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Stillen wirkt laut Studie antidepressiv – bis 10 Jahre nach der Geburt

Stillen wirkt laut Studie antidepressiv – bis 10 Jahre nach der Geburt

Muttermilch hat nicht nur Vorteile für das Baby: Auch die Mütter selbst profitieren davon, wie eine neue Studie zeigt.
13.01.2026, 02:5413.01.2026, 02:54

Ein gesünderes Kind, weniger Allergien und ein tieferes Brustkrebsrisiko für die Mutter – es gibt gleich mehrere Vorteile beim Stillen. Nun kommt ein weiterer dazu, und zwar für die Mutter: Stillen senkt das Depressionsrisiko.

Bekannt war bereits, dass stillende Mütter weniger oft von postnataler Depression und Ängstlichkeit betroffen sind. Doch eine neue Studie, die im British Medical Journal BMJ erschien, zeigt, dass das Stillen auch langfristig wirkt: Dazu befragten die Forschenden 168 Mütter nach der Geburt und nach zehn Jahren noch einmal. Die Mütter wurden nach Depressions-Diagnosen gefragt und Faktoren wie tägliche Bewegung oder Ernährung.

Stillen
Stillen ist laut einer neue Studie gesund – für Baby und Mutter.Bild: Shutterstock

Unter diesen Müttern dauerte das durchschnittliche ausschliessliche Stillen ihrer Babys 5,5 Wochen. Kombiniert mit anderer Ernährung, wie Flaschenmilch, stillten die Mütter im Durchschnitt 30 Wochen, also 7 Monate. 13 Prozent der Mütter litten zum Umfragezeitpunkt an Depressionen, 21 Prozent waren früher einmal davon betroffen.

Jene Frauen, die Depressionen hatten, waren nicht nur durchschnittlich jünger und weniger körperlich aktiv, es zeigte sich auch, dass sie während kürzerer Zeit gestillt hatten. Jede zusätzliche Stillwoche scheint laut der Studie das Risiko für Depression um 2 Prozent zu senken, wenn andere Faktoren herausgerechnet werden.

Die Forschenden sind sich allerdings bewusst, dass es auch sein kann, dass Depressionen und Angstzustände den Stillerfolg schmälern können: Wer eh schon gestresst ist, kann vermutlich weniger gut stillen. Doch wenn es klappt, so vermuten die Forschenden, wirkt das auch psychisch stärkend: «Wir vermuten, dass erfolgreiches Stillen eine schützende Wirkung auf postpartale Depressionen hat, was wiederum das Risiko für Depressionen bei Müttern langfristig senkt.» (kus) (bzbasel.ch)

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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Holzkopf
13.01.2026 08:03registriert November 2017
Habs nochmals genauer gelesen: 168 Mütter wurden zu zwei Zeitpunkten befragt…das ist so extrem wenig, dass die Studie sowieso kaum Aussagekraft hat.
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Holzkopf
13.01.2026 08:00registriert November 2017
Haben sie auch die Ursachen für das kürzere Stillen untersucht?
Wenn eine Mutter z.B. finanziell gezwungen ist, früh wieder ins Erwerbsleben einzusteigen und deshalb abstillt, dann ist ihr Risiko auf Depressionen wohl durch allgemeine Stressfaktoren (Zeit, Geld usw.) zu erklären und nicht übers kürzere Stillen. Und vergleichbar könnte es bei Frauen sein, die z.B. nicht oder nur kurz stillen, weil sie auf Medikamente angewiesen sind, bei denen Stillen kontraindiziert ist.
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