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epa07756303 Engineers and members of the emergency services work to pump water from Toddbrook Reservoir, the spillway of which suffered severe damage following a period of heavy rainfall, above the town of Whaley Bridge, northern England, 04 August 2019 in the emergency operation to save the market town from severe flooding. About 1,500 residents of Whaley Bridge, Derbyshire were evacuated on 01 August over fears their town could be flooded after heavy rain damaged the dam holding back the Toddbrook reservoir and there is now a risk it could collapse.  EPA/NIGEL RODDIS

Die Sicherheitskräfte sind mit dem Abpumpen des Toddbrook Reservoirs beschäftigt. Bild: EPA

«Mit jeder Minute steigt die Sicherheit des Dammes» – Massnahmen scheinen zu wirken



Die Lage am Staudamm im Toddbrook Reservoir scheint sich zu entspannen. Richard Coakley, ehemaliger Präsident des Instituts für Bauingenieure, sagte heute Morgen gegenüber BBC Radio Manchester:

«Ein Lob an die Freiwilligen und die Fachleute, die dort waren. Sie haben den Damm durch seine kritische Phase hindurch gepflegt. Es war fantastisch, was sie getan haben. Am Donnerstagnachmittag befand sich das Ding in einem schrecklichen Zustand, und das ist es immer noch, aber...jede Minute erhöht die Sicherheit dieses Damms.»

Mehr als 1000 Personen – von der Polizei, der Ambulanz und der Feuerwehr – sind mit der Absicherung des Damms beschäftigt. Das Wasser wird mit Hochleistungspumpen aus dem Damm gepumpt und die undichte Stelle mit Sandsäcken gesichert.

Derzeit sind noch 48% des Reservoirs gefüllt – bis die Gefahr vollständig gebannt ist, darf noch maximal 25% des Wasserbestandes vorhanden sein.

Die letzten 24 Stunden war es verhältnismässig Trocken im Gebiet um den Staudamm, jetzt setzte der Regen wieder ein. Die lokale Feuerwehr kann die Regenmenge gemäss eigenen Angaben handeln – dank hohem Produktivitätsniveau soll die Senkung des Wasserspiegels auf 25% erreicht werden können.

Starker Regen ein Problem

Neue schwere Regenfälle könnten das Risiko eines Dammbruchs in Nordengland erheblich erhöhen. Einsatzkräften war es zwar gelungen, bis Sonntagnachmittag mehr als ein Drittel des Wassers in dem beschädigten Toddbrook Reservoir abzupumpen.

Doch sagten Meteorologen wieder hohe Niederschlagsmengen für die Region voraus, die alle Bemühungen zunichte machen könnten. Experten rechneten mit einer immensen Zerstörung, sollte der Damm brechen.

google maps

Mehr als 1500 Einwohner des Städtchens Whaley Bridge südöstlich von Manchester waren in den vergangenen Tagen in Sicherheit gebracht worden. Weitere 55 Häuser mussten angesichts der schlechten Wetterprognose noch am Samstagabend evakuiert werden.

Alle Betroffenen durften zunächst für kurze Zeit Haustiere, Medikamente und andere persönliche Gegenstände aus den Gebäuden holen. Am Sonntag wurde aber auch dies angesichts der Lebensgefahr verboten.

Einige Bewohner weigerten sich jedoch, die Gefahrenzone zu verlassen. «Sie setzen damit ihr Leben aufs Spiel», so Rachel Swann, Polizeichefin vor Ort. «Wir haben den Ort nicht einfach so evakuiert, sondern weil es eine reale Chance gibt, dass der Damm brechen könnte. Das wäre katastrophal», so Swann gegenüber von Reportern.

Damm beschädigt

Einsatzkräfte versuchten verzweifelt, die Struktur des beschädigten Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert zu stützen und den Wasserstand weiter zu senken. «Die Ingenieure sind sehr beunruhigt», sagte Feuerwehrchef Terry McDermott. In der Grafschaft Derbyshire hatte es in den Tagen zuvor ungewöhnlich stark geregnet. Innert 48 Stunden gab es so viel Niederschlag wie sonst in eineinhalb Monaten.

epa07753245 A handout photo made available by the Derbyshire Constabulary police force shows damage to the Toddbrook Reservoir dam above the town of Whaley Bridge, in northern England, Britain, 01 August 2019 (issued 02 August 2019). About 1,500 residents of Whaley Bridge, Derbyshire have been evacuated over fears their town could be flooded after heavy rain damaged the dam holding back the Toddbrook reservoir.  EPA/DERBYSHIRE CONSTABULARY HANDOUT  -- MANDATORY CREDIT: DERBYSHIRE CONSTABULARY -- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der Damm ist schwer beschädigt. Bild: EPA

Premierminister Boris Johnson versuchte, den Einwohnern Mut zu machen. «Notfallhelfer, Ingenieure und Angehörige der Royal Air Force arbeiten rund um die Uhr, um den Damm zu reparieren», sagte er bei seinem Besuch am Freitag. In der Kleinstadt wurden Sorgen laut: «Sollte der Damm brechen, wäre wahrscheinlich der ganze Ort weg», sagte ein Mann der Zeitung «Derbyshire Telegraph».

Wie viele der rund 6500 Einwohner hatten der Mann und seine Frau ihr Haus verlassen müssen – die Behörden hatten unmissverständlich gewarnt, dass Lebensgefahr bestehe. Auch die Angst vor Plünderungen der leerstehenden Häuser nahm in der Bevölkerung zu.

Pegel muss um acht Meter gesenkt werden

Feuerwehren setzten Hochleistungspumpen ein, um Wasser abzuleiten. Der Pegel muss laut Johnson um acht Meter reduziert werden. Der Premier wies die Bevölkerung an, den Anweisungen der Behörden zu folgen. Sollte der Damm brechen, dürfte die Zerstörung immens sein.

Der Pegelstand des Flusses River Goyt könne schnell steigen, sollte Wasser aus dem Staudamm austreten, teilte die Umweltbehörde mit. Experten befürchteten, dass ein beschädigter Überlauf endgültig einbrechen und «massive Überflutungen» auslösen könne.

Immerhin enthalte das um 1830 gebaute Reservoir normalerweise rund 1.3 Millionen Tonnen Wasser. Die jährliche Inspektion fand nach Angaben der Binnenwasser-Verwaltung im November statt.

Auch Royal Air Force im Einsatz

Zur Hilfe kam den Einsatzkräften die Royal Air Force: Ein «Chinook»-Transporthelikopter warf Hunderte Säcke mit einer Mischung aus Sand, Kies und Schotter ab, um die Mauer des Reservoirs zu stabilisieren und an anderer Stelle Wasserläufe umzuleiten.

epa07754118 A handout picture provided by the British Ministry of Defence showing a British Royal Air Force Chinook Mk6a helicopter approaches with the load to drop on the dam in Whaley Bridge, Derbyshire, Britain, 02 August 2019, in the emergency operation to save the market town from severe flooding. The British Royal Air Force (RAF) Odiham Chinook Force has been called in to help spread sandbags over dam wall in Whaley Bridge. Around 400 tonnes of aggregate brought in to divert water and the town has been evacuated.  About 1,500 residents of Whaley Bridge, Derbyshire have been evacuated on 01 August over fears their town could be flooded after heavy rain damaged the dam holding back the Toddbrook reservoir.  EPA/Cpl Rob Travis RAF /BRITISH MINISTRY OF DEFENCE / HANDOUT MANDATORY CREDIT: MOD/CROWN COPYRIGHT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ein Chinook-Mk6a-Helikopter auf der Mission, den Damm zu stabilisieren. Bild: EPA

«Ich lebe hier schon seit 45 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Dass wir so in Gefahr geraten könnten, habe ich auch nicht gedacht», sagte eine Frau der Nachrichtenagentur PA. Teile des Ortes seien «wie eine Geisterstadt», berichtete ein Einheimischer der BBC.

