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Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) raucht am 27.04.2015 in Hamburg während einer Aufzeichnung der ARD-Fernsehsendung

Helmut Schmidt ist gesundheitlich schwer angeschlagen.
Bild: dpa

«Er ist nicht mehr ansprechbar»: Grosse Sorgen um die Gesundheit von Altkanzler Helmut Schmidt



Grosse Sorge um den deutschen Altkanzler Helmut Schmidt: Dem 96-Jährigen gehe es sehr schlecht, heisst es in seinem Umfeld. Der Mitherausgeber der Wochenzeitung «Die Zeit» war erst Mitte September nach einer Operation aus der Klinik entlassen worden.

Laut der deutschen Bild hat Helmut Schmidt 39 Grad Fieber aufgrund einer unklaren Infektion. Sein Leibarzt Prof. Heiner Greten sagte gegenüber der Zeitung: «Er ist nicht mehr ansprechbar, sein Körper hat kaum noch Widerstandskräfte.» 

Zuerst hatten das «Hamburger Abendblatt» und der Sender NDR 90.3 am Montag darüber unter Verweis auf Schmidts Freundeskreis berichtet. Dem «Abendblatt»-Bericht zufolge ist Schmidts Tochter aus England nach Hamburg gekommen und hält sich im Elternhaus auf.

Der Altkanzler war Anfang September in Hamburg wegen eines Blutgerinnsels am Bein operiert worden. Nach gut zwei Wochen verliess er das Spital und kehrte in sein Haus in Hamburg-Langenhorn zurück, wo er rund um die Uhr betreut wird. «Die Entlassung erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten», hatte die Hamburger Asklepios-Klinik St.Georg damals erklärt.

epa04908133 An exterior view of the Asklepios Clinic in Hamburg, Germany, 01 September 2015. According to media reports, former German chancellor Helmut Schmidt has been admitted to the hospital. Schmidt, 96, who led West Germany from 1974 to 1982 and is best known for his fight against domestic terrorism and as one of the architects of the euro currency, was also admitted to the Asklepios Clinic last month amid fears of cardiac problems but released two days later.  EPA/DANIEL REINHARDT

Anfang September wurde Schmidt in der Hamburger Askleipos-Klinik operiert. 
Bild: EPA/DPA

Die erhoffte Stabilisierung ist dem Zeitungsbericht zufolge nicht eingetreten. «In seinem hohen Alter ist jeder Eingriff ein grosses Problem», zitierte das Blatt eine Kontaktperson aus der Klinik.

Nichts gegen eine Zigarette

Nach seiner Entlassung aus der Klinik Mitte September hatte Schmidts Kardiologe Karl-Heinz Kuck die Hoffnung geäussert, dass der 96-Jährige zu Hause wieder zu Kräften kommt. Gegen eine Zigarette hatte Kuck damals nichts einzuwenden. «Schmidt raucht seit mehr als 80 Jahren. Er soll ruhig wieder zur Zigarette greifen. Hauptsache, er bewegt sich.»

In der Klinik hatte der sozialdemokratische Politiker und Mitherausgeber der Wochenzeitung «Die Zeit» nach Angaben der Ärzte nicht geraucht. Er habe aber ein Nikotinpflaster bekommen. Bei früheren Spitalaufenthalten soll der Altkanzler nach Informationen aus Klinikkreisen immer geraucht haben – ungeachtet eines Verbots.

Schmidt war von 1974 und bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt Bundeskanzler. In der aus Konservativen und Sozialdemokraten bestehenden Grossen Koalition war er zuvor von 1967 bis 1969 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und danach Verteidigungs- und Finanzminister.

Den Hamburgern ist Schmidt auch als tatkräftiger Innensenator während der Sturmflut von 1962 im Gedächtnis. Der Sohn eines Volksschullehrers kam am 23. Dezember 1918 im Hamburger Arbeiterviertel Barmbek zur Welt. (sda/dpa/cma)

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