Wegen Iran-Krieg: Patriot-Lieferung an Schweiz verzögert sich um mehrere Jahre
Der hohe Einsatz von US-Patriot-Raketen im Nahen Osten verzögert die Lieferung an die Schweiz. Wegen der starken Nachfrage müssen Schweizer Behörden laut SRF mit deutlich längeren Wartezeiten rechnen. Statt ab diesem Jahr könnte die Lieferung erst in mehreren Jahren erfolgen. Gemäss SRF wird die Lieferung noch deutlich länger als fünf Jahre auf sich warten lassen.
Vor allem die Golfstaaten sind derzeit auf die Raketen angewiesen und haben verschiedene europäische Länder um zusätzliche Systeme gebeten. Doch auch die Ukraine setzt auf das Patriot-System und befürchtet nun, zu wenige Raketen zu erhalten.
Sicherheitspolitiker zeigen sich wenig überrascht. «Man hatte schon länger die Vermutung, dass die Schweiz nicht mehr auf einer Position ist, auf der sie beliefert wird», sagt etwa SVP-Ständerat Werner Salzmann gegenüber SRF. Mit dem Kriegsausbruch im Nahen Osten werde es noch schlimmer.
Während linke Stimmen einen Abbruch der Beschaffung fordern und den Fokus auf Drohnenabwehr legen, plädieren bürgerliche Politiker für ein Festhalten am Projekt. Verteidigungsminister Martin Pfister prüft laut SRF zusätzlich ein alternatives System wie SAMP/T des französischen Konsortiums Eurosam. Annullieren will Pfister die Bestellung der Patriot-Systeme wohl nicht.
Offen ist, was mit den bereits überwiesenen 650 Millionen Franken geschieht und wie eine schnelle Alternative finanziert werden soll. Das VBS kündigt an, der Bundesrat werde über das weitere Vorgehen entscheiden. (hkl)
