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Italien plant Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige

Italien plant Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige

Die rechte Regierungspartei Lega hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf ins italienische Parlament eingebracht.
29.03.2026, 14:5030.03.2026, 09:43

Politische Kräfte in Italien wollen ein Social-Media-Verbot für Jugendliche einführen. Die rechte Regierungspartei Lega hat dazu einen entsprechenden Gesetzesentwurf im Parlament in Rom eingebracht.

«Stopp für Social Media für Jugendliche unter 14. Wir wollen Minderjährige schützen und den Familien helfen», schrieb der italienische Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini am Sonntag auf X.

Italy's Matteo Salvini speaks at an assembly of European far-right parties with Hungarian Prime Minister Viktor Orbán Patriots for Europe group, in Budapest, Hungary, Monday, March 23, 2026. (AP  ...
Matteo Salvini.Bild: keystone

Der Gesetzesvorschlag der Lega sieht vor, die Nutzung von Social-Media-Plattformen für Kinder unter 14 Jahren zu verbieten. Für ältere Minderjährige soll der Zugang nur mit «nachweisbarer» Zustimmung der Eltern erlaubt sein.

Der Entwurf umfasst fünf Artikel und basiert auf der Annahme, dass eine intensive Nutzung von Social Media im Entwicklungsalter negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, den Schlaf, die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstwertgefühl haben kann.

Laut Begründung können zudem Angstzustände und Depressionen gefördert sowie Cybermobbing und emotionale Manipulation begünstigt werden.

Anbieter sollen Altersverifikation einführen

In Artikel 3 des Gesetzentwurfs wird festgelegt, dass die Betreiber von Social-Media-Plattformen verpflichtet werden, angemessene und verhältnismässige technische sowie organisatorische Massnahmen zu ergreifen.

Diese Massnahmen sollen nicht nur der Altersverifikation dienen, sondern auch Risiken durch schädliche Inhalte verringern – insbesondere solche, die Abhängigkeit erzeugen oder die psychophysische Entwicklung von Minderjährigen beeinträchtigen können.

Darüber hinaus soll die Kommunikationsaufsichtsbehörde die konkreten technischen und verfahrenstechnischen Vorgaben zur Umsetzung festlegen – in Abstimmung mit der Datenschutzbehörde und unter Berücksichtigung der Leitlinien der Europäischen Kommission. Zudem wird das Verbot der Profilierung sowie der Speicherung und Weiterverwendung von Daten Minderjähriger für andere Zwecke bekräftigt, einschliesslich ihrer «zeitnahen Löschung».

Der Vorschlag bezieht auch das Bildungsministerium ein, das gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium Programme zur digitalen Bildung an allen Schulen fördern soll. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern ein besseres Verständnis für Funktionsweisen von Algorithmen zu vermitteln und ihnen einen bewussten Umgang mit ihrer Online-Zeit zu ermöglichen.

Ausserdem ist die Einrichtung eines nationalen Beobachtungszentrums vorgesehen, das die Auswirkungen von Social Media auf Minderjährige untersucht und dem Parlament jährlich Bericht erstattet.

Nächster Schritt in Italien

Damit würde Italien einen weiteren Schritt gehen: Seit September gilt bereits an allen Schulen ein Verbot der Smartphone-Nutzung während des gesamten Schultags – einschliesslich der Pausen. Verstösse können Sanktionen nach sich ziehen, die vom Lehrerkollegium festgelegt werden. Die Geräte werden in der Regel vor Unterrichtsbeginn eingesammelt und sicher verwahrt, etwa in Schliessfächern.

Ausnahmen gelten, wenn Smartphones im individuellen Bildungsplan von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen vorgesehen sind oder wenn sie im Unterricht, etwa in Informatik- oder Telekommunikationsfächern, benötigt werden.

(hkl/sda/apa)

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