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Iran-Krieg: Öl verschmutzt Persischen Golf

Öl-Verschmutzung im Persischen Golf ist aus dem All sichtbar

Nach einem Angriff der USA auf ein iranisches Kriegsschiff liegt dieses vor der Küste auf Grund. Das ausgelaufene Öl ist sogar aus dem Weltall sichtbar und bedroht das Ökosystem und die Menschen im Gebiet.
22.04.2026, 14:5422.04.2026, 14:54

Der Iran-Krieg stellt auch eine Bedrohung für das Ökosystem dar. Angriffe auf Öl-Lager und Schiffe sorgen für eine Ölverschmutzung im Persischen Golf. So wurde beispielsweise das Kriegsschiff «Shahid Bagheri» zu Beginn der Angriffe von den USA bombardiert. Seither liegt es vor der iranischen Küste in der Strasse von Hormus auf Grund, während Öl ausläuft.

Öl Strasse von Hormus Shahid Bagheri Wrack
Vom Schiffswrack (Mitte) läuft Öl aus. (Aufnahme vom 7. April)Bild: European Space Agency/Sentinel-2

Greenpeace Deutschland warnt davor, dass der Ölteppich nahegelegene Naturschutzgebiete bedroht, sollte er sich in ihre Richtung bewegen. Die Bedrohung für die Natur betreffe auch rund 50'000 Menschen in der Region. Der Tanker liegt zwischen dem Festland und der Insel Qeschm, die für ihre Mangrovenwälder bekannt ist.

Öl Persischer Golf Strasse von Hormus
Die Ölverschmutzung zwischen dem iranischen Festland und der Insel Qeschm.Bild: European Space Agency/Sentinel-2

Auch an anderen Stellen hat sich ein Ölteppich gebildet. Etwa bei der Insel Lavan, die Anfang April unter Beschuss geriet. Auf der Insel befinden sich Ölanlagen, nach dem Angriff war auf Satellitenbildern ein Ölteppich an der Küste zu sehen.

Öl Teppich Persischer Golf Lavan Island
Vor der Insel Lavan hat sich ein Ölteppich gebildet.Bild: European Space Agency/Sentinel-2

Wim Zwijnenburg, Projektleiter bei der niederländischen Friedensorganisation PAX, warnt laut CNN vor den massiven Folgen für die Umwelt durch den Angriff auf der Insel. Denn neben der Insel Lavan liegt das Naturschutzgebiet Shidvar, eine kleine Insel, auf der bedrohte Vögel und Meeresschildkröten brüten. Auch Mikroorganismen und Meeresbewohner wie Delfine und Wale werden beeinträchtigt.

Auch vor der Küste Kuwaits lief nach einem Angriff der iranischen Revolutionsgarden Öl ins Meer. Laut Zwijnenburg könnte das etwa dazu führen, dass auch Fische vergiftet werden, die das Überleben der Menschen in Küstennähe sichern.

Noch ist nicht klar, welches Ausmass die Verschmutzung annehmen wird. Derzeit stecken noch geschätzt 75 Öltanker mit Millionen Tonnen Öl im Golf fest. Sollten sie ebenfalls angegriffen werden, könnte sich die ökologische Katastrophe zuspitzen. (vro)

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holden27
22.04.2026 15:21registriert Februar 2015
Manchmal frage ich mich echt, für was wir bei uns überhaupt noch irgendwelche Umweltschutzmassnahmen umsetzen, wenn dann überall wieder Kriege angezettelt werden, bei denen alles verschmutzt, verpestet, vergiftet und abgeschlachtet wird. Der persische Golf ist ein wertvoller Lebensraum der nun komplett zerstört wird... Nebst der humanitären Krise auch eine Naturkatastrophe! Das gibt einem wirklich manchmal das Gefühl, dass alle Bestrebungen für den Umweltschutz für die Katze sind...
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Overton Window
22.04.2026 15:43registriert August 2022
Hach, das ist doch der Orange egal. Umwelt ist etwas für Looser, und wir Gewinner werden viel Geld verdienen.

Drill, Baby, Drill.

🤷‍♂️🤦‍♂️
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Der Micha
22.04.2026 15:33registriert Februar 2021
Es ist einfach nur pervers, was die Orange da angerichtet hat. Neben der iranischen Zivilbevölkerung ist auch mal wieder die Umwelt eines der größten Verlierer bei diesem Krieg.

Das schlimme ist, dass die verschmutze Umwelt sich auch auf die Menschen vor Ort auswirken kann.
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