Öl-Verschmutzung im Persischen Golf ist aus dem All sichtbar
Der Iran-Krieg stellt auch eine Bedrohung für das Ökosystem dar. Angriffe auf Öl-Lager und Schiffe sorgen für eine Ölverschmutzung im Persischen Golf. So wurde beispielsweise das Kriegsschiff «Shahid Bagheri» zu Beginn der Angriffe von den USA bombardiert. Seither liegt es vor der iranischen Küste in der Strasse von Hormus auf Grund, während Öl ausläuft.
Greenpeace Deutschland warnt davor, dass der Ölteppich nahegelegene Naturschutzgebiete bedroht, sollte er sich in ihre Richtung bewegen. Die Bedrohung für die Natur betreffe auch rund 50'000 Menschen in der Region. Der Tanker liegt zwischen dem Festland und der Insel Qeschm, die für ihre Mangrovenwälder bekannt ist.
Auch an anderen Stellen hat sich ein Ölteppich gebildet. Etwa bei der Insel Lavan, die Anfang April unter Beschuss geriet. Auf der Insel befinden sich Ölanlagen, nach dem Angriff war auf Satellitenbildern ein Ölteppich an der Küste zu sehen.
Wim Zwijnenburg, Projektleiter bei der niederländischen Friedensorganisation PAX, warnt laut CNN vor den massiven Folgen für die Umwelt durch den Angriff auf der Insel. Denn neben der Insel Lavan liegt das Naturschutzgebiet Shidvar, eine kleine Insel, auf der bedrohte Vögel und Meeresschildkröten brüten. Auch Mikroorganismen und Meeresbewohner wie Delfine und Wale werden beeinträchtigt.
Auch vor der Küste Kuwaits lief nach einem Angriff der iranischen Revolutionsgarden Öl ins Meer. Laut Zwijnenburg könnte das etwa dazu führen, dass auch Fische vergiftet werden, die das Überleben der Menschen in Küstennähe sichern.
Noch ist nicht klar, welches Ausmass die Verschmutzung annehmen wird. Derzeit stecken noch geschätzt 75 Öltanker mit Millionen Tonnen Öl im Golf fest. Sollten sie ebenfalls angegriffen werden, könnte sich die ökologische Katastrophe zuspitzen. (vro)
