International
Donald Trump

Druck auf US-Sender wegen Iran-Berichterstattung

FILE - President-elect Donald Trump talks with Brendan Carr before the launch of the sixth test flight of the SpaceX Starship rocket Tuesday, Nov. 19, 2024 in Boca Chica, Texas. (Brandon Bell/Pool via ...
US-Präsident Donald Trump und Brendan Carr, der Chef der Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC)Bild: keystone

Druck auf US-Sender wegen Iran-Berichterstattung

15.03.2026, 14:3515.03.2026, 14:36

Wegen der Berichterstattung über den Iran-Krieg erhöht die US-Medienaufsicht den Druck auf Rundfunksender. Wer Falschnachrichten verbreite, dem drohe ein Lizenzverlust, schrieb Brendan Carr, Chef der Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC), auf X. Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump über die Berichterstattung einiger US-Medien zum Iran-Krieg beschwert.

«Sender, die Falschmeldungen und verzerrte Nachrichten verbreiten – auch als »Fake News« bekannt –, haben jetzt noch die Chance, ihren Kurs zu korrigieren, bevor die Verlängerung ihrer Lizenzen ansteht», schrieb Carr. Konkrete Medien nannte er nicht. «Das Gesetz ist klar. Sender müssen im öffentlichen Interesse handeln und tun sie das nicht, werden sie ihre Lizenzen verlieren.» Ein «Kurswechsel» liege im eigenen Interesse der Medien, da das Vertrauen der Öffentlichkeit schwinde. «Und wir können das nicht zulassen.»

«Sender müssen im öffentlichen Interesse handeln und tun sie das nicht, werden sie ihre Lizenzen verlieren.»
Brendan Carr

Die FCC vergibt in den USA Sendelizenzen für Fernsehen und Hörfunk. Als Gegenleistung für eine «wertvolle Lizenz zum Betrieb eines Senders über die öffentlichen Funkfrequenzen» seien TV- und Radiostationen verpflichtet, dem «öffentlichen Interesse» zu dienen, schreibt die Behörde auf ihrer Internetseite. Bei der Vergabe von Lizenzen geht die Behörde traditionell eigentlich neutral vor. Inhaltliche Zensur darf sie nicht betreiben. Seit Jahren habe die FCC keine Lizenzverlängerung verweigert, schreibt der Sender CNN.

Kritik in den USA

In US-Medien gab es Kritik an Carrs Post. Die «New York Times» sprach von einer «Kampagne» gegen das, was Carr als voreingenommene Berichterstattung ansehe. CNN nannte Carr einen «Kampfhund an der Spitze der FCC». Die Trump-Regierung übe immer wieder Druck aus, um gegen Inhalte vorzugehen, die dem Präsidenten missfielen.

In einem Interview mit dem Sender CBS versuchte Carr seinen X-Post später einzuordnen. «Die Menschen haben sich an den Gedanken gewöhnt, dass Lizenzen so etwas wie ein Eigentumsrecht sind und dass man nichts tun kann, was zum Verlust der Lizenz führen könnte», sagte er. «Ich versuche, den Menschen klarzumachen, dass dem nicht so ist, dass es ein öffentliches Interesse gibt und dass der Rundfunk etwas anderes ist.» Im Jahr 2019 hatte Carr in einem X-Post gesagt, die FCC dürfe Meinungsfreiheit nicht im Namen des öffentlichen Interesses regulieren. Daran erinnerten nun X-Nutzer.

Vor Carrs jüngstem Post hatte sich Trump am Samstag auf Truth Social über die Berichterstattung zum Iran-Krieg beschwert und dabei die Zeitungen «New York Times» und «Wall Street Journal» ins Visier genommen.

KEYPIX - This image released by Disney shows Jimmy Kimmel hosting his late night show "Jimmy Kimmel Live!" in Los Angeles on Tuesday, Sept. 23, 2025. (Randy Holmes/Disney via AP)
Jimmy Kimmel musste mit seiner Abendsendung «Jimmy Kimmel Live!» im September 2025 kurzzeitig in eine Zwangspause.Bild: keystone

Nicht das erste Mal

Carr hat in der Vergangenheit wiederholt die Möglichkeit ins Spiel gebracht, Sendern wegen verschiedener Programmentscheidungen Lizenzen zu entziehen. So war er in internationale Schlagzeilen geraten, als er dem Sender ABC Konsequenzen wegen der Sendung des Trump-kritischen Late-Night-Moderators Jimmy Kimmel androhte. Trump und seiner Regierung war damals vorgeworfen worden, die Meinungsfreiheit einschränken zu wollen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Donald Trump in der Schweiz
1 / 12
Donald Trump in der Schweiz

Am Mittwochmittag ist der US-Präsident Donald Trump in Zürich gelandet.

quelle: keystone / evan vucci
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Jimmy Kimmel gewinnt einen Award – und bedankt sich ausgerechnet bei Trump
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
28 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
K44
15.03.2026 14:45registriert Oktober 2025
Heißt das etwas, dass Fox News und die ultrarechten Schwurbelmedien in Trumps in Zukunft keine Lizenz mehr bekommen?
670
Melden
Zum Kommentar
avatar
dergraf
15.03.2026 14:45registriert April 2016
Schritt um Schritt Richtung Diktatur ...
Offensichtlich gibt's genügend Speichellecker, die dem Wunsch Trump's folgen und ihm zu dienen!
590
Melden
Zum Kommentar
avatar
K44
15.03.2026 14:43registriert Oktober 2025
Trump treibt zusammen mit seinen Techbros die Gleichschaltung der Medien voran, welch Überraschung.
470
Melden
Zum Kommentar
28
So funktionieren Seeminen
Möglicherweise hat der Iran in der Strasse von Hormus Seeminen verlegt. Welche Typen dieser gefährlichen Waffe gibt es und wie funktionieren sie?
Seeminen sind mit Sprengstoff gefüllte Körper, die im Wasser eingesetzt werden und bei Kontakt oder bei Annäherung eines Schiffs explodieren. Wie Landminen sind Seeminen eine billig produzierbare Waffe, die die Durchquerung eines bestimmten Gebietes so gefährlich machen kann, dass es dadurch faktisch gesperrt ist. Im militärischen Jargon werden sie daher als «Sperrwaffen» bezeichnet.
Zur Story