Stillen wirkt laut Studie antidepressiv – bis 10 Jahre nach der Geburt
Ein gesünderes Kind, weniger Allergien und ein tieferes Brustkrebsrisiko für die Mutter – es gibt gleich mehrere Vorteile beim Stillen. Nun kommt ein weiterer dazu, und zwar für die Mutter: Stillen senkt das Depressionsrisiko.
Bekannt war bereits, dass stillende Mütter weniger oft von postnataler Depression und Ängstlichkeit betroffen sind. Doch eine neue Studie, die im British Medical Journal BMJ erschien, zeigt, dass das Stillen auch langfristig wirkt: Dazu befragten die Forschenden 168 Mütter nach der Geburt und nach zehn Jahren noch einmal. Die Mütter wurden nach Depressions-Diagnosen gefragt und Faktoren wie tägliche Bewegung oder Ernährung.
Unter diesen Müttern dauerte das durchschnittliche ausschliessliche Stillen ihrer Babys 5,5 Wochen. Kombiniert mit anderer Ernährung, wie Flaschenmilch, stillten die Mütter im Durchschnitt 30 Wochen, also 7 Monate. 13 Prozent der Mütter litten zum Umfragezeitpunkt an Depressionen, 21 Prozent waren früher einmal davon betroffen.
Jene Frauen, die Depressionen hatten, waren nicht nur durchschnittlich jünger und weniger körperlich aktiv, es zeigte sich auch, dass sie während kürzerer Zeit gestillt hatten. Jede zusätzliche Stillwoche scheint laut der Studie das Risiko für Depression um 2 Prozent zu senken, wenn andere Faktoren herausgerechnet werden.
Die Forschenden sind sich allerdings bewusst, dass es auch sein kann, dass Depressionen und Angstzustände den Stillerfolg schmälern können: Wer eh schon gestresst ist, kann vermutlich weniger gut stillen. Doch wenn es klappt, so vermuten die Forschenden, wirkt das auch psychisch stärkend: «Wir vermuten, dass erfolgreiches Stillen eine schützende Wirkung auf postpartale Depressionen hat, was wiederum das Risiko für Depressionen bei Müttern langfristig senkt.» (kus) (bzbasel.ch)