Viel mehr als zu warten und zu hoffen, blieb den Einwohnern nach der Evakuierung nicht. Die meisten von ihnen waren in Notunterkünften oder bei Verwandten und Freunden untergekommen. In der Umgebung wurden auch mehrere Strassen und Bahnstrecken gesperrt. (mim/ohe/sda/dpa)

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Scrat 05.08.2019 09:03
    Highlight Highlight Eigentlich dürfte es doch jedem hier klar sein, dass ein von Menschen geschaffenes Bauwerk irgendwann an seine Lebensgrenze kommt und ersetzt werden muss. Bei einem Staudamm müsste es demzufolge eine Möglichkeit geben, den Pegel des Sees kontrolliert und gezielt abzusenken (also so quasi ein „Badewannenstöpsel“, den man öffnen kann), anstatt mit Hochleistungspumpen das Wasser abzupumpen. Wurde dies bei diesem Bauwerk vergessen, oder wo liegt das Problem? Könnte Watson dem bitte einmal nachgehen?
    • c_meier 05.08.2019 10:51
      Highlight Highlight Dieser Damm wurde im Jahr 1830 erstellt, daher gibt es wohl keinen Notablauf oder Schnellablauf nach heutigem Standart (wäre auch nicht richtig möglich, da sich das Dorf soweit ich dies sehe direkt unter dem Damm befindet...)
  • Alienus 05.08.2019 07:45
    Highlight Highlight 2.

    Hm, gute Frage. Wo ist auf den bisherigen Fotos ein Grundablass zu sehen? Man sieht eigentlich nur Pumpen, die Wässer abpumpen.

    Gibt es etwa keinen Grundanlass am Damm? Das könnte eine interessante Frage sein!

    Auch taucht die Frage auf, wie die Topographie unterhalb des Dammes ist? Könnte überhaupt ein Schnellablass durchgeführt werden?

    Mit der Hausopferung durch Eigentümer ist es auch so eine Frage.

    Die Natur / Wassermasse / Schicksal nimmt sich einfach das Haus. Einfach so. Einfach ungefragt.

    Vermutlich wissen die Jungs vor Ort auch nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten. Leider.
    • Alienus 05.08.2019 14:04
      Highlight Highlight An die Blitzer.

      Jetzt stelle ich wie LuMo auch eine Frage:

      Hätte ein Blitzer den Mut zu schreiben, warum er gerade zu meinem Text den Blitz gesetzt hat?

      Bin auf die mögliche Diskussion blitzgespannt.
  • Hardy18 05.08.2019 05:20
    Highlight Highlight was haben den die Inspektoren im Nov, für einen Zustand vorgefunden? So ein Staudamm geht ja nicht plötzlich zu Bruch.
  • Luzifer Morgenstern 04.08.2019 19:09
    Highlight Highlight Gibt es Gründe dafür, dass genau ein Helikopter im Einsatz ist?

    Wo genau sind die logistischen Flaschenhälse?

    Wie steht es um die Option, mit gezielter Überlastung des Ablaufs, einen Totalschaden zu vermeiden? - z.B die tieferliegenden Ortsteile opfern, damit x% des Dorfes nicht vernichtet werden?

    Wenn mein Haus versichert ist, und damit 10 andere Häuser nicht untergehen, dann erwarte ich, dass mein Haus geopfert wird.

    Ganz allgemein, je schlimmer die Lage, desto mehr muss man Kollateralschäden in die Entscheidung einfliessen lassen. Wie nahe ist man da?
    • ursus3000 04.08.2019 20:26
      Highlight Highlight melde dich doch als Supereinsatzleiter dann ist deine Expertise gefragt
    • Citation Needed 04.08.2019 20:32
      Highlight Highlight Am besten Du setzt Dich mit den Einsatzkräften vor Ort in Verbindung, denn solch kluge, schonungslose Überlegungen wie Deine hat dort wohl noch keiner der involvierten Ingenieure angestellt, weiter so!
    • Luzifer Morgenstern 04.08.2019 21:59
      Highlight Highlight Grossartig. Fragen ist also dumm.

      Und antworten, dass meine Fragen dumm sind, macht euch klug.

      Gratuliere. Dann könnt ihr mir sicher auf meine Fragen antworten, statt nur zu erklären, dass meine Fragen dumm sind.

      Oder seid ihr dazu dann doch nicht gut genug?
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