Sturzflug – sogar so sehr, dass Musk von seinem Thron als reichster Mann der Welt gestossen wurde.
Sonntag: Elon schaut Fussball mit Freunden
Wer kann's ihm verübeln, die Finalrunde war wirklich ein tolles Spiel. Herr Musk erlebt das Wüsten-Duell live vor Ort aus einer Lounge, in edles T-Shirt gekleidet. Böse Zungen (also Twitter-Nutzer) munkeln, dass er eigentlich wegen der Geschäfte auf der Arabischen Halbinsel ist – um die Twitter-Aktien stehts grad nicht so gut. Mit dabei in der Lounge: Jared Kushner, Schwiegersohn und ehemaliger Berater von Ex-US-Präsident Donald Trump.



Währenddessen hagelt es auf seiner eigenen Plattform wieder Kritik. Denn scheinbar darf man nun keine Konkurrenzplattformen mehr bewerben, wie der andere Kurznachrichtendienst «Mastodon» schmerzlich erfahren musste. Offizieller Account gesperrt, links zur Plattform werden als «Malware», also Schadsoftware, gekennzeichnet.
Samstag: Elon lässt Gnade walten
Mehrere der gesperrten Accounts von Journalisten können am Samstagmorgen (Ortszeit) wieder aufgerufen werden - allerdings nicht alle. Die Journis sind trotzdem hässig. So schreibt Aaron Rupar: «Es ist ein klares Beispiel dafür, dass es sich nicht mehr um ein regelbasiertes Unternehmen handelt. Es ist im Grunde ein Unternehmen, das auf den Launen von Elon Musk basiert, und die Nutzungsbedingungen hängen von seiner täglichen Stimmung ab.»

Auch der Journalist Tony Webster, der ebenfalls von der Sperrung betroffen war, schreibt nach seiner Entsperrung auf Twitter, es habe kein «Doxxing» gegeben - «auch wenn ein leicht erregbarer, niemandem rechenschaftspflichtiger Oligarch das gesagt hat».

Und: Der Flugi-Tracker-Account ist immer noch gesperrt.
Samstag: Elon hört auf das Volk
Der User spricht, Elon macht. Die Abstimmung verläuft eindeutig: Die Twitter-Nutzer wollen, dass Musk die gesperrten Accounts wieder entsperrt. Und siehe da – Herr Musk fügt sich scheinbar.

Freitag: Elon lässt das Volk entscheiden
Wie bereits zuvor lässt Musk nun die Userschaft über seinen nächsten Schritt entscheiden. In einer Abstimmung können die Twitter-Nutzer die Wahl, ob er die «Doxing»-Accounts wieder entsperren soll. Tatsächlich geschieht dies in zwei Abstimmungen: Die erste wird wiederholt, da sie «zu viele Antworten» hatte, so Musk. Ob der Grund dafür eigentlich Musks Unzufriedenheit mit dem Ergebnis ist, sei dahingestellt.

Donnerstag: Elon schwingt den Zensur-Hammer
Am Mittwoch hatte Elon Musk einen Account gesperrt, der die Real-Time-Location seines Privatjets verfolgt und getweetet hat. Dies weil sogenanntes «Doxxing», also eben diese Veröffentlichung von persönlichen Daten (wie dem Standort), gegen die Twitter-Regeln verstosse. Nun schlug Musk erneut zu: diesmal traf es die Accounts von Journalisten diverser Zeitungen wie der «Washington Post», der «New York Times» und «CNN». Auch ihnen wurde Doxxing vorgeworfen. Beweise dafür gab es aber laut der «Washington Post» keine.

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79 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ingmarbergman
19.12.2022 11:45registriert August 2017
Wieder mal ein Grund für höhere Steuern.
Von Neoliberalen wird immer als Argument angeführt, dass Milliardäre Arbeitsplätze kreieren würden und dass sie besser wissen, wo sie ihr Geld reinstecken müssen, als der Staat.

Musk( wie auch Bezos, Zuck, Trump, Blocher, usvm) beweisen jeden Tag, dass das nicht stimmt. Darum: Steuern hoch, bis es keine Milliardäre mehr gibt.
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BG1984
19.12.2022 11:18registriert August 2021
Bin ja gespannt ob er wirklich zurücktritt oder ob er sagt, dass ihm die Wahl gestohlen wurde.
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bagogel
19.12.2022 11:22registriert Dezember 2017
Vielleicht wird der neue Twitter-CEO ja Tamim bin Hamad Al Thani, der Emir von Katar?
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