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Christchurch: Mann teilte Video des Anschlags, nun muss er in den Knast

Neuseeländer teilt Video des Christchurch-Anschlags – jetzt muss er hinter Gitter

18.06.2019, 06:4918.06.2019, 09:19

Wegen Verbreitung eines Terrorvideos ist ein mutmasslicher Rechtsextremist in Neuseeland zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte das Video des Anschlags auf zwei Moscheen mit 51 Toten Mitte März in Christchurch an Bekannte weitergeleitet.

Ein Gericht in der neuseeländischen Stadt verhängte deshalb am Dienstag die Haftstrafe gegen den 44-jährigen Besitzer eines Geschäfts, das mit Neonazi-Symbolen wirbt.

In this Monday, March 18, 2019, file photo, mourners lay flowers on a wall at the Botanical Gardens in Christchurch, New Zealand. A steady stream of mourners paid tribute at makeshift memorial to the  ...
Die Anteilnahme nach dem Anschlag war gross.Bild: AP/AP

Der Anschlag war vom Täter mit einer Helmkamera gefilmt und über ein Facebook-Konto live im Internet übertragen worden. Der Geschäftsmann aus Christchurch leitete die Aufnahmen am nächsten Tag an 30 Bekannte weiter. Zudem gab er in Auftrag, das Video mit einem «Totenzähler» zu versehen – einer Art Strichliste, wie viele Leute ermordet worden waren. Daraufhin wurde er festgenommen.

Wegen des Anschlags sitzt ein 29 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien in einem Hochsicherheitsgefängnis in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft legt ihm 51-fachen Mord und 40-fachen Mordversuch zur Last. Bei einer Verurteilung erwartet den Australier lebenslange Haft. Der Prozess soll im Mai 2020 beginnen. (sda/dpa)

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Der Terroranschlag in Christchurch
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Attacke auf zwei Moscheen in Neuseeland
Bei einem Terrorangriff auf zwei Moscheen in Christchurch hat es am Freitag, 15. März 2019, mindestens 50 Tote gegeben. Mit einer Schnellfeuerwaffe schoss ein Tatverdächtiger auf Muslime.
quelle: epa/snpa / martin hunter
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49 Tote, ein Manifest und grosse Trauer
Video: srf
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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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*sharky*
18.06.2019 07:08registriert Oktober 2014
Da scheint ein Land nicht blind auf dem rechten Auge zu sein... wie auch!
Sollte Schule machen, wie auch Internet-Täter, in diesem Fall Rechtsextreme, nicht mit Samthandschuhen anzufassen.
Peace für Neuseeland!
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Name_nicht_relevant
18.06.2019 07:24registriert Mai 2019
Wirklich Unmenschlich was sich gewisse erlauben und ich hoffe er wird hart bestraft. No go, so etwas.
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Kritische Lücke gefährdet fast alle Linux-Distributionen – Angriffe laufen bereits
Ende vergangener Woche wurde die Linux-Lücke «Copy Fail» bekannt. Nun wird sie bereits angegriffen. Linux-Distributionen reagieren mit Notfall-Updates.
IT-Forscher haben im Linux-Kernel eine kritische Schwachstelle entdeckt. Die inzwischen unter dem Namen «Copy Fail» bekannte Lücke kann von Angreifern per Python-Skript zum Erlangen von umfassenden Root-Rechten missbraucht werden. Ein simpler Logikfehler im Linux-Kernel führt dazu, dass User ohne spezielle Rechte sehr einfach unbegrenzte Rechte erhalten können, also die vollständige Kontrolle erlangen und alles überwachen können.

Es handelt sich dabei nicht um eine theoretische Gefahr. Vielmehr warnt die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA vor dem Missbrauch der Schwachstelle in freier Wildbahn, sprich die Lücke wird bereits ausgenutzt.

Betroffen sind laut den Forschern die meisten grösseren Linux-Distributionen, die seit 2017 verfügbar sind. Die Lücke haben sie unter anderem mithilfe des KI-Werkzeugs Xint Code aufgespürt. Ein Sicherheits-Patch stellten die IT-Forscher ebenfalls bereit, ein Fix wurde vor rund zwei Wochen in den Quellcode aufgenommen. Inzwischen haben die meisten Linux-Distributionen aktualisierte Installationspakete im Angebot – allerdings teils zunächst nicht für ältere Versionen.
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