International
Digital

Iran-Krieg: Soldat leakt versehentlich Standort seines Schiffes

Der französische Flugzeugträger «Charles de Gaulle» und sein Begleitzug.
Bild: Marine Nationale
Der Flugzeugträger «Charles de Gaulle» und sein Begleitzug (Archivbild).Bild: Marine Nationale

Über Fitness-App Strava: Französischer Soldat leakt versehentlich Standort seines Schiffes

Auf einer Fitness-App ist die aktuelle Route des einzigen französischen Flugzeugträgers genau verfolgbar. Das Militär will nun «Massnahmen ergreifen».
21.03.2026, 14:5621.03.2026, 14:56
Charlotta Siemer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Ein Offizier der französischen Marine ist auf dem Deck des Schiffes joggen gegangen, auf dem er stationiert ist, und hat so den genauen Standort seines Marineverbandes im Mittelmeer veröffentlicht. Über die Sport-App Strava ist die Route des Flugzeugträgers Charles de Gaulle durch die Jogging-Aktivitäten des jungen Offiziers genau verfolgbar, berichtet die französische Zeitung «Le Monde».

Zwar ist die Präsenz der französischen Marine in der Region zwischen Zypern und der türkischen Küste kein Geheimnis, die zeitnahe Veröffentlichung der genauen Position des Marineverbandes rund um die Charles de Gaulle könnte angesichts des Krieges im Nahen Osten dennoch unklug und möglicherweise gefährlich sein. In den vergangenen Wochen waren mindestens zwei französische Militärstützpunkte in der Region vom Iran angegriffen worden.

Arthur ist laut «Le Monde» nicht der einzige Matrose, der auf Strava aktiv ist und durch dessen Sport-Aktivitäten die Standorte weiterer Schiffe öffentlich nachvollzogen werden können. Einige Profile zeigen demnach zusätzlich Fotos vom Deck, von anderen Militärangehörigen und von Sportgeräten im Inneren der Schiffe.

Der Generalstab der französischen Streitkräfte erklärte «Le Monde», dass die Veröffentlichung der Laufstrecken in der Strava-App «nicht den geltenden Vorschriften entspricht». Die «digitale Hygiene für Kampfsoldaten» sei eine «Voraussetzung für jeden Einsatz». Der Generalstab habe daher versichert, dass «vom Kommando geeignete Massnahmen ergriffen werden».

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte Anfang März die Anordnung zur Entsendung des einzigen französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle angeordnet –nur wenige Tage nach Beginn des US-israelischen Krieges in Nahost. Er wird von mindestens drei Fregatten und einem Versorgungsträger begleitet.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 25
Iran-Krieg in Bildern

Der Krieg im Iran hat zur Folge, dass die Ölpreise weltweit steigen.

quelle: keystone / altaf qadri
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Neues Video zeigt den Öltanker-Angriff aus Iranischer Sicht
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
future--?
21.03.2026 15:30registriert November 2023
Ein joggender Offizier als Sicherheitslücke – das wäre komisch, wenn es nicht so ernst wäre. Dass Strava schon 2018 geheime US-Militärbasen enthüllte und die Armee offenbar immer noch keine verbindlichen Regeln für Sport-Apps durchsetzt, ist schwer zu erklären. Im Zeitalter von GPS-Tracking und Drohnenangriffen ist digitale Disziplin keine Nebensache – sie ist Überlebensfrage.
302
Melden
Zum Kommentar
11
Kuba soll Diesel-Lieferung für US-Botschaft in Havanna gestoppt haben
Die Regierung der von einem US-Ölembargo betroffenen Karibikinsel Kuba will einem Bericht zufolge nicht dulden, dass die US-Botschaft in Havanna ihre Generatoren während der anhaltenden Energiekrise mit importiertem Diesel speist. Das kubanische Aussenministerium habe der Botschaft eine Einfuhr des Treibstoffs verwehrt, schreibt die Washington Post. Die diplomatische Vertretung nehme «schamlos» ein Privileg für sich in Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, zitierte die Zeitung aus einer übersetzten Fassung des Protestschreibens.
Zur Story